Cover-Bild Die Wut, die bleibt
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15,99
inkl. MwSt
  • Verlag: ROWOHLT E-Book
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 22.03.2022
  • ISBN: 9783644013308
Mareike Fallwickl

Die Wut, die bleibt

Mareike Fallwickls neuer Roman über die Last, die auf den Frauen abgeladen wird, und das Aufbegehren: radikal, wachrüttelnd, empowernd.
Helene, Mutter von drei Kindern, steht beim Abendessen auf, geht zum Balkon und stürzt sich ohne ein Wort in den Tod. Die Familie ist im Schockzustand. Plötzlich fehlt ihnen alles, was sie bisher zusammengehalten hat: Liebe, Fürsorge, Sicherheit.
Helenes beste Freundin Sarah, die Helene ihrer Familie wegen zugleich beneidet und bemitleidet hat, wird in den Strudel der Trauer und des Chaos gezogen. Lola, die älteste Tochter von Helene, sucht nach einer Möglichkeit, mit ihren Emotionen fertigzuwerden, und konzentriert sich auf das Gefühl, das am stärksten ist: Wut.
Drei Frauen: Die eine entzieht sich dem, was das Leben einer Mutter zumutet. Die anderen beiden, die Tochter und die beste Freundin, müssen Wege finden, diese Lücke zu schließen. Ihre Schicksale verweben sich in diesem bewegenden und kämpferischen Roman darüber, was es heißt, in unserer Gesellschaft Frau zu sein.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.08.2025

Warum wir wütend sein dürfen - und müssen!

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In „Die Wut, die bleibt“ nimmt sich Helene, Mutter von drei Kindern, beim Abendessen das Leben. Zurück bleiben ihre ihre 15-jährige Tochter Lola und ihre beste Freundin Sarah – und wir begleiten beide ...

In „Die Wut, die bleibt“ nimmt sich Helene, Mutter von drei Kindern, beim Abendessen das Leben. Zurück bleiben ihre ihre 15-jährige Tochter Lola und ihre beste Freundin Sarah – und wir begleiten beide aus ihrer Sicht durch ihre Trauer und Wut.
Mich hat das Buch unglaublich gepackt. Mareike Fallwickl zeigt schonungslos, wie viel Frauen in unserer Gesellschaft leisten, was sie aufgeben – und wie selbstverständlich Männer sich darauf ausruhen. Ich war beim Lesen oft wütend, vor allem auf Helenes Mann, aber auch auf die Strukturen, die genau dieses Ungleichgewicht zementieren. Es ist unbequem, aber so wichtig und notwendig, sich dem zu stellen.
Besonders stark fand ich die beiden Perspektiven: Lola, jung, voller feministischer Wut und Sarah, die aus einer ganz anderen Generation kommt und vieles hingenommen hat. Zwei Stimmen, die sehr unterschiedlich sind und sich doch gegenseitig spiegeln.
Die Wut, die bleibt ist ein kraftvoller, radikaler und absolut notwendiger Roman über Mutterschaft, weibliche Rollenbilder und die Frage, warum Frauen wütend sein dürfen – und müssen. Ein Buch, das nachhallt und das ich jeder Person nur ans Herz legen kann.

Veröffentlicht am 22.04.2022

Überwältigend und atemberaubend gut

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Als die Mutter der Familie sich eines Tages ganz plötzlich vom Balkon stürzt, verändert das insbesondere für die Kinder alles. Wie geht es weiter, wenn auf einmal die wichtigste Person fehlt, und wie wird ...

Als die Mutter der Familie sich eines Tages ganz plötzlich vom Balkon stürzt, verändert das insbesondere für die Kinder alles. Wie geht es weiter, wenn auf einmal die wichtigste Person fehlt, und wie wird man fertig mit der Wut, die – trotz der Trauer – bleibt?

Dieser Roman von Mareike Fallwickl klang schon im Klappentext interessant, aber tatsächlich war er überwältigend und atemberaubend gut. Selten hat mich ein Buch so gepackt und aufgewühlt zurückgelassen.

Die Nachwirkungen des Todes von Helene, der Mutter der Familie, werden aus der Perspektive von Lola, ihrer ältesten Tochter, und Sarah, ihrer besten Freundin, erzählt. Dadurch bieten sich zwei ganz und gar unterschiedliche, aber jeweils gleichermaßen ergreifende Sichtweisen auf die Katastrophe, die das Leben der Familie völlig aus der Bahn wirft. Sowohl bei Lola als auch bei Sarah sind die Entwicklungen recht extrem, kommen aber so schleichend, dass diese niemals unglaubwürdig sind – auch wenn man als Leser doch recht fassungslos ist.

Auch sprachlich konnte mich dieses Buch voll und ganz einnehmen. Der Autorin ist es hier wirklich meisterhaft gelungen, die deutsche Sprache in ihrer ganzen Bandbreite unglaublich wirkungsvoll für sich zu nutzen, ohne dass man als Leser jemals den Zugang dazu verliert.

Das Buch ist alles andere als angenehme Lektüre, aber Mareike Fallwickl hat hier aktuelle Themen so geschickt und emotional verpackt, dass man sich auf die Geschichte trotzdem einlassen möchte. Für mich war „Die Wut, die bleibt“ daher ein absolutes Lesehighlight, das noch lange nachwirken wird.

Veröffentlicht am 17.01.2025

Erzählerisch großartig, aber zu überspitzt

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Mit erzählerischer Wucht zeigt Mareike Fallwickl auf, was es bedeutet, in unserer Gesellschaft eine Frau zu sein. “Die Wut, die bleibt” ist aufwühlend, schonungslos und Augen öffnend. Allein der kurze ...

Mit erzählerischer Wucht zeigt Mareike Fallwickl auf, was es bedeutet, in unserer Gesellschaft eine Frau zu sein. “Die Wut, die bleibt” ist aufwühlend, schonungslos und Augen öffnend. Allein der kurze Prolog ist so knallhart, dass einem beim Lesen kurz die Luft wegbleibt.
Eine der größten Stärken des Romans ist meiner Meinung nach die absolut realistische Darstellung vom Muttersein mit Kleinkindern. Es gibt keine Romantisierung, man fühlt sich als Mutter einfach verstanden und ernstgenommen.
Zwischendurch sind die Grenzen zum Sachbuch fließend, vor allem wenn Lola zu ihren Erklärungen ausholt, hat man das Gefühl, man lese einen Feminismus-Ratgeber. So wirken die Dialoge etwas weniger authentisch, man wird aus dem Roman gerissen, dafür lernt man viel Neues zum Thema Emanzipation und wird zum Nach- bzw. Umdenken angeregt.
Die Charaktere fand ich leider etwas einsilbig, ich hatte öfter das Gefühl, jede*r ist ausschließlich da, um einen Zweck zu erfüllen und das wars.
Lolas Entwicklung ist für mich ebenfalls ein großer Kritikpunkt; zunächst habe ich mich gefreut, dass sie in einer Clique von etwa gleichaltrigen jungen Frauen einen neuen Safe Space findet, in welche Richtung sich die Gruppendynamik dann entwickelt, finde ich jedoch erschreckend. Als sie sich radikalisieren und gewalttätig gegenüber Männern werden, war das Verständnis für mich vorbei. Denn Gewalt ist niemals die Lösung gegen Gewalt.
Auch die Hetze gegen alle Männer war mir etwas zu verallgemeinernd. Für Gleichberechtigung sollten alle gemeinsam kämpfen und Frauen sich nicht gegen Männer verbünden. Denn geht es nicht genau darum, dass das Geschlecht keine Rolle spielt?
Dennoch ist “Die Wut, die bleibt” ein Roman, der eine unglaubliche Sogkraft entfaltet, mich berührt und zum Nachdenken angeregt hat und wahrscheinlich noch länger beschäftigen wird. ⭐️3,5/5⭐️

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