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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2026

Rasante Dystopie

To Cage a Wild Bird
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Als eine Art Kopfgeldjägerin verdient sich Raven ihren Lebensunterhalt damit, die ins Gefängnis zu bringen, die gegen die Regeln von Dividium verstoßen haben. Als jedoch ihr eigener Bruder dort landet, ...

Als eine Art Kopfgeldjägerin verdient sich Raven ihren Lebensunterhalt damit, die ins Gefängnis zu bringen, die gegen die Regeln von Dividium verstoßen haben. Als jedoch ihr eigener Bruder dort landet, lässt sie sich selbst einschleusen, um ihn zu beschützen – auch wenn sie weiß, dass man in diesem Gefängnis höchstens eine Weile überleben, es aber nie verlassen kann.
Bevor ich zu diesem Buch gegriffen habe, wusste ich lediglich, dass es eine Dystopie ist und bereits unglaublich viele Menschen begeistert hat. Gleich vorneweg: Es hat auch mich sehr begeistert!
Die Geschichte fängt einen als Leser wirklich innerhalb weniger Seiten, und dank der unglaublichen Spannung bis zum Schluss kann man es zwischendurch kaum beiseitelegen. Das World Building ist durchdacht und immer wieder kreativ, aber besonders gut gefallen hat mir die Art und Weise, wie die Autorin ihre Charaktere geschrieben und entwickelt hat – sowohl die Hauptfigur als auch die Nebenfiguren.
Ich gebe zu, was den Romance-Anteil im Buch angeht, hätte mir auch weniger gereicht – das hat die Geschichte meiner Meinung nach gar nicht gebraucht –, aber ich muss auch sagen, dass die Dynamik zwischen Raven und Vale toll geschrieben war und beide sympathische Charaktere sind.
Insgesamt wurde ich von dieser dystopischen Geschichte bestens unterhalten und dementsprechend freue ich mich, dass sie noch nicht auserzählt ist. Ich bin sehr gespannt, wie es im nächsten Teil weitergeht! Klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 10.02.2026

Nicht mein Geschmack

Woman Down
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Die Bestsellerautorin Petra Rose versucht in einer einsamen Hütte am See, wieder zu ihrer alten Form zurückzukehren und endlich ihr neues Buch zu schreiben. Das ruhige Schreibretreat bekommt jedoch dank ...

Die Bestsellerautorin Petra Rose versucht in einer einsamen Hütte am See, wieder zu ihrer alten Form zurückzukehren und endlich ihr neues Buch zu schreiben. Das ruhige Schreibretreat bekommt jedoch dank einem plötzlich auf der Bildfläche auftauchenden, gutaussehenden Detective eine ganz neue Wendung.
Ich gestehe: Ich habe zu diesem Buch gegriffen, weil ich bereits einige Bücher der Autorin gelesen habe und bislang nie enttäuscht worden war. Die Idee, einen Blick hinter die Kulissen einer (fiktiven) Bestsellerautorin zu werfen, fand ich außerdem interessant. „Romantic Thriller“ trifft nicht so ganz meinen Geschmack, aber für Colleen Hoover wollte ich das Genre gerne mal ausprobieren.
Leider war das nichts. Lange passiert gefühlt überhaupt nichts, dann häufen sich unglaubwürdige Ereignisse. Die Hauptfigur verhält sich, aus meiner Sicht, kaum nachvollziehbar und so überhaupt nicht wie eine starke weibliche Protagonistin. Ich lese kein Dark Romance, aber diverse Begegnungen mit dem Detective fallen definitiv unter diese Bezeichnung. Hätte ich das gewusst, hätte ich das Buch nicht gelesen.
Gegen Ende, etwa im letzten Fünftel, gibt es eine Wendung, die toll geschrieben war und die mich mal kurz mitgerissen hat. Aber der Rest des Buches blieb für mich leider weit hinter den Erwartungen zurück.

  • Einzelne Kategorien
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.09.2025

Keine 0815-Geschichte

Die Sprache der Drachen
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Vivien lebt in London in den 1920ern, aber ihre Welt ist bevölkert von Menschen und Drachen. Das Friedensabkommen, das nach dem verheerenden Krieg zwischen beiden geschlossen wurde, scheint nun aber immer ...

Vivien lebt in London in den 1920ern, aber ihre Welt ist bevölkert von Menschen und Drachen. Das Friedensabkommen, das nach dem verheerenden Krieg zwischen beiden geschlossen wurde, scheint nun aber immer weniger haltbar. Vivien beherrscht dank ihrer Eltern Kenntnisse in der Drachensprache, die sie bald einsetzen muss, um zu überleben...

Dieser Fantasyroman ist definitiv keine 0815-Geschichte und entsprechend vielleicht auch nicht ganz leicht zu lesen. Es gibt mehrere Wendungen, nach denen sich die Atmosphäre jedes Mal völlig wandelt, und man kann nie vorhersagen, wie es weitergeht. Mir hat das gut gefallen und deswegen konnte ich auch über die gelegentlichen Ecken und Kanten hinwegsehen.

Ich fand es insbesondere toll, welchen Stellenwert Sprache in der Geschichte tatsächlich einnimmt. Bewundernswert, wie die Autorin diesbezüglich völlig neue Ideen entwickelt hat.

Der Showdown am Ende hat mich völlig atemlos zurückgelassen, weil ich eigentlich von einem Einzelband ausgegangen war. Gottseidank geht die Geschichte aber noch weiter - ich bin dann auf jeden Fall wieder dabei!

Veröffentlicht am 03.09.2025

Genau mein Fall

Ja, nein, vielleicht
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Die Protagonistin geht auf die 60 zu und hat sich in ihrem Leben eingerichtet. Aber dann scheint ihr genau dieses Leben immer wieder Hindernisse vor die Füße zu werfen: Ein Zahn, dessen Tage gezählt sind. ...

Die Protagonistin geht auf die 60 zu und hat sich in ihrem Leben eingerichtet. Aber dann scheint ihr genau dieses Leben immer wieder Hindernisse vor die Füße zu werfen: Ein Zahn, dessen Tage gezählt sind. Die Stadtwohnung, die auf einmal „belegt“ ist. Oder ein ehemaliger Liebhaber, der völlig unverhofft ihren Weg kreuzt. Und es kommt die Frage auf, ob sie sich nun von diesen Dingen aus der Bahn werfen lässt.
Dieses Buch habe ich einfach nur furchtbar gern gelesen. Schon nach den ersten Kapiteln war mir klar, dass die Erzählweise, der Schreibstil und der Humor der Autorin genau mein Fall sind. Bewundernswert aber auch, dass das Buch bis zum Schluss gleichermaßen unterhaltsam bleibt und der Text nicht ein einziges Mal schwächelt.
Als Leser verbringt man auf jeden Fall viel Zeit im Kopf der Protagonistin (was aber nie langweilig wird, denn ihre Gedanken drehen sich nicht im Kreis!), aber ganz nebenbei passiert auch noch so einiges, so dass der Input nie ausgeht. Unter anderem reflektiert sie über das Älterwerden, über vergangene Entscheidungen, Freundschaften, Familie und die Männer, die ihr in ihrem Leben begegnet sind – immer auf eine unaufdringliche Art und Weise, die Platz für eigene Gedanken lässt.
Zusammengefasst konnte mich „Ja, nein, vielleicht“ also durchweg begeistern – so sehr, dass ich mir fest vorgenommen habe, auch die anderen Werke der Autorin bald in die Hand zu nehmen. Absolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 03.09.2025

Atmosphärisches Puzzle

Im Finsterwald
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Im Göteborg der 20er Jahre verschwindet bei einem Museumsausflug ein neunjähriges Mädchen spurlos. Der zuständige Kommissar stößt bei seinen Ermittlungen bald auf diverse Ungereimtheiten – im Museum, aber ...

Im Göteborg der 20er Jahre verschwindet bei einem Museumsausflug ein neunjähriges Mädchen spurlos. Der zuständige Kommissar stößt bei seinen Ermittlungen bald auf diverse Ungereimtheiten – im Museum, aber auch in der Familie des Mädchens.
Das Buch gehört zu einer Reihe der Autorin, die sich um den Polizisten Nils Gunnarsson dreht, von der mich bereits der erste Teil – Der Sommer, in dem Einstein verschwand – begeistern konnte. Tatsächlich stehen aber die einzelnen Geschichten bzw. Fälle stark im Vordergrund, so dass sie, meiner Meinung nach, problemlos einzeln gelesen werden können.
Die Geschichte in diesem Buch ist geprägt von einer recht düsteren Atmosphäre, und ich konnte mir insbesondere die Szenen im Naturhistorischen Museum, die geradezu gruselig waren, unheimlich gut vorstellen. Aber auch außerhalb dessen gibt es immer wieder beklemmende Momente, die doch des Öfteren Gänsehaut bei mir verursachten.
Neben der besonderen Atmosphäre ist aber in jedem Fall auch die Art und Weise, wie die Autorin nach und nach die Figuren und deren Beziehungen zueinander skizziert, hervorzuheben. Als Leser erhält man so ein Puzzlestück nach dem anderen, bis man erst ganz am Ende das ganze Bild vor sich hat. Ich fand es unheimlich spannend und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Wie bereits beim ersten Buch von ihr konnte mich die Autorin auch mit diesem Werk vollauf begeistern. Im Gegensatz zum ersten wird dieses hier auf dem Cover als „Kriminalroman“ deklariert – aber ich finde, es ist viel mehr als nur das. Es ist alles andere als ein 08/15-Krimi, allein schon aufgrund des Schauplatzes im Göteborg der 20er Jahre, der außerordentlich gut recherchiert zu sein scheint. Absolute Leseempfehlung!