Cover-Bild Die Lotsin
Band 4 der Reihe "Ein Fall für Liewe Cupido"
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15,99
inkl. MwSt
  • Verlag: mareverlag
  • Themenbereich: Belletristik - Kriminalromane und Mystery
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Ersterscheinung: 05.08.2025
  • ISBN: 9783866488533
Mathijs Deen

Die Lotsin

Andreas Ecke (Übersetzer)

Kaum hat vor Helgoland eine Übung des niederländischen, deutschen und dänischen Grenzschutzes begonnen, geht bei der Küstenwache ein Notruf ein. Eine Klimaforscherin, die mit einem US-Forschungsschiff auf dem Weg von Grönland nach Kiel war, wird vermisst. Nach vergeblicher Suche der Küstenwache und der Helgoländer Seenotretter führt Xander Rimbach, Ermittler der Bundespolizei See, Verhöre an Bord der RV Anthropocene. Alles deutet darauf hin, dass die Wissenschaftlerin, die seit Jahren an Depressionen litt, willentlich über Bord gegangen ist. Doch als Kommissar Liewe Cupido eine Nachricht der Lotsin erhält, die die Anthropocene auf die Elbe gesteuert hat, kommen Zweifel auf. Und als der Fund eines niederländischen Nordseekutters offenbart, dass die vermisste Frau ein grausames Ende gefunden hat, ist die Dringlichkeit der Ermittlungen nicht mehr zu bestreiten.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.08.2025

Beste Krimiunterhaltung!

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„Die Lotsin“ von Mathijs Deen ist bereits der vierte Fall für Kommissar Liewe Cupido. Er ist gebürtiger Deutscher, aber auf Texel aufgewachsen und wird darum »der Holländer« genannt. Diesmal greift er ...

„Die Lotsin“ von Mathijs Deen ist bereits der vierte Fall für Kommissar Liewe Cupido. Er ist gebürtiger Deutscher, aber auf Texel aufgewachsen und wird darum »der Holländer« genannt. Diesmal greift er später als üblich ins Geschehen ein. Worum geht‘s?

Die Glaziologin und Klimaforscherin Iona Grimstedt arbeitet auf eine Forschungsstation im Nordosten Grönlands. Auf Grund eines gefährlichen Zwischenfalls funkt man das nächste Schiff an, um sie an Land, nach Kiel, zu bringen, da sie an zahlreichen Erfrierungen leidet. Es ist ausgerechnet das Forschungsschiff Anthropocene auf dem ihr Mann Torsten als Erster Offizier Dienst tut. Niemand ist von Ionas Anwesenheit recht begeistert und auch der Ehemann verhält sich eigenartig. Wenig später erhält die deutsche Küstenwache einen Notruf, denn Iona scheint kurz vor Helgoland über Bord gegangen. Ist sie gesprungen oder hat hier jemand nachgeholfen?

Xaver Rimbach, der junge Kollege von Liewe Cupido, der im Moment nicht abkömmlich ist, übernimmt die ersten Befragungen der Schiffsbesatzung bis er von seinem Hermann Rademacher, dem Leiter der Bundespolizei SeeEinheit, rüde zurechtgewiesen und abkommandiert wird. Rimbach, ein Winzersohn aus dem Neckargebiet ist die raue See nicht geheuer und zudem hat er das Gefühl, dass auf dem Schiff etwas im Argen liegt. Doch ein Gefühl, auch wenn es noch so mies ist, ist zu wenig. Auf die Fakten kommt es an, sagt Xanders Mentor Liewe immer. Wenig später übernimmt Liewe Cupido die Ermittlungen, die immer mehr Fragen aufwerfen als sie beantworten.

Was hat der Kapitän zu verbergen, dass er die Lotsin niederstößt?

Meine Meinung:

Ich mag den wortkargen Ermittler Liewe Cupido und auch Xander bin ich in diesem Band näher gekommen. Er ist ja das genaue Gegenteil von Cupido, weil ob seiner Unsicherheit immer ein wenig zu viele Worte macht. Ich denke, Xander hat enormes Potenzial, das auch von Cupido erkannt wird.

Interessant finde ich die Beschreibung des Lebens auf See. Für mich als Wiener Landratte ist das nichts, obwohl ich immer wieder gerne den Schiffen zusehe, sei es in Hamburg oder auf der Kieler Woche. Gut beschrieben ist die eigenartige Atmosphäre, die auf der Anthropocene herrscht. Den Begriff „Geisterschiff“ finde ich gut gewählt.

Der Krimi ist komplex, zumal ja auch mehrere Dienststellen, die nicht immer besonders gut harminieren, an den Ermittlungen beteiligt sind.

Die Charaktere haben alle ihre Ecken und Kanten. Allerdings sind sowohl Torsten als auch Iona Grimstedt ist keine besonderen Sympathieträger. Besessen von ihrer Arbeit lässt sie ihre fünfjährige Tochter bei ihrer Mutter, die kaum die deutsche Sprache beherrscht, zurück und sein Verhalten ist auch sehr fragwürdig.

Mit dem Auftauchen von Liewes Schwester Paula und dem Tod der Mutter erhält der Krimi dann noch einen persönlichen Touch und wir Leser erfahren, warum sich die Geschwister aus dem Weg gehen.

Eine kleine Anmerkung muss ich zur Übersetzung machen: Der niederländische Originaltitel heißt „De loods“ was ins Deutsche übersetzt soviel wie Schuppen, Halle, Lager oder schlicht Container, wie sie auf der Anthropocene in Verwendung stehen, bedeutet. Ein (Schiffs)Lotse wird als Scheepspiloot bezeichnet. Das hat mir der Mann meiner Freundin, ein gebürtiger Holländer aus Zeeland erklärt. Das hat nichts mit der Lotsin zu tun, die kurz an Bord war, sondern mit den Containern und ihrer besonderen Fracht.

Fazit:

Dieser vierte Fall für Liewe Cupido hat mich sehr gut unterhalten, weshalb ich ihm 5 Sterne und eine Leseempfehlung gebe.

Veröffentlicht am 23.01.2026

Eine Ahnung

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Ein Notruf geht ein, eine Wissenschaftlerin ist von einem Forschungsschiff verschwunden. Einige Teilnehmer einer Übung der niederländischen und deutschen Grenzschützer helfen bei der Suche, die allerdings ...

Ein Notruf geht ein, eine Wissenschaftlerin ist von einem Forschungsschiff verschwunden. Einige Teilnehmer einer Übung der niederländischen und deutschen Grenzschützer helfen bei der Suche, die allerdings erfolglos verläuft. Unter ihnen ist auch Xander Rimbach, der dann erste Vernehmungen führt. Sein erfahrener Kollege Liewe Cupido versucht aus der Ferne eine gewisse Hilfestellung zu geben. Es sieht so aus, als könne es sich um einen Unfall handeln. Da die Forscherin wohl depressiv war, könnte sie sich auch das Leben genommen haben. Doch die Stimmung auf dem Schiff ist eigenartig und Xander führt die Befragungen intensiver als geplant. Ein weiterer Hinweis bestärkt das ungute Gefühl.

Zum vierten Mal ermitteln Liewe Cupido und Xander Rimbach. Teilweise muss sich Xander hier alleine behaupten. Bei seinen Kollegen kommt das nicht nur gut an. Allerdings ist auf seine Spürnase mehr Verlass als ihm selbst bewusst ist. Liewe Cupido ermittelt schweigsam wie immer. Da unterscheiden er und Rimbach sich doch sehr und ergänzen sich beinahe perfekt. Die Nachforschungen in einem Fall, der vielleicht keiner ist, gestalten sich dennoch nicht einfach. Keiner erweckt den Eindruck als würde er gerne mit der Polizei zusammenwirken. Wenn niemand etwas zu verbergen hat, müsste den Einsatz der Beamten doch eigentlich leichter vonstatten gehen.

Wenn man in die Welt von Liewe Cupido eintaucht, ist man zeitweilig für die wahre Welt verloren. Bei den Alltagsproblemen, die man vielleicht so hat, bietet dieser wunderbare Kriminalroman eine schöne Auszeit. Man begibt sich auf Schiffe, sieht Wellen rollen, spürt förmlich wie einem der Wind um die Nase weht. Cupido und Rimbach bilden ein Team mit Ecken und Kanten, das sich Schwierigkeiten eingestehen kann und auch die Fähigkeit hat, sich zusammenzuraufen. Die Nachforschungen um die Hintergründe zum Tod gestalten sich so spannend, dass man einfach immer weiterlesen will. Für ein Buch andere Dinge liegen zu lassen, passiert auch nicht so oft. Hier gibt man dem Buch immer wieder den Vorzug. Man gibt sich Wind und Wetter hin und den Stimmungen. Und wenn die letzte Seite umgeblättert ist, muss man leider wieder auftauchen und auf den nächsten Fall von Cupido und Rimbach warten. Diese Reihe kann jedem Krimilesenden, ach allen, die Bücher lieben empfohlen werden.

Veröffentlicht am 05.08.2025

Was geschah auf der RV Anthropocene?

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Die Geschichte startet auf einer Forschungsstation in Grönland. Die Wissenschaftlerin Iona Grimstedt hat sich trotz Whiteout alleine nach draußen begeben, wird unterkühlt und mit Atemnot gefunden. Nun ...

Die Geschichte startet auf einer Forschungsstation in Grönland. Die Wissenschaftlerin Iona Grimstedt hat sich trotz Whiteout alleine nach draußen begeben, wird unterkühlt und mit Atemnot gefunden. Nun wird sie zusammen mit einem Fotografen zur RV Anthropocene gebracht und dann in die Heimat. Auf dem Schiff ist ihr Ehemann Torsten Grimstedt 1. Offizier. Und hier geht sie während einer Nacht über Bord. Kapitän Gardiner leitet etwas spät zwar die Suche ein, aber sie kann nicht gefunden werden. Nun beginnen die amtlichen Ermittlungen der Bundespolizei See mit Xaver Rimbach. Ihm erscheint an den Zeugenaussagen einiges zweifelhaft. Er befragt die Matrosen und sieht sich ihre Kabine sehr genau an. Weshalb wollte sie eine Einzelkabine? Da sie zu Depressionen neigte, stellt sich die Frage nach einem eventuellen Suizid oder war es ein Unfall oder doch Mord?

Erfolgversprechender wird es erst, als die Lotsin Anne Kat Lieuwe Cupido heimlich etwas zusteckt. Und dann bekommt Cupido von seiner Mutter, Prof. Anna Uelsen, aufschlußreiche Insiderinfos.



Ich habe bisher alle Bände der Reihe gelesen und war deshalb mit dem Schreibstil vertraut. Außerdem wie gewohnt, Mathijs Deen schreibt keine 08/15-Krimis, sondern komplex und anspruchsvoll. Anfangs werden viele Figuren eingeführt und man muß aufmerksam lesen, um diese richtig einzuordnen. Die Geschichte liest sich durchaus spannend, wobei es für mich im Mittelteil etliche Längen gab. Es kristallisiert sich auch heraus, daß sich die Ehe der Eltern Cupido und die des Ehepaars Grimstedt glichen – Frau Wissenschaftlerin, Ehemann auf See, ebenso das Motto „Ich kümmere mich um das Kind (Ehemann), kümmere du dich um die Welt (Ehefrau)“. Rimbach gefiel mir ausnehmend gut. Er handelt noch etwas vorsichtig und zögerlich, holt sich gerne Rat bei seinem Mentor Cupido. In diese Richtung, d. h. mit Rimbach als Ergänzung, könnte es für mich sehr gerne weitergehen. Cupido selbst in seiner eher ruhigen Art finde ich sympathisch. Nur mir wurde in dem Band seinem Privatleben zu viel Aufmerksamkeit und Raum geschenkt.

Mein Fazit: Ein gut konstruierter Plot und das aktuelle Thema Klimaveränderung wurde perfekt eingeflochten. Die Spannung war nicht so hoch wie gewohnt, aber natürlich trotzdem eine Empfehlung für Fans von Liewe Cupido.

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Veröffentlicht am 04.08.2025

Undurchsichtiger Fall einer verschwundenen Wissenschaftlerin

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Während einer gemeinsamen Übung des niederländischen, deutschen und dänischen Grenzschutzes vor Helgoland geht der Notruf eines Forschungsschiffes mit dem bemerkenswerten Namen Anthropocene ein, eine Wissenschaftlerin ...

Während einer gemeinsamen Übung des niederländischen, deutschen und dänischen Grenzschutzes vor Helgoland geht der Notruf eines Forschungsschiffes mit dem bemerkenswerten Namen Anthropocene ein, eine Wissenschaftlerin wird vermisst. Xander Rimbach von der Bundespolizei See übernimmt die Befragungen an Bord, nachdem die Suche nach der vermissten Iona Grimstedt erfolglos bleibt. Xander, der aus einem Weinbaugebiet am Neckar stammt, ist noch unsicher auf See und auch bei den Ermittlungen ist er unentschieden, wie er am besten vorgehen soll, ihm fehlt sein Kollege und Mentor Liewe Cupido, der zunächst anderweitig beschäftigt ist. Es bleibt das Gefühl, dass auf der Anthropocene irgendetwas nicht stimmt. Aber es kommt auf Fakten an, wie Liewe immer sagt.

Mathijs Deen beschreibt die Anthropocene detailliert und bildhaft, anschaulich und atmosphärisch, so dass ich mir die Abläufe auf dem Schiff vorstellen kann, wie auch das schwierige Leben und Arbeiten in der Forschungsstation auf Grönland zu Beginn der Geschichte, als die Glaziologin Iona, vielleicht desillusioniert, Eisbohrungen vornimmt und auswertet.
Die Ermittlungen verlaufen schleppend und schwierig, die Seeleute sind wortkarg und Iona hatte auf dem Schiff kaum Kontakte. Ihre Figurenzeichnung wird erst spät vervollständigt. Die auftretenden Charaktere finde ich interessant, sie werden alle glaubwürdig dargestellt.

Obwohl ich anfangs den schweigsamen, eigenwilligen Kommissar Cupido vermisst habe, gefällt mir, dass ich Xander diesmal besser kennenlerne. Trotz seiner Unsicherheit kann er seine Stärken zeigen, er entwickelt sich. Auch über Liewe Cupidos familiären Hintergrund erfahre ich mehr. Die Ermittler werden mir immer vertrauter, so dass ich mich jetzt schon auf den Folgeband freue.

Ruhig in die Handlung eingebettet und unaufdringlich greift Deen aktuelle Themen auf, den Klimawandel und wie Wissenschaftler viel zu oft nicht gehört werden, Angriffe und Hass in den Social Media, auch Kränkungen und verletzter Stolz spielen eine Rolle.

Den Titel finde ich nicht wirklich passend und auch das Cover ist weniger atmosphärisch als bei den Vorgängerbänden, aber das sind nur Äußerlichkeiten. Die Übersetzung durch Andreas Ecke ist versiert und wieder rundum gelungen. 'Die Lotsin' hat mir gefallen und mich gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 21.06.2025

Man overboard!

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„Die Lotsin“ von Mathijs Deen ist bereits der vierte Fall für Kommissar Liewe Cupido. Er ist gebürtiger Deutscher, aber auf Texel aufgewachsen und wird darum »der Holländer« genannt. Worum geht es?
Iona ...


„Die Lotsin“ von Mathijs Deen ist bereits der vierte Fall für Kommissar Liewe Cupido. Er ist gebürtiger Deutscher, aber auf Texel aufgewachsen und wird darum »der Holländer« genannt. Worum geht es?
Iona Grimstedt ist Glaziologin, Klimahistorikerin und arbeitet auf einer Forschungsstation, die im Nordosten Grönlands auf der Eisfläche steht. Als es zu einem Zwischenfall kommt, wird sie nach Hause geschickt.
In einem weiteren Handlungsstrang geht bei der Küstenwache ein Notruf ein. Denn Iona, die auf dem US-Forschungsschiff »Anthropocene« auf dem Weg nach Kiel war, wird vor Helgoland vermisst. Ist sie über Bord gegangen?
Nach vergeblicher Suche führt Xander Rimbach, Ermittler der Bundespolizei See, Verhöre an Bord der RV »Anthropocene«. Xander kommen Zweifel an der Selbstmordtheorie, doch er muss das Schiff verlassen. Kurz darauf übernimmt Liewe Cupido die Ermittlungen…
Dem starken Anfang folgt ein schwächerer Mittelteil. Nichtsdestotrotz ist „Die Lotsin“ spannend und unterhaltsam, komplex und anspruchsvoll. Die Atmosphäre auf dem „Geisterschiff“ ist gut geschildert mit viel Wissen über die Seefahrt.
Ab einem Punkt wird der Plot jedoch vorhersehbar. Zudem konnte ich Ionas Gedanken und Gefühle nicht nachvollziehen. Ionas und Liewes Privatleben nimmt viel Raum ein. Das war mir dann doch etwas „too much“, besonders das Ende.

Fazit: Fall Nr. 4 für den Holländer. Gut, aber nicht so gut wie die Vorgänger.