Rasant, spannend, mit ungewöhnlichem Protagonisten
The MailmanMercury Carter ist selbstständiger Kurier, er ist der Mailman. Er stellt Lieferungen grundsätzlich nur dem Empfänger persönlich zu und lässt sich davon durch nichts abhalten. Selbst wenn ihm Gangster im ...
Mercury Carter ist selbstständiger Kurier, er ist der Mailman. Er stellt Lieferungen grundsätzlich nur dem Empfänger persönlich zu und lässt sich davon durch nichts abhalten. Selbst wenn ihm Gangster im Wege stehen, die Rachel, die Adressatin seiner aktuellen Lieferung, als Geisel nehmen und entführen.
Carter erweist sich beim Kampf mit den Geiselnehmern als einfallsreich und unerschütterlich, er handelt überlegt und gewieft und scheint auf alles vorbereitet. Zusammen mit Rachels Ehemann macht er sich an die Verfolgung der Entführten und gerät in eine gefährliche Situation nach der anderen.
Die multiperspektivisch erzählte Geschichte enthält auch Rückblenden zu Carters Leben, seine Fähigkeiten verdankt er der Ausbildung bei der polizeiähnlichen Behörde US Postal Inspection Service und er zeigt seit einer schweren Kopfverletzung autistisch anmutende Verhaltensänderungen.
Der US-amerikanische Journalist und Autor Andrew Welsh-Huggins schreibt klar und lakonisch, dabei humorvoll, auch ironisch, schafft schräge Situationen und witzige Dialoge, und er schont weder seinen Protagonisten noch den Leser. Der Hintergrund der Krimihandlung ist komplex, es gibt viele Beteiligte und es erfordert Konzentration, um den Überblick zu behalten.
Die Geschichte ist voller Überraschungen und Wendungen, legt ein hohes Tempo vor und ist spannend. Bildhaft, wie ein Actionfilm, macht 'The Mailman' viel Spaß, ist zwar unrealistisch, aber sehr kurzweilig und äußerst unterhaltsam.
Mercury Carter ist schon in Kurzgeschichten aufgetaucht und beeindruckt im vorliegenden Auftaktband einer Reihe als außergewöhnlicher, sympathischer, recht spezieller Antiheld, von dem ich gern mehr lesen würde.