Cover-Bild Andorra
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8,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Suhrkamp
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Drama, Theaterstücke, Drehbücher
  • Genre: keine Angabe / keine Angabe
  • Ersterscheinung: 11.12.2013
  • ISBN: 9783518734803
Max Frisch

Andorra

Stück in zwölf Bildern

Die Kernzelle von Andorra findet sich in Max Frischs Tagebuch als Eintragung des Jahres 1946. Andorra ist der Name für ein Modell: Es zeigt den Prozess einer Bewusstseinsveränderung, abgehandelt an der Figur des jungen Andri, den die Umwelt so lange zum Anderssein zwingt, bis er es als sein Schicksal annimmt. Dieses Schicksal heißt in Max Frischs Stück »Judsein«. Das Schauspiel erschien als Buchausgabe zuerst 1961.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.01.2026

Themen die nie alt werden

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Die Geschichte erzählt von dem imaginären Ort Andorra. Die Menschen, die dort leben, meinen gute Menschen zu sein, „Alle Andorrer sind gute Menschen“. Auch Andri wohnt in diesem Ort, bei seinen Pflegeeltern, ...

Die Geschichte erzählt von dem imaginären Ort Andorra. Die Menschen, die dort leben, meinen gute Menschen zu sein, „Alle Andorrer sind gute Menschen“. Auch Andri wohnt in diesem Ort, bei seinen Pflegeeltern, dem Lehrer und seiner Frau. Der Lehrer hat ihn als Baby mit in den Ort gebracht und den Bewohnern von Andorra erzählt, er habe ihn aus dem Nachbarort vor den Schwarzen (Die Bösen, die Armee, die Soldaten) gerettet, die Juden umbringen. In Wahrheit handelt es sich dabei um das leibliche Kind des Lehrers und einer Senora aus dem Nachbarort. Andri hat immer wieder mit Vorurteilen zu kämpfen, je älter er wird, desto schlimmer wird es. Bis er dann selber fest daran glaubt, und meint die vorverurteilten Charaktereigenschaften eines Juden an sich festzustellen.
Inzwischen ist er erwachsen, 20 Jahre alt und möchte Tischler werden. Außerdem hat er ein Verhältnis mit Barblin, der Tochter des Lehrers und seiner Frau. Andri hält um die Hand von Barblin an, doch der Lehrer verweigert sie ihm. Deshalb ist Andri am Boden zerstört, denn er kennt die Wahrheit nicht, das Barblin und er Halbgeschwister sind. Er glaubt seine Juden-Herkunft sei der Grund.
Als die Situation sich zuspitzt, und sogar ein Mord im Ort passiert, will der Lehrer Andri unbedingt als seinen Sohn akzeptieren, auch bei den Dorfbewohnern. Er will die Wahrheit erzählen und verbreiten, doch es wird ihm nicht mehr geglaubt. Es ist zu spät …
Andorra ist als Theaterstück in zwölf Bildern geschrieben. Es hat mir gefallen ein Buch als Theaterstück zu lesen. Die Inszenierung konnte ich mir bildhaft vorstellen.
Nur die Zeitsprünge waren etwas irritierend.
Themen wie Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit, Rassenvorurteile, so wie auch Vorurteile im allgemeinen sind hier sehr gut beschrieben. Die Geschichte macht nachdenklich, wie schnell jemand von der Gesellschaft verurteilt wird, wenn er nicht in eine bestimmte Schublade passt, dann muss man eben eine andere Schublade finden …
Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen. Ich empfehle diese Lektüre gerne weiter.

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Veröffentlicht am 15.02.2021

Mein erster Klassiker und mal was komplett anderes!

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Inhalt: (WICHTIG: SPOILER!!!)

Dieses Drama handelt von Andri, der in einer kleinen Stadt namens „Andorra“ lebt. Andri ist ein totaler Außenseiter. Als einziger Jude wird er diskriminiert und ausgeschlossen. ...

Inhalt: (WICHTIG: SPOILER!!!)

Dieses Drama handelt von Andri, der in einer kleinen Stadt namens „Andorra“ lebt. Andri ist ein totaler Außenseiter. Als einziger Jude wird er diskriminiert und ausgeschlossen. Nach außen hin tun alle Andorraner unschuldig, doch schaut man näher hin, ist dies nicht der Fall. Andri hat eine ihn liebende Pflegefamilie und ist mit seiner Pflegeschwester Barblin glücklich, aber noch heimlich verlobt. Er macht außerdem eine Lehre als Tischler, wo er ganz gut verdient. Der Tischler versetzt ihn dann aber in den Verkaufsbereich des Geschäftes, mit dem Argument: das Handwerk läge einem Juden einfach nicht. Das macht Andri unglücklich. Und ab dem Zeitpunkt scheint es auch nicht mehr besser für Andri zu werden. Erst geht die Bekanntgabe seiner Verlobung mit Barblin schief und sein Pflegevater erlaubt es nicht. Und dann erwischt er einen Soldaten mit offener Hose in Barblins Zimmer. Er versteht das ganz falsch...aber seine Welt bricht für ihn zusammen und dann wird er auch noch für den Mord an einer fremden Senora angeklagt... Kann Andri noch gerettet werden?

Meine Meinung:

Ich fand diese Lektüre sehr interessant. Es war mal was komplett anderes, als das was ich sonst so lese, und das hat mir gefallen. Die Lektüre ist als Theaterstück geschrieben und hat somit fast nur Dialoge, abgesehen von den Regieanweisungen zwischen den Dialogen. Man hat aber trotzdem alles super verstehen können und ich fand dass die Dialoge insgesamt sehr positiv ausgeprägt und informativ waren. Die Handlung hat einen stetigen Anstieg zum Höhepunkt gemacht, dieser wurde kurz nach der Hälfte ungefähr erreicht, dann nimmt sie eine drastische Wendung bzw Überstürzung der Ereignisse. Es gab viele Charaktere, die nur nach ihrem Beruf benannt wurden, wie zum Beispiel: der Lehrer. Er wird einfach „Lehrer“ genannt. Das gleiche mit dem Wirt. Oder dem Doktor. Doch trotz dieser recht unpersöhnlichen Ansprache fand ich jeden Charakter individuell ausgeprägt und konnte ihn gut kennenlernen.
Vor allem in der heutigen Zeit, wo Diskriminierung und Rassismus ja leider doch noch ein Thema ist, empfehle ich die Lektüre auf jeden Fall weiter.
Sternenbewertung liegt bei 4 von 5 Sternen. 😊

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Veröffentlicht am 04.03.2021

Ein Drama der anderen Art

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Dieses Drama klang besser, als es ist. Es ist meiner Meinung nach etwas trist gestaltet und die Handlung ist ebenfalls öde. Schade!

Dieses Drama klang besser, als es ist. Es ist meiner Meinung nach etwas trist gestaltet und die Handlung ist ebenfalls öde. Schade!

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