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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.12.2020

Das etwas andere Weihnachten

Das Fest
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Weihnachten mal ganz anders oder gleich ausfallen lassen - auch in Coronazeiten ein Gedanke der einem kommen kann.
In diesem Buch geht es um Luther und Nora Krank, denen das erste Weihnachten ohne ihre ...

Weihnachten mal ganz anders oder gleich ausfallen lassen - auch in Coronazeiten ein Gedanke der einem kommen kann.
In diesem Buch geht es um Luther und Nora Krank, denen das erste Weihnachten ohne ihre Tochter bevorsteht. Als Luther dann auch noch auffällt wie teuer der ganze Weihnachtsstress für sie jedes Jahr ist, überzeugt er seine Frau kurzerhand Weihnachten ausfallen zu lassen. Stattdessen soll es auf eine Kreuzfahrt in die Karibik gehen, grob gerechnet spart man damit dann ja sogar noch Geld! Doch die Weihnachtszeit gestaltet sich schwierig, da Freunde, Kollegen, Nachbarn dem Boykott der Kranks wenig abgewinnen können.
Luthers Art hat mich beim Lesen einige Male zum Schmunzeln gebracht. Wie er penibel ausrechnet, "was Weihnachten kostet" und wie er und Nora den kritischen Nachfragen und der Empörung begegnen ist filmreif!
Jeder der John Grisham kennt, denkt natürlich direkt an Krimis, da schlägt dieses humorvolle Weihnachtsbuch erst einmal aus der Art. Trotzdem ist es sehr gelungen! Die kurzweilige Erzählung eignet sich in der Weihnachtszeit als Buch für Zwischendurch. An einigen Stellen hinterfragt man genau wie die Kranks den Weihnachtstrubel und das eigene Konsumverhalten, auch wenn die Beiden wirklich sehr drastisch vorgehen.
Auf dem Cover hätte ich mir noch einen Frosty gewünscht! Der hat mir da wirklich gefehlt, wo er so eine zentrale Rolle einnimmt!
Zusammenfassend kann ich das Buch allen empfehlen, die auf der Suche nach einer leichten, humorvollen Weihnachtslektüre sind.

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Veröffentlicht am 31.01.2020

schaurig märchenhaft

Das Labyrinth des Fauns
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Der Film zum Buch? Nein, hier ist es das Buch zum Film...

Worum geht's?
Das Labyrinth des Fauns basiert auf dem gleichnamigen Film von Guillermo del Toro. Wir befinden uns im Jahre 1944, im zweiten Weltkrieg ...

Der Film zum Buch? Nein, hier ist es das Buch zum Film...

Worum geht's?


Das Labyrinth des Fauns basiert auf dem gleichnamigen Film von Guillermo del Toro. Wir befinden uns im Jahre 1944, im zweiten Weltkrieg in Spanien und begleiten die junge Ofelia, die mit ihrer hochschwangeren Mutter zu ihrem Stiefvater in eine alte Mühle zieht. Ihren Stiefvater bezeichnet sie still und heimlich als "Wolf", denn genauso düster wie diese Figur in ihren Märchen beschrieben wird, so düster kommt ihr dieser Mann vor. Auch der Leser merkt schnell, dass der "Wolf" Vidal, der einige Soldaten von der Mühle aus befehligt, ein hartherziger und brutaler Mann ist. Ofelia trifft im Wald auf Märchen und Legenden und soll drei Prüfungen eines Fauns bestehen, um sich als wahre Prinzessin des Unterirdischen Reichs, aus dem dieser kommt, zu erweisen.

Mein Eindruck


Ich selbst habe den Film nicht gesehen, daher kann ich unvoreingenommen nur das Buch bewerten. Dieses ist sehr düster und an einigen Stellen brutal und wird damit der Zeit, in der es handelt gerecht. Ofelia trifft auf bizarre Wesen und muss im Laufe des Buches einiges überstehen.
Die Handlung wird aus der Sicht eines allwissenden Erzählers geschildert und beschäftigt sich mal mit Ofelia, mal mit anderen Personen der Geschichte, die für eine Nebenhandlung sorgen. Dann gibt es noch Illustrationen auf die ein kurzes Märchen folgt.
Diese kurzen Märchen beschreiben etwas den Hintergrund der Haupthandlung, wie sich nach und nach zusammenreimen lässt.
Mich konnte das Buch nicht so recht mitreißen. Das Ende lässt viele Fragen offen und ich hatte mir insgeheim mehr erhofft.

Fazit


Auf jeden Fall kein leichtes Buch für zwischendurch. Eine Handlung zwar abseits des großen Krieges, doch die Figuren schaffen sich ihren eigenen kleinen Krieg, der etliche Opfer fordert.

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Veröffentlicht am 31.01.2020

Welt aus - Fernweh an

Leaving the Frame
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Einfach mal dem Alltag entfliehen, dahin reisen, wo man immer mal hin wollte und die Welt entdecken - das träumen insgeheim wohl Viele, doch so wirklich den Sprung ins Ungewisse wagen?

Worum geht's in ...

Einfach mal dem Alltag entfliehen, dahin reisen, wo man immer mal hin wollte und die Welt entdecken - das träumen insgeheim wohl Viele, doch so wirklich den Sprung ins Ungewisse wagen?

Worum geht's in Leaving the Frame?


Maria Ehrich, eine von Deutschlands bekannten Schauspielerinnen vor allem bei der jüngeren Generation. Trotz vieler Rollen fühlt sie sich im tristen Berlin nicht wohl und tritt mit ihrem Freund Manuel eine Reise an, die plötzlich viel länger wird als geplant. Mit dabei eine Kamera, die die Augenblicke einfängt- zahlreiche Begegnungen und Lebensgeschichten. Denn ein Vorhaben der Beiden ist es, interessante Menschen zu treffen und von ihnen zu berichten. Aus dem Material entstand ein Film (zu sehen aktuell auch auf Netflix) und dieses Buch. Ziele der Reise sind Kenia, Hawaii, Mexiko, die USA und Neufundland.

Und wie ist das Ganze umgesetzt?


Maria Ehrich nimmt die Leser von Beginn an mit auf die Reise. Eine Illustration zu jedem neuen Land lockert wunderbar auf und auch ihr Schreibstil konnte mich direkt mitreißen. Der Reisebericht beginnt nicht erst im ersten bereisten Land sondern nimmt auch die ersten Überlegungen, die Vorbereitungen und die Abfahrt in Berlin auf. Es werden nicht nur die schönen Erlebnisse erzählt sondern auch über Rückschläge berichtet, die Reise wird nicht unnötig schön gemalt.
Das Einzige, was mich zwischendurch stolpern lassen hat, waren einige Bandwurmsätze. Die bin ich jedoch von mir selbst gewohnt. Maria schreibt aus ihrer eigenen Perspektive.
Man bekommt noch einiges mehr mit als im Film und die Bilderstrecke im Buch ist auch wunderbar ausgewählt. Die Menschen, deren Geschichten erzählt werden, haben mich auch nach dem Lesen teilweise nicht losgelassen und den beiden Reisenden ging es genauso. Auf ihrer Website wird über die aktuelle Situation berichtet und auch einige Spendenaufrufe laufen noch.

Fazit


Ein rundum gelungener Reisebericht, den ich allen mit Fernweh nur empfehlen kann. Auch wenn sicher nicht jeder die Mittel und Wege hat, die Maria und Manu hatten, laden die beiden ein, selber den Schritt zu wagen und die Welt zu entdecken. Ganz frei und ohne Drehbuch.

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Veröffentlicht am 19.12.2017

So traurig und so schön

Sieben Minuten nach Mitternacht
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Dass dieses Buch traurig ist, ist wohl jedem spätestens nach dem Klappentext klar. Aber trotzdem ist es so schön! Manche Geschichten sind nun mal traurig und sollten auch nicht beschönigt werden.

Conor ...

Dass dieses Buch traurig ist, ist wohl jedem spätestens nach dem Klappentext klar. Aber trotzdem ist es so schön! Manche Geschichten sind nun mal traurig und sollten auch nicht beschönigt werden.

Conor ist unfassbar wütend, aber dafür hat er wohl jeden Grund. Der Verlust der Mutter (vor allem wenn auch der Vater nicht da ist) ist nicht leicht. Und somit auch die Grundlage, das Thema dieses Buches, nicht leicht. Also meinen größten Respekt an den Autor, der diese Geschichte übernommen hat.

Mir hat sowohl die sprachliche, als auch die illustrative Gestaltung sehr gefallen. Deswegen würde ich diese illustrierte Ausgabe auch immer der anderen vorziehen. Der Zeichner unterstreicht die Handlung mit diesen großen, schwarzen, wilden Zeichnungen.
Man fühlt mit Conor. Ist mit ihm wütend, traurig und ganz selten auch mal erleichtert, kurz frei. Die Emotionen werden gut übermittelt und reißen den Leser mit, wenn man sich darauf einlassen kann.

Insgesamt also ein Buch für viele Altersklassen, von jungen Erwachsenen bis hin zu den älteren Klassen der Gesellschaft. Allerdings sollte man sich bewusst sein: es geht um Tod, Krankheit, Einsamkeit und der Suche nach einem Ausweg.

Veröffentlicht am 14.12.2017

Weit weg vom neuen Lieblingsbuch...

Gut gegen Nordwind
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Inhalt
Emmi Rothner will eigentlich nur ihr Zeitschriftenabonnement der Like kündigen. Aufgrund eines Tippfehlers landet ihre Email allerdings bei Leo Leike, der aus diesem Grund schon mehrfach Emails ...

Inhalt
Emmi Rothner will eigentlich nur ihr Zeitschriftenabonnement der Like kündigen. Aufgrund eines Tippfehlers landet ihre Email allerdings bei Leo Leike, der aus diesem Grund schon mehrfach Emails bekam. Nach etlichen Mails klärt er sie über ihren Tippfehler auf und die Beiden beginnen miteinander zu schreiben. Dabei sind weder Aussehen, noch Details in beider Leben Thema. Stattdessen wird eine Fantasiewelt erschaffen, eine Außenwelt in der vor allem Emmi eine Auszeit von der Realität findet. Ob diese einer Begegnung der Beiden standhält bleibt (hier) offen.

Meine Einschätzung
Es handelt sich um einen Briefroman (in diesem Falle Emailroman). Das hat für mich das Lesen etwas anders als normalerweise gestaltet. Es liegen unterschiedliche Zeitspannen zwischen den Abschnitten, die teils Ton oder Thema der Email beeinflussen (besonders Emmi regt sich das ein oder andere Mal über das Nicht-antworten von Leo auf). Das hat das Verständnis das ein oder andere Mal etwas erschwert.
Sprachlich gibt es natürlich Unterschiede zwischen den Mails von Leo und Emmi. Genau wie der Empfänger kann der Leser beide nur über ihre Emails definieren und sich vorstellen. Die beiden werden (auch für den Leser) nicht genauer beschrieben.
An einigen Stellen, vor allem gegen Ende war es mir leider etwas zu kitschig, melodramatisch.
Außerdem hat mich das Ende der Handlung etwas gestört, obwohl ich es nach kurzer Zeit als das wohl beste Ende, für die Handlung anerkannt habe.

Fazit
Es handelt sich auf jeden Fall nicht um mein neues Lieblingsbuch und meinen Freundinnen empfehlen werde ich es auch nicht, aber jedem das Seine/Ihre!