Es ist der November 1989 und auf einmal ist die Mauer offen. Die Bilder im Fernsehen sind beinahe nicht zu glauben. Die Studienfreunde Jo, Thies, Ava und Eliza wollen sich auf den Weg nach Berlin machen. ...
Es ist der November 1989 und auf einmal ist die Mauer offen. Die Bilder im Fernsehen sind beinahe nicht zu glauben. Die Studienfreunde Jo, Thies, Ava und Eliza wollen sich auf den Weg nach Berlin machen. In Jos altem Audi. Dass stellt sich zwar als schwieriger heraus als geahnt, aber sie haben eine coole Zeit. Eliza hat mit dem Studium gerade erst angefangen. Von Ava sind alle fasziniert und Thies ist so ein stiller Typ. Maria ist unsicher, ob sie sich den Erwartungen der Eltern fügen soll oder ob sie sich zu ihrer Freundin bekennt.
Während des Studiums begegnen sich häufig Menschen, die sich im Aufbruch befinden. Sie haben ähnliche Interessen und Einstellungen und so ein einschneidendes Ereignis wie die Maueröffnung schweißt zusätzlich zusammen. Bald jedoch merken die Freunde, dass Ava sich anders verhält als sonst. Ihre schillernde Persönlichkeit bekommt irgendwie etwas überdrehtes. Eliza, deren Vater englischer Soldat ist, hat schon deshalb eine besondere Kindheit erlebt. Für sie bedeutet das Studium und ihre neuen Freunde besonders viel. Auch nach der Grenzöffnung geht das Leben weiter. Das Unerwartete wird zum Normalen, die große Freude flaut ab. Und die Freunde merken, dass sich für ihr persönliches Leben erstmal nicht so viel tut.
Wenn man sich selbst an die Zeit erinnert, dann ist da sicher dieses ungläubige Staunen präsent. Schließlich hätte man nie damit gerechnet, dass sich diese Grenzen jemals öffnen würden. Es war ein Freudentaumel, in dem die Besuche hin und her gingen. Leider ist davon nicht viel übrig. Dennoch erinnert man sich an diese tolle Zeit des Aufbruchs, wo man dachte, die Welt wäre besser geworden. Dieses zu spüren, hat man vielleicht auch von diesem Roman erwünscht. Doch bleibt dieser dicht bei den handelnden Personen. Es geht um den Verlauf ihrer Studienzeit, ihre persönliche Entwicklung. Wie im richtigen Leben gibt es negative und positive Entwicklungen. Einfach das Erleben der frühen Neunziger. Aus dem Titel heraus hat man wohl etwas anders erwartet, eben eine Wahnsinnszeit und nicht eine Beschreibung vom normalen auf und ab. Das ist auf eine andere Art auch lesenswert.