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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.05.2026

Eine unglaublich faszinierende und einzigartige Leseerfahrung

Gestalten der Tiefe
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Inhalt:
Auf einer Forschungsreise verschwindet die Meeresbiologin Leah auf unerklärliche Weise und bleibt für sechs Monate auf dem Meeresgrund verschollen. Als sie plötzlich wieder auftaucht, freut sich ...

Inhalt:
Auf einer Forschungsreise verschwindet die Meeresbiologin Leah auf unerklärliche Weise und bleibt für sechs Monate auf dem Meeresgrund verschollen. Als sie plötzlich wieder auftaucht, freut sich ihre Frau Miri zunächst riesig. Doch nach und nach fallen ihr unerklärliche Veränderungen an ihrer Frau auf.

Meine Meinung:
Der Roman erzählt eine faszinierende und einzigartige Geschichte, die mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Die Handlung ist unglaublich abstrus, aber innerhalb nur weniger Seiten konnte sie eine richtige Sogkraft auf mich aufbauen. Auf diese besondere Reise muss man sich definitiv einlassen können, aber dann macht es richtig viel Spaß, die beiden Charaktere dabei zu begleiten.
Besonders gut hat mir gefallen, wie der Roman die Beziehung zwischen Leah und Miri erkundet - erzählt durch viele Vignetten, die sich zu einem großen Ganzen zusammenfügen. Die Essenz von dem, was es bedeutet, einen anderen Menschen zu lieben, wird dabei unglaublich gut erfasst. Auch die Trauerbewältigung von Miri fand ich sehr interessant zu lesen und war in all seiner Vielschichtigkeit dargestellt. Neben der romantischen Beziehung zwischen den beiden spielten auch ihre Beziehungen zu ihren bereits verstorbenen Eltern eine große und zentrale Rolle. Auch die Erkundung dieser Dynamiken fand ich richtig spannend und gut umgesetzt.
Innerhalb weniger Seiten schafft es der Roman, unglaublich tiefgründige und greifbare Charaktere zu schaffen, mit denen ich gerne Zeit verbracht habe!
Auch die Sprache der Autorin ist sehr schön und fängt die unheilvolle und mysteriöse Stimmung am Meeresgrund sehr gut ein. Insgesamt ist der Roman sehr atmosphärisch.
Man sollte sich definitiv bewusst sein, dass man am Ende des Romans mehr offene Fragen haben wird als davor. Das hat mich zwar nicht wirklich gestört, tatsächlich hätte aber auch ich mir gewünscht, dass sich das Buch an der einen oder anderen Stelle noch ein bisschen mehr Zeit nimmt, um bestimmte Themen zu erkunden. Das Ende fühlte sich leider auch etwas abrupt an.
Alles in allem kann ich den Roman aber nur empfehlen! Man muss sich auf das Buch einlassen können, aber dann ist es eine absolut einzigartige Erfahrung, die richtig Spaß macht!

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Informative und zugleich packende Aufarbeitung des Themas

Der Sohn des Oligarchen
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Inhalt:
Das Buch erzählt von dem wahren Fall des 19-jährigen Zac Brettler, der im Jahr 2019 unter mysteriösen Umständen vom Balkon eines Luxushochhauses in den Tod stürzt. Im Nachhinein stellt sich heraus, ...

Inhalt:
Das Buch erzählt von dem wahren Fall des 19-jährigen Zac Brettler, der im Jahr 2019 unter mysteriösen Umständen vom Balkon eines Luxushochhauses in den Tod stürzt. Im Nachhinein stellt sich heraus, dass er sich als der Sohn eines russischen Oligarchen ausgegeben hatte und auf diese Weise in zwielichtige Kreise geraten war.

Meine Meinung:
Mit „Der Sohn des Oligarchen“ beweist Patrick Radden Keefe einmal mehr, dass Sachbücher richtig spannend, bereichernd und gleichzeitig gute Literatur sein können. Er hat ein unglaubliches Talent dazu, komplexe und vielschichtige wahre Begebenheiten in einem Buch herunter zu brechen und für nachvollziehbar zu machen. Dabei erzählt er gleichzeitig so packend, dass man das Buch nicht mehr weglegen kann.
Anders als in seinen bisherigen Werken geht es konkret um einen „true crime“-Fall, von dem ausgehend die vielen Machenschaften und Intrigen in den Blick genommen werden, die sich bei der Erforschung des Falls nach und nach gezeigt haben. Wichtig ist es hierbei zu erwähnen, dass das Buch mit dem ausdrücklichen Einverständnis und der Unterstützung der Hinterbliebenen geschrieben wurde und sich nicht an ihrem Leid ergötzt.
Je tiefer man in diesen Fall eintaucht, desto düsterer und schockierender sind die Abgründe, in die man Einblick erhält. Teilweise sind die Vorkommnisse so abstrus, dass sie fast wie an den Haaren herbeigezogen wirken. Dem Autor gelingt es, das komplizierte Netz an Beziehungen und Intrigen auf so nachvollziehbare Art und Weise zu beleuchten, dass es für den Leser nicht verwirrend wird. Er nimmt sich die Zeit, den Fall mit einem klugen Blick in unglaublicher Tiefe und in seinen vielen unterschiedlichen Facetten zu schildern. Dabei geht auch nie das Menschliche verloren; vielmehr ist das Buch mit viel Empathie geschrieben.
Der Autor brilliert mit einem für das Genre ungewöhnlich schönen und ausdrucksstarken Schreibstil, der es zulässt, die Geschichte in all ihren Nuancen einzufangen. Gleichzeitig ist das Buch unglaublich flüssig und angenehm zu lesen.
Mich hat das Buch nachhaltig beeindruckt. Sofern einen das Thema auch nur ansatzweise interessiert, gibt es von mir auf jeden Fall eine große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 04.05.2026

Sieben Tage im Juni

Sieben Tage im Juni
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Inhalt:
Die beiden Autoren Eva und Shane sind mittlerweile in ihren respektiven Genres beruflich sehr erfolgreich, doch vor 15 Jahren erlebten sie sieben Tage im Juni, die alles veränderten. Nun begegnen ...

Inhalt:
Die beiden Autoren Eva und Shane sind mittlerweile in ihren respektiven Genres beruflich sehr erfolgreich, doch vor 15 Jahren erlebten sie sieben Tage im Juni, die alles veränderten. Nun begegnen sich die beiden erneut und müssen sich ihrer Vergangenheit und ihren Gefühlen stellen.

Meine Meinung:
Ich hatte unglaublich hohe Erwartungen an diesen Roman, da ich schon so viel Gutes gehört hatte. Deshalb komme ich nicht umhin, nun ein bisschen enttäuscht von meiner Leseerfahrung zu sein. Das Buch lässt mich sehr zwiegespalten zurück.
Eigentlich waren all die Zutaten vorhanden, die ich mir für einen tollen Liebesroman nur wünschen könnte - zwei sympathische Protagonisten mit spannendenden Hintergrundgeschichten, ein atmosphärisches Setting und eine interessante Prämisse. Hinzu kommen interessante Nebencharaktere und die wirklich gelungene Repräsentation einer unsichtbaren Behinderung - hier in Form einer massiv ausgeprägten Migräne. Gerade auch die Beziehung von Eva zu ihrer Tochter, die eine sehr zentrale Rolle einnimmt, hat mir richtig viel Freude bereitet und ich habe gerne über die beiden gelesen.
Auch der Schreibstil ist sehr locker und leicht und man fliegt geradezu durch die Seiten. Manchmal waren gerade Outfits und Einrichtungsgegenstände etwas zu ausführlich für meinen Geschmack beschrieben und die Erwähnung von Markennamen vielleicht etwas zu exzessiv, aber alles in allem war es eine angenehme Leseerfahrung.
Dennoch hat es der Roman nicht geschafft, mich so richtig zu packen. Leider habe ich die Chemie zwischen den beiden Protagonisten einfach nicht gespürt, was für einen Liebesroman nunmal essentiell ist. Für mich war nicht nachvollziehbar, warum diese sieben Tage im Juni wirklich so lebensverändernd waren - gerade dann, wenn man weiß, was wirklich in dieser Zeit geschah. Die ganze Geschichte wirkte einfach ein bisschen zu konstruiert.
Ich glaube, der Roman hätte mir besser gefallen, als ich noch jünger war - vielleicht habe ich also einfach den richtigen Zeitpunkt verpasst, ihn zu lesen.
Insgesamt hatte ich immer wieder schöne Lesemomente, manche Abschnitte langweilten mich jedoch auch ziemlich. Wer das New Adult-Genre liebt und dem Trope „insta love“ mehr abgewinnen kann als ich, der soll sich von meiner Review jedoch nicht abschrecken lassen und dem Buch vielleicht eine Chance geben!

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Veröffentlicht am 21.04.2026

Bewegende und raue Erzählung über Scham, familiäre Verpflichtung und Liebe

John of John
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Inhalt:
Nachdem Cal den Fängen der Hebriden eigentlich entkommen war und für sein Studium nach Edinburgh geflohen war, kehrt er nun auf die Insel zurück. Dort geht das Leben seinen gewohnten Gang - die ...

Inhalt:
Nachdem Cal den Fängen der Hebriden eigentlich entkommen war und für sein Studium nach Edinburgh geflohen war, kehrt er nun auf die Insel zurück. Dort geht das Leben seinen gewohnten Gang - die Schafe, das Weben und vor allem die presbyterianische Strenge, die es verhindert, das Cal als schwuler Mann offen leben kann.

Meine Meinung:
Der Roman ist eine bewegende und ergreifende Erzählung über Scham, familiäre Verpflichtungen und Liebe. Zentraler Fokus ist die komplizierte Beziehung zwischen Cal und seinem tiefgläubigen und strengen Vater, dem es schwer fällt, aus seiner eigenen Haut zu kommen. Sie sind hin- und hergerissen zwischen tiefer Zuneigung, einem familiären Verpflichtungsgefühl und tief lodernder Wut.
In der Dorfgemeinschaft herrschen strenge Vorstellungen von Anstand und Sitte. Gleichzeitig wachsen einem die unterschiedlichen, teils skurrilen Charaktere schnell ans Herz. Wie man es bereits aus seinen anderen Werken gewohnt ist, gelingt es dem Autor auch diesmal, unglaublich einprägsame, greifbare und dennoch authentische Persönlichkeiten zu schaffen, mit denen man von der ersten Seite an mitfiebert. Teilweise können Cal und sein Vater unglaublich grausam und egoistisch sein. Sie machen dumme Fehler, sie sind wütend und manchmal auch irrational, aber ich konnte dennoch immer mit ihnen mitfühlen - allein das zeugt von dem unglaublichen Talent des Autors.
Die Geschehnisse werden teils sehr nüchtern beschrieben, ohne dass der Autor groß wertet. Gleichzeitig schildert er aber das Menschliche - auch die unschönen Seiten - mit einer solchen Präzision, dass man immer wieder das Gefühl hatte, dass der Gesellschaft der Spiegel vorgehalten wird.
Der Roman brilliert auch mit einer unglaublich schönen und ausdrucksstarken Sprache, welche die Landschaft der Hebriden und die teils erdrückende Stimmung nachdrücklich einfängt. Mit jedem Wort konnte mich diese Welt mehr in ihren Bann ziehen. Am Ende war ich richtig traurig, die Insel nun wieder verlassen zu müssen.
Wer sympathische Charaktere und unkomplizierte Lösungen braucht, um ein Buch richtig zu mögen, ist hier sicher nicht an der richtigen Stelle. Wer sich jedoch auch die komplizierte Reise einlassen kann, dem kann ich den Roman nur wärmstens ans Herz legen. Mich hat das Buch nachhaltig bewegt!

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Beeindruckendes Debüt mit unglaublicher Sprachgewalt

Hitzetage
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Inhalt:
Im flirrend heißen London im Juni ist Maggie Schwanger und pleite und plant gerade ihre Rückkehr in die Vorstadt, in der sie aufgewachsen ist und der sie eigentlich entkommen war. Ihr Freund Ed ...

Inhalt:
Im flirrend heißen London im Juni ist Maggie Schwanger und pleite und plant gerade ihre Rückkehr in die Vorstadt, in der sie aufgewachsen ist und der sie eigentlich entkommen war. Ihr Freund Ed arbeitet als Fahrradkurier, lebt in einem gefühlt dauerhaften Zustand der Panik und ist auf der Suche nach seiner eigenen Identität. Ihr bester Freund Phil ist unglücklich in seinen besten Freund Keith verliebt.

Meine Meinung:
Der Roman fängt die Stimmung im flirrend heißen und schwülen London mit einer unglaublichen und beeindruckenden Sprachgewalt ein. Jeder Satz, jedes Wort ist so gezielt gewählt, dass man das Gefühl hat, gerade selbst in dieser unglaublichen und bedrückenden Hitze unterwegs zu sein. Gleichzeitig ist der Schreibstil auch unglaublich interessant und die Wortwahl teils angenehm überraschend. Der Schreibstil wird glaube ich nicht jedem gefallen - dafür ist er zu eigen und an Stellen zu detailreich - aber bei mir hat der Autor damit genau ins Schwarze getroffen.
Das Buch ist an einigen Stellen sehr skurril, mit exzentrischen und fehlbaren Charakteren, die mir aber sofort sympathisch waren. Der Autor beschreibt die Protagonistin mit unglaublich viel Empathie und Einfühlsvermögen. Obwohl sie teilweise wirklich schlechte Entscheidungen treffen und einander verletzen, war es dennoch ein leichtes, sie in mein Herz zu schließen. Ich konnte von Anfang an mit ihnen mitfühlen und mitfiebern.
Der Roman beschäftigt sich mit einer großen Bandbreite von Themen: Mit Queerness, mit komplizierten Familiendynamiken, mit Freundschaft und Liebe, mit dem urbanen Leben in London, mit Klassismus, mit Angstzuständen, Zukunftsängsten und Alkoholproblemen. Dabei weist der Autor großes Fingerspitzengefühl auf. Seine Blickweise ist erfrischend und interessant zugleich.
Einziger Wermutstropfen für mich war, dass sich das Ende ein bisschen zu eilig und nicht ganz zufriedenstellend angefühlt hat. Es hätte sich für meinen Geschmack durchaus noch ein bisschen mehr Zeit nehmen dürfen.
Insgesamt handelt es sich aber um ein wirklich beeindruckendes und vielversprechendes Debüt, das ich unglaublich gerne gelesen habe. Ich bin schon sehr gespannt auf künftige Werke des Autors. Dementsprechend kann ich das Buch auch nur empfehlen!

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