Unglaublich atmosphärischer, düsterer Young-Adult-Horror-Roman über einen Jungen auf der Suche nach sich selbst
HazelthornInhalt:
Evander hat sein ganzes Leben lang eingesperrt in einem Zimmer des Anwesens „Hazelthorn“ verbracht. Vor dem wuchernden Garten des Anwesens wurde er strengstens gewarnt. Als sein Vormund stirbt ...
Inhalt:
Evander hat sein ganzes Leben lang eingesperrt in einem Zimmer des Anwesens „Hazelthorn“ verbracht. Vor dem wuchernden Garten des Anwesens wurde er strengstens gewarnt. Als sein Vormund stirbt und ihm das Anwesen vermacht, ist Evander davon überzeugt, dass es sich um einen Mord handelt und macht sich an die Ermittlungen. Dabei muss er sich mit Laurie verbünden, dem Enkel seines Vormunds, der seit jeher eine ungemeine Faszination auf ihn ausübt….und der vor Jahren versucht hat, Evander umzubringen.
Meine Meinung:
Der Roman ist unglaublich atmosphärisch. Die düstere bedrohliche Stimmung und der unheilvolle gefährliche Garten des Anwesens werden sehr greifbar eingefangen.
Mit Evander konnte ich sofort sympathisieren und mitfiebern. Er ist ein unglaublich vielschichtiger Charakter, dessen Wut, Verzweiflung, Machtlosigkeit und Schamgefühl unglaublich gut zu Papier gebracht sind. Auch Laurie weist verborgene Tiefen auf, die man als Leser erst nach und nach entdeckt.
Obwohl es sich um einen „Young Adult“-Roman handelt, schreckt er nicht vor düsteren Themen und expliziten Beschreibungen zurück. Insbesondere auch Body Horror stellt ein zentrales Element dar, mit dem man auf jeden Fall klar kommen sollte.
Der Schreibstil ist sehr bildhaft, zeitweise fast schon ausschweifend in seinen Beschreibungen und Vergleichen. Ich habe tatsächlich ein bisschen gebraucht, bis ich damit warm wurde und richtig im Roman angekommen bin. Doch sobald die Erzählung spannender wurde und ich mich daran gewöhnt hatte, konnte ich das Buch gar nicht mehr zur Seite legen. Zu Ende wusste ich den Schreibstil sogar richtig zu schätzen, ohne den ein so stimmungsvolles Buch wohl kaum möglich gewesen wäre.
Beim Lesen hat man auf jeden Fall gemerkt, dass es sich um einen „Young Adult“-Roman handelt. Die beiden Protagonisten sind 17 Jahre alt, fühlen sich jedoch eher jünger an. Vor ein paar Jahren wäre das Buch für mich wahrscheinlich ein absolutes Lieblingsbuch geworden. Jetzt hat es mir immer noch wirklich gut gefallen, ich habe aber einfach gemerkt, dass ich nicht mehr ganz zur Zielgruppe gehöre.
Wen die Beschreibung angesprochen hat und wer Lust auf ein düsteres, atmosphärisches Young-Adult-Buch mit interessanten und vielschichtigen Charakteren hat, dem kann ich „Hazelthorn“ nur wärmstens empfehlen!