Der junge Bestsellerautor Angus Stuart ist auf dem Weg an die südenglische Küste, wo er seinen wohlverdienten Weihnachtsurlaub verbringen möchte. Doch ein Wintereinbruch macht die Straßen unpassierbar, und Angus quartiert sich notgedrungen in einem Dorfgasthaus ein. Bald hat sich ein illustres Grüppchen gestrandeter Reisender dort versammelt – und es schneit immer weiter. Zunächst ist die Bereitschaft groß, das Beste aus der Situation zu machen, die Reisenden freunden sich ungeachtet aller gesellschaftlichen Unterschiede miteinander an. Aber dann werden kostbare Juwelen gestohlen – und der aufdringliche, trinkfreudige Major Carew liegt ermordet in seinem Zimmer.
Angesichts dieses Doppelverbrechens ist der einzige Polizist des eingeschneiten Dorfes überfordert, und unter den Gästen wächst die Angst vor dem nächsten Mord. Also nehmen der prominente Schachexperte Dr Constantine und Angus mit einem weiteren Gast die Ermittlungen selbst in die Hand. Eine ebenso spannende wie aberwitzige Verbrecherjagd beginnt.
Massiver Schneefall im England der 1930er Jahre sorgt vor allem auf dem Land für unpassierbare Straßen und zwingt eine illustre Auswahl völlig unterschiedlicher Charaktere gemeinsam eine längere Zeit, ...
Massiver Schneefall im England der 1930er Jahre sorgt vor allem auf dem Land für unpassierbare Straßen und zwingt eine illustre Auswahl völlig unterschiedlicher Charaktere gemeinsam eine längere Zeit, abgeschnitten von der Umwelt, in einem kleinen, jedoch gut ausgestatteten Landgasthof zu verbringen. Man arrangiert sich zunächst recht gut miteinander, aber schon bald sorgt der Fund einer Leiche für Unruhe unter den Eingeschlossenen. Das Misstrauen steigt - erste Ermittlungen der Anwesenden und der Polizei ergeben, das einige der Gestrandeten tatsächlich durchaus ein Motiv für den Mord haben. Als weitere merkwürdige Vorgänge die Eingeschneiten weiter aufschrecken und für Verunsicherung sorgen, nehmen die Ermittlungen so manche spannende Wendung...
Molly Thynnes' Buch "Eingeschneit mit einem Mörder" ist ein wunderbar zu lesender, nun wieder neu aufgelegter Krimi aus den 1930er Jahren. Seine Entstehung fällt in das "Goldene Zeitalter des englischen Krimis" und erinnert in Stil und Storyline stark an die Bücher von Agatha Christie, die sich die frühzeitiger geschaffenen Bücher von Molly Thynne wohl durchaus als Vorbild für ihre eigenen Storys genommen hat.
Auf jeden Fall sehr lesenswert - nicht nur für Liebhaber klassischer englischer Krimis.
Die Autorin Molly Thynne hat ihren Kriminalroman „Eingeschneit mit einem Mörder“ 1931 geschrieben. Als großer Fan des Goldenen Zeitalters dieses Genres war ich sehr gespannt auf ihr Buch und wurde nicht ...
Die Autorin Molly Thynne hat ihren Kriminalroman „Eingeschneit mit einem Mörder“ 1931 geschrieben. Als großer Fan des Goldenen Zeitalters dieses Genres war ich sehr gespannt auf ihr Buch und wurde nicht enttäuscht.
Kurz vor Weihnachten herrscht ein ungewohntes Schneechaos in England. Der junge Angus Stuart startet trotz bedrohlicher Unwetterwarnungen in seinen Winterurlaub, wird aber von unpassierbaren Straßen zum Stopp in einem alten Dorfgasthaus, der „Arche Noah“ gezwungen. Da es anderen Reisenden ähnlich ergeht, befindet sich dort bald eine bunt zusammengewürfelte Gesellschaft. Und es schneit weiter. Schon in der zweiten Nacht geschehen zwei Verbrechen. Ein kostbarer Gürtel aus Smaragden wird gestohlen und der unangenehmste Gast, ein ehemaliger Major, erschlagen. Der örtliche Constable Bates muss auf sich gestellt ermitteln, da die Schneemassen die Anreise der Spezialisten von Scotland Yard verhindern.
Der vorliegende ist der erste von drei Fällen, in denen Dr. Luke Constantine, ein bekannter Schachexperte, als Amateurdetektiv der Polizei unter die Arme greift. Er ist zwar kein Belgier, aber Halb-Grieche, distinguiert, höflich und sehr intelligent. Die Fähigkeit, durch seine angenehme, sympathische Art, Menschen zum Reden zu veranlassen, verhilft ihm neben seiner ausgezeichneten Beobachtungsgabe zu nützlichen Informationen. Der bodenständige Handlungsreisende Soames und Angus Stuart, ein junger Autor, fungieren als seine Watsons.
Die übrigen Reisenden sind Vertreter der verschiedenen Gesellschaftsschichten. Der snobistische, ziemlich tumbe Lord, die alternde Witwe, die juwelenbehangen jeden Dieb provoziert, die ältlichen Schwestern, die sich vor ihrem eigenen Schatten fürchten, die mondäne Alleinreisende, die ein Geheimnis umgibt, der trunksüchtige ehemalige Offizier, der sich jeder alleinstehenden Frau aufdrängt und andere mehr. Diese Protagonisten verfügen über wenig psychologische Tiefe und bedienen auch einige Klischees, doch das hat mich nicht gestört.
Die Atmosphäre ist herrlich nostalgisch, mit knisternden Kaminfeuern, Telefonieren beim Postamt, limitiertem heißem Badewasser, mit Bridge und Billard als angemessenen Mitteln der Zerstreuung. Wie erwartet ist die Sprache etwas antiquiert, aber sehr gut lesbar, flüssig und mit britischem Humor versehen. Die Autorin versteht es hervorragend, eine Reihe von Motiven und Verdächtigen zu generieren. So entsteht Spannung und der Leser wird zum Miträtseln veranlasst.
Molly Thynne hat einen klassischen Whodunit-Krimi geschrieben, worauf schon der Originaltitel „The Crime at the Noah’s Ark“ hinweist. Nur dass diese Arche sehr weitläufig ist, ein alter Landgasthof mit vielen Winkeln, mehreren Stockwerken, Treppen und Abstellkammern. Dazu noch Scheunen im Außenbereich. Ein in sich zwar geschlossenes, aber weitläufiges Terrain, das unseren Amateurdetektiven mehrere schlaflose Nächte beschert.
Letztlich werden die Fälle dank Dr. Constantine, seiner Watsons und der späten Unterstützung des Yards gelöst, die Täter ermittelt und der wahre Mörder zum Tod am Galgen verurteilt.
Molly Thynne hat zwischen 1928 und 1933 sechs erfolgreiche Kriminalromane geschrieben. Sie war finanziell unabhängig, ist viel gereist und hat nie geheiratet. Es ist bedauerlich, dass eine Autorin wie sie in völlige Vergessenheit geraten ist. Ihre Kritiker haben Molly Thynne seinerzeit in derselben Liga wie Agatha Christie gesehen. Obwohl ich diese Meinung nicht ganz teile, finde ich es erfreulich, dass der Dörlemann Verlag dieses „Schätzchen“ der Kriminalliteratur jetzt herausgebracht hat.
Es ist wie beim Betrachten eines alten Filmes, man ist in einer anderen Welt. Wenn man sich ein eingeschneites, von der Welt abgeschnittenes Gasthaus vorstellt,sich in die Dreißiger träumt, landet man ...
Es ist wie beim Betrachten eines alten Filmes, man ist in einer anderen Welt. Wenn man sich ein eingeschneites, von der Welt abgeschnittenes Gasthaus vorstellt,sich in die Dreißiger träumt, landet man genau in der beschriebenen Szenerie.
Menschen verschiedener Gesellschaftsschichten suchen Unterschlupf, müssen Zeit miteinander verbringen. Zum Teil klappt das ganz gut, meistens eher nicht. Kein Wunder, dass ein Mord geschieht. Und die Smaragde der hochnäsigen Lady werden gestohlen!
Molly Thyne hat ihre Figuren erkennbar gezeichnet, sie sind gut vorstellbar, werden schnell vertraut. Auch ihre Interaktionen sind authentisch, Eigenheiten und Vorlieben werden klar. Die Spannung plätschert dahin, die Handlung verläuft gemächlich, die Locked-Inn Situation spricht für sich.
Ein old-fashioned Krimi mit nostalgischem Flair und wenig Überraschendem.
Zum Inhalt:
Das Wetter sorgt dafür, dass eine durchaus gemischte Gruppe von Menschen in einem Gasthaus strandet. Als ein Diebstahl von kostbaren Juwelen und sogar ein Mord passieren, ist klar, dass ein ...
Zum Inhalt:
Das Wetter sorgt dafür, dass eine durchaus gemischte Gruppe von Menschen in einem Gasthaus strandet. Als ein Diebstahl von kostbaren Juwelen und sogar ein Mord passieren, ist klar, dass ein Mörder unter ihnen ist. Das Misstrauen und die Angst wachsen, auch weil nur ein Dorfpolizist vor Ort ist und die Verstärkung es nicht durch den Schnee schafft.
Mein Eindruck:
Zwar ist die Autorin ein Teil des "goldenen Zeitalters" der Kriminalliteratur und laut Begleittexten Inspiration von Agatha Christie gewesen, doch ihr Buch ist weit entfernt von der Güte der Letzteren. Es gibt Teilstücke, die einen gewissen Charme versprühen, wenn sich zum Beispiel die Upper Class blamiert oder Gigolos die Haare machen. Doch in der Hauptsache hat man das Gefühl, als ob die Herren die ganze Zeit auf der Jagd nach einem Phantom sind und niemals schlafen, da sie durch die Gänge hetzen und Türen schließen. Warum jedoch zum Beispiel eine Person, die ein wichtiger Zeuge ist, über ihre Entdeckung schweigt, erklärt die Autorin ebenso wenig schlüssig wie sie ihren Charakteren Farbe verleiht. Zum Schluss sind dann zwar die Wege wieder frei, die Polizei vor Ort und Mord und Diebstahl aufgeklärt, doch diese Aufklärung ist in Teilen für Leser der heutigen Zeit unbefriedigend.