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Veröffentlicht am 20.07.2026

Love Story und mehr auf irisch

Irish Kisses – Mein Weg zu dir
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Der 17.03., St. Patricks Day, wird von den Iren heißgeliebt und enthusiastisch gefeiert. Carly McCormick teilt diese Liebe ihrer Landsleute nicht. Für sie hat sich der irische Nationalfeiertag in den letzten ...

Der 17.03., St. Patricks Day, wird von den Iren heißgeliebt und enthusiastisch gefeiert. Carly McCormick teilt diese Liebe ihrer Landsleute nicht. Für sie hat sich der irische Nationalfeiertag in den letzten Jahren zu einem wahren Alptraum entwickelt. Also flieht sie stets rechtzeitig in einen möglichst weit entfernten Urlaubsort. Dieses Jahr will sie in den Etosha-Nationalpark nach Namibia reisen. Leider macht der Reiseveranstalter kurz vor Reisebeginn Pleite. Was also tun? Carly sieht sich nicht in der Lage, St. Patricks Day in Dublin zu verbringen. Auf die Schnelle scheint die einzige Fluchtmöglichkeit eine Radrundreise entlang der irischen Westküste zu sein. Mit gemischten Gefühlen steigt Carly in den Bus nach Galway …

Auf der Suche nach einem Wohlfühlroman fiel mir das Cover von „Irish Kisses. Mein Weg zu Dir“ von Josie Donovan auf. Trotz des für meinen Geschmack etwas sehr romantischen Titels hat mich die Aussicht auf Irish Feeling überzeugt. Es war das erste Buch der Autorin für mich

Wir lernen zunächst die kleine, aber diverse Reisegruppe kennen. Fünf Touristen, das sind neben Carly, die coole Rechtsanwältin Wanda, der sympathische Rentner Fred, die liebenswürdige Großmutter Dottie und der schroffe Archäologe Horan. Reiseleiter Sam und die Fahrerin des Begleitfahrzeuges, Aminata, vervollständigen die bunte Truppe. Drei der Teilnehmer haben den Radtrip geschenkt bekommen, aus guten Gründen, wie sich noch herausstellen wird.

Die Charaktere sind glaubwürdig und passen hervorragend in die Geschichte, die sich flüssig liest und bei mir des Öfteren Kopfkino auslöste. Dann radelte ich neben Carly, versuchte mit Wanda mitzuhalten und spürte meine Sitzfläche wie die untrainierte Dottie. Auf dieser Reise erlebt die kleine Gruppe einige Krisen und überwindet manche Schwierigkeit. Das schweißt sie zusammen und allmählich lernen wir die Schicksale der einzelnen kennen. Dabei kommen Themen zur Sprache, die der romantische Titel nicht erwarten lässt. Da wurde ich angenehm überrascht.

Mein Fazit

Ich habe einen Wohlfühlroman gesucht und mit „Irish Kisses. Mein Weg zu Dir“ auch gefunden. Carly war mir von Beginn an sympathisch, aber auch die anderen Reiseteilnehmer habe ich im Lauf der Lektüre ins Herz geschlossen, selbst die adrenalinsüchtige Wanda und den muffigen Horan. Wie so oft entpuppen sich die Menschen, wenn man sie näher kennenlernt, als anders als zunächst eingeschätzt. Diese Einsicht vermittelt die Autorin auf unterhaltsame und spannende Weise. Die Beschreibung der herrlichen irischen Landschaft und des dazugehörigen Lebensgefühls runden den Roman zu einem gelungenen Lesevergnügen ab. Mein einziger, kleiner Kritikpunkt: Ich hätte gern noch etwas ausführlicher über das Leben der Teilnehmer nach Abschluss der Radtour gelesen.

Ich vergebe eine Leseempfehlung an alle, die einen Wohlfühlroman mit Irish Feeling schätzen.

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Veröffentlicht am 17.07.2026

Die Prinzessin und der Fluch

Cursed for Good – Eine Prinzessin. Ein Pirat. Und ein verfluchter Buchladen.
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Prinzessin Tanadelle de Courcy, genannt Tandy, ist die jüngere Tochter des Königspaars von Widdenmar. Während ihre ältere Schwester als Thronfolgerin das Regieren lernt, übernimmt sie die Repräsentationspflichten ...

Prinzessin Tanadelle de Courcy, genannt Tandy, ist die jüngere Tochter des Königspaars von Widdenmar. Während ihre ältere Schwester als Thronfolgerin das Regieren lernt, übernimmt sie die Repräsentationspflichten des Königshauses. Im Dienst der Monarchie befindet sich Tandy mehr als 30 Wochen im Jahr in Kutschen und hetzt von einer Brückeneinweihung zum nächsten langweiligen Event. Eigentlich bereitet ihr nur das Lesen während der Reisen Vergnügen. Als sie in Little Pepperidge ihr letztes Buch beendet, benötigt sie dringend Nachschub. Glücklicherweise entdeckt sie Beulah Bonecrushers Bücherwarenhaus und eilt hinein, um sich neue Lektüre zu kaufen. Der urige Laden gefällt ihr so gut, dass sie ihn vor ihrer Abreise noch einmal besucht - mit fatalen Folgen.

Mit „Cursed for Good“ startet Amy Coombe ihre Karriere als Romanautorin. Mich hat die gelungene Mischung aus Fantasy, Romanze und Bücherparadies gut unterhalten

Nachdem Tandy der Fluch trifft, den Buchladen nicht mehr verlassen zu können, arrangiert sie sich überraschend gut mit ihrer neuen Situation. Sie macht es sich in der zugehörigen kleinen Wohnung gemütlich und stellt eine Aushilfe, die Drakonin Sasha ein. Mit ihrer Hilfe versucht sie für Beulahs Bücherwarenhaus neue Kunden zu finden. Prompt erscheint Bash, der attraktive Scheunenpirat. Aber der klaut Bücher, statt sie zu kaufen und nervt ziemlich. Tandy fühlt sich wohl in ihrem kleinen Reich, doch sie weiß, dass ihre Familie nicht auf ihre Dienste verzichten will. Also schicken sie Prinzen, die den Fluch brechen sollen.

Tandy ist sehr sympathisch und zuvorkommend. In ihrem kleinen Laden fühlt sie sich seltsam frei, obwohl sie doch eingesperrt ist. Der Fluch beunruhigt sie nicht sehr, vielmehr sorgt sie sich, nicht herauszufinden, was ihr erlösender Herzenswunsch ist. Kleiner Spoiler: Prinzen zu küssen ist es nicht. Tandy entwickelt sich weiter, wird reifer und lernt sich selber besser kennen. Dass sie ihr früheres Leben inzwischen kritisch sieht, wundert nicht. Ich sage nur Taillendisziplinierung. Die Geschichte ist aus Tandys Perspektive geschrieben und bietet Einblicke in ihre Gedankenwelt, sodass man sie immer besser kennenlernt. Auch die anderen Charaktere, vor allem die pubertierende Sasha und der leicht fiese, aber äußerst attraktive Bash, haben mich überzeugt.
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Die Geschichte lebt von ihren sympathischen Protagonisten, der märchenhaften Atmosphäre und dem anheimelnden Ort in den Tandy ihren Buchladen verwandelt. Auch die Komik kommt nicht zu kurz. Ich fand die Prinzenparade sehr amüsant.

Amy Coombe erzählt ihre Cosy Fantasy flüssig, mit viel Charme und amüsanten Einfällen. So lernen die Lesenden u. a. Trugkatzen, Drakonen, Blaukappen und Schleichende Schrecken kennen. Das Geschehen entwickelt sich allmählich, ebenso wie die Romanze und verzichtet auf große Action. Fast das komplette Buch spielt im Buchladen, was mich nicht gestört hat. Zwar ergeben sich im Mittelteil kleine Längen, doch werden viele Themen angesprochen, obwohl dramatische Wendungen fehlen. Besonders gut gefallen hat mir Tandys Entscheidung.

„Cursed for Good“ wurde mir von einer Freundin empfohlen. Die Geschichte hat mir überraschend gut gefallen. Sie ist als leichte, amüsante Sommerlektüre für Fans des Genres Cosy Fantasy sehr empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 06.07.2026

Ein grausamer Fall

Bretonischer Glanz
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Auf dem Gelände des Krimifestivals von Roscoff wird eine junge Zwiebelbäuerin, Annic Philouze, erstochen. Da der zuständige Kommissar gerade in Rente geht, nötigt Präfekt Locmariaquer Kommissar Dupin den ...

Auf dem Gelände des Krimifestivals von Roscoff wird eine junge Zwiebelbäuerin, Annic Philouze, erstochen. Da der zuständige Kommissar gerade in Rente geht, nötigt Präfekt Locmariaquer Kommissar Dupin den neuen Fall auf. Der bliebe zwar lieber in Concarneau bei der schwangeren Claire, macht sich aber widerstrebend mit seinem Inspektor Riwal auf in den bretonischen Norden.

Für Dupins 15. Fall hat sich sein Autor einen ganz besonderen Schauplatz ausgesucht, das Krimifestival im pittoresken Städtchen Roscoff. Der Kommissar verabscheut diese Art von Literatur grundsätzlich und kann nicht verstehen, dass es Fans dieses Genres gibt, wie bspw. seinen zweiten Inspektor Kadeg. Der befindet sich folglich schon vor Ort und ist begeistert von der Idee, bekannte Krimiautoren zu befragen.

Das Mordopfer war eine rührige junge Frau, eine „écolo“, die ökologische Landwirtschaft betrieb und sich für die Belange der Stadt, speziell deren legendären Botanischen Garten engagierte. Dabei eckte sie zwangsläufig an, da sie die kommerzielle Ausrichtung einiger Stadtgrößen zuungunsten der Umwelt stark kritisierte. Kaum hat Dupin die Ermittlungen aufgenommen, wird auch Annies Verlobter, Kévin Huruguen, Mechaniker bei Celtic Ferries, umgebracht. Hängen die Morde zusammen? Oder wurde Kévin getötet, weil er den Widerstand gegen die geplanten Entlassungen bei seinem Arbeitgeber organisierte? Dupin glaubt nicht an Zufälle und fühlt sich in seiner Ansicht bestärkt als ein dritter Mord im Umfeld von Annic geschieht.

Auch bei diesem Fall kommen Lokalkolorit und der historische Rahmen nicht zu kurz. Roscoff ist neben „La fête des crimes“, dem Krimifestival, für seine legendären Zwiebeln, das „rosa Gold“, berühmt. Außerdem verfügt die „englischste Stadt Frankreichs“ über enge Verbindungen zur britischen Insel. Nicht nur durch die räumliche Nähe, Plymouth ist nur knapp 189 km entfernt, sondern auch aufgrund traditioneller Geschäftsbeziehungen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts begannen die „Johnnys“, junge Männern aus Roscoff, die legendären Zwiebelzöpfe per Fahrrad in den englischen Grafschaften zu verkaufen. Überhaupt die köstlichen „Oignons de Roscoff“. Mir ist das Wasser im Mund zusammen gelaufen, als Dupin und sein Team den „Großen Zwiebel-Aperitif“ besuchten und alle pikanten und süßen Köstlichkeiten aus dem rosa Gold probiert haben.

Der „grausame Fall“ wie Dupin ihn nennt, hat es in sich. So sehr sich die korrupten Größen des Städtchens als Tatverdächtige aufdrängen, der Kommissar ist mit dieser Spur nicht zufrieden. Sein legendäres Bauchgefühl lässt ihn auf ein scheinbar nebensächliches Detail reagieren, dass außer ihm niemand auf dem Schirm hat. Eine Tatsache, die ihn in akute Lebensgefahr bringt. Doch schließlich kann auch dieser besonders perfide Fall abgeschlossen werden. Der Spannungsbogen hält bis zum Schluss und alle offenen Fragen werden beantwortet. Lediglich Le Menn und Nevou habe ich etwas vermisst, die in wichtigen Polizeiangelegenheiten in Paris unterwegs sind. Sehr gefallen hat mir der Auftritt der berühmten Krimiautorin Allyson Christic, die an ihre legendäre Kollegin ähnlichen Namens erinnert. Das gleicht Dupins Krimiphobie, die mich zwischendurch leicht nervte, wieder aus.

Auch der 15. Fall des Wahl-Bretonen Georges Dupin hat mich bestens unterhalten, Ich freue mich schon auf Band 16.

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Veröffentlicht am 05.07.2026

Der erste Schein kann trügen

Der vergessene Wald
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Bauleiter Owen Elliot wartet schon seit über einer Stunde bei der abgelegenen Ruine von Schloss Gair. Seine potenzielle künftige Auftraggeberin scheint nicht viel von Pünktlichkeit zu halten. Als Saskia ...

Bauleiter Owen Elliot wartet schon seit über einer Stunde bei der abgelegenen Ruine von Schloss Gair. Seine potenzielle künftige Auftraggeberin scheint nicht viel von Pünktlichkeit zu halten. Als Saskia Tilbury-Martin endlich auftaucht, bestätigt sie Owens Vorurteile. Fettes BMW-Cabrio, teures Business-Kostüm und High Heels. Sie hat die Ruine samt großem Grundstück gekauft und plant jetzt Gair zu sichern und schonend zu renovieren. Keiner der Handwerker, die sie bisher gefragt hat, wollte sich auf das ambitionierte Vorhaben einlassen. Owen findet Saskias Plan reizvoll und er benötigt dringend einen Auftrag. Als sie ihm ein Angebot macht, das er nicht ablehnen kann - zehntausend Pfund Vorschuss - übernimmt er den Job trotz Vorbehalte gegenüber seiner neuen Chefin.

Die Autorin und Journalistin Sharon Gosling hat mit „Der vergessene Wald“ einen atmosphärischen Roman über eine vom Leben gezeichnete junge Frau geschrieben, die einen Neustart wagt. Meine Erwartungen hat das Buch erfüllt und mich gut unterhalten.

Zunächst wirkt Saskia wie eine taffe, selbstbewusste Frau, die genau weiß, was sie will. Erst nach und nach wird klar, warum und vor wem sie von London nach Cumbria geflüchtet ist. Nach Gair ihrem Sehnsuchtsort, wo sie zusammen mit ihrem geliebten Vater wunderbare Tage verbracht hat. Obwohl eine Baugenehmigung vorliegt und die Planungsbehörde alle notwendigen Unterlagen hat, regt sich Widerstand gegen Saskias Vorhaben. Die örtliche historische Gesellschaft vermutet römische Ruinen unter dem Fundament von Gair und lässt sich von dieser fixen Idee nicht abbringen. Die ständigen Anfeindungen schweißen Saskia und ihren Bauleiter zwangsläufig enger zusammen. Owen erkennt mit der Zeit, dass sein erster Eindruck von der Chefin falsch war. Doch die Schwierigkeiten häufen sich und Saskias Traum droht zu scheitern.

Mir gefallen Goslings Charaktere. Die so selbstbewusste Saskia ist in Wahrheit unsicher und musste sich immer gegen ihre manipulative Mutter behaupten. Der frühe Tod ihres Vaters hat sie zu falschen Entscheidungen veranlasst mit entsprechenden Folgen. Doch seit Jahren hat Saskia ihr Leben im Griff und bekommt jetzt das Erbe ihrer Großeltern ausbezahlt. Sie glaubt, mit der Restaurierung von Gair ihre Aufgabe im Leben gefunden zu haben und den Traum ihres Vaters zu realisieren. Owen fällt es schwer, sich einzugestehen, dass seine in jungen Jahren geschlossene Ehe gescheitert ist. Unbedingt wollte er seiner kleinen Tochter Hannah ersparen, was die eigene Kindheit geprägt hat. Doch er muss die Realität erkennen und akzeptieren. Sein cooler Freund Stuart und Vivian, Saskias Begleiterin seit Kindertagen, sind weitere wichtige und sympathische Protagonisten. Das trifft auf Saskias Mutter Elsa nur teilweise zu. Wichtig für die Geschichte ist sie. Denn sie versteht es meisterhaft, die eigene Tochter kleinzumachen und ihr Schuldgefühle und Zweifel einzuimpfen.

Die Erzählung wird wechselweise aus Owens und Saskias Perspektive erzählt, was der Geschichte gut bekommt. Beide finden in dieser Erzählung zu sich selbst. Sie lernen aus Fehlern und erkennen ihren Weg. Die zarte Romanze ist das Sahnehäubchen der Geschichte, aber nicht mehr. Inzwischen erzählt die Autorin, welch zerstörerische Folgen Vorurteile, unreflektierte Vorbehalte gegenüber Fremden und die strikte Ablehnung neuer Ideen haben können. Doch sie berichtet auch über die Stärke der Empathie, die heilsame Kraft der Natur und die Vorzüge eines friedlichen Miteinander.

Stets präsent ist ein weiterer wichtiger Protagonist, der eigentlich die Hauptrolle spielt. Gair, ein verzauberter Ort mit magischer Atmosphäre und märchenhafter Ausstrahlung. Mit seiner schiefen, alten Eiche im Zentrum, die allen Widrigkeiten getrotzt hat und immer noch da ist.

Ich kann diesen Wohlfühlroman trotz kleiner Längen zwischendurch als Sommerlektüre empfehlen.

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Veröffentlicht am 23.06.2026

Liebe bis in den Tod

Salute - Das letzte Foto
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Domenica Spina betreibt auch noch mit 78 Jahren seinen kleinen Fotoladen. Als er spätabends analoge Filme entwickelt, bemerkt er einen Einbrecher, den er vertreiben kann. Keine 24 Stunden später wird der ...

Domenica Spina betreibt auch noch mit 78 Jahren seinen kleinen Fotoladen. Als er spätabends analoge Filme entwickelt, bemerkt er einen Einbrecher, den er vertreiben kann. Keine 24 Stunden später wird der alte Mann am Rocca di Garda, einem seiner Lieblingsorte tot aufgefunden. Wer hatte ein Motiv, den Fotografen zu ermorden, fragt sich Commissario Lanza. Und nicht nur er. Auch der Barista und ehemalige Kommissar Paul Zeitler interessiert sich sehr für den verdächtigen Todesfall.

Friedrich Kalpenstein entführt uns an den Gardasee, wo sein Hobbydetektiv Zeitler bereits zum vierten Mal dem Commissario ins Handwerk pfuscht. Ein spannender Kriminalfall und italienische Lebensfreude ergänzen sich hier zu kurzweiliger Unterhaltung.

Die Ermittlungen zeigen, dass der alte Fotograf nicht so beliebt war wie angenommen. Er weigerte sich stur, sein Haus zu verkaufen und blockierte so das lukrative neue Geschäft von Bürgermeister Carta und Baulöwe Basso: Abriss der alten Häuser und Neubau von Luxusappartements. Auch sonst war Spina skeptisch gegenüber Veränderungen und führte einen unermüdlichen Kleinkrieg gegen Influencer, Berufskollegen und alle anderen, die nach seiner Meinung am Ausverkauf der Region an Investoren und Touristen beteiligt waren.

Ein Raubmord kann ausgeschlossen werden, denn Spinas Fototasche samt Kameras und Objektiven wurde nicht gestohlen. Lediglich die Kleinstbildkamera, eine Minox B, fehlt, wie Emma, die Nichte des Toten später feststellt. Die war aber nicht besonders kostbar, sondern eher von sentimentalem Wert für Spina, da sie ihm von der inzwischen verstorbenen Operndiva Carmen Belotti geschenkt und gewidmet wurde. Lanza und Zeitler verfolgen unterschiedliche Mordtheorien. Obwohl er vom Commissario auf seinen Platz verwiesen wird und überdies genug Arbeit hat, kann der Deutsche das Ermitteln nicht lassen. Prompt geraten er und eine weitere Person ins Visier des Mörders und in Lebensgefahr.

Der Autor schreibt gewohnt bildhaft und atmosphärisch. Gekonnt fängt er das italienische Lebensgefühl ein und auch das Lokalkolorit des Gardasees wird gut beschrieben. Der Ausflug in die fast vergessene Kunst der analogen Fotografie, von der Wahl der Blende und Verschlusszeit bis hin zur händischen Entwicklung des Films, hat mir ausgezeichnet gefallen. Der Fall entwickelt sich spannend bis zum Schluss und wird nach einem kleinen Showdown restlos aufgeklärt.

Ein Ausflug in Kalpensteins Bardolino ist wie ein erholsamer Kurzurlaub, nur ohne Touristen. Es macht Spaß, die bekannten Charaktere wiederzutreffen. Ob Zeitler und seinen Nachwuchs-Barista-Emil, der Pauls Italienisch auf die Sprünge helfen will, Konditor Manuel Leone, der mit seinen Köstlichkeiten die Vitrine des MONACOS befüllt oder Nachbar und Wirt Alessandro Burati, den die ganze Gasse unterstützt als er Hilfe benötigt. Sogar Nachbars-Chihuahua Principessa nebst Frauchen Lisa nimmt am Gassenfest teil und Journalistin Antonia Romano schreibt einen passenden Artikel. Sie halten zusammen. Da setze ich mich einfach dazu, genieße meinen Americano und freue mich auf den nächsten Fall.

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