Liebe bis in den Tod
Salute - Das letzte FotoDomenica Spina betreibt auch noch mit 78 Jahren seinen kleinen Fotoladen. Als er spätabends analoge Filme entwickelt, bemerkt er einen Einbrecher, den er vertreiben kann. Keine 24 Stunden später wird der ...
Domenica Spina betreibt auch noch mit 78 Jahren seinen kleinen Fotoladen. Als er spätabends analoge Filme entwickelt, bemerkt er einen Einbrecher, den er vertreiben kann. Keine 24 Stunden später wird der alte Mann am Rocca di Garda, einem seiner Lieblingsorte tot aufgefunden. Wer hatte ein Motiv, den Fotografen zu ermorden, fragt sich Commissario Lanza. Und nicht nur er. Auch der Barista und ehemalige Kommissar Paul Zeitler interessiert sich sehr für den verdächtigen Todesfall.
Friedrich Kalpenstein entführt uns an den Gardasee, wo sein Hobbydetektiv Zeitler bereits zum vierten Mal dem Commissario ins Handwerk pfuscht. Ein spannender Kriminalfall und italienische Lebensfreude ergänzen sich hier zu kurzweiliger Unterhaltung.
Die Ermittlungen zeigen, dass der alte Fotograf nicht so beliebt war wie angenommen. Er weigerte sich stur, sein Haus zu verkaufen und blockierte so das lukrative neue Geschäft von Bürgermeister Carta und Baulöwe Basso: Abriss der alten Häuser und Neubau von Luxusappartements. Auch sonst war Spina skeptisch gegenüber Veränderungen und führte einen unermüdlichen Kleinkrieg gegen Influencer, Berufskollegen und alle anderen, die nach seiner Meinung am Ausverkauf der Region an Investoren und Touristen beteiligt waren.
Ein Raubmord kann ausgeschlossen werden, denn Spinas Fototasche samt Kameras und Objektiven wurde nicht gestohlen. Lediglich die Kleinstbildkamera, eine Minox B, fehlt, wie Emma, die Nichte des Toten später feststellt. Die war aber nicht besonders kostbar, sondern eher von sentimentalem Wert für Spina, da sie ihm von der inzwischen verstorbenen Operndiva Carmen Belotti geschenkt und gewidmet wurde. Lanza und Zeitler verfolgen unterschiedliche Mordtheorien. Obwohl er vom Commissario auf seinen Platz verwiesen wird und überdies genug Arbeit hat, kann der Deutsche das Ermitteln nicht lassen. Prompt geraten er und eine weitere Person ins Visier des Mörders und in Lebensgefahr.
Der Autor schreibt gewohnt bildhaft und atmosphärisch. Gekonnt fängt er das italienische Lebensgefühl ein und auch das Lokalkolorit des Gardasees wird gut beschrieben. Der Ausflug in die fast vergessene Kunst der analogen Fotografie, von der Wahl der Blende und Verschlusszeit bis hin zur händischen Entwicklung des Films, hat mir ausgezeichnet gefallen. Der Fall entwickelt sich spannend bis zum Schluss und wird nach einem kleinen Showdown restlos aufgeklärt.
Ein Ausflug in Kalpensteins Bardolino ist wie ein erholsamer Kurzurlaub, nur ohne Touristen. Es macht Spaß, die bekannten Charaktere wiederzutreffen. Ob Zeitler und seinen Nachwuchs-Barista-Emil, der Pauls Italienisch auf die Sprünge helfen will, Konditor Manuel Leone, der mit seinen Köstlichkeiten die Vitrine des MONACOS befüllt oder Nachbar und Wirt Alessandro Burati, den die ganze Gasse unterstützt als er Hilfe benötigt. Sogar Nachbars-Chihuahua Principessa nebst Frauchen Lisa nimmt am Gassenfest teil und Journalistin Antonia Romano schreibt einen passenden Artikel. Sie halten zusammen. Da setze ich mich einfach dazu, genieße meinen Americano und freue mich auf den nächsten Fall.