Roman - Der neue Roman der Kultautorin (»Bunny«) – Awad ist die »literarische Erbin« Margaret Atwoods (NYT Style Magazine)
Cornelia Röser (Übersetzer)
»Awad hat sich als eine der innovativsten und originellsten Autorinnen erwiesen, die es gibt.« Los Angeles Times
Für die perfekte Haut tun Mirabelle und ihre Mutter Noelle alles: Skincare-Videos, Kollagen-Smoothies und Dreifach-Peelings bestimmen ihren Tag, in ihren Wohnungen türmen sich die Tiegel und Fläschchen. Doch würde die Mutter für die Schönheit sterben? Nach ihrem mysteriösen Unfalltod sucht Mirabelle in Kalifornien nach Antworten und stößt auf La Maison de Méduse, das sektenartige Luxus-Spa, in dem ihre Mutter Stammkundin war. Nach und nach gerät auch sie immer tiefer in die Fänge der Betreiber – eine surreale Reise in die Abgründe des Schönheitskults und zum Kern ihrer Beziehung zu Noelle beginnt ...
Mit schwarzem Humor zeigt die Bunny-Kultautorin, wie viel Neid, Eitelkeit und Unsicherheit unter einer dicken Schicht Rouge lauern können.
Mona Awad ist die Königin von konfusen, verwirrenden und spannenden Stories.
Nachdem ich Bunny gelesen habe, hab ich mich auch hier ran getraut. Und ich liebs! Der moderne Vibe von Skincare und Luxury ...
Mona Awad ist die Königin von konfusen, verwirrenden und spannenden Stories.
Nachdem ich Bunny gelesen habe, hab ich mich auch hier ran getraut. Und ich liebs! Der moderne Vibe von Skincare und Luxury wird teilweise mit Brutalität verbunden - man weiß nicht mehr, was passiert und was nicht.
Die Charaktere sind verstrickt, nicht erkennbar, wer sie sind, was sie sind, ob es sie gibt.
Vom Stil und Vibe fand ich Bunny noch ein bisschen besser - trotzdem ist Rouge ein Meisterwerk!
Ich bin 35 und hasse es älter zu werden. Ich versuche meine Jugendlichkeit so gut es geht zu erhalten. Ich benutze teure Drogerieprodukte und lasse, wenn es der Geldbeutel zulässt, ein paar mal im Jahr ...
Ich bin 35 und hasse es älter zu werden. Ich versuche meine Jugendlichkeit so gut es geht zu erhalten. Ich benutze teure Drogerieprodukte und lasse, wenn es der Geldbeutel zulässt, ein paar mal im Jahr Behandlungen bei meiner Hautärztin durchführen. Trotzdem bin ich nie zufrieden, trotzdem ist mein Profilbild bearbeitet. Wir leben in einer Welt, in der der Schönheitsdruck so enorm ist, dass man kaum mithalten kann.
Ihr seht schon, dieser Roman ist genau mein Thema. Denn hier geht es genau darum. Schönheit, Gesichtspflege, für immer jung sein. Doch was ist der Preis dafür?
Auch wenn Mirabelle und ihre Mutter Noelle stets ein gespanntes Verhältnis zueinander hatten, eine Gemeinsamkeit gab es immer: Schönheitspflege. Während Mirabelle wie eine Süchtige Videos von einem Beautyguru konsumiert, setzt ihre Mutter auf eine radikalere Methode. Eine, die sie letztlich das Leben kostete? Als Mirabelle zur Beerdigung anreist, begibt sie sich selbst auf den gefährlichen Pfad zur Perfektion.
„Bunny“ hatte mich ja gar nicht überzeugt und auch 𝐑𝐨𝐮𝐠𝐞 erinnert stellenweise etwas an den Vorgänger. Da gibt es Abschnitte, die sich einfach wie schräge Traumsequenzen lesen. Dieses mal hat es mich aber nicht so abgeschreckt, wohl weil mich das Thema einfach so interessiert hat.
Ich bin gerade dabei meine Pflegeroutine umzustellen und habe mir gedanklich immer wieder Notizen gemacht, wenn Belle ihre aufgezählt hat. Dabei stellt der Roman den Beautywahn durchaus kritisch dar, vor allem in Form einer Sekte, der sich Noelle verschrieben hatte.
Immer wenn es um diese Sekte, einer Art Spa, geht, driftet der Roman in diese erwähnten traumartigen Sequenzen ab. Ich denke da kann man viel hineininterpretieren und ich selber bin auch noch nicht ganz schlau daraus geworden.
Diese Sekte gibt es im Roman wirklich, sie ist nicht nur ein Hirngespinst. Ich konnte am Ende aber nicht sagen, ob das Geschehen Produkt eines Drogenrausches oder doch ein Fantasyelement in einem Roman war, den ich eigentlich nicht diesem Genre zuordnen würde.
Aber in „Rouge“ geht es nicht nur um Beautywahn, sondern auch um die mitunter schwierige Beziehung von Mutter und Tochter. Diese große Liebe und manchmal auch dieser Hass. Diese ganz besondere Verbindung. Daher hat mich auch das Ende tief bewegt.
Was ist die Moral von der Geschichte? Man kann es sich ja schon denken. Ich kann jetzt aber nicht sagen, dass ich geheilt bin von meinem Streben nach der besten Version von mir selbst. Ich würde aber auch nicht zum Äußersten gehen, wie die Figuren in diesem Buch.
Eine Art Running Gag war das wiederholte Auftauchen von Tom Cruise. Diese Gestalt nennt sich selbst allerdings Seth, was bestimmt auf die ägyptische Gottheit bezogen ist. Ich musste da immer schmunzeln, denn wir wissen ja...Tom Cruise...Sekte…
Auch wenn mir auch dieser Roman von Mona Awad stellenweise wieder zu abgedreht war, mochte ich ihn sehr viel lieber als „Bunny“. Es ist einer der wenigen Romane, wo mir am Ende die Tränen gekommen sind und das ist mir immer ein großes Plus wert.
Nach dem mysteriösen Tod ihrer Mutter Noelle macht Mirabelle sich von Montréal auf den Weg nach Kalifornien, um ihre Angelegenheiten zu regeln und das Haus zu verkaufen. Dabei findet sie heraus, dass ihre ...
Nach dem mysteriösen Tod ihrer Mutter Noelle macht Mirabelle sich von Montréal auf den Weg nach Kalifornien, um ihre Angelegenheiten zu regeln und das Haus zu verkaufen. Dabei findet sie heraus, dass ihre Mutter sich in der letzten Zeit seltsam verhalten hat und immer wieder ein bestimmtes Beauty-Spa in der Nähe aufgesucht hatte. Dieses lag direkt an dem Küstenweg, vom dem Noelle in den Tod gestürzt ist – ein Zufall? Mirabelle will mehr über alles herausfinden, doch auch sie selbst lässt sich allzu leicht von den Versprechungen von ewiger Jugend und Schönheit blenden.
Ich mochte bereits „Bunny“ von Mona Awad sehr - eine herrlich skurrile Dark Academia-Geschichte - daher durfte ich mir auch ihren neuen Roman „Rouge“ nicht entgehen lassen. Die deutsche Übersetzung stammt von Cornelia Röser. Erzählt wird hauptsächlich aus Mirabelles Perspektive in der Ich- und Gegenwartsform; es werden jedoch auch immer wieder ihre Erinnerungen eingeflochten, bei denen die Grenzen zwischen Realität und Einbildung zu verschwimmen scheinen.
Vordergründig ist „Rouge“ vor allem eine Geschichte über Schönheitswahn und die absurden Versprechungen der Beautyindustrie. Mutter und Tochter sind besessen von ihrer eigenen Schönheit. Mirabelle nutzt eine Vielzahl von unterschiedlichen Produkten, mit denen sie ihre Haut makellos halten will. Noelle hingegen schien schon von klein auf eine Konkurrentin in ihrer Tochter zu sehen, was deren Verhältnis schwer belastet hat. Der Roman ist also auch eine Erzählung über eine komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung.
Mona Awad ist eine wahre Meisterin darin, die Grenzen der Wirklichkeit zu überschreiten. Das ist ihr bereits in „Bunny“ gelungen und auch in „Rouge“ geschehen Dinge, die den Boden der Realität verlassen. Damit stellt die Autorin die Frage in den Raum, was wir bereit sind, für Äußerlichkeiten zu opfern und ob das wirklich Wichtige nicht vielleicht anderswo zu suchen ist. Ein spannender Roman, der jedoch auch seine Längen hat und ähnliche Szenen wiederholt. Hier hätte die Handlung etwas gestrafft werden können.
Mona Awad schafft es mit ROUGE, die tiefsitzende Angst vor einem angeblichen Schönheitsverlust, dem Alter und einem weißen Schönheitsideal nicht zu entsprechen, unglaublich intensiv zu transportieren.
Anhand ...
Mona Awad schafft es mit ROUGE, die tiefsitzende Angst vor einem angeblichen Schönheitsverlust, dem Alter und einem weißen Schönheitsideal nicht zu entsprechen, unglaublich intensiv zu transportieren.
Anhand einer mixed Protagonistin und ihrer weißen Mutter skizziert sie, wie sich die zugrundeliegenden gesellschaftlichen Zwänge in unterschiedlichen Personen manifestieren und von Mutter zu Tochter weitergegeben werden. Mit ihrem dichten, traumartigen Schreibstil dringt sie quasi ins Unterbewusste der Leserinnen ein. Es ist ein Roman, der die Linien zwischen Traum und Wachzustand, zwischen Fiktion und Realität, verschwimmen lässt; der einen fast schon dazu zwingt, den vorliegenden Text in Frage zu stellen. Ich meine, was, wie, warum ist da jetzt auf einmal Tom Cruise, bin ich das gerade wirklich lesend oder bilde ich mir das ein? Was möchte mein Unterbewusstsein mir damit sagen?!
Einige Abstriche gab es für mich jedoch vor allem in der Länge. Romane im Gothic-Genre lese ich am allerliebsten “schnell”, gerne eingekuschelt an einem regnerischen Wochenendnachmittag, sodass man die Realität für ein paar Stunden ausknipsen kann. ROUGE hätte wesentlich straffer und pointierter sein können; manche Motive fingen an, sich zu wiederholen. Ich wollte eigentlich gerne in Awads uncanny, unwirklichen Traumsequenzen verweilen, aber musste immer wieder aus ihnen auftauchen und fand dann nicht mehr so gut rein.
Ich bewerte das Buch mit 3,75 Sternen, gebe trotz Kritikpunkte trotzdem eine Empfehlung raus an Leserinnen, die Lust darauf haben, sich in einem wunderbaren Delirium von Gothic-Roman zu verlieren.
Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar.
Also erstmal muss ich sagen, dass Awads Schreibstil für mich wie Crack ist. Bereits in den ersten Seiten hat sie mich völlig in den Bann gezogen und ich war vollkommen in der Story absorbiert. Ich liebe ...
Also erstmal muss ich sagen, dass Awads Schreibstil für mich wie Crack ist. Bereits in den ersten Seiten hat sie mich völlig in den Bann gezogen und ich war vollkommen in der Story absorbiert. Ich liebe es einfach, dass sie so einen detailliert beschreibenden Schreibstil mit dunklem Humor vereint.
Die Story selber fand ich eher so mittelmäßig?
Ich bin noch ziemlich hin und her gerissen, da ich die Message einerseits sehr packend und mitfühlend fand, gleichzeitig war der Plot aber sehr abgedriftet. Und das häufig nicht im Guten sondern im „irgendwie checke ich das gerade nicht“.
Als Vergleich (ich muss jetzt leider „Bunny“ von ihr hinzuziehen): Während man bei „Bunny“ noch relativ gut von Realität und Fantasie/ Surrealismus unterscheiden konnte, fällt mir das hier deutlich schwieriger. Bei 80% bin ich mir nicht ganz sicher, ob das jetzt real sein soll oder nicht und was ich davon halten soll.
Ansonsten fand ich die Kritik an Schönheits-OPs, Beauty Standards und Kults super. Dass Tom Cruise in diesem Buch „vorkam“ fand ich unheimlich witzig.
Ich glaube, dass ich einfach mit zu hohen und anderen Erwartungen rangegangen bin und deshalb etwas enttäuscht wurde.