Thriller mit Mystery-Elementen
Apartment 5BBis jetzt hatten sich die Wege von Lisa Unger und mir noch nicht gekreuzt. Den Namen der Autorin habe ich mit Sicherheit schon mal gehört oder gelesen. Das ist aber auch schon alles. Ich hätte jedenfalls ...
Bis jetzt hatten sich die Wege von Lisa Unger und mir noch nicht gekreuzt. Den Namen der Autorin habe ich mit Sicherheit schon mal gehört oder gelesen. Das ist aber auch schon alles. Ich hätte jedenfalls keinen Buchtitel von ihr nennen können. Spontan hätte ich wahrscheinlich noch nicht mal gewusst, in welchem Genre sie unterwegs ist. Das hat sich mit ihrem neuen Thriller “Apartment 5B” aber geändert. Das Cover mit dem düsteren Haus hat mich magisch angezogen und der Titel in plakativer Signalfarbe hat laut und deutlich „Lies mich!“ gerufen. Also bin ich an dem Buch nicht vorbeigekommen.
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Darum geht’s: Rosie und ihr Mann Chad erben eine Wohnung im historischen Windermere-Apartmenthaus. Dort sollen sich zahlreiche mysteriöse Todesfälle ereignet haben. Und auch Rosie hat bald seltsame Erlebnisse…
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Vorweg sei gesagt: „Thriller“ ist für mich ja ein recht dehnbarer Begriff. Ich bin da nicht so festgefahren in meiner Vorstellung. Thriller dürfen bei mir auch gerne mal ruhiger sein. Wenn mich der Schreibstil, die Story und die Atmosphäre packen, ist alles okay. Dann habe ich auch nichts gegen ein eher subtiles Spannungslevel. Genau in diesen Stil fügt sich Lisa Unger mit “Apartment 5B” ein.
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Die Geschichte beginnt mit einem kurzen Prolog, der mich erst mal skeptisch gemacht hat, weil er irgendwie seltsam und kryptisch zu lesen ist. Das kann ja heiter werden, war mein erster Gedanke. Aber dann habe ich schnell in die Story und das Setting hineingefunden. Das geheimnisvolle Apartmenthaus und seine Bewohner haben sofort meine Neugier geweckt. Ich konnte auch nicht einschätzen, was mich erwartet, weil Lisa Unger verschiedene Elemente und Stilmittel mixt. Für mich kam sogar zeitig ein waschechter Hosenschisser-Moment ins Spiel und ich dachte, dass ich eine Gruselgeschichte lese – oder dass Protagonistin Rosie gehörig einen an der Klatsche hat.
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„Apartment 5B“ hat sich für meinen Geschmack spannend entwickelt. Die Handlung hätte aber zugegebenermaßen etwas gestrafft werden können. Das Buch umfasst 500 Seiten und wirkt in Teilen schon etwas in die Länge gezogen. Langweilig war es für mich trotzdem nicht. Der insgesamt tolle Erzählstil hat mich über kleinere Durststrecken hinweg sehen lassen. Das Finale ist für mein Empfinden dann furios. Trotz aller vorherigen Hinweise, die schon irgendwie auf die Auflösung hingedeutet haben, hatte die Geschichte für mich bis zum Schluss Überraschungseffekte parat.
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Fazit: Ich kann mir vorstellen, dass „Apartment 5B“ einer dieser Thriller ist, der etliche Fans des Genres nicht abholen kann. Meinen Nerv hat er aber getroffen. Wäre die Handlung noch ein Mü knapper und dichter erzählt, hätte es sogar eine Top-Bewertung geben können. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Von mir bekommt das Buch eine Leseempfehlung und die Autorin einen Platz auf meiner Merkliste.