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Veröffentlicht am 22.02.2025

Mal was ganz anderes

Der letzte Mord am Ende der Welt
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Wo fange ich jetzt nur an? Okay, Kriminalroman steht drauf. Es steckt durchaus auch Krimi drin. Aber so ganz anders, als man es erwarten würde. Ich kann jedenfalls guten Gewissens behaupten, dass ich persönlich ...

Wo fange ich jetzt nur an? Okay, Kriminalroman steht drauf. Es steckt durchaus auch Krimi drin. Aber so ganz anders, als man es erwarten würde. Ich kann jedenfalls guten Gewissens behaupten, dass ich persönlich noch nichts Vergleichbares gelesen habe.
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Stuart Turton nimmt seine Leser*innen mit auf die letzte bewohnte Insel der Welt. Eine Idylle mit 122 Überlebenden, die in friedlicher Eintracht existieren. Dann wird eines Tages eine Wissenschaftlerin ermordet. Wenn ihr Mörder nicht schnell gefunden wird, droht der Menschheit das Aus…
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Ja, ich habe mich des Öfteren gefragt, was ich hier überhaupt lese. „Der letzte Mord am Ende der Welt“ ist definitiv anders und lebt von der Faszination an dieser Andersartigkeit. Die Geschichte liegt nun mal nicht auf der Hand und ist alles andere als alltäglich. Auf die Idee muss man erst mal kommen. Und wie sich die Handlung dann entwickelt … Ich habe jedenfalls in ganz viele unterschiedliche Richtungen gedacht und interpretiert. Es ist eine kriminalistische Sciencefiction-Story. Aber gleichzeitig noch so viel mehr. Für mich hatte sie im Grunde sogar biblische Züge. Oder, um es mal anders zu sagen, es werden Themen und Fragen behandelt, die von zeitloser und universeller Bedeutung sind und die Grundfesten der Menschheit betreffen.
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Übrigens empfehle ich auch unbedingt die „Besondere Danksagung“ von Stuart Turton am Ende zu lesen. Die kurze Zwiesprache, die er hier abschließend gefühlt mit mir persönlich gehalten hat, ist mindestens so faszinierend wie das ganze vorangegangene Buch. Turton macht deutlich, wie er sich als Schriftsteller, sein Werk und seine Zusammenarbeit mit mir als Leser sieht. Mit seinen Worten hat er mich komplett abgeholt und für sich eingenommen.
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Mein Tipp: Lass dich ein auf diese Reise. Nimm dir bewusst Zeit dafür. Das Buch ist kein schneller Snack-Read für Zwischendurch. Die Geschichte muss erst mal Anlauf nehmen, sich entfalten und wirken. Wenn du ihr das zugestehst, ist „Der letzte Mord am Ende der Welt“ eine einzigartige, erfrischend andere, interessante und bereichernde Lektüre, die definitiv im Gedächtnis bleibt.

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Veröffentlicht am 21.02.2025

Puh...

Das Dinner – Alle am Tisch sind gute Freunde. Oder?
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DAS DINNER serviert einen durchweg unsympathischen Freundeskreis, Alkohol, Drogen und Körperflüssigkeiten garniert mit derben Ausdrücken. Wenn ihr das alles mögt, wird euch der Thriller munden. Mir ist ...

DAS DINNER serviert einen durchweg unsympathischen Freundeskreis, Alkohol, Drogen und Körperflüssigkeiten garniert mit derben Ausdrücken. Wenn ihr das alles mögt, wird euch der Thriller munden. Mir ist er eher unangenehm aufgestoßen.
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Darum geht’s: Nach Jahren trifft sich ein mittlerweile teilweise entfremdeter Freundeskreis zu einem Krimidinner. Der Fall, den es zu lösen gilt, erinnert frappierend an vergangene Vorkommnisse. Damals war Maria bei einem Festival-Wochenende mit ihrer Clique verschwunden. Bis heute weiß keiner der Freunde, was passiert ist. Oder etwa doch?
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Okay. Zweite Chance für Emily Rudolf. Ihr Thriller Debüt DIE AUSZEIT fand ich so mittelprächtig. Das sollte mit DAS DINNER anders werden. Der Plot klang auch einfach zu verlockend. Leider hat sich aber ziemlich schnell abgezeichnet, dass es zwischen uns auch diesmal nicht passt - und das hat mehrere Gründe. Die Story hat zunächst noch Laune gemacht. Dann hat sie sich aber in sehr langatmigen und spannungsarmen Szenen verloren. Die Dynamik der Freundesclique wirkt von Anfang an seltsam und unverständlich. Nicht nur, dass ich keine einzige der Personen mochte - teilweise habe ich sie sogar regelrecht als abstoßend empfunden. Es wurde auch keine Atmosphäre geschaffen, die meinen fehlenden Bezug und Empathie hätten aufwiegen können. Und auch der Schreibstil war so gar nicht meins. Mit dem Sprachgebrauch, der hier an der Tagesordnung ist, kann ich nunmal nichts anfangen.
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Das einzige, was mich noch halbwegs bei Laune halten konnte, war die Krimidinner-Perspektive. Und ausgerechnet die wird dann nicht konsequent bis zum Ende durchgezogen, sondern viel zu früh aufgelöst, um dann gar keine Rolle mehr zu spielen. Da war bei mir der Ofen aus, denn ohne diese eingebaute Metaebene funktioniert die Geschichte leider nicht. Das Konzept wirkt halbgar und nicht bis ins Letzte durchdacht.
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DAS DINNER hat meinen Geschmack leider so gar nicht getroffen. Die Idee klang auf der Speisekarte gut und ließ mir das Wasser im Mund zusammen laufen. Die tatsächliche Umsetzung war dann ziemlich fade und sparsam angerichtet.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Die Reihe geht weiter

Die Tochter des Serienkillers
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Als Lübbe die Serienkiller-Trilogie angekündigt hat, dachte ich spontan, wir würden hier ein und dieselbe Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven erleben. Der Blick auf den Klappentext hat aber gezeigt, ...

Als Lübbe die Serienkiller-Trilogie angekündigt hat, dachte ich spontan, wir würden hier ein und dieselbe Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven erleben. Der Blick auf den Klappentext hat aber gezeigt, dass dem nicht so ist. Jeder Band hat seine eigene Geschichte und beleuchtet wieder andere Aspekte der Serienkiller-Thematik. Band 1, DIE FRAU DES SERIENKILLERS, hat mir sehr gut gefallen. Damit war klar, dass ich mit DIE TOCHTER DES SERIENKILLERS wieder in die düstere Themenwelt abtauchen wollte.
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Darum geht’s: Jen hat ihre Vergangenheit hinter sich gelassen. Die Tochter eines Serienkillers lebt mit neuer Identität ein glückliches Familienleben. Dann geschehen seltsame Dinge, die auf die Taten ihres Vaters hindeuten. Und Jen selbst hat immer wieder Blackouts…
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Alice Hunter bestätigt meinen positiven Eindruck. Die Reihe geht stark weiter. Ich mag den Schreibstil der Autorin und die Art und Weise, in der sie die Geschichte erzählt. Der Aufbau der Handlung ist vergleichbar mit dem des Reihenauftaktes. Die Story wird auch hier im Wechsel aus zwei Perspektiven erzählt. Dazu gibt es Passagen, die das Vater-Tochter-Verhältnis beleuchten und weitere Abschnitte, die noch eine zusätzliche mysteriöse Sichtweise liefern. Während die Spannung in Band 1 aber sehr subtil war und sich langsam und unterschwellig aufgebaut hat, ist sie diesmal direkt greifbar und durchweg präsent. Ich war hier wirklich in Sekundenschnelle im Geschehen angekommen und gefesselt. In der Folge bin ich dann förmlich durch die Seiten hindurch gerauscht. Die Story hat einen unglaublichen Sog entwickelt. Ich wollte ständig wissen, wie es weitergeht, was als nächstes passiert und wie sich letztendlich alles auflöst. Die Handlung ist so konzipiert, dass man von Anfang bis Ende miträtseln kann. Es gibt immer wieder Wendungen und ich habe in die unterschiedlichsten Richtungen spekuliert. Ich habe dann auch einen richtigen Verdacht in Bezug auf eine Person entwickelt. Ich konnte die Gedankenknoten aber nicht vollständig entwirren. Es blieb für mich also bis zum Schluss spannend.

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Auch DIE TOCHTER DES SERIENKILLERS hat mich überzeugt und hätte fast die Top-Bewertung eingestrichen. Fast. Denn ganz am Ende hat mir das gewisse Quäntchen gefehlt. Da hatte ich auf der letzten Seite irgendwie nochmal einen atemberaubenden Schluss-Twist erwartet. Der ist in dieser Form aber ausgeblieben. Ich habe das Buch zwar nicht mit offen stehendem Mund und Herzrasen zugeklappt, aber die Geschichte ist rund, gut durchdacht, spannend und flott geschrieben.
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Von mir gibt‘s eine Leseempfehlung plus Vorfreude auf den dritten Teil.

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Veröffentlicht am 13.02.2025

Romance ohne Gefühl

Tausend ungesagte Worte
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Ich habe immer wieder Gutes über die emotionalen Liebesromane von Lia Louis gehört. Zwei Romane von ihr liegen auf meinem SuB. Jetzt habe ich aber direkt zu ihrem neu erschienenen Buch “Tausend ungesagte ...

Ich habe immer wieder Gutes über die emotionalen Liebesromane von Lia Louis gehört. Zwei Romane von ihr liegen auf meinem SuB. Jetzt habe ich aber direkt zu ihrem neu erschienenen Buch “Tausend ungesagte Worte” gegriffen. Ich war auf ein berührendes Romance-Highlight eingestellt. Das war es aber leider nicht. Eigentlich könnte ich es kurz machen: Das war nix. Für mich zumindest. Aber natürlich gibt es noch eine Erklärung, warum mir das Buch nicht gefallen hat.
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Darum geht’s: In nie verschickten E-Mails hat sich Millie ihren ganzen Lebensfrust von der Seele geschrieben. Als all diese Mails eines Tages doch den Weg zu ihren Empfängern finden, muss Millie sich der Realität stellen…
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Am Anfang fand ich die Geschichte noch ganz süß. Sie hatte auf jeden Fall Potenzial. Das wurde aber überhaupt nicht ausgeschöpft. Sorry to say, aber ich fand es recht schnell langweilig. Vor allem, weil ich Protagonistin Millie nicht ins Herz schließen konnte. Sie ist für mich durchweg eine blasse, konturlose und irgendwie nichtssagende Protagonistin geblieben. Ihre Gefühle in Bezug auf ihren Love-Interest, Freunde und Verwandte haben mich nicht erreicht. In der Folge hatte ich auch keine Verbindung zu den anderen Charakteren. Dadurch ist der Roman für mich zu einer bloßen Aneinanderreihung von Ereignissen geworden, die mich schlichtweg nicht besonders interessiert haben. Es hat mich nicht gecatcht und mir ist immer mehr die Leselust flöten gegangen.
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Die Idee mit den irrtümlich verschickten E-Mails ist nicht neu. Sie hätte als RomCom aber trotzdem mal wieder funktionieren können. Lia Louis schreibt aber nun mal mehr Rom als Com und in dieser Form hat mich die Handlung irgendwie nicht erreicht. Die E-Mails und Textnachrichten, die den Lesefluss eigentlich auflockern und etwas Besonderes sein sollten, haben mich mehr und mehr genervt. Ich hätte mir viel mehr Fokus auf der eigentlichen Lovestory gewünscht. Aber es gibt viele Baustellen, die hier aufgemacht werden und darüber hat mich die Handlung fast komplett verloren. Ja, es war mir zu viel in die Länge gezogenes Gelaber.
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Am Ende habe ich dann doch nochmal ein bisschen mitgefühlt und mitgefiebert. Ein kurzer Hauch von Happy End-Vibes ist noch bei mir aufgekommen. Das lässt mich vermuten, dass ich das Buch vielleicht einfach nur zur falschen Zeit gelesen habe und mich in einem anderen Moment viel tiefer in die Geschichte hätte hineinfallen lassen können. Aktuell war das aber nicht der Fall und damit steht und fällt eine Romance nunmal. Ich denke aber, dass Lia Louis eine zweite Chance verdient hat. Und die wird sie mit Blick auf meinen SuB ja dann auch irgendwann bekommen.

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Veröffentlicht am 09.02.2025

Thriller mit Mystery-Elementen

Apartment 5B
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Bis jetzt hatten sich die Wege von Lisa Unger und mir noch nicht gekreuzt. Den Namen der Autorin habe ich mit Sicherheit schon mal gehört oder gelesen. Das ist aber auch schon alles. Ich hätte jedenfalls ...

Bis jetzt hatten sich die Wege von Lisa Unger und mir noch nicht gekreuzt. Den Namen der Autorin habe ich mit Sicherheit schon mal gehört oder gelesen. Das ist aber auch schon alles. Ich hätte jedenfalls keinen Buchtitel von ihr nennen können. Spontan hätte ich wahrscheinlich noch nicht mal gewusst, in welchem Genre sie unterwegs ist. Das hat sich mit ihrem neuen Thriller “Apartment 5B” aber geändert. Das Cover mit dem düsteren Haus hat mich magisch angezogen und der Titel in plakativer Signalfarbe hat laut und deutlich „Lies mich!“ gerufen. Also bin ich an dem Buch nicht vorbeigekommen.
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Darum geht’s: Rosie und ihr Mann Chad erben eine Wohnung im historischen Windermere-Apartmenthaus. Dort sollen sich zahlreiche mysteriöse Todesfälle ereignet haben. Und auch Rosie hat bald seltsame Erlebnisse…
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Vorweg sei gesagt: „Thriller“ ist für mich ja ein recht dehnbarer Begriff. Ich bin da nicht so festgefahren in meiner Vorstellung. Thriller dürfen bei mir auch gerne mal ruhiger sein. Wenn mich der Schreibstil, die Story und die Atmosphäre packen, ist alles okay. Dann habe ich auch nichts gegen ein eher subtiles Spannungslevel. Genau in diesen Stil fügt sich Lisa Unger mit “Apartment 5B” ein.
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Die Geschichte beginnt mit einem kurzen Prolog, der mich erst mal skeptisch gemacht hat, weil er irgendwie seltsam und kryptisch zu lesen ist. Das kann ja heiter werden, war mein erster Gedanke. Aber dann habe ich schnell in die Story und das Setting hineingefunden. Das geheimnisvolle Apartmenthaus und seine Bewohner haben sofort meine Neugier geweckt. Ich konnte auch nicht einschätzen, was mich erwartet, weil Lisa Unger verschiedene Elemente und Stilmittel mixt. Für mich kam sogar zeitig ein waschechter Hosenschisser-Moment ins Spiel und ich dachte, dass ich eine Gruselgeschichte lese – oder dass Protagonistin Rosie gehörig einen an der Klatsche hat.
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„Apartment 5B“ hat sich für meinen Geschmack spannend entwickelt. Die Handlung hätte aber zugegebenermaßen etwas gestrafft werden können. Das Buch umfasst 500 Seiten und wirkt in Teilen schon etwas in die Länge gezogen. Langweilig war es für mich trotzdem nicht. Der insgesamt tolle Erzählstil hat mich über kleinere Durststrecken hinweg sehen lassen. Das Finale ist für mein Empfinden dann furios. Trotz aller vorherigen Hinweise, die schon irgendwie auf die Auflösung hingedeutet haben, hatte die Geschichte für mich bis zum Schluss Überraschungseffekte parat.
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Fazit: Ich kann mir vorstellen, dass „Apartment 5B“ einer dieser Thriller ist, der etliche Fans des Genres nicht abholen kann. Meinen Nerv hat er aber getroffen. Wäre die Handlung noch ein Mü knapper und dichter erzählt, hätte es sogar eine Top-Bewertung geben können. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Von mir bekommt das Buch eine Leseempfehlung und die Autorin einen Platz auf meiner Merkliste.

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