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Veröffentlicht am 19.02.2023

Gegen den Strich gebürstet

Die Wallflowers - Evie & Sebastian
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Nach dem atemberaubenden Cliffhanger im zweiten Wallflowers-Band, geht es hier nahtlos weiter mit der Geschichte von Evie & Sebastian. Zu Beginn der Reihe hätte ich diese Entwicklung niemals erwartet. ...

Nach dem atemberaubenden Cliffhanger im zweiten Wallflowers-Band, geht es hier nahtlos weiter mit der Geschichte von Evie & Sebastian. Zu Beginn der Reihe hätte ich diese Entwicklung niemals erwartet. Typische Regency-Konventionen werden über den Haufen geworfen. Die Geschichte spielt mit den Erwartungen, die man normalerweise an einen Roman dieses Genres hat. Band 3 ist quasi total gegen den Strich gebürstet - und hat mir wahrscheinlich deshalb besonders gut gefallen. Meinen Nerv hat Lisa Kleypas hiermit absolut getroffen.
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Evie & Sebastian sind ziemlich untypische Regency-Protagonisten. Die unscheinbare und unsichere Stotterin würde normalerweise eher in der belächelten Nebenrolle verweilen. Dem vor Selbstsicherheit und Testosteron nur so strotzenden Unsympathen, wünscht man eigentlich die Krätze an den Hals. Und ausgerechnet diese beiden werden hier zusammengewürfelt und in die erste Handlungsreihe geschoben. Da laufen sie zu Hochform auf - und das ganz ohne rauschende Ballszenen! 
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Sebastian St. Vincent hat es hiermit offiziell in die Liste meiner männlichen Lieblings-Buchcharaktere geschafft. Die ist nicht sooo lang und wird seit Ewigkeiten von  Mr. Darcy (aus Jane Austens "Pride & Prejudice") und Gilbert Blythe (aus "Anne of Green Gables" von Lucy Maud Montgomery) angeführt. Da reiht sich jetzt der düstere Schönling St. Vincent ein. Was für ein Mann! I'm truly madly deeply in love 🖤!!! 
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Fazit: Regency mal herrlich anders! Teil 3 der Wallflowers-Quadrologie ist durch und durch stark, emotional, spannend und HOT 🔥. Story und Protas haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

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Veröffentlicht am 17.02.2023

Nettes Gimmick für Drei ???-Fans

Rocky Beach Crimes. Tödliche Törtchen
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Das "Die drei ???"-Universum hat Zuwachs bekommen. Darf ich vorstellen: Die "Rocky Beach Crimes". Dabei handelt es sich um ein neues Spin-Off - das ganz ohne unsere drei Lieblingsdetektive auskommt. Stattdessen ...

Das "Die drei ???"-Universum hat Zuwachs bekommen. Darf ich vorstellen: Die "Rocky Beach Crimes". Dabei handelt es sich um ein neues Spin-Off - das ganz ohne unsere drei Lieblingsdetektive auskommt. Stattdessen ermitteln hier die beliebtesten Nebenfiguren der klassischen Reihe. Coole Idee. Und in der Tat auch gut umgesetzt.

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Zum Auftakt der neuen Reihe ermittelt Tante Matilda. Ein Selbstläufer. Die resolute Mrs. Jonas ist ein Fixpunkt der Hörspielreihe. Bei den Oscars wäre sie ein heißer Anwärter auf den Titel "Beste Nebendsrstellerin". Mit "Tödliche Törtchen" bekommt sie ihren eigenen Fall und darf mal selbst im Mittelpunkt stehen. Natürlich mit ihrem berühmt-berüchtigten Kirschkuchen.

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Darum geht’s: Beim alljährlichen Backwettbewerb stirbt ein Jury-Mitglied. Der berühmte Schauspieler Greg Weston erleidet einen Herzinfarkt - gerade als er Tante Matildas Kirschkuchen probieren will. Die wittert Mord…

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Justus, Peter und Bob haben Rocky Beach zu einem Kurz-Urlaub verlassen. Also nimmt Matilda Jonas den Fall selbst in die Hand - und steht den drei Junior-Detektiven in Sachen Ermittlungen in nichts nach. Hier bekommt man Tante Matilda pur in Verbindung mit ganz viel Lokalkolorit. Dieses Jugendbuch ist ein Wohlfühlkrimi mit Charme, Spannung und Humor. Ich als Drei ???-Fan hatte hier großen Spaß und konnte auf den 1., 2. und 3. Detektiv tatsächlich auch mal gut verzichten. Tante Matilda macht ihre Sache echt gut. Ich finde, die Junior-Detektive könnten sie ruhig auch mal in einen "echten" Fall mit einbeziehen - also einen Fall der regulären Reihe.

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Fazit: Das Buch ist für Kinder ab 12 Jahren gedacht. Aber eines steht fest: Das sollte sich kein Fan entgehen lassen! "Tödliche Törtchen" ist ein ausgewachsener Cosy Crime und der perfekte Einstieg in diese Spin-Off-Reihe. Zeitgleich erscheint auch gleich Band 2 "Mord unter Palmen". Da darf der legendäre Kunstdieb Victor Hugenay ran.

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Veröffentlicht am 15.02.2023

Gelungenes Thriller-Debüt

Das Sanatorium
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Cover und Klappentext haben mich bei "Das Sanatorium" von Sarah Pearse sofort magisch angezogen. Also: Rein ins Thriller-Vergnügen! Sofort hat mich die Atmosphäre fasziniert. Auch die Charaktere haben ...

Cover und Klappentext haben mich bei "Das Sanatorium" von Sarah Pearse sofort magisch angezogen. Also: Rein ins Thriller-Vergnügen! Sofort hat mich die Atmosphäre fasziniert. Auch die Charaktere haben mir direkt gefallen. Spontan dachte ich, das könnte ein Highlight werden. Ist es letztendlich zwar nicht - aber egal, spannende Lesestunden hatte ich allemal.
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"Gänsehaut pur!" verspricht Schauspielerin Reese Witherspoon auf dem gelben Cover-Sticker! Die gute Reese und ich scheinen einen ähnlichen Geschmack zu haben. Tatsächlich sind mir beim Lesen immer wieder Schauer über den Rücken gelaufen. Wer weiß, vielleicht ist die Vorlage für Mrs. Witherspoon als Filmproduzentin interessant und sie macht daraus eine Serie à la "Little Fires everywhere"? Der Stoff würde es hergeben.
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Ein Luxushotel in den Schweizer Alpen. Eingeschneit und nach Lawinenabgängen von der Außenwelt abgeschnitten. Seltsame Vorkommnisse. Dazu noch Charaktere, mit einer eigenen Geschichte. Sarah Pearse fährt alles auf, was ich mag. Ich war also sofort mittendrin im Geschehen und habe die Aura des Schauplatzes förmlich inhaliert. Protagonistin Elin hat mir auch gut gefallen. Sie schleppt ein privates Trauma mit sich herum, dass die Beziehung zu ihrem Bruder Issac belastet. Außerdem steckt die Kommissarin in einer beruflichen Krise. Am Anfang kommt sie entsprechend unsicher und verhuscht daher. Aber als es drauf ankommt, blüht sie wieder auf und ermittelt drauflos. Das grausame Geschehen konnte mich in den Bann ziehen. Der Spannungsbogen nimmt einen guten Verlauf und hat gekonnt mit meinen persönlichen Ängsten gespielt.
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Fazit: Mit "Das Sanatorium" ist Sarah Pearse ein beachtliches Thriller-Debüt gelungen. Ja, einiges mag etwas konstruiert und nicht so ganz stimmig wirken. Hier und da hätte die Story vielleicht auch etwas gestrafft werden können. Dann hätte sie mich emotional bestimmt noch mehr gecatcht. Aber hey, insgesamt hat mir der Thriller gut gefallen. Das Ende schreit nach Fortsetzung. Ich hoffe, dass Sarah Pearse entsprechend nachlegt.

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Veröffentlicht am 14.02.2023

Ganz unterhaltsam aber nicht richtig überzeugend

Der Donnerstagsmordclub und die verirrte Kugel (Die Mordclub-Serie 3)
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Mit "Der Donnerstagsmordclub und die verirrte Kugel" legt Richard Osman bereits den 3. Krimi um die Senioren Elizabeth, Joyce, Ron und Ibrahim vor. Sie leben in der Residenz Coopers Chase und möbeln ihren ...

Mit "Der Donnerstagsmordclub und die verirrte Kugel" legt Richard Osman bereits den 3. Krimi um die Senioren Elizabeth, Joyce, Ron und Ibrahim vor. Sie leben in der Residenz Coopers Chase und möbeln ihren Alltag auf, indem sie sich Cold Cases widmen. Die vorherigen beiden Bücher habe ich nicht gelesen. Bewertungen dazu haben mir aber ständig das Gefühl vermittelt, ich müsste die Reihe kennenlernen. Das habe ich jetzt getan.
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Die Reihe wird als britisch-charmanter Cosy Crime mit vier Senioren-Ermittlern beworben. Typische Cosy-Vibes sind bei mir aber nicht angekommen. Auch sie Story und die Protagonisten haben mich nicht rundum begeistert. Was ich wiederum mag, ist der doch recht spezielle Stil von Richard Osman. Humor und Handlung sind skurril bis abstrus. Das hat mir gefallen.
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Die Senioren wollen herausfinden, was vor 10 Jahren mit der Journalistin Bethany Waite passiert ist. Abgekoppelt von den Ermittlungen wird Ex-Geheimagentin Elizabeth entführt und mit einem besonderen Auftrag konfrontiert. Die abgefahrenen Momente, die mit diesem Teil der Handlung in Verbindung stehen, haben mir am besten gefallen. Ansonsten fand ich den Krimi mit seinen vielen Personen doch etwas unübersichtlich. Und eigentlich hätte ich es besser gefunden, wenn sich der Autor für einen der beiden Handlungsstränge entschieden, diesen konsequent verfolgt und bis ins kleinste ausgearbeitet hätte.
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Meine Mitgliedschaft im Donnerstagsmordclub hatte ich mir ein bisschen anders vorgestellt. In der Regel springe ich auf Cosy Crime sofort an. In diesem Fall haben mich Story und Charaktere aber nicht so richtig gepackt und sind mir teilweise zu sehr an der Oberfläche geblieben. Spannung kam weniger auf als gedacht. Und auch die Atmosphäre ist nicht ganz so gemütlich, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Den speziellen Osman-Humor mochte ich dagegen recht gern - wenn auch einige Witze ein bisschen verpuffen.
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Fazit: Ich habe so viel Gutes über den Donnerstagsmordclub gehört. Der 3. Krimi der Reihe ist auch intelligente Unterhaltung - hätte aber mehr Charme, Herz und Seele vertragen. Vielleicht sind die beiden Vorgänger besser. Eventuell ist der neue Fall eher was für bereits eingefleischte Fans.

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Veröffentlicht am 14.02.2023

Ennas ganz persönlicher Fall

Enna Andersen und die verlorene Zeit
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Am 21. Februar erscheint „Enna Andersen und die verlorene Zeit“. Ich durfte den 5. Teil der Cold Case-Reihe von Anna Johannsen bereits vorab lesen. Und ich kann sagen: Für mich ist es der bisher beste ...

Am 21. Februar erscheint „Enna Andersen und die verlorene Zeit“. Ich durfte den 5. Teil der Cold Case-Reihe von Anna Johannsen bereits vorab lesen. Und ich kann sagen: Für mich ist es der bisher beste Fall der Serie.
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Mit den Cold Cases ist das ja so eine Sache. Ich finde es generell interessant, wenn Ermittler alte Fälle wieder aufrollen, sich durch Aktenberge wühlen und Zeugen erneut befragen, um neue Anhaltspunkte zu bekommen. Aber man muss dieses Herumgestochere in der Vergangenheit auch mögen. Es ist halt oft etwas trocken und müßig zu verfolgen. Deshalb muss ich auch sagen, dass ich die bisherigen Bücher der Enna Andersen Reihe – von denen mir ein Teil allerdings fehlt – gerne gelesen habe, aber zugegebenermaßen nicht herausragend fand. Mit dem 5. Band konnte Anna Johannsen aber eine Schippe drauflegen – und das hat seinen Grund.
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„Enna Andersen und die verlorene Zeit“ ist definitiv der intensivste Band der Reihe. Von Beginn an prägt der frühe Tod von Ennas Eltern die Storyline der Krimis. Diesmal findet dieser persönliche Fall seine Auflösung. Passend dazu sind die Charaktere diesmal besonders gut gezeichnet. Enna und ihr Team waren mir zwar auch in den vorangegangenen Büchern schon recht sympathisch – gefühlsmäßig so richtig nahe gekommen war ich ihnen aber trotzdem irgendwie nicht. Diesmal konnte ich aber zu allen eine richtig tolle Beziehung aufbauen. Neben Enna haben auch ihre Kollegen Paulsen und Pia neue Facetten mit auf den Weg bekommen. Das zeigt, dass die Reihe auch über diesen Cold Case hinaus noch Potenzial hat.
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Fazit: „Enna Andersen und die verlorene Zeit“ – der Titel bekommt mit der Auflösung des Falls eine ganz besondere Bedeutung und wirkt da erst richtig. Der Kriminalfall und die Ermittlungen sind gut ausgearbeitet. Das Ende hat mich überrascht. Es ist berührend und emotional. „Enna Andersen“ ist die 2. von insgesamt 3 Krimi-Reihen, an denen Anna Johannsen mittlerweile schreibt. Ich freue mich auf jeden Fall auf weiteren Lesestoff.

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