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Veröffentlicht am 06.04.2026

Nichts Besonderes

Bachelorette Party
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Der Name Sten steht für beste Krimi- und Thriller-Unterhaltung aus Schweden – zumindest, wenn der Name Viveca davorsteht. Seit einigen Jahren mischt nun auch Tochter Camilla in dem Genre mit. Ihr neuer ...

Der Name Sten steht für beste Krimi- und Thriller-Unterhaltung aus Schweden – zumindest, wenn der Name Viveca davorsteht. Seit einigen Jahren mischt nun auch Tochter Camilla in dem Genre mit. Ihr neuer Thriller heißt BACHELORETTE PARTY.
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Darum geht’s: Eine Gruppe Mädels trifft sich, um einen Junggesellinnenabschied auf einer einsamen schwedischen Schäreninsel zu feiern. Vor zehn Jahren sind dort vier Frauen spurlos verschwunden…
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Hier steckt wirklich alles drin, was gerade irgendwie erfolgversprechend zu sein scheint. Insel-Setting. Party-Stimmung. Cold Case. Geheimnisse. Unterschiedliche Zeitebenen. Habe ich etwas vergessen? Ach ja, ein Podcast. Das wirkt schon ziemlich checklisten-artig zusammengeschrieben. Dabei wissen wir doch alle, dass das Sprichwort „Viel hilft viel“ nicht wirklich zutreffend ist. So ist es auch in diesem Fall.
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BACHELORETTE PARTY lässt sich gut und flüssig lesen. Allerdings könnte man einen Großteil des Buches auch einfach überfliegen, weil hier wirklich alles nach Schema F verläuft. Die Ausarbeitung der Charaktere ist flach und den einzelnen Mädels fehlt es an besonderen Eigenschaften, um sie richtig auseinanderhalten und echtes Interesse an ihnen entwickeln zu können. Der Handlungsverlauf bietet kaum Überraschungen, wodurch dann auch keine echte Spannung aufkommt. Alles verschwimmt konturlos ineinander und plätschert im Stil von schon 1000-mal gelesen vor sich hin. Das Ganze mündet schließlich in einem übertrieben wirkenden Finale, dass auf den letzten Metern auch nichts mehr retten kann.
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Fazit: BACHELORETTE PARTY reiht sich in die laaange Schlange von Thrillern mit sehr ähnlichem Plot ein und ist dabei ziemlicher Einheitsbrei. Es fehlt der spezielle Kick, um aus der Masse herauszustechen. Hier gilt: Gelesen und aus dem Sinn.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Ein Fiebertraum

REM
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Äh, ja… Was war das jetzt bitte??? Für mich war REM von Annika Straus und Sebastian Fitzek jedenfalls mal gar nichts. Und das hätte mir eigentlich schon im Vorfeld klar sein müssen…
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Es geht irgendwie ...

Äh, ja… Was war das jetzt bitte??? Für mich war REM von Annika Straus und Sebastian Fitzek jedenfalls mal gar nichts. Und das hätte mir eigentlich schon im Vorfeld klar sein müssen…
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Es geht irgendwie um Schlafen, Träumen und Sterben in einer dunklen und übernatürlichen Welt. Ein Albtraum, der für mich ratzfatz zum Fiebertraum geworden ist.
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Okay, ich nehme mir immer vor, auf keinen Fall mehr auf Marketing-Maschen der Verlage anzuspringen – und schlage dann doch manchmal alle guten Vorsätze in den Wind. So wie in diesem Fall. Eigentlich wollte ich aus dem Fitzek-Game jetzt endgültig raus sein. Dann kam die Ankündigung von REM um die Ecke, einer Kooperation mit Annika Strauss… Und weil deren Thriller-Debüt NACHTFAHRT mir ja echt gut gefallen hat, war ich dann natürlich doch wieder neugierig und musste meine Nase in diesen Horror-Thriller stecken. Das Ergebnis war eigentlich absehbar: Ich habe schnell gemerkt, dass mich hier der typische fitzeksche Wahnsinn erwartet – nur praktisch hoch zehn. Der Einstieg ins Buch war mit verschiedenen Perspektiven und schnellen Sprüngen direkt mal sehr wild. Kurzzeitig kam etwas Licht ins Dunkel, was mich doch wieder hat hoffen lassen. Dann ist die Story allerdings schnurstracks in den kompletten Irrsinn abgedriftet. Ich habe mich wirklich nur noch gefragt, was ich da überhaupt lese und vor allem WARUM??? Tja, selber schuld. Diese Leseerfahrung habe ich mir selber zuzuschreiben.
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Ich kann für REM keine Leseempfehlung aussprechen. Aber auch dieser Thriller wird sicher seine Fans finden, die mit der Geschichte mehr anfangen können als ich. So oder so ist es gelungen, durch das Fitzek-Strauss-Gespann und das Label Horror-Thriller erfolgreich auf das Buch aufmerksam zu machen. Meine Art von Nervenkitzel ist das hier aber absolut nicht.

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Historischer Gänsehaut-Krimi

Das Gutshaus im Nebel
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DAS GUTSHAUS IM NEBEL von Katja Angenent ist ein historischer Kriminalroman, der ganz laut meinen Namen gerufen hat. Das Cover ist wunderschön spooky. Die Ankündigung des Verlags verspricht Gänsehaut-Feeling ...

DAS GUTSHAUS IM NEBEL von Katja Angenent ist ein historischer Kriminalroman, der ganz laut meinen Namen gerufen hat. Das Cover ist wunderschön spooky. Die Ankündigung des Verlags verspricht Gänsehaut-Feeling für Fans von Jane Austen, Charlotte Brontë und Wilkie Collins. Ja, ja und nochmal ja! Das musste ich lesen.
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Darum geht’s: Die junge Lehrerin Charlotte Jäger kommt 1882 als Betreuerin eines Adelssprösslings auf das abgelegene Gut Valarin. Dort lauern Geheimnisse…
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Der Einstieg ins Buch liefert gleich mal perfektes Kopfkino. Es war, als wäre ich mitten in einem Schwarz-Weiß Film gelandet. Dunkle Schatten, undurchsichtige Personen und seltsame Geschehnisse sorgen direkt für Mystery-Momente und Gänsehaut. Katja Angenent fängt hier perfekt die Stimmung klassischer Spannungsromane ein. Ich musste immer wieder an THE WOMAN IN WHITE von Wilkie Collins denken – ein Roman, der zu den Mitbegründern meiner Leidenschaft für das Genre gehört. Und genau hier knüpft DAS GUTSHAUS IM NEBEL an. Der Roman fängt früheren Zeitgeist ein, verwendet aber moderne Mittel. Der Krimi ist deutlich leichter und trotz seiner historischen Ansiedlung auch zeitgemäßer zu lesen als ein waschechter Klassiker.
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Das Gutshaus ist toll beschrieben und die Personen, mit denen ich es dort zu tun bekommen habe, ebenso. Ich hatte das Gefühl, selbst durch die dunklen Gänge zu wandeln. Natürlich habe ich auch versucht, mir auf so manches seltsame Verhalten und Ereignis einen Reim zu machen. Zu Beginn des Buches dachte ich nach der Schilderung einer schaurigen Überlieferung zeitweise sogar, dass die Geschichte sich komplett ins Geisterhafte entwickeln könnte. Ich wäre diesen Weg mitgegangen, weil es super zur allgemeinen Stimmung gepasst hätte. Die Autorin hat dann aber doch auf normale Erklärungen gesetzt.
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Das Erzähltempo ist zwar eher gemächlich, aber nie langweilig. Ich war stets neugierig darauf, wie es weitergeht. Es gibt immer wieder spannende Momente und Entwicklungen. Das Finale bietet sogar ein bisschen Action. DAS GUTSHAUS IM NEBEL ist ein Spannungsroman im Stile bekannter Klassiker, der mich gut und kurzweilig unterhalten hat.

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Veröffentlicht am 28.03.2026

Besondere Geschwister-Beziehung

Our Last Resort - Teilst du dein Zimmer mit einem Mörder?
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Es gibt diese Bücher, denen man mit einer Sterne-Bewertung irgendwie nicht gerecht wird. OUR LAST RESORT von Clémence Michallon gehört in diese Kategorie. Ich habe den Psychothriller durchweg gerne gelesen ...

Es gibt diese Bücher, denen man mit einer Sterne-Bewertung irgendwie nicht gerecht wird. OUR LAST RESORT von Clémence Michallon gehört in diese Kategorie. Ich habe den Psychothriller durchweg gerne gelesen und kann nichts wirklich Negatives darüber sagen. Wenn ich nun gezwungen bin, Sterne zu vergeben, fehlt dem Buch aber irgendetwas, um es in die Top-Region aufsteigen zu lassen. Also gibt es von mir in diesem Fall zwar „nur“ 3 Sterne, die aber als im positiven Sinne solide zu verstehen und auch mit einer Leseempfehlung verbunden sind.
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Darum geht’s: Frida und Gabriel wollen ein paar Tage in einem Luxus-Resort in Utah verbringen. Dann wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Der Verdacht fällt auf Gabriel. Nicht zum ersten Mal…
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Ich kann nur sagen: Ich mag die Story. Ich mag den Schreibstil. Ich mag die Erzählweise. Ich mag den Aufbau. Und ich frage mich selbst, woran es liegt, dass am Ende trotzdem keine bessere Bewertung herausspringt. Vielleicht hat es damit zu tun, dass das Buch ein bisschen der Erwartungshaltung zuwiderläuft. Titel, Cover und Klappentext lassen auf einen klassischen Destination-Thriller schließen. Eine andere Storyline hat mich dagegen ein bisschen überrascht. Der Handlungsstrang in der Vergangenheit macht nämlich die Sekten-Thematik auf und letztendlich landen wir auf der Psychothriller-Ebene noch bei einer daraus resultierenden sehr speziellen Geschwister-Dynamik. Ihr merkt: In die Handlung spielen ganz unterschiedliche Aspekte rein, die ich allesamt interessant finde und die bei mir viele Fragen aufwerfen. Ich bin kein Fan allzu dicker Schmöker – in diesem Fall hätte ich mir aber gewünscht, dass einiges in der Ausarbeitung mehr Raum gehabt und dadurch noch intensiver hätte wirken können. Dafür sind mir unter 400 Seiten hier ausnahmsweise mal zu wenig geblieben.
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Fazit: OUR LAST RESORT von Clémence Michallon ist ein Buch, dass ich grundsätzlich sehr gerne mochte, obwohl ich gleichzeitig glaube, dass ganz viel Potenzial verschenkt wurde.

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Intensiver Psychothriller

Station 9
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Eine Psychologin. Eine Patientin mit Amnesie. Ein bitterböses Spiel. Das sind die Zutaten, aus denen Naomi Williams ihren Psychothriller STATION 9 zusammengerührt hat. Das Ergebnis hat meinen Geschmack ...

Eine Psychologin. Eine Patientin mit Amnesie. Ein bitterböses Spiel. Das sind die Zutaten, aus denen Naomi Williams ihren Psychothriller STATION 9 zusammengerührt hat. Das Ergebnis hat meinen Geschmack getroffen.
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Darum geht’s: Blutüberströmt wird Laura Winters mitten in London auf der Straße gefunden. Das Blut ist nicht ihres. Laura hat keinerlei Erinnerung daran, was passiert ist…
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Okay, mein erster Gedanke war, dass ich so etwas ähnliches doch gerade erst in einem anderen Buch gelesen habe. Schnell hat sich dann aber herauskristallisiert, dass STATION 9 das Thema ganz anders anpackt. Dieser Psychothriller entpuppt sich nicht unmittelbar als rasanter Pageturner. Er setzt vielmehr auf ruhige Intensität.
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STATION 9 kommt eher langsam in die Gänge. Und dem ein oder anderen mag auf dem Lese-Weg vielleicht schon die Luft ausgehen. Mir hat der Stil aber gefallen. Und letztendlich kann ich für meinen Teil nur sagen: Dieser Thriller kommt langsam, aber gewaltig. Die Spannung ist über weite Strecken eher subtil und durch seltsame Ungereimtheiten geprägt. Im Verlauf nimmt die Handlung dann immer mehr an Fahrt auf – und tatsächlich war irgendwann der Punkt erreicht, an dem ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen.
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Ich hatte keinen besonderen Anspruch an das Buch und bin absolut positiv überrascht worden. Mir hat STATION 9 gefallen. Der Erzählton ist leise, das Tempo eher langsam. Beides in einem Maße, wie es mich aber anspricht. Trotz schmaler unter 400 Seiten braucht die Story ein bisschen Anlaufzeit. Gerade die zweite Hälfte hat mir dann aber richtig gut gefallen. Ich bin hier insgesamt echt auf meine Kosten gekommen und hatte eine gute Lesezeit.

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