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Abibliophobia

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.09.2025

Undercover

Deckname: Bird
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An dem Thriller reizt mich vor allem, dass sich Heathers Leben von einem Tag auf den anderen komplett ändert. Und das Beste daran: ich darf sie bei ihrer spannenden Reise begleiten. Was passiert, wenn ...

An dem Thriller reizt mich vor allem, dass sich Heathers Leben von einem Tag auf den anderen komplett ändert. Und das Beste daran: ich darf sie bei ihrer spannenden Reise begleiten. Was passiert, wenn man alles, auch die eigene Identität aufgeben muss? Bereits mit 5 Jahren entlarvte Bird Lügner, als ihr Vater ihr eine erfundene Reise verkaufen wollte. Als er dann sterben im Krankenhaus liegt alarmiert Bird ihre Kontaktperson laut Protokoll. Hier ahnt man schon, welche großen Geheimnisse sie versteckt. Ihr ganzes Leben ist eine Farce.
An die Zeitsprünge bei jedem neuen Kapitel muss man sich erst gewöhnen, die Übergänge sind teilweise doch sehr hart. Der Schreibstil ist sehr gut. Sehr klare Worte, Metaphern wie beispielsweise die Fluchttasche als ewiges Wegrennen vor dem Leben. Die einzelnen knappen vorwegnehmenden Sätze erzeugen eine großartige Spannungskurve. Man ist als Leser völlig gefesselt, obwohl man die gesamte Zeit im Dunkeln tappt und keinen Schimmer hat auf welcher Mission Bird sich befindet. Sie hat viele Geheimnisse in der Zukunft, aber auch in der Vergangenheit und man hat absolut keine Ahnung wer Heather wirklich ist. Alles an Bird ist geheimnisvoll und undurchsichtig, selbst ihre Beziehung zu Flavia. Noch nie hat mich ein Buch so lange im Dunkeln tappen lassen und so viele meiner Vermutungen und Gedankenstränge ein paar Seiten später widerlegt.

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Home Sweet home

Die Suche nach Zuhause
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Was genau definiert zuhause? Ist es ein Ort oder mehrere? Sind es die Menschen, die einen umgeben? Oder die Erinnerungen, die das Herz berühren?
Marie macht sich auf die Reise und versucht die Antworten ...

Was genau definiert zuhause? Ist es ein Ort oder mehrere? Sind es die Menschen, die einen umgeben? Oder die Erinnerungen, die das Herz berühren?
Marie macht sich auf die Reise und versucht die Antworten auf diese komplexe Frage zu finden.
Das Gefühl, das Marie am Anfang beschreibt kenne ich zu gut, dieses „hach ich könnte jetzt auch einfach hierbleiben“ wenn man sich an einem schönen, fremden Ort befindet. Wie oft habe ich ein schweres Herz auf dem Weg zum Flughafen, obwohl ich an diesen Orten nur einen Bruchteil meiner Lebenszeit verbracht habe.
Maries Sätze greifen meine Gedanken auf, sie sind so herrlich philosophisch und treffen direkt ins Herz.
Heimat und Zuhause ist ein sehr großes Thema, das jeder mit sich trägt. Darüber ein Buch zu schreiben und die Komplexität auf 200 Seiten niederzuschreiben hat mich wirklich beeindruckt.
Marie wurde selbst das Zuhause genommen und dadurch war auf einmal alles möglich. Ihre Beschreibung der Wohnungssuche ist so witzig, charmant und authentisch verzweifelt, sie beschreibt Erfahrungen, die wir alle bereits machen mussten und die uns alle fast zu Immobilienmaklern ausgebildet hat.
Sie fasst die unterschiedlichen Arten und Emotionen von Heimat wahnsinnig gut in Worte und berücksichtigt wertfrei alle Definitionen, auch wenn sie nicht ihrer eigenen entsprechen. Zuhause kann ein Ort, eine Stadt, ein Gefühl oder ein Mensch sein, Das Buch berührt und regt zum intensiveren Nachdenken über dieses Thema an.
Wenn man viel verreist spürt man jeden Gedanken Maries noch intensiver, als wäre es der eigene.
Dieses Buch vereint einfach alles: Sachbuch, Roman, Journal, Reiseführer. Man liest bei jeder Seite wie viel Liebe und Gedanken im Buch stecken. Es ist gefühlvoll, tiefgründig, schön, traurig, intelligent. Jeder Mensch hat seine eigene Definition von Zuhause und jede ist richtig und voller Liebe. Das uns so viel mehr transportiert Marie in ihrem Buch.

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Die Fake-Bestattung

Das glückliche Leben
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Das glückliche Leben, wer wünscht es sich nicht. Ich freue mich sehr auf die Neuanfänge in diese Buch, eine Sehnsucht die wohl jeden von uns mal überkommt. Einfach alles hinwerfen und kopfüber in ein neues, ...

Das glückliche Leben, wer wünscht es sich nicht. Ich freue mich sehr auf die Neuanfänge in diese Buch, eine Sehnsucht die wohl jeden von uns mal überkommt. Einfach alles hinwerfen und kopfüber in ein neues, glücklicheres? Leben.
Das Interview mit David Foenkinos zu Beginn des Buches ermöglicht einen sanften Einstieg in das Buch und reißt kurz die beiden Protagonisten und ihr Leben an. Amelie und Eric haben beide typische, steile Karrieren hingelegt, aber man merkt schnell, dass sie das nicht glücklich macht.Immer ist da dieses Gefühl von „irgendetwas fehlt“.
Eric kündigt von jetzt auf gleich seinen Job und schließt sich Amelie an, das schreit nach Spannung und neuen Herausforderungen. Hinter der Fassade der beiden Vorzeige-Karrieren bröckelt es ganz schön. Beide sind tief im Inneren nicht wirklich zufrieden. Die Handlung bis zum zweiten Teil zieht sich etwas und ist sehr langatmig. Aber als Eric dann beginnt zu sterben nimmt das Buch etwas an Fahrt auf. Ich hätte mir die Zeremonie allerdings detaillierter geschildert erhofft. Da wurde leider nicht so viel Gefühlt transportiert.
Dennoch scheint es für Eric so, als würde sein Leben nun erst beginnen. Er scheint wie ausgewechselt, seine Beziehungen verbessern sich und beruflich geht es steil bergauf mit einem erfüllenden Job. Dann schauen wir zurück auf Amelie und ihre persönliche Corona-Zeit, bis die beiden dann endlich wieder aufeinander treffen….
Insgesamt ist das Buch stellenweise sehr langatmig und richtig emotional berührt hat es mich nicht. Aber die Geschichte ist gut und mal was anderes.

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Poetisch und kraftvoll

Spät am Tag
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Das Cover wirkt eher wie ein lauer Sommerabend und ein damit verbundener gemütlicher Roman. So die Erwartung. Was ich bekam, war gänzlich anders, ein schöner poetischer, leiser, aber vor allem wahnsinnig ...

Das Cover wirkt eher wie ein lauer Sommerabend und ein damit verbundener gemütlicher Roman. So die Erwartung. Was ich bekam, war gänzlich anders, ein schöner poetischer, leiser, aber vor allem wahnsinnig kraftvoller Roman über Verlust, Familie, Natur und Sommertage.
Der Roman beginnt mit der Beschreibung der Menstruation, was mich sehr beeindruckt hat. Wir reden viel zu wenig über dieses Thema, dabei ist es etwas ganz Natürliches. Dies ins Bewusstsein zu rücken ist wichtig, da es ein großes Thema ist, das viel Einfluss auf das Leben und auch die Familie und das Umfeld haben kann. Die hormonellen Veränderungen, die starken Schmerzen. Es ist eine große Belastung und ein starker Eingriff in den Alltag einer Frau.

Beim Lesen spürt man Johannes großen Verlust und ihre Trauer um Mikael sehr. Danach kommt ein schneller und abruper Wechsel zu ihrer gemeinsamen Anfangszeit, der den Lesefluss allerdings positiv beeinflusst und nicht unterbricht. An die harten Sprünge im Buch muss man sich allerdings erst gewöhnen. Der Schreibstil ist sehr gut, einnehmend, ohne aufdringlich zu sein. Sehr poetisch, sehr detaillierte und romantische Schilderungen. Die Worte kommen leise, ganz unaufgeregt und haben genau deshalb so ein kraftvolles Gewicht und wirken noch lange nach.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Aufsteiger und Absteiger

Aufsteiger
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Peter Huth beschreibt in seinem Roman „Aufsteiger“ den harten Aufstieg und noch härteren Fall in der Verlagsbranche. Von Diskriminierung bis Mord bietet der Roman alles, was der Leserherz begehrt.

Der ...

Peter Huth beschreibt in seinem Roman „Aufsteiger“ den harten Aufstieg und noch härteren Fall in der Verlagsbranche. Von Diskriminierung bis Mord bietet der Roman alles, was der Leserherz begehrt.

Der Spannungsaufbau ist bereit im Prolog gelungen. Er handelt von einer Leiche. Das war alles an Informationen, die man bekommt und das etwas schreckliches passiert sein muss. Was genau, darüber wird der Leser kunstvoll im Dunkeln gelassen.
Das Buch beginnt mit einer sehr präzisen, detaillierten, aber dennoch sehr klaren Beschreibung von Felix und Berg und ihren jeweiligen Familiensituationen, sowie eine Kurzvorstellung des Verlags.
Ich liebe Huths klare Worte sehr. Er ist Meister im Übertragen von Informationen ohne wirklich Informationen zu geben. Dadurch baut er eine unheimlich große Spannung auf.
Man taucht als Leser ein in die skrupellose Welt des Verlagswesen, wo man niemanden trauen kann und nur eiskalt nach oben gelangt. Dennoch ahnt man nur schwach, was der Mord mit dem Alltag des Verlags zu tun haben sollte. Felix Welt bricht unterdessen zusammen und er ist schneller aus dem Business, als er gucken kann. Vermeintlich. Dadurch nimmt die Geschichte erst an Fahrt auf.
Huth verpackt den Inhalt vieler aktueller Themen wie Corona, Diskriminierung, Sexualisierung in abgeklärte Sätze, die klar formuliert sind und sehr viel Inhalt transportieren. Ein spannender Roman zu den Themen unserer Zeit. Der Schreibstil ist fantastisch, die Perspektivenwechsel und die damit einhergehende sprachliche Veränderung ist sehr professionell.
Das Ende hat mich komplett überzeugt, die letzten 100 Seiten haben meine Gedanken immer wieder durcheinander geworfen, jede Vermutung wurde durch eine überraschende Wendung obsolet. Toller Roman, eins der besten Enden, die ich je gelesen habe.

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