Cover-Bild Deckname: Bird
(19)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
18,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Suhrkamp
  • Themenbereich: Belletristik - Thriller: Spionage
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 390
  • Ersterscheinung: 22.07.2025
  • ISBN: 9783518474945
Louise Doughty

Deckname: Bird

Thriller | »Eine fesselnde Lektüre, die mich lange vom Schlafen abgehalten hat!« Val McDermid
Thomas Wörtche (Herausgeber), Astrid Arz (Übersetzer)

Was ist schlimmer? Gejagt zu werden oder niemals gefunden zu werden?

Heather Berriman, genannt Bird, ist eine Frau auf der Flucht. Gerade noch war sie in einer Besprechung in ihrem Büro in Birmingham – und in der nächsten Minute muss sie ihren Job, ihr Zuhause, ihr Leben hinter sich lassen. Es ist der Tag gekommen, mit dem sie gerechnet und auf den sie sich vorbereitet hatte. Aber nichts konnte sie auf das vorbereiten, was als Nächstes passieren würde.
Während Bird versucht herauszufinden, wer hinter ihr her ist, muss sie sich entscheiden, wem sie noch vertrauen kann.

Weitere Formate

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.08.2025

Auf der Flucht

0

Die vielfach preisgekrönte Autorin Louise Doughty hat mit “Deckname Bird” ihren zehnten Roman vorgelegt, einen Thriller der etwas anderen Art. Die Titelfigur des stimmigen Covers zeigt Heather Berriman, ...

Die vielfach preisgekrönte Autorin Louise Doughty hat mit “Deckname Bird” ihren zehnten Roman vorgelegt, einen Thriller der etwas anderen Art. Die Titelfigur des stimmigen Covers zeigt Heather Berriman, Deckname Bird, die Protagonistin, die ihre Geschichte in der Ich- Form erzählt.

Heather erkennt schon als Kind, dass in ihrer Familie die Lüge dominiert, später versteht sie, dass ihr Vater als Geheimagent arbeitet. Sie selbst schlägt eine militärische Laufbahn ein, um nach einigen Jahren und Zwischenschritten auch im Dienst des britischen Secret Service zu landen. Dort macht sie Karriere, ist zufrieden im Job und sieht ihre Rolle im Schutz der Bürger. Doch alles ändert sich, als Heather, nunmehr eine Frau mittleren Alters, nach Birmingham versetzt wird. In einer Teambesprechung erkennt sie, dass sie nur wenige Sekunden Zeit hat, um zu fliehen. Den Grund für ihre Flucht und von wem Heather verfolgt wird, erfahren die Lesenden erst spät.

“Deckname Bird” ist kein typischer Agententhriller. Es geht weder um Staatsgeheimnisse, Bedrohungen durch ausländische Mächte oder Verfolgungsjagden. Einzig die Flucht von Heather ist relevant. Hier beschreibt die Autorin akribisch, welchen Weg die Protagonistin zurücklegt. Ebenso bringen die detaillierten Schilderungen der Stationen und Szenerien die Lesenden dazu, Heather auf ihrer Flucht, die bis nach Island führt, zu begleiten. Die Lesenden sehen die Gefahr durch Heathers Augen, hören durch ihre Ohren den Gesprächen der Menschen zu und fühlen mit ihr die Angst, verfolgt, bedroht und ermordet zu werden. Wird es für Heather möglich sein, jemals zur Ruhe zu kommen und ein normales Leben zu führen?

In diesem psychologisch ausgefeilten Thriller werden in Rückblenden die persönlichen Beziehungen von Heather, der Computer lieber sind als Menschen, thematisiert. Aus ihrer Militärzeit hat Heather nur eine enge Freundin, Flavia, die sie platonisch innig liebt, mit der sie sich aber überwirft. Denn Heather kann ihr nicht erklären, warum sie nicht immer da sein kann, wenn Flavia sie braucht. Diese Entwicklung ist für Heather schmerzlich, denn sie fühlt auch große Zuneigung zu Flavias Tochter Adelina, hat aber lange keinen Kontakt mit ihr. Erst nach langen Jahren wird sie versuchen, wieder an Adelinas Leben teilzunehmen, auch wenn sie weiß, dass ihr Beruf eine enge Bindung unmöglich macht. Die Beziehungen zu Männern bleiben oberflächlich, dennoch spürt man, dass Heather sich wünschen würde, Geborgenheit und Ruhe zu finden. Letztlich bleibt der Ausgang dieses tiefgründigen Romans offen.

Louise Doughty hat mit “Deckname Bird” eine faszinierendes Buch geschrieben, das den Spannungsbogen bis zum Ende halten kann und ein genaues Persönlichkeitsprofil der Titelfigur zeichnet. Als Lesernde:r erlebt man mit, welchen Erkenntnisschock es für Heather bedeutet, von der Jägerin korrupter Agenten selbst zur Gejagten zu werden. Lange ist nicht klar, wer sie ausgenutzt und betrogen hat. Die Sprache der Autorin ist präzise und realitätsnah, dennoch ist das Buch gut lesbar und die Geschichte sehr eindringlich erzählt. Ich kann daher diesen Thriller gerne empfehlen und bewerte ihn mit verdienten fünf Sternen.

Mein Fazit:

“Deckname Bird” ist ein vielschichtiger Roman, der den Lesenden die Schrecken von Verfolgung und Bedrohung vor Augen führt, ohne dass es einer fulminanten Handlung bedarf. Hier geht es um die Kunst zu überleben, etwas, das selbst der Geheimagentin Bird schwer fällt und sie immer wieder in scheinbar ausweglose Situationen bringt. Durch die intensive Beschreibung der Flucht der Protagonistin wird man direkt in das Geschehen mit einbezogen, die detailreiche Beschreibung
des Fluchtweges und der widrigen Umstände machen ein Mitfühlen möglich. Louise Doughty ist ein Buch gelungen, dessen Geschichte Spannung bietet und fasziniert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.07.2025

Rasant, tiefsinnig und fesselnd!

0

Heather Berriman ist Agentin des britischen Geheimdienstes, arbeitet in Birmingham in einer Spezialeinheit.
Aus noch nicht sichtbaren Gründen, flüchtet sie aus einer Konferenz heraus, Tasche gepackt, ...

Heather Berriman ist Agentin des britischen Geheimdienstes, arbeitet in Birmingham in einer Spezialeinheit.
Aus noch nicht sichtbaren Gründen, flüchtet sie aus einer Konferenz heraus, Tasche gepackt, exakt geplant für den Notfall und los. Sie weiß, es ist etwas im Busch, das sich gegen sie wendet.
Im Laufe der Geschichte entpuppt sich, wie es dazu gekommen ist.

Das Buch verspricht und hält eine rasante Abenteuerreise bereit, ihre Flucht. Sofort ist man mittendrin im Geschehen und fiebert mit Heather – vom Vater genannt Bird – mit. Das ganze Programm, agentenlike, mit Verkleidungen, ungewöhnlichen Verstecken und vorgetäuschten Charakteren erwartet uns. Sie bangt um ihr Leben, wird verfolgt und gesucht und muss schnelle Entscheidungen treffen. Immer auf dem Sprung, immer bereit, den Koffer zu schnappen. Die Flucht führt von England über Schottland und Norwegen bis nach Island. Heather muss und wird das Rätsel ihrer Verfolgung aufklären.

Das letzte Drittel der Geschichte steht voran, dann enthüllt sich nach und nach in Rückblenden, was dazu führte, bis sich der Kreis zum Ende hin schließt. Heather ist eine taffe Einzelgängerin - die wichtigen Abschnitte ihres Lebens werden dargestellt, ihr Werdegang, der sich bis nach ihrem 50. Lebensjahr hinzieht,

Der Roman ist rasant, sehr gut aufgebaut. Das Leben Heathers psychologisch fein beleuchtet und greifbar gemacht. Interessant ist dass es in diesem Roman mehr um ihren Werdegang mit der für ihr Überleben notwendigen Flucht als Weg geht, die notwendige Aufklärung dient eher als Ergänzung. Die Einsamkeit eines individuellen Lebens, das nichts Vergleichbares kennt und gerade deshalb an sich fesselnd und lebendig ist – der Überlebenswille und die notgedrungene Akzeptanz des Schicksals in dieser Lebensphase. Durchgängige Spannung machen dies Buch zum Pageturner.
Ergänzend und abrundend sind die beeindruckenden Landschafts- und Aufenthaltsbeschreibungen. Sehr gute und auch tiefsinnige Unterhaltung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.07.2025

Spannender Agententhriller mit Tiefgang

0

Von Louise Doughty hatte ich bisher noch nichts gelesen, aber Titel und Cover von "Deckname Bird – Agentin auf der Flucht" haben mich sofort angesprochen. Die Geschichte rund um die britische Agentin Heather ...

Von Louise Doughty hatte ich bisher noch nichts gelesen, aber Titel und Cover von "Deckname Bird – Agentin auf der Flucht" haben mich sofort angesprochen. Die Geschichte rund um die britische Agentin Heather Berriman, genannt Bird, hat mich von Anfang an neugierig gemacht.
Erzählt wird aus Birds Sicht – sehr persönlich und intensiv. Ihre Vergangenheit, die Verbindung zum Geheimdienst über ihren Vater, und der abrupte Moment, in dem sie selbst zur Gejagten wird, machen die Story spannend und emotional dicht. Die Flucht ist eindrucksvoll geschildert – Züge, Verkleidungen, Schlafen im Wald, kein Vertrauen mehr zu irgendwem. Das ist kein glamouröses Agentenleben, sondern harte Realität.
In der Mitte wurde es für mich etwas langatmig, aber das letzte Drittel hat noch einmal richtig Fahrt aufgenommen. Das Ende kam für mich überraschend und war nicht ganz nach meinem Geschmack – aber es passte irgendwie zur Geschichte.
Fazit: Ein ungewöhnlicher, eher leiser Agententhriller mit viel psychologischer Tiefe und einer starken Hauptfigur.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.07.2025

Komplex & voller Wendungen

1

„Deckname: Bird“ ist ein eindrucksvoller Thriller der britischen Autorin und Journalistin Louise Doughty.

Der Einstieg fiel mir nicht leicht. Die Protagonistin Heather Berriman - Bird - ist Geheimagentin, ...

„Deckname: Bird“ ist ein eindrucksvoller Thriller der britischen Autorin und Journalistin Louise Doughty.

Der Einstieg fiel mir nicht leicht. Die Protagonistin Heather Berriman - Bird - ist Geheimagentin, steckt in Schwierigkeiten und muss von jetzt auf gleich, innerhalb weniger Sekunden, die Flucht ergreifen. Das ist alles etwas nebulös und hat zunächst für einige Fragezeichen in meinem Kopf gesorgt.

Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Bird geschrieben und durch Rückblicke in ihre Vergangenheit zu ihrer Familie erfährt man, wie sie zu ihrem Beruf gekommen ist. Auch die Schattenseiten bleiben dabei nicht verborgen.

Die Handlung ist komplex, mitreißend und steckt voller Wendungen. Ich habe es geliebt Bird bei ihrer Flucht durch Schottland, Norwegen und Island zu begleiten. Sie ist eine eindrucksvolle Protagonistin, die mich überraschen konnte, in keine Schablone passt und Stärke beweist.

Durch die kurzen Kapitel – 30 auf gerade einmal 390 Seiten – entsteht beim Lesen ein richtiger Sog. Da lässt sich immer schnell noch ein weiteres Kapitel lesen und ich fühlte mich dabei ebenso gejagt wie Bird. Hier wurde wirklich jede Szene durchdacht und präzise beschrieben.

Auch wenn die Grundhandlung die eines Thrillers ist, bietet dieses Buch mehr, da es eine Reise durch unglaubliche Landschaften, literarische Finesse, Intrigen und Hochspannung verbindet.

Das Ende war für mich unerwartet und ich muss gestehen, dass ich im ersten Moment enttäuscht war, es aber rückblickend durchaus passend finde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.09.2025

man flieht und leidet mit Bird

0

Heathers Karriere bei der Armee endete als sie sich mit einem Offizier, der ihre Freundin Flavia schwängerte und sitzen ließ, gewaltsam anlegte. Nach einigen Umwegen und der Fürsprache von Richard, einem ...

Heathers Karriere bei der Armee endete als sie sich mit einem Offizier, der ihre Freundin Flavia schwängerte und sitzen ließ, gewaltsam anlegte. Nach einigen Umwegen und der Fürsprache von Richard, einem Freund ihres Vaters, landete sie beim Geheimdienst. Inzwischen ist sie in den 50er Jahren und wurde von Richard in die neu gegründete Abteilung zur Untersuchung korrupter Geheimdienstler nach Birmingham versetzt. Mit ihrem dort gekauften Traumhaus hat sie sich mächtig übernommen, da ist es gut, dass ihr Vorgesetzter Kieron Blythe ihr finanziell hilft. Bis man ihr selbst unterstellt, korrupt zu sein. Sofort hat sie zu verschwinden um ihre Unschuld und die Schuld ihres Chefs zu beweisen.
Wir erleben ihre Flucht detailliert mit, die lauernden Gefahren, die Einsamkeit, das Versteckspiel und die Angst vor Verfolgung. Wem kann sie trauen, sitzt im Cafe ein Agent, kann sie es wagen, telefonisch Kontakt aufzunehmen?
Während der Reiseepisoden gibt es immer wieder Rückblenden in früheres Leben mit ihren Eltern, mit ihrer Freundin Flavia und deren Tochter Adelina, in ihr Leben in London.
Es mehr ein spannender Roman als ein Thriller, man kann sich hervorragend in Heather, bzw. Bird, wie sie von ihrem Vater genannt wurde, hineinversetzen, man flieht, man lebt, man leidet mit ihr.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere