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Veröffentlicht am 17.06.2020

Nicolas Guerlains fünfter Fall

Sturmwand
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In "Sturmwand" ermittelt der Personenschützer Nicolas Guerlain in seinem fünften Fall, und der hat es in sich. Auf einer Todesliste stehen fünf Namen, an letzter Stelle Nicolas selbst. Zwei Morde hat es ...

In "Sturmwand" ermittelt der Personenschützer Nicolas Guerlain in seinem fünften Fall, und der hat es in sich. Auf einer Todesliste stehen fünf Namen, an letzter Stelle Nicolas selbst. Zwei Morde hat es schon gegeben, jeweils spielt eine Flaschenpost eine wesentliche Rolle. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, sowohl die Polizei als auch Nicolas ermitteln fieberhaft. Währenddessen steht der Präsident im Fokus einer Gruppe, die ihn angreift und lächerlich machen möchte. Nicolas und seine Truppe werden vom Dienst suspendiert.

Ich kenne nicht alle Teile der Reihe, hatte aber keine Probleme in die Handlung einzusteigen. "Sturmwand" spielt an der Normandie, auf der kleinen Insel Chausey und Granville am Festland, zwei Orte, die der Autor wunderbar atmosphärisch beschreibt. Ich hatte die Insel mit ihrer rauen Schönheit direkt vor Augen, die Natur, die wenigen Menschen, die Wetterlagen, alles gekonnt beschrieben. Man merkt dem Autor die Verbundenheit zu Frankreich und dieser Region an.

Die Handlung ist komplex und durchweg spannend, zum einen geht es um die Anschläge auf den französischen Präsidenten, im Vordergrund steht jedoch die Ermittlung in den Mordfällen, die Polizei versucht fieberhaft weitere Morde zu verhindern.

Die Story ist temporeich und bietet einen super spannenden Showdown. Da einige Blindspuren ausgelegt werden hatte ich bis zum Ende keine Ahnung, was Motiv und Täter betrifft.

Fazit: Atmosphärischer Krimi mit viel Frankreich-Feeling, nicht nur für Frankreich-Fans lesenswert. 5 Sterne

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.06.2020

eine Story, die unter die Haut geht

Ich bin dein Tod
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Der 9. Fall für den Münchner Kommissar Konstantin Dühnfort geht unter die Haut. Eine Story, die streckenweise nur schwer zu ertragen ist.

Dühnfort wagt einen Neustart bei der Abteilung Operative Fallanalyse, ...

Der 9. Fall für den Münchner Kommissar Konstantin Dühnfort geht unter die Haut. Eine Story, die streckenweise nur schwer zu ertragen ist.

Dühnfort wagt einen Neustart bei der Abteilung Operative Fallanalyse, obwohl der Wechsel genau seinem Wunsch entspricht, ist der Start holprig. Dühnfort ist nun nicht mehr Chef, sondern Teamplayer, hat neue Kollegen, von denen ihm einer fast feindselig gegenüber steht. Nicht die besten Voraussetzungen für einen gelungenen Start in der neuen Abteilung.

Der erste Fall führt ihn und seine Kollegen zu einem Doppelmord. Obwohl alles auf einen missglückten Einbruch hinweist, kommen Dühnfort und seine Kollegen zu einem anderen Ergebnis. Weitere Todesfälle, teils nicht auf den ersten Blick als Morde erkennbar, rufen Dühnforts Intuition auf den Plan. Er sieht Verbindungen zwischen den Todesfällen, stößt aber auf wenig Zustimmung bei seinen Kollegen und seinem Chef.

Parallel rollt sich die Geschichte eines jungen Mädchens auf, eine Geschichte die betroffen macht. Lea beschreibt in einem Videotagebuch, was ihr widerfahren ist.

Ich habe fast alle Teile der Reihe gelesen, aber "Ich bin dein Tod" ist für mich einer der besten. Alleine wegen der Thematik um Lea, die die Autorin mit so viel Sensibilität angeht und die doch so verstörend ist.

Der Plot ist dicht, die Spannung hoch, er ist emotional aufwühlend und zu jeder Zeit fesselnd. Er macht betroffen, weil von der Autorin so realistisch geschildert. Wer weiß, wie viele reale Schicksale es gibt?

Kommissar Dühnfort, für den das Thema neu ist, fragt sich, wieso die Medien nicht auf dieses Thema anspringen, wieso in den Schulen nicht darüber aufgeklärt wird oder eine Fernsehserie sich mit diesem Thema beschäftigt. Der Frage schließe ich mich an!

Wenn man die Reihe um Dühnfort kennt, fühlt es sich wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten an. Dühnfort ist sich selbst treu geblieben, ein menschlich gebliebener Ermittler, der auch privat immer wieder mit Problemen konfrontiert wird. Die bekannten Protagonisten sind sehr gut skizziert, besitzen Tiefe, aber auch die neuen sind gut gezeichnet. Sowohl, die Guten, als auch die Bösen.

Fazit: Psychologisch raffiniert, die Grenzen zwischen Tätern und Opfern verschwimmen. Ein Mörder, dessen Motive nachvollziehbar sind. Selbst Dühnfort gerät in einen Gewissenskonflikt.

Für mich einer der besten Teile der Reihe. Harter Tobak, emotional fordend. Ein Thema, das so schnell nicht vergessen sein wird. Definitiv ein Lesehighlight 2020, von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.06.2020

Tempe ermittelt wieder

Das Gesicht des Bösen
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Ich habe einige der ersten Teile der Reihe um Tempe Brennen gelesen, das ist aber schon viele Jahre her. Trotz der langen Pause fiel mir der Einstieg nicht allzu schwer, zumal die Autorin die wichtigsten ...

Ich habe einige der ersten Teile der Reihe um Tempe Brennen gelesen, das ist aber schon viele Jahre her. Trotz der langen Pause fiel mir der Einstieg nicht allzu schwer, zumal die Autorin die wichtigsten Details in die Handlung einarbeitet. Es ist Sommer, Tempe Brennan hat einen schweren Eingriff hinter sich, von dem sie sich erst noch erholen muss. Als Tempe Nachrichten mit Fotos einer verstümmelten Leiche erhält, gerät sie ins grübeln und stellt Nachforschungen an, auch gegen den Willen ihrer Chefin.

Also spannend ist der Thriller allemal, ich habe mich beim lesen von Cliffhanger zu Cliffhanger gehangelt. Allerdings ist es nicht leicht, den roten Faden zu finden und alle Stränge und Themen unter einen Hut zu bringen. Für meinen Geschmack zerfasert die Handlung zu sehr, wirkt verworren. Hier wären weniger mehr gewesen. Ein zweiter Punkt ist die Übersetzung aus dem englischen, die teils sperrig ist. Sich nicht wirklich flüssig lesen lässt bzw. Formulierungen bringt, die einfach nicht passen wollen. Gut hingegen hat mir gefallen, dass an einigen Stellen Humor aufkommt, der mich schmunzeln ließ.

Fazit: Insgesamt fand ich den Thriller lesenswert, er blieb aber hinter meinen Erwartungen zurück. 3,5 Sterne, aufgerundet auf 4

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.06.2020

Nathan Fawles Geheimnis

Ein Wort, um dich zu retten
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Musso ist für mich der Meister der Plot-Twists, das beweist er auch in seinem aktuellen Roman. Immer wieder neue Wendungen, ab einem gewissen Punkt ändert sich alles. Ein Twist, der aus einem Roman einen ...

Musso ist für mich der Meister der Plot-Twists, das beweist er auch in seinem aktuellen Roman. Immer wieder neue Wendungen, ab einem gewissen Punkt ändert sich alles. Ein Twist, der aus einem Roman einen Thriller macht.

Doch worum geht es? Drei Personen stehen im Mittelpunkt der Handlung, die auf der kleinen, beschaulichen Insel Île Beaumont spielt. Dort lebt der berühmte Schriftsteller Nathan Fawles seit vielen Jahren zurückgezogen. Von einem Tag auf den anderen hörte er auf zu schreiben, hat sich in sein Haus auf der Insel zurückgezogen, wo er seit über zwanzig Jahren isoliert lebt. Er lässt sich zwar ab und zu in den örtlichen Geschäften blicken, meidet aber ansonsten jeden Kontakt.

Der angehende Schriftsteller Raphaël Bataille tritt einen Job in der kleinen Buchhandlung La Rose Écarlate an, nicht ohne Hintergedanken. Er möchte sein Manuskript Nathan Fawles zum lesen geben, seine Meinung hören.

Die Journalistin Mathilde Monney befindet sich auf der Insel, sie möchte das Geheimnis um Fawles Zurückgezogenheit lösen. Sie wittert ein großes Geheimnis.

Als die Leiche einer Frau aufgefunden wird, ändert sich die Stimmung dramatisch. Die Frau wurde brutal gefoltert und an einen uralten Eukalyptusbaum genagelt, öffentlich zur Schau gestellt. Die Insel wird abgeriegelt, ein Mörder befindet sich unter den Leuten.

Die Story ist genial angelegt, ein Fotoapparat, der rund um die Welt gereist ist, spielt eine große Rolle. Musso spielt mit seinen Lesern, die Story wirkt zu keinem Zeitpunkt konstruiert. Immer wieder gibt es neue Wendungen, die ein völlig anderes Bild auf die handelnden Personen und die Ereignisse erlaubt. Nichts ist, wie es scheint. Musso konnte mich mit dieser Story überraschen, ein Blickwinkel erfasst den Zerfall des ehemaligen Jugoslawiens, grausame, erschütternde Details kommen ans Licht. Details, die mit der aktuellen Handlung verwoben sind.

Mussos Schreibstil ist genial, er liest sich flüssig, ist bildhaft und schafft Atmosphäre. Die Protagsonisten sind sehr gut gezeichnet, an Raphaël war ich ganz nah dran und auch Fawles lernt man im Verlauf gut kennen. Ich habe atemlos verfolgt, wie immer neue Wendungen den Weg zum Finale einläuten, das am Ende einen Knaller bereit hält.

Fazit: Durch die vielen Wendungen ab der Mitte super spannend, dichte Atmosphäre und viele Überraschungen. Hat mich bestens unterhalten.

  • Cover
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Veröffentlicht am 31.05.2020

spannender Krimi

Kaltblütige Abrechnung
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Klappentext: »Auf dem nackten Bauch der Leiche lag ein Babyschuh, gestrickt aus rosaroter Wolle.«

Gefesselt. Verstümmelt und grausam ermordet. Chefinspektor Toni Wakolbinger und seine junge Assistentin ...

Klappentext: »Auf dem nackten Bauch der Leiche lag ein Babyschuh, gestrickt aus rosaroter Wolle.«

Gefesselt. Verstümmelt und grausam ermordet. Chefinspektor Toni Wakolbinger und seine junge Assistentin Cindy Panzenböck finden so die Leiche eines angesehenen Arztes auf. Kündigt der rosarote Babyschuh auf dem Bauch des Toten den Beginn einer Mordserie an? Diese Frage wird zur Tatsache, während sich das ungleiche Duo zusammenraufen muss. Ein Mord nach dem anderen geschieht, immer brutaler, jedes Mal gezeichnet mit dem Schuh. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Die Geschichte spielt in Graz, die Örtlichkeiten sind klasse beschrieben, so dass das Lokalkolorit sehr gut rüberkommt. Wir lernen das so ungleiche Ermittlerduo Toni Wakobinger und Cindy Panzenböck kennen, Toni ist ein alter Hase, Cindy der Frischling. Die beiden sind gut gezeichnet, wirken authentisch, zwei sympathische Protagonisten zum mitfiebern.

Und die Handlung ist von Anfang an spannend, dem ersten Mord folgen weitere und die Ermittler müssen die Gemeinsamkeit finden, um ihren Fall lösen zu können.

Ich konnte bis fast zum Ende miträtseln, so dass die Spannung bis zum Schluss erhalten blieb. Der Schreibstil ist flüssig, die Seiten fliegen nur so dahin. Insgesamt hat mich der Krimi super unterhalten, mal sehen was das Team in seinem nächsten Fall erwartet.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere