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Veröffentlicht am 01.05.2019

Fast noch besser als Bentleys Geschichte

Corporate Love - Aiden
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Aiden ist der Sicherheitsexperte im Team BAM, der gemeinsamen Firma von Bentley, Maddox und ihm. Seit Bentley mit Emmy zusammen ist (Buch 1 der Reihe), verbringen die Männer viel Zeit auch mit Emmys Freundinnen, ...

Aiden ist der Sicherheitsexperte im Team BAM, der gemeinsamen Firma von Bentley, Maddox und ihm. Seit Bentley mit Emmy zusammen ist (Buch 1 der Reihe), verbringen die Männer viel Zeit auch mit Emmys Freundinnen, Cami und Dee. Zwischen Aiden und Cami hat sich eine lockere Affäre entwickelt, doch für sie ist es deutlich mehr geworden. Aber Aiden ist ein Mann, der von sich glaubt, nicht lieben zu können und vor allem, nicht wert zu sein, geliebt zu werden. Cami will ihm das Gegenteil beweisen.

Bisher habe ich alles von Melanie Moreland gelesen und ich weiß genau, warum. In ihren Büchern gibt es keine wahnsinnigen Dramen oder Aufsehen erregenden Ereignisse. Sie holt mich ab alleine mit berührenden und eindringlichen Geschichten und wunderbaren Darstellern, die um das kämpfen, was sie verdienen.

Aidens Story ist nicht ganz so leichtfüßig erzählt wie Bentleys. Als er Cami von seiner Kindheit und Jugend erzählt, standen mir wirklich Tränen in den Augen, weil es mir so nahe gegangen ist, was er erleben musste. Es hat ihn einerseits zu einem abweisenden Mann gemacht, andererseits gibt er buchstäblich alles für seine Freunde, die gleichzeitig seine einzige, wahre Familie sind. Cami hingegen ist trotz Verluste in ihrer Kindheit offen geblieben für die Liebe und einfach eine anziehende und großherzige Person. Bei anderen Büchern tendiere ich manchmal mehr zum einen oder anderen Protagonisten, aber hier haben mich beide fasziniert.

Das Buch ist nicht ganz so humorvoll wie das erste. Die witzigsten Stellen ergaben sich meist aus den Treffen der Männer, die sich in Sachen Ironie und Sarkasmus nichts schenken. Aber wenn es hart auf hart kommt, sind sie bedingungslos füreinander da. Diese eindringlichen Schilderungen von Freundschaft und Aufopferung haben mich enorm beeindruckt.

Melanie Moreland hat eine großartige Art zu schreiben, die den Leser von Anfang bis Ende ans Buch bindet. Nie verspüre ich bei ihr das Verlangen, auch nur eine Seite zu überblättern. Auch hier bindet sie wieder einen kleinen Krimi ein, der dazu ebenso beiträgt. Wie sie dann Parallelen zieht von diesem Verbrechen zu Camis Verhalten, hat mich sehr zum Nachdenken gebracht.

Auch wenn man Aidens Buch als Standalone nehmen könnte, würde ich doch empfehlen, den ersten Band vorher zu lesen. Es gibt viele Verknüpfungen und könnte helfen, die Dynamik aller Protagonisten untereinander besser zu verstehen. Jedenfalls bin ich froh, dass der nächste Teil über Maddox und Dee bereits im August erscheinen wird!

Ich bedanke mich herzlich beim LYX Verlag und bei NetGalley für das Rezensionsexemplar. Hätte ich das Buch gekauft, wäre ich genauso begeistert gewesen.

Veröffentlicht am 29.04.2019

Etwas leiser als die anderen Bände, aber genauso fesselnd und humorvoll

British Knight
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Alexander Knightley ist ein Workaholic, wie er im Buche steht. Als Anwalt strebt er danach, in die Fußstapfen seines berühmten Vaters zu treten, der ein hochdekorierter Londoner Prozessanwalt war. Er verbringt ...

Alexander Knightley ist ein Workaholic, wie er im Buche steht. Als Anwalt strebt er danach, in die Fußstapfen seines berühmten Vaters zu treten, der ein hochdekorierter Londoner Prozessanwalt war. Er verbringt nahezu sein ganzes Leben in der Kanzlei und seine Ehe ist bereits daran gescheitert. Violet King hingegen arbeitet in New York als Kellnerin und sucht nach einer Veränderung. Als ihre Schwester ihr die Möglichkeit bietet, einige Monate in London zu arbeiten, kommt ihr das gerade recht. Als sie Alexanders Assistentin wird prallen Welten aufeinander.

Ich muss gestehen, dass ich inzwischen ein echter Fan dieser Buchreihe bin. Nicht zuletzt, weil sich Louise Bay mit jedem Buch ein wenig steigert. Wieder hat sie tolle Protagonisten geschaffen, denen man alles Glück der Welt wünschen möchte. Wobei mir Alex näher gekommen ist als Violet. Er ist so fokussiert auf seine Karriere, dass er gar nicht merkt, dass das Leben aus mehr besteht als Arbeit. Work-Life-Balance ist für ihn ein Fremdwort und Violet mit ihrem Motto „Carpe diem“ holt ihn Stück für Stück aus seiner Komfortzone. Sie ist von Perfektion weit entfernt und gerade der Gegensatz macht die Geschichte reizvoll. Kennen wir nicht alle jemanden, den man manchmal fast zum Spaß zwingen muss?

Vor allem kann man sich als Leser gut in den beiden erkennen (von Alex’ Millionen auf dem Konto mal abgesehen…). Ist es nicht für viele Menschen schwierig, das Gleichgewicht zwischen Privatleben, Beruf und Familie zu halten? Auch sonst sind Alex und Violet nah an der Realität. Bei einer Auseinandersetzung zwischen ihnen fand ich Violet wirklich ungerecht in ihren Anschuldigungen. Aber geht uns das nicht auch selbst so? Ist man in einem Streit immer gerecht und fair dem anderen gegenüber? Sicher nicht. Bay zeigt auch, dass man Kompromisse machen muss und in eine Beziehung investieren. Das gilt für beide Seiten. Sie macht auch deutlich, dass niemand versuchen sollte, wie jemand anderer zu sein. Sich selbst und sein Leben in der Zukunft zu verwirklichen hat Vorrang vor der Vergangenheit.

„British Knight“ ist aus diesen Gründen ein eher zurückhaltender, ehrlicher Band dieser Serie. In einer leiseren Tonart formuliert, eindringlich und zum Nachdenken anregend. Obwohl auch hier wieder witzige Momente zum Lachen bringen und es natürlich die obligatorischen heißen Szenen gibt, die aber in ihrer Darstellung sexy, heiß und geschmackvoll sind.

Ich freue mich jetzt auf Darcys Geschichte und hoffe, das dauert nicht allzu lange. Herzlichen Dank an den LYX Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar. Hätte ich das Buch gekauft, wäre ich genauso begeistert gewesen.

Veröffentlicht am 29.04.2019

Witzige Grundidee - leider nicht kreativ genug umgesetzt

Up All Night
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Witzige Grundidee - leider nicht kreativ genug umgesetzt


Taylor verliert binnen eines Tages nahezu alles: ihr Job wird gekündigt, ihr Auto gestohlen, ihr Freund betrügt sie und somit wird sie auch noch ...

Witzige Grundidee - leider nicht kreativ genug umgesetzt


Taylor verliert binnen eines Tages nahezu alles: ihr Job wird gekündigt, ihr Auto gestohlen, ihr Freund betrügt sie und somit wird sie auch noch obdachlos. Zufällig trifft sie auf der Straße ihren alten Schulfreund Daniel. Er bietet ihr spontan ein frei gewordenes Zimmer in seiner WG an. Da Taylor in ihrer Wut anmerkt, sich von Heteromännern fernhalten zu wollen, gibt sich Daniel als homosexuell aus. Denn er ist schon ewig in Taylor verliebt und will sie unbedingt in seiner Nähe haben.

April Dawsons Boss-Reihe habe ich gerne gelesen und mich somit auch auf ihre neue Serie gefreut. Leider bin ich aber ziemlich enttäuscht. Die durchaus witzige Grundidee - Frau entwickelt Gefühle für ihren vermeintlich schwulen Freund - wurde leider unzureichend umgesetzt. Es hätten sich daraus eine Menge lustiger Gegebenheiten entwickeln können. Obwohl es im Buch die ein oder andere Situationskomik gibt, hat mich keine davon wirklich überzeugt. Ein wenig mehr Kreativität wäre da wünschenswert gewesen.

Auch sonst plätschert die Geschichte auf vielen Seiten vor sich hin. Ja, Taylor braucht Zeit, um sich wieder auf Männer einlassen zu können und zu verstehen, dass es ihr bester Freund ist, dem sie mehr als freundschaftliche Gefühle entgegenbringt. Daniel hingegen ist seit der Kindheit verliebt in sie und hin- und hergerissen, ob er mit seinen Gefühlen offensiv umgehen soll. Zumal Taylor nichts mehr hasst als Lügen und eine wirklich große Schwindelei zwischen ihnen steht. Viele Kapitel vergehen ohne wirkliche Aktion, da hätte das Buch gut und gerne 80 Seiten weniger haben dürfen. Es gibt kaum Differenzen zwischen den beiden, abgesehen vom unvermeidlichen Zwist gegen Ende. Ich muss gestehen, dass ich die ein oder andere Seite überblättert habe.

Andererseits hat Dawson liebenswerte Nebencharaktere entwickelt, die mich mehr beeindruckt haben als die Hauptdarsteller. Allen voran Daniels temperamentvolle Schwester Addy, auf deren Geschichte ich mich im nächsten Buch durchaus freue, auch wenn mich „Up all night“ nicht sehr überzeugt hat. Mir gefällt außerdem, dass hier für Toleranz und Akzeptanz gegenüber Homo- und Bisexuellen plädiert wird. Es wären wünschenswert, wenn alle so locker damit umgingen wie die Menschen im Buch. Die Thematik wird zwar ein wenig zu oberflächlich behandelt, aber immerhin.

Ein Minus muss ich leider auch dem Verlag anlasten. Immer wieder bin ich über seltsam formulierte oder schlicht grammatikalisch falsche Sätze gestolpert. Wenigstens gab es nur wenige Rechtschreibfehler. Ein etwas sorgfältigeres Lektorat hätte dem Buch stilistisch aber gut getan.

Ich bedanke mich herzlich beim LYX Verlag und bei NetGalley für das Rezensionsexemplar. Man kann sicher erkennen, dass es meine ehrliche Meinung nicht beeinflusst hat.

Veröffentlicht am 04.04.2019

Anders als King, aber keineswegs schlechter - Frazier kann auch leise Töne

Wild Hearts - Kein Blick zurück
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An ihrem 21. Geburtstag verläßt Sawyer ihren ungeliebten Vater und seine fundamentalistische Glaubensgemeinschaft. Nach dem Selbstmord ihrer Mutter hält sie dort nichts mehr. In einem geerbten alten Pickup ...

An ihrem 21. Geburtstag verläßt Sawyer ihren ungeliebten Vater und seine fundamentalistische Glaubensgemeinschaft. Nach dem Selbstmord ihrer Mutter hält sie dort nichts mehr. In einem geerbten alten Pickup samt Wohnwagen begibt sie sich in ein verlassenes Kaff nach Florida - Outskirts. Ihre Mutter hat ihr dort ein kleines Grundstück an einem Sumpf vererbt, von dem niemand sonst weiß. Sie trifft auf Finn, ihren eigenbrötlerischen Nachbarn, der ständig auf Konfrontation mit ihr geht.

Auch Finn hat mit Verlust, Trauer und Schuldgefühlen zu kämpfen, seit seine Freundin sich das Leben nahm. Im Gegensatz zu Sawyer, die für ihr neues Leben in Freiheit kämpft und sich mutig allen Herausforderungen stellt, stößt der abweisende Finn alle von sich. Bis auf Sawyer…

Eine neue Reihe von T.M. Frazier, auf die ich mich als Fan der King-Reihe natürlich gestürzt habe. Und war durchweg positiv überrascht. Als es anfangs noch um religiöse Inhalte ging, dachte ich: „Ach bitte, das kann Tillie Cole aber besser“. Aber obwohl das Thema Kirche, Religion und missbräuchliche Auslegung unterschwellig immer vorhanden ist, konzentriert sich Frazier nicht darauf. Sondern auf die Kraft, die in Menschen wohnt, um sich von Altlasten zu befreien. Finn und Sawyer tun dies zwar jeder auf seine Weise, aber dennoch gemeinsam.

Es ist berührend zu sehen, wie sie sich gegenseitig anfangen zu verstehen, zu helfen, zu heilen und zu lieben. Beide haben mich auf ihre Art beeindruckt und bewegt. Die leise Art dieses Buches - im Gegensatz zu den aggressiven, teils brutalen King-Bänden - hat mich sofort gepackt und bis zum Ende nicht losgelassen. Auch die erotischen Szenen passen perfekt zu dieser zarten Annäherung. Es endet mit einem tollen Cliffhanger, den ich so nicht erwartet hatte. Gut, dass die Wartezeit bis zur Fortsetzung nicht allzu lang ist.

Das wirklich schöne Cover passt hervorragend zur Story, in der diese düstere Gewitterstimmung eine nicht unwesentliche Rolle spielt.

Herzlichen Dank an den LYX Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar. Hätte ich mir das Buch gekauft, wäre ich genauso begeistert gewesen.

Veröffentlicht am 02.04.2019

Nach Vicious wieder ein Highlight, wenn auch mit Abstrichen

Broken Love
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Jesse Carter hat sich nach einer Gruppenvergewaltigung vom öffentlichen Leben zurückgezogen. Ihre einzigen Freunde sind ihr alter Hund und eine noch ältere Nachbarin. Ihr Stiefvater will ihr helfen, wieder ...

Jesse Carter hat sich nach einer Gruppenvergewaltigung vom öffentlichen Leben zurückgezogen. Ihre einzigen Freunde sind ihr alter Hund und eine noch ältere Nachbarin. Ihr Stiefvater will ihr helfen, wieder ins Leben zurückzukehren und engagiert den Bad Boy Bane. Ausgerechnet, denn der ist eigentlich ein stadtbekannter Betrüger, Dealer, Erpresser und Callboy. Aber er scheint der einzige zu sein, der Jesses Schutzmauern durchbrechen kann.

L.J. Shen hat uns mit dem vierten Teil der Sinners of Saint - Reihe erneut harte Kost vorgesetzt. Immer, wenn man glaubt, dass das Limit erreicht ist, wird es noch ein bisschen schlimmer. Wie kann es sein, dass eine ganze Stadt ein Opfer verurteilt statt der Täter? Oder dass hilfsbereite Stimmen nicht gehört werden? Was ihre Heldin Jesse an körperlichem und seelischem Missbrauch erleiden musste, ist schwer zu verkraften. Auch durch ihre eigene Familie, was mich nicht minder getroffen hat. Umso imponierender, wie sie sich im Verlaufe der Kapitel zu einer starken und kämpfenden jungen Frau entwickelt. Shen hat das beeindruckend und glaubhaft entwickelt.

Einiges aus Jesses Kindheit bleibt bis kurz vor Schluß unklar, obwohl man schon erahnen kann, um was es sich handelt. Daher kommt der Twist, der noch einmal etwas Spannung bringt, nicht überraschend.

Bane hingegen hat lange gebraucht, um meine Sympathie zu gewinnen. Er ist ein wirklich übler Mistkerl, stets auf seinen Vorteil bedacht und macht selbst vor Erpressung nicht halt, um an Geld zu kommen. Erst, wenn man hinter seine Fassade blickt, erkennt man die Parallelen zu Jesses Leben. Und das ist es, was sein Verständnis für ihr Leiden ausmacht. So unterschiedlich die beiden auf den ersten Blick erscheinen, so viel haben sie doch gemeinsam. Man muss auch anerkennen, dass er seiner Umwelt und seinen Mitmenschen nichts vorspielt - so ehrlich ist er immerhin. Letztlich hat Bane mich auch stärker ans Buch gebunden als Jesse.

Andererseits haben mich einige Sachen auch gestört. Warum beispielsweise sind Shens Protagonistinnen immer so jung? Diesmal gab es auch einige Längen und Nebengeschichten, die verzichtbar gewesen wären. Die Entwicklungen zum Finale hin waren nicht unbedingt unerwartet. Darum hat es leider nicht für 5 Sterne gereicht.

Herzlichen Dank an den LYX Verlag und an NetGalley für das Rezensionsexemplar. Hätte ich das Buch gekauft, wäre meine Meinung nicht anders gewesen.