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Veröffentlicht am 21.09.2019

Im Tante Emma Laden

Darf`s ein bisschen Mord sein?
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"Tante Emma" - so lautet ein bekanntes Lied des Entertainers Udo Jürgens aus den späten Siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, das im kollektiven Gedächtnis fest verankert ist. In Band 11 der ...

"Tante Emma" - so lautet ein bekanntes Lied des Entertainers Udo Jürgens aus den späten Siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, das im kollektiven Gedächtnis fest verankert ist. In Band 11 der erfolgreichen Reihe um Loretta Luchs nimmt uns die Autorin Lotte Minck auf eine Zeitreise der ganz besonderen Art.

Seit Jahrzehnten ist Gittis Tante-Emma-Laden Dreh- und Angelpunkt der nachbarschaftlichen Nachrichten- und Lebensmittelversorgung. Als Gitti sich bei einem Sturz das Schlüsselbein bricht, ist es für Stammkundin Loretta Ehrensache, im Laden auszuhelfen. Doch der Sturz war nur vermeintlich ein Unfall. Als dann auch noch eine Leiche vor Gittis Haustür liegt, steht für Loretta fest: Hier stinkt es gewaltig, und zwar nicht nach dem Tilsiter aus der Käsetheke!

Bereits das Retro-Cover von Ommo Wille ist eine Hommage an die gute alte Zeit. Mit einem Schlag fühlt man sich in die Siebziger und Achtziger Jahre versetzt, in denen sich die beliebten Tante-Emma-Läden gegen die aufstrebenden Supermärkte behaupten konnten. Auf den ersten Blick scheint es mit seinen dunklen Farben, die nur von einigen hellen Tönen durchbrochen werden, unauffällig. Bei gründlicher Betrachtung fallen viele Details auf, die Omma Wille in die winterliche Szene eingearbeitet hat. Der Betrachter sieht eine lässig gekleidete Frau mit dunklen Locken vor der Eingangstür stehen und aufmerksam das Treiben auf der verschneiten Straße beobachten. Auch wenn eine weiße Schürze Ringelpulli und Jeans verdeckt, liegt es nahe, in ihr Loretta Luchs, die Heldin der Ruhrpott-Krimödie zu erkennen, die für die unschlagbare Kombination von Herz und Schnauze bekannt ist.

Der Titel ist schlichtweg genial, eine augenzwinkernde Variation eines typischen Spruchs, den man aus jedem Tante-Emma-Laden kennt. Die Ruhrpott-Krimödie atmet viel Lokalkolorit, Lotte MInck hat allen Protagonisten, die man als eingefleischter Loretta-Luchs-Fan aus den bereits erschienenen Bänden der Reihe kennt, viel Leben eingehaucht, angefangen von der jeweils unverwechselbaren Sprache bis zu den typischen Charaktereigenschaften. Das Hobby-Ermittler-Team Loretta, Erwin und Frank hilft einer patenten alten Ladenbesitzerin aus der Klemme, die von Fremden zum Verkauf ihres Geschäftes gedrängt wird. Routiniert nimmt es die Ermittlungen in einem komplizierten Fall auf und ist wieder einmal schlauer als die Polizei erlaubt.

Auch der 11. Band zeichnet sich durch den lakonisch-lässigen, humorvollen Schreibstil von Lotte Minck aus, die eine unterhaltsame, spannende Geschichte vorgelegt hat. Routiniert lockt sie ihre Leser auf falsche Fährten und überrascht mit unerwarteten Wendungen, so dass dieser Roman nicht eine einzige Sekunde lang langweilig wird.

Vorsicht: Suchtgefahr! Wer einmal mit der Lektüre dieser Ruhrpott-Krimödien angefangen hat, wird nicht mehr aufhören können. Deshalb vergebe ich fünf Sterne und wünsche mir viele weitere Abenteuer um das bodenständige, hilfsbereite, selbstbewusste "Hornbrillen-Girl" aus Bochum, das aus seinem Herzen keine Mördergrube macht!

Veröffentlicht am 16.09.2019

Wachgeküsst...

Die kleine Chocolaterie am Meer
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Mit ihren emotionalen Geschichten hat sich die englische Autorin Caroline Roberts in das Herz ihrer Leserinnen geschrieben. Ihr neues Buch "Die kleine Chocolaterie am Meer" spielt vor einer malerischen ...

Mit ihren emotionalen Geschichten hat sich die englische Autorin Caroline Roberts in das Herz ihrer Leserinnen geschrieben. Ihr neues Buch "Die kleine Chocolaterie am Meer" spielt vor einer malerischen Kulisse. Vor den Fenstern fällt Schnee, auf dem Herd dampft heiße Schokolade mit Zimt, und Rentierlollis zieren die Schaufenster. Die gemütliche Chocolaterie in dem kleinen Ort an der Küste Northumberlands ist Emmas ganzer Stolz. Jetzt, da Weihnachten vor der Tür steht, haben sie und ihre Assistentin Holly alle Hände voll zu tun, die Leckereien für das Fest vorzubereiten. Doch dann kündigt ihr Vermieter eine Mieterhöhung an. Muss Emma die Chocolaterie aufgeben? Zum Glück hat sie ihren treuen Cockerspaniel Alfie und die besten Freunde, die man sich wünschen kann. Sie geben ihr die Kraft, für ihr Glück zu kämpfen.

Als ich das ansprechende Cover gesehen habe, hat mein Herz gleich höher geschlagen. Denn man glaubt mitten in einer engen Gasse zu stehen, die vom Dorf bis zum Meer hinunterführt. Draußen herrscht ein leichtes Schneetreiben, alles ist weihnachtlich geschmückt, zwischen altmodischen Laternen ist eine romantische Girlande gespannt, und in dem hell erleuchteten Schaufenster einer Chocolaterie erkennt man köstliche selbstgemachte Spezialitäten. Der zuckersüße Titel, der in grünen und roten Lettern in Szene gesetzt wird, ist die Versuchung selbst - wer kann diesem winterlichen Wohlfühlroman widerstehen?

Leider ist es Caroline Roberts nicht gelungen, die hohen Erwartungen ihrer Leser zu erfüllen. Ihre Heldin Emma ist eine sympathische Protagonistin, die aufgrund eines traumatischen Ereignisses die Liebe aus ihrem Leben verbannt hat und jeder zwischenmenschlichen Bindung aus dem Weg gehen will. Stattdessen konzentriert sie ihre Aufmerksamkeit auf ihren niedlichen Hund und ihre kleine Chocolaterie in der sie feine Pralinen und andere Leckerbissen aus eigener Produktion anbietet. Ihr Charakter hätte differenzierter gezeichnet werden können, es fehlen ihr einige Ecken und Kanten - genauso wie Max, den erfolgreichen Unernehmer, der Emma mit einem spontanen Kuss aus ihrer Erstarrung befreit und ein ganzes Jahr lang auf die nächste Begegnung warten lässt, was für mein persönliches Empfinden alles andere als glaubhaft und nachvollziehbar ist und die Handlung unnötig in die Länge zieht.

Die Nebencharaktere sind etwas blutleer, farblos und flach geraten; hier hat Caroline Roberts wertvolles Potenzial verschenkt. Gerade Holly, die junge Angestellte von Emma, und die liebenswerten Bewohner des Dorfes Warkton-by-the-Sea in Northumberland, die Emma tatkräftig zur Seite stehen, hätten weitaus mehr Aufmerksamkeit verdient.

Insgesamt gesehen, bietet "Die kleine Chocolaterie am Meer" von Caroline Roberts gefällige, vorhersehbare zuckersüße Unterhaltung, die vor einer malerischen Kulisse auf eine romantische Winterzeit einstimmt. Was mir fehlt, ist die notwendige Prise Dynamik und Spannung, die jeden Leser bei der Stange hält.

Veröffentlicht am 06.09.2019

Alle Jahre wieder

Die Zeit der Weihnachtsschwestern
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Alle Jahre wieder schenkt die britische Schriftstellerin Sarah Morgen ihren begeisterten Leserinnen einen anrührenden zeitgenössischen Weihnachtsroman, der zielsicher auf Platz 1 der Bestseller-Liste ...

Alle Jahre wieder schenkt die britische Schriftstellerin Sarah Morgen ihren begeisterten Leserinnen einen anrührenden zeitgenössischen Weihnachtsroman, der zielsicher auf Platz 1 der Bestseller-Liste klettert.

In ihrem neuen Roman "Die Zeit der Weihnachtsschwestern" hat Suzanne McBride nur einen Weihnachtswunsch: ihre drei Töchter in ihrem Haus in den schottischen Highlands bei sich zu haben. Und tatsächlich: Posy, Hannah und Beth - so unterschiedlich wie die Plätzchen in der Keksdose - wollen sich wieder unter einer Tanne treffen. Suzanne ist entschlossen, ihnen das perfekte Weihnachtsfest zu bescheren … bis eine Grippe sie ans Bett kettet. Jetzt müssen die Schwestern einspringen. Während die eine oder andere dabei das Fest der Liebe sogar von seiner romantischen Seite kennenlernt, treten bei allen verborgene Geheimnisse und Konflikte ans Tageslicht. Bald wird ihnen klar: Wenn Weihnachten gelingen soll, müssen die McBride-Frauen erst das verlorene Band ihrer Familie wiederfinden …

Das zurückhaltend-stilvolle Cover ist harmonisch auf den Inhalt des Romans abgestimmt. Der Betrachter sieht drei warm eingemummelte Gestalten durch eine verschneite Winterlandschaft stapfen. Auch der Titel ist gut gewählt. Denn er macht deutlich, dass es sich hier nicht um eine romantische Liebesgeschichte, sondern um einen Famiien-Roman handelt, der von drei gegensätzlichen Schwestern handelt.

Der Plot macht auf das Buch neugierig, und das Setting in einem winzigen Dorf mitten in den verschneiten schottischen Highlands könnte nicht besser gewählt sein. Hier gibt es wenig Ablenkung von außen, man lebt ein ruhiges Leben in einer harmonischen Gemeinschaft im Einklang mit der Natur.

Das Geschehen wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Auf diese Weise kann sich der Leser in die Gedankenwelt jeder einzelnen Protagonisten einfühlen und ihre jeweilige Handlungsweise nachempfinden. Im Mittelpunkt stehen die drei Schwestern Posy, Beth und Hannah, aber auch ihre (Adoptiv-) Mutter Suzanne kommt zu Wort. Alle vier Protagonistinnen sind starke Frauen, die ein schlimmes Unglück in der Vergangenheit erlebt und schwere Traumata erlitten haben. Im Laufe der Zeit sind sie sich fremd geworden und haben eine distanzierte Beziehung zueinander entwickelt. Bis sie sich wieder annähern, über die lange zurückliegenden Ereignisse sprechen und das Fest der Liebe feiern können, müssen sie einen weiten Weg zurücklegen.

Sarah Morgan ist ein berührender, emotionaler, vielschichtiger Familien-Roman gelungen, der ihre Leserinnen verzaubern und den Geist von Weihnachten lehren wird. Deshalb gibt es von mir 5 Sterne - und eine klare Lese-Empfehlung als perfekte Lektüre zum Fest der Liebe!

Veröffentlicht am 06.09.2019

Alle Jahre wieder

Die Zeit der Weihnachtsschwestern
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Alle Jahre wieder schenkt die britische Schriftstellerin Sarah Morgen ihren begeisterten Leserinnen einen anrührenden zeitgenössischen Weihnachtsroman, der zielsicher auf Platz 1 der Bestseller-Liste ...

Alle Jahre wieder schenkt die britische Schriftstellerin Sarah Morgen ihren begeisterten Leserinnen einen anrührenden zeitgenössischen Weihnachtsroman, der zielsicher auf Platz 1 der Bestseller-Liste klettert.

In ihrem neuen Roman "Die Zeit der Weihnachtsschwestern" hat Suzanne McBride nur einen Weihnachtswunsch: ihre drei Töchter in ihrem Haus in den schottischen Highlands bei sich zu haben. Und tatsächlich: Posy, Hannah und Beth - so unterschiedlich wie die Plätzchen in der Keksdose - wollen sich wieder unter einer Tanne treffen. Suzanne ist entschlossen, ihnen das perfekte Weihnachtsfest zu bescheren … bis eine Grippe sie ans Bett kettet. Jetzt müssen die Schwestern einspringen. Während die eine oder andere dabei das Fest der Liebe sogar von seiner romantischen Seite kennenlernt, treten bei allen verborgene Geheimnisse und Konflikte ans Tageslicht. Bald wird ihnen klar: Wenn Weihnachten gelingen soll, müssen die McBride-Frauen erst das verlorene Band ihrer Familie wiederfinden …

Das zurückhaltend-stilvolle Cover ist harmonisch auf den Inhalt des Romans abgestimmt. Der Betrachter sieht drei warm eingemummelte Gestalten durch eine verschneite Winterlandschaft stapfen. Auch der Titel ist gut gewählt. Denn er macht deutlich, dass es sich hier nicht um eine romantische Liebesgeschichte, sondern um einen Famiien-Roman handelt, der von drei gegensätzlichen Schwestern handelt.

Der Plot macht auf das Buch neugierig, und das Setting in einem winzigen Dorf mitten in den verschneiten schottischen Highlands könnte nicht besser gewählt sein. Hier gibt es wenig Ablenkung von außen, man lebt ein ruhiges Leben in einer harmonischen Gemeinschaft im Einklang mit der Natur.

Das Geschehen wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Auf diese Weise kann sich der Leser in die Gedankenwelt jeder einzelnen Protagonisten einfühlen und ihre jeweilige Handlungsweise nachempfinden. Im Mittelpunkt stehen die drei Schwestern Posy, Beth und Hannah, aber auch ihre (Adoptiv-) Mutter Suzanne kommt zu Wort. Alle vier Protagonistinnen sind starke Frauen, die ein schlimmes Unglück in der Vergangenheit erlebt und schwere Traumata erlitten haben. Im Laufe der Zeit sind sie sich fremd geworden und haben eine distanzierte Beziehung zueinander entwickelt. Bis sie sich wieder annähern, über die lange zurückliegenden Ereignisse sprechen und das Fest der Liebe feiern können, müssen sie einen weiten Weg zurücklegen.

Sarah Morgan ist ein berührender, emotionaler, vielschichtiger Familien-Roman gelungen, der ihre Leserinnen verzaubern und den Geist von Weihnachten lehren wird. Deshalb gibt es von mir 5 Sterne - und eine klare Lese-Empfehlung als perfekte Lektüre zum Fest der Liebe!

Veröffentlicht am 13.08.2019

Ein saustarkes Team...

Mord auf Portugiesisch
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Portugal garantiert einen erholsamen Strandurlaub an traumhaften Buchten - und spannende Lektüre, wenn man sich auf den neuen Krimi "Mord auf Portugiesisch" von Heidi van Elderen einlässt, der in einem ...

Portugal garantiert einen erholsamen Strandurlaub an traumhaften Buchten - und spannende Lektüre, wenn man sich auf den neuen Krimi "Mord auf Portugiesisch" von Heidi van Elderen einlässt, der in einem kleinen Dorf in Portugal spielt.

Wie jedes Jahr an Weihnachten soll Fernando, ältester Sohn der Familie und Dorfpolizist, ein Schwein schlachten. Doch diesmal bringt er es nicht fertig, denn die liebenswerte Raquel ist ihm viel zu sehr ans Herz gewachsen. Und so befördert er sie kurzerhand zum ersten Polizeischwein Portugals – zum Entsetzen des ganzen Reviers. Aber dann stürzt eine Frau beim Angeln von den Klippen. Ein Unfall oder doch ein Mord? Fernando will den Fall unbedingt lösen und Raquels Fähigkeiten unter Beweis stellen – denn nur mit einem Ermittlungserfolg darf das Schwein im Polizeidienst bleiben. Sonst droht doch die Schlachtbank ...

Das Cover ist ein richtiger Hingucker. An dieser malerischen Küste kann man bei strahlend blauem Himmel an einen herrlichen Urlaub denken und ins Träumen geraten. Oder seine grauen Zellen arbeiten lassen und einen schwierigen Fall lösen... mit tierischer Hilfe, wie man an dem niedlichen Schwein sieht, das allen Betrachtern deutlich vor Augen führt, das es sich um einen ganz besonderen Krimi handelt.

Der Plot ist originell, und das Setting in dem unbedeutenden Dorf jenseits des Massentourismus könnte nicht besser gewählt sein. Man taucht ein in einen Mikrokosmos mit glaubwürdigen, interessanten Chrakteren, allen voran der 38jährige Inspektor Fernando Valente, der sich selbst nicht allzu ernst nimmt und sein Herz für die Schweinedame Raquel entdeckt, welche keine besondere Eignung für ihr zukünftiges Aufgabengebiet vorweisen kann, aber dennoch nicht von seiner Seite weicht. Besonders in men Herz geschlossen habe ich die pfiffige, resolute Großmutter Mafalda, die es faustdick hinter den Ohren und ihre Lieben fest im Griff hat.

Nach einem eher schleppenden Beginn nimmt der Krimi Fahrt auf, man lässt sich in die Irre führen, staunt über unerwartete Wendungen und erfährt ganz nebei viel Wissenswertes über die Korkproduktion in Portugal. Heidi van Elderen ist ein humorvoller, kurzweiliger, launiger, sauspannender Krimi mit einem offenen Ende gelungen, der auf größeres Blutvergießen verzichtet und sich wohltuend von allen anderen Büchern aus dem Markt abhebt. Auf die weitere Entwicklung des tierisch starken Teams Fernando und Raquel bin ich gespannt!