Wenn Sterneküche zu Kunst auf Papier wird
Paris - TokioManchmal liegt ein Buch vor einem und fühlt sich weniger wie ein Kochbuch an, sondern eher wie eine Einladung in eine Welt, in der jedes Detail zählt. Paris Tokio von Christian Bau ist genau so ein Werk. ...
Manchmal liegt ein Buch vor einem und fühlt sich weniger wie ein Kochbuch an, sondern eher wie eine Einladung in eine Welt, in der jedes Detail zählt. Paris Tokio von Christian Bau ist genau so ein Werk. Groß, schwer, edel und voller dieser stillen Wucht, die man schon spürt, bevor man überhaupt die erste Seite richtig gelesen hat.
Mich hat sofort beeindruckt, wie viel Präzision, Kunst und Persönlichkeit hier zusammenkommen. Die Gerichte wirken nicht einfach gekocht, sie wirken komponiert. Zwischen französischer Eleganz und japanischer Klarheit entsteht eine Küche, die unglaublich fein, konzentriert und fast schon meditativ ist. Jede Seite zeigt, warum Christian Bau seit so vielen Jahren zu den ganz großen Namen gehört.
Natürlich ist das kein Buch, aus dem ich mal eben spontan am Sonntag etwas nachkoche. Dafür sind die Rezepte zu komplex, zu professionell und zu sehr Sterneküche. Aber genau das macht den Reiz aus. Ich blättere darin wie durch eine Ausstellung, staune über Techniken, Produkte, Tellerbilder und Gedanken hinter den Gerichten.
Besonders schön finde ich, dass Paris Tokio nicht nur Rezepte sammelt, sondern eine Haltung zeigt. Es geht um Handwerk, Perfektion, Leidenschaft und um die leise Schönheit eines Gerichts, das bis ins kleinste Element durchdacht ist.
Für mich ist dieses Buch ein echtes Gesamtkunstwerk. Anspruchsvoll, luxuriös, inspirierend und voller Respekt vor großer Küche.