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Veröffentlicht am 01.03.2026

Wenn Island ruft, sollte man antworten

Roadtrips Island
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Wind im Gesicht, der Geruch von Schwefel in der Nase und dieses Gefühl von „Okay, hier endet die Welt“ – genau so liest sich Roadtrips Island von Martin Wein aus dem Bruckmann Verlag.

Acht Routen, die ...

Wind im Gesicht, der Geruch von Schwefel in der Nase und dieses Gefühl von „Okay, hier endet die Welt“ – genau so liest sich Roadtrips Island von Martin Wein aus dem Bruckmann Verlag.

Acht Routen, die nicht einfach nur von A nach B führen, sondern mitten rein ins isländische Herz. Geysire, die plötzlich losschießen wie schlecht gelaunte Kaffeemaschinen. Wasserfälle, die so laut sind, dass man automatisch leiser spricht. Schwarze Strände, bei denen man sich fragt, ob Photoshop hier erfunden wurde. Und dazwischen: Lavafelder, Einsamkeit und dieses Kribbeln von Abenteuer.

Was richtig stark ist: Die Mischung aus Emotion und Struktur. Karten, Highlights, Campingplätze, Restaurants alles da. Kein nerviges Suchen, kein „Mist, das hätten wir vorher wissen müssen“. Das Buch fühlt sich an wie dieser Kumpel, der schon dreimal in Island war und dir beim Bier genau sagt, wo du halten musst, um den besten Blick zu bekommen.

Klar, manche Infos sind kompakt gehalten, da hätte ich mir hier und da noch ein bisschen mehr Story gewünscht. Aber ganz ehrlich? Für einen Roadtrip-Guide trifft das Ding ziemlich genau die goldene Mitte zwischen Inspiration und Planbarkeit.

Beim Lesen hatte ich ständig dieses „Wann buchen wir?“ im Kopf. Und das passiert nicht oft bei Reiseführern. Roadtrips Island ist kein trockenes Nachschlagewerk, sondern ein verdammt guter Startschuss für großes Fernweh auf vier Rädern.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

Zwischen Rache und Verlangen in den Highlands

Nightshade
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Nebelschleier über den schottischen Highlands, alte Mauern, die mehr Geheimnisse hüten als Bücherregale, Sorrowsong University hat mich vom ersten Moment an verschluckt. Zwischen dunklen Korridoren und ...

Nebelschleier über den schottischen Highlands, alte Mauern, die mehr Geheimnisse hüten als Bücherregale, Sorrowsong University hat mich vom ersten Moment an verschluckt. Zwischen dunklen Korridoren und kalten Blicken entfaltet sich eine Geschichte, die nach Rache schmeckt und nach verbotener Nähe brennt.

Ophelia trägt ihre Trauer wie eine zweite Haut. Ihr Schmerz ist greifbar, roh, beinahe schmerzhaft ehrlich. Ihr Plan, die Welt der Verantwortlichen zu zerstören, gibt ihr Halt bis Alex auftaucht. Verschlossen, unnahbar, gefährlich ruhig. Zwei verletzte Seelen, die sich misstrauen und doch unausweichlich zueinander gezogen werden. Dieses Grumpy x Grumpy-Knistern hat mich innerlich zerrissen.

Der Slow Burn ist intensiv, manchmal fast quälend langsam aber genau das macht die emotionale Wucht aus. Der anonyme Stalker sorgt für eine konstante, dunkle Spannung, auch wenn die Auflösung leicht vorhersehbar wirkt. Das Bonuskapitel zwischen Kapitel 18 und 19 hat mich besonders berührt, weil es die Gefühle noch einmal vertieft.

Nicht perfekt, aber unglaublich atmosphärisch, sinnlich und düster. Für mich starke 4 Sterne mit Gänsehautmomenten und Herzklopfen.

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Veröffentlicht am 28.02.2026

Wenn die Kamera läuft und die Angst echt wird

Lonely Survival
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Kameras laufen, Ego auch und plötzlich wird aus einer coolen Survival-Show ein verdammter Albtraum. Genau da packt Lonely Survival von Michael Meiser einen am Kragen und zieht einen mitten rein in die ...

Kameras laufen, Ego auch und plötzlich wird aus einer coolen Survival-Show ein verdammter Albtraum. Genau da packt Lonely Survival von Michael Meiser einen am Kragen und zieht einen mitten rein in die kanadische Wildnis, wo nicht nur Regen, Kälte und Hunger warten, sondern etwas, das ganz sicher nicht auf der Teilnehmerliste stand.

Sieben Leute, große Klappe, noch größere Followerzahlen und dann acht Tage allein im Nirgendwo. Was am Anfang nach Prestige, Content und schnellem Cash klingt, kippt schneller als ein nasses Lagerfeuer. Besonders gefeiert habe ich, wie schnell die Fassade bröckelt. Da wird aus dem coolen Outdoor-Profi plötzlich ein nervöser Typ mit zittrigen Händen. Und ganz ehrlich? Genau das hat sich erschreckend echt angefühlt.

Die Atmosphäre? Düster, dicht, stellenweise richtig unangenehm. Dieses Gefühl, beobachtet zu werden, obwohl man allein ist ich hab beim Lesen öfter mal hochgeschaut. Total bescheuert, ich weiß. Aber genau das macht ein guter Survival-Thriller mit einem.

Klar, ein paar Figuren bleiben etwas blasser als andere, da hätte ich mir noch mehr Tiefe gewünscht. Trotzdem: Spannung zieht konstant an, das Tempo passt, und das Finale hat nochmal ordentlich Puls gemacht. Kein literarischer Höhenflug, aber ein verdammt packendes Stück Kopfkino.

Unterm Strich: Wer auf Wildnis, Gruppendynamik und eine ordentliche Portion Bedrohung steht, bekommt hier genau das nur eben mit mehr Gänsehaut als erwartet.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Wenn wir gemeinsam durch Irpas Dunkel reisen

Lightfall 1: Das verlorene Licht
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Ein flackerndes Licht in einer bröckelnden Welt genau dieses Gefühl hat uns von der ersten Seite an begleitet. Irpa wirkt rau, geheimnisvoll und gleichzeitig voller zarter Hoffnungsschimmer. Zwischen Kräutern, ...

Ein flackerndes Licht in einer bröckelnden Welt genau dieses Gefühl hat uns von der ersten Seite an begleitet. Irpa wirkt rau, geheimnisvoll und gleichzeitig voller zarter Hoffnungsschimmer. Zwischen Kräutern, Zaubertränken und der Ewigen Flamme entsteht eine Atmosphäre, die sich wie warmer Nebel um uns gelegt hat, während draußen längst alles ins Dunkel kippt.

„Lies du weiter, das wird gerade spannend!“, kam es neben mir, als Bea die rätselhafte Notiz ihres Großvaters entdeckt. Also habe ich vorgelesen mit klopfendem Herzen. Bea ist keine laute Heldin, sondern eine, die über sich hinauswächst, obwohl sie Angst hat. Genau das hat uns beide gepackt. „Sie rennt trotzdem los“, wurde leise gesagt, fast bewundernd. Und ja sie tut es.

Cad hat uns immer wieder innehalten lassen. Seine Unsicherheit, sein Hoffen auf sein verschwundenes Volk das ging uns nah. Wir haben Panels gemeinsam abgesucht, kleine Details entdeckt, über die Prophezeiung spekuliert. „Meinst du, das hat damit zu tun?“ – „Warte, blätter mal zurück!“ Dieses Hin- und Herblättern, dieses gemeinsame Theorienbauen das war echtes Buddyread-Feeling.

Die Illustrationen sind gewaltig, voller Tiefe und Magie. Manche Szenen haben wir einfach nur betrachtet, ohne zu lesen. Die Geschichte nimmt sich stellenweise Zeit, aber genau das lässt Gefühle wachsen. Fünf Sterne, weil Herz, Welt und Figuren uns gemeinsam haben leuchten lassen.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Wenn das Meer nach Freiheit schmeckt

KUNTH Bonjour Bretagne
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Wind im Gesicht, Salz auf den Lippen und dieses leise Ziehen im Herzen, wenn man merkt: Hier will ich bleiben. Bonjour Bretagne aus dem Kunth Verlag ist kein Bildband, den man mal eben durchblättert – ...

Wind im Gesicht, Salz auf den Lippen und dieses leise Ziehen im Herzen, wenn man merkt: Hier will ich bleiben. Bonjour Bretagne aus dem Kunth Verlag ist kein Bildband, den man mal eben durchblättert – das ist einer, bei dem man hängenbleibt. Und zwar mit voller Absicht.

Zwischen sturmgepeitschten Klippen, verwunschenen Inseln und kleinen Buchläden, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, zeigt Christa Pöppelmann eine Bretagne, die nicht geschniegelt für Touristen posiert, sondern einfach sie selbst ist. Rau, herzlich, echt. Während ich durch die Seiten blättere, denke ich: Genau so muss sich Freiheit anfühlen.

Die Fotos? Wuchtig, atmosphärisch, manchmal fast melancholisch. Man hört förmlich die Möwen kreischen und riecht die Crêpes vom Marktstand. Und dann diese kleinen Tipps... Cafés, Läden, Lieblingsorte. Keine 08/15-Reiseführer-Listen, sondern Empfehlungen mit Seele. Da steckt jemand dahinter, der wirklich da war. Und nicht nur für ein Wochenende.

Besonders gefeiert habe ich die Mischung aus Fernweh und Bodenständigkeit. Ein Rezept hier, ein stiller Küstenmoment dort, dazwischen dieses bretonische Savoir-vivre, das leise sagt: Entspann dich. Du bist genau richtig.

Klar, wer knallharte Reiserouten und To-do-Listen sucht, wird hier nicht fündig. Aber wer Atmosphäre will, Herz und echte Bilder der bekommt hier richtig was geboten. Für mich ist das mehr als ein Coffee-Table-Book. Das ist eine Einladung, den Horizont neu zu denken.

4,5 Sterne, weil Perfektion langweilig wäre. Und die Bretagne ist alles nur nicht langweilig.

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