Wenn Männer plötzlich Wechseljahre haben
Wir FreitagsmännerManchmal reicht ein Blick in den Spiegel, um zu merken, dass das Leben gerade heimlich eine neue Runde eingeläutet hat. Genau da steht Henri. Loch im Bart, Date läuft mäßig, Ehe Geschichte und dann kommt ...
Manchmal reicht ein Blick in den Spiegel, um zu merken, dass das Leben gerade heimlich eine neue Runde eingeläutet hat. Genau da steht Henri. Loch im Bart, Date läuft mäßig, Ehe Geschichte und dann kommt auch noch der Arzt mit der Diagnose Wechseljahre um die Ecke. Für Männer. Klingt erstmal wie ein schlechter Witz. Ist aber ziemlich nah am echten Leben.
Dieses Buch fühlt sich an wie ein ehrliches Gespräch unter Männern. Mit einem Bier in der Hand, irgendwo zwischen Selbstironie, Frust und dem leisen Gedanken, dass da vielleicht doch noch mehr geht im Leben. Henri stolpert durch sein Gefühlschaos, versucht Würde zu bewahren und merkt dabei langsam, dass älter werden nicht unbedingt bedeutet, aus dem Spiel zu sein.
Besonders stark ist der Humor. Trocken, selbstironisch und manchmal herrlich unbequem ehrlich. Da wird über kleine körperliche Veränderungen gelacht, über Datingfrust und über diese merkwürdige Phase, in der man sich weder alt noch jung fühlt. Genau diese Mischung macht das Buch so sympathisch.
Zwischendurch blitzt aber auch etwas Nachdenkliches auf. Beziehungen, verpasste Chancen, zweite Anläufe im Leben. Und plötzlich merkt man beim Lesen, dass man über Henri nicht nur lacht, sondern auch ein bisschen mit ihm fühlt.
Am Ende bleibt ein warmes Gefühl zurück. Älter werden ist vielleicht kein Abstellgleis, sondern einfach nur ein neuer Streckenabschnitt. Und manchmal hilft ein gutes Buch dabei, genau das wieder zu sehen.