Medienzirkus mit Schleudergang
AufsteigerKarriere, Macht, Eitelkeiten – Peter Huth haut in Aufsteiger richtig auf den Putz. Diese Geschichte ist wie ein Espresso-Shot mit Pfeffer drin: scharf, wachmachend und irgendwie unangenehm ehrlich. Felix ...
Karriere, Macht, Eitelkeiten – Peter Huth haut in Aufsteiger richtig auf den Putz. Diese Geschichte ist wie ein Espresso-Shot mit Pfeffer drin: scharf, wachmachend und irgendwie unangenehm ehrlich. Felix Licht, einst goldenes Kind des Journalismus, steht kurz vor dem Ziel, als man ihm die Chefredakteursstelle vor der Nase wegschnappt. Und wer kriegt sie? Natürlich Zoe Rauch – jung, brillant, wunderschön und exakt die Frau, die ihm nie aus dem Kopf ging. So nimmt das Chaos seinen Lauf.
Huth zeichnet seine Figuren so scharf, dass man sich fast schneidet. Jeder will glänzen, keiner will verlieren – und am Ende verlieren sie alle ein Stück Würde. Das ist bitter, aber verdammt gut beobachtet. Der Autor weiß, wie Medienmenschen ticken, wie Eitelkeit sich tarnt und wie leicht Moral zur Pose wird. Dabei schreibt er mit einem süffisanten Witz, der oft weh tut, aber immer Spaß macht.
Manchmal dreht Huth etwas zu sehr auf – ein bisschen weniger Rasanz hätte der Story gutgetan, um den Figuren noch mehr Tiefe zu geben. Aber hey, wer will schon Tiefenbohrungen, wenn die Oberfläche so schön glitzert? Aufsteiger ist ein bissiger, sarkastischer Rundumschlag über die Medienwelt, den Selbstbetrug und das bittersüße Gefühl, wenn man merkt: Das Leben ist kein Leitartikel.
Kurz gesagt: ein modernes Gesellschaftsdrama, das mit Tempo, Witz und Abgrund unterhält – perfekt für alle, die ihre Satire gern mit einem Schuss Wahrheit trinken.