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Veröffentlicht am 07.09.2025

Mit dem kleinen Johnson zum großen Weingenuss

Der kleine Johnson 2026
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Wein kaufen ist ja manchmal wie Tinder in der Flasche: Das Etikett sieht super aus, man denkt „wow, das passt bestimmt“ – und dann schmeckt es nach Korken und Reue. Genau da kommt „Der kleine Johnson 2026“ ...

Wein kaufen ist ja manchmal wie Tinder in der Flasche: Das Etikett sieht super aus, man denkt „wow, das passt bestimmt“ – und dann schmeckt es nach Korken und Reue. Genau da kommt „Der kleine Johnson 2026“ ins Spiel. Das Ding ist nicht nur ein Weinguide, sondern eher so was wie ein smarter Kumpel, der in jedem Weinregal schon mal gewohnt hat und genau weiß, wo die guten Tropfen stehen und welche Flaschen man besser für die Schwiegermutter aufhebt, wenn sie zu Besuch kommt.

Was hier geboten wird, ist geballte Weinweisheit – aber ohne diese dröge Oberlehrer-Attitüde. Stattdessen knackige Infos: Welche Weine knallen geschmacklich richtig rein, welche kann man noch lagern (falls man so viel Selbstbeherrschung hat) und wie man nicht ins Fettnäpfchen tritt, wenn man im Restaurant plötzlich den Sommelier gegenüberstehen hat. Besonders der Sonderteil über das Preis-Leistungsverhältnis ist ein Augenöffner: Plötzlich weiß man, warum der eine Wein so viel kostet wie ein kleiner Gebrauchtwagen und warum der andere im Angebot trotzdem nicht nach Kopfschmerzparty schmeckt.

Das Beste? Auch Anfänger finden hier rein, weil Fachbegriffe endlich mal so erklärt sind, dass man sie versteht. Keine trockene Theorie, sondern einfach: Ah, so läuft das also. Pairing-Tipps, Trinktemperaturen, Jahrgangstabellen – alles drin. Und dann noch charmant illustriert, sodass man beim Blättern automatisch Lust bekommt, das nächste Glas einzuschenken.

Kurz gesagt: Dieses Buch ist wie ein Korkenzieher für den Kopf. Es macht den Weindschungel durchschaubar, bringt Spaß beim Schmökern und sorgt dafür, dass ich ab sofort im Weinregal nicht mehr völlig planlos wirke. Und wenn mich jemand fragt, warum ich den einen oder anderen Wein gekauft habe, kann ich jetzt sagen: Steht so im kleinen Johnson. Zack – sofort mehr Kompetenz. 🍷

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Veröffentlicht am 06.09.2025

Max Goldt und die Kunst des gepflegten Abschweifens

Aber?
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Nie hätte ich gedacht, dass ein simpler Band mit dem unscheinbaren Titel „Aber?“ mir so oft ein spitzes Schmunzeln ins Gesicht meißeln könnte. Max Goldt schreibt, wie andere Leute plaudern würden – nur ...

Nie hätte ich gedacht, dass ein simpler Band mit dem unscheinbaren Titel „Aber?“ mir so oft ein spitzes Schmunzeln ins Gesicht meißeln könnte. Max Goldt schreibt, wie andere Leute plaudern würden – nur eben viel schärfer, verschrobener und mit dieser ganz eigenen Eleganz. Da sitzt man da, liest ein paar Sätze und denkt: „Moment mal, das ist doch völliger Blödsinn!“ – um zwei Sekunden später festzustellen, dass genau dieser Blödsinn ein ziemlich treffsicherer Kommentar auf die Wirklichkeit ist.

Es geht weniger darum, ob die Geschichten eine klassische Handlung haben – haben sie oft nicht. Eher sind es funkelnde Gedankensplitter, Beobachtungen aus der Alltagsmikroskopie, die man sonst einfach wegwischen würde wie Krümel vom Tisch. Goldt packt sie ein, poliert sie, und plötzlich glänzen sie so, dass man sich fragt, wieso man das nicht längst selber bemerkt hat.

Natürlich ist nicht jeder Text ein Volltreffer. Manche schießen am Humorzentrum vorbei und landen im „Okay, nett, aber weiter“-Regal. Trotzdem macht genau das den Reiz aus: mal funkelt’s, mal stolpert man, und manchmal möchte man einfach nur den Kopf schütteln, weil es so absurd ist.

Der Sprachwitz ist messerscharf, aber nie böse. Manchmal fast schon zärtlich im Umgang mit den Schwächen der Menschen. Das macht Goldt so sympathisch. Allerdings braucht man Lust auf Abschweifungen, kleine Denkspiralen und Sätze, die sich winden wie eine Achterbahn im Miniaturformat.

Fazit: „Aber?“ ist keine leichte Kost für Zwischendurch, sondern eher wie eine Kiste voller seltsamer Bonbons – manche sind süß, manche bitter, und bei ein paar fragt man sich ernsthaft, ob die überhaupt essbar sind. Aber genau das macht’s spannend. Vier Sterne – weil ich mir beim Lesen immer wieder dachte: ein bisschen weniger Mäander, ein bisschen mehr Punch, und es wären glatte fünf gewesen.

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Veröffentlicht am 06.09.2025

Diamanten, Drama und ein Hauch von Wahnsinn

Der Schmuckpalast – Emma und das Geheimnis des Diamanten
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Glitzer, Glamour und ein Hauch von Wahnsinn – genau das habe ich beim Lesen dieses Buches bekommen. Wer dachte, dass Schmuck nur am Hals oder Finger funkelt, der hat sich geschnitten. Hier glitzern ganze ...

Glitzer, Glamour und ein Hauch von Wahnsinn – genau das habe ich beim Lesen dieses Buches bekommen. Wer dachte, dass Schmuck nur am Hals oder Finger funkelt, der hat sich geschnitten. Hier glitzern ganze Seiten, und manchmal hatte ich fast Angst, dass mein Buchregal in Flammen aufgeht, so viel Strahlkraft schiebt die Story raus. Die Autorin versteht es, historische Fakten mit einer guten Portion Romantik und Drama zu würzen, als hätte sie einen geheimen Cocktailshaker in der Hand. Und ja, ich gebe zu: Ich habe mir mehr als einmal vorgestellt, wie ich mit einem Cartier-Diamanten an der Hand durchs Wohnzimmer stolziere. Don’t judge me.

Emma ist so eine Figur, die man gerne als Nachbarin hätte. Immer stilvoll, nie langweilig, und sie bringt automatisch ein Stück Pariser Flair mit. Zusammen mit Pierre, der nicht nur geschäftlich glänzt, liefert sie eine Mischung aus Herzklopfen und Business-Power. Das ist nicht immer subtil, manchmal auch ein bisschen wie Champagner – spritzig, aber eben auch mit Blubberblasen, die einem in die Nase steigen können.

Der Hope-Diamant als mysteriöser Dreh- und Angelpunkt bringt genau das Quäntchen Geheimnis, das die Story braucht. Und ja, ab und zu driftet es für meinen Geschmack in ein bisschen zu viel Melodramatik ab. Aber das gehört bei einer großen Familiensaga fast schon dazu – sonst wäre es ja nur halb so funkelnd.

Am Ende blieb ich mit einem Grinsen zurück, als hätte ich heimlich eine Pralinenschachtel leer gegessen. Kein literarisches Schwergewicht, sondern eine leichtfüßige, funkelnde Geschichte, die mich bestens unterhalten hat. Ein Stern Abzug, weil ich mir an manchen Stellen etwas weniger Drama und mehr Tiefgang gewünscht hätte. Aber hey – wenn schon, denn schon: Hier wird geglitzert, bis der Arzt kommt.

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Veröffentlicht am 06.09.2025

Verrat, Magie und Herzrasen – mein Lesemarathon

Remnants of Filth. Buch 1
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Kaum ein Buch hat mich so sehr auf eine emotionale Achterbahnfahrt geschickt wie dieses hier. Man denkt, man liest „nur“ eine Boys-Love-Fantasy über zwei Kriegshelden – und zack, plötzlich stehst du da, ...

Kaum ein Buch hat mich so sehr auf eine emotionale Achterbahnfahrt geschickt wie dieses hier. Man denkt, man liest „nur“ eine Boys-Love-Fantasy über zwei Kriegshelden – und zack, plötzlich stehst du da, Herz in Scherben, Stirn voller Fragezeichen und die Finger krallen sich ins Buch, als würde es gleich abhauen. Rou Bao Bu Chi Rou (aka Meatbun) versteht es, mich gleichzeitig zum Lachen, Fluchen und Herzrasen bringen. Und ja, ich habe mehr als einmal gedacht: „Verdammt, warum tue ich mir das an?“ – nur um dann doch wieder die Seiten zu verschlingen.

Mo Xi und Gu Mang sind wie zwei Sterne, die sich magisch anziehen und gleichzeitig mit voller Wucht voneinander wegschleudern. Diese Dynamik hat mich fertiggemacht. Erst Best Buddies und geheime Liebhaber, dann der ultimative Verrat – und plötzlich steht da ein Typ, den man kaum wiedererkennt. Ich schwöre, mein inneres Drama-Level war beim Lesen mindestens so hoch wie bei einem Staffelfinale von Game of Thrones, nur mit mehr Herzblut und weniger Drachen.

Besonders krass: die Mischung aus epischem Worldbuilding, bitterem Schmerz und diesen kleinen Momenten, in denen man einfach nur „awww“ schreien will. Und dann haut Meatbun wieder einen Twist raus, der alles zerreißt. Ich habe ernsthaft überlegt, ob ich mir ein Kissen zum Reinbeißen bereithalte.

Kurzum: Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven, aber perfekt für alle, die gerne mit Gefühlen jonglieren, auch wenn es manchmal weh tut. Und wenn jemand sagt, Danmei wäre nur was für Spezial-Interessierte – nope! Das hier ist pures, wildes Kopfkino, das süchtig macht.

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Veröffentlicht am 05.09.2025

Stein, Papier – und wir mittendrin im Gefühlschaos

Stein schlägt Papier
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Kaum ein Buch hat mich und meine Tochter so heftig durchgeschüttelt wie dieses. Normalerweise hänge ich ja gerne in Thrillern ab, wo alles ein bisschen überzogen wirkt – aber hier? Bäm, das sitzt. Christina ...

Kaum ein Buch hat mich und meine Tochter so heftig durchgeschüttelt wie dieses. Normalerweise hänge ich ja gerne in Thrillern ab, wo alles ein bisschen überzogen wirkt – aber hier? Bäm, das sitzt. Christina Erbertz schmeißt uns mitten in eine Situation, die man niemandem wünscht: Lee will helfen, dann eskaliert es in Sekundenbruchteilen, und plötzlich steht ihr ganzes Leben Kopf. Meine Tochter hat beim Lesen ständig gefragt: „Papa, was hättest du gemacht?“ – und ganz ehrlich: keine Ahnung. Vermutlich Mist gebaut.

Wir haben die Kapitel teilweise im Wechsel gelesen und uns dann darüber gestritten, ob Lee jetzt cool gehandelt hat oder einfach kopflos war. Und genau da liegt die Stärke des Buches: Es macht dich nicht zum Zuschauer, es drängt dich mitten ins Dilemma. Ich wollte Lee manchmal schütteln, meine Tochter fand sie eher mutig. Buddyread-Diskussionen deluxe.

Der Schreibstil ist schnörkellos, fast frech, so direkt wie ein Schlag in die Magengrube. Kein Gelaber, keine unnötigen Schleifen – das zieht dich durch wie ein Krimi, aber mit Herz und Hirn. Und ja, das Herz klopft doppelt, sobald der Junge aus dem Koma erwacht und plötzlich mehr im Raum steht als nur Schuld und Strafe. Ich habe an einer Stelle laut gelacht, meine Tochter hat mich dafür angeguckt, als wäre ich verrückt.

Was hängen bleibt? Dieses Buch ist unbequem ehrlich. Es zeigt, dass Erwachsenwerden kein geplanter Spaziergang ist, sondern eher ein Sprung ins kalte Wasser. Für uns beide war klar: „Stein schlägt Papier“ hat sich in unser Regal geprügelt wie ein Klassiker. Und wir haben lange nach dem Ende noch weiterdiskutiert – was für mich das beste Zeichen ist, dass ein Buch richtig was kann.

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