Profilbild von Alrik

Alrik

Lesejury Star
offline

Alrik ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Alrik über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.07.2025

Glücklich alt werden ohne Langeweile – ein Buch wie ein Espresso fürs Leben

Sei glücklich, älter wirst du sowieso
0

Ich habe das Buch aufgeschlagen und dachte erst, ich bekomme jetzt die übliche Ladung Gurkensaft-Tipps, Meditationsmantras und die alte Leier vom Jungbleiben durch Smoothies. Denkste! Diane Hielscher haut ...

Ich habe das Buch aufgeschlagen und dachte erst, ich bekomme jetzt die übliche Ladung Gurkensaft-Tipps, Meditationsmantras und die alte Leier vom Jungbleiben durch Smoothies. Denkste! Diane Hielscher haut hier ein Werk raus, das nicht nur charmant illustriert ist (danke Keiko Hoshino!), sondern auch wirklich mein Gehirn an genau den richtigen Stellen kitzelt. Zwischen Wissenschaft, Witz und einer Portion liebevoller Frechheit gibt’s hier nämlich keine Moralpredigt, sondern ehrliche Impulse fürs Leben – genau jetzt, nicht irgendwann im grauen Rentenland.

Was mir besonders gefällt: Die Autorin macht keine Angst vorm Altern, sondern schenkt mir Lust darauf. Sie nimmt mich mit auf eine Hirnreise durch die Neurologie, zündet kleine psychologische Erkenntnisraketen und serviert Achtsamkeit ohne Räucherstäbchen-Getue. Statt „sei achtsam“ steht da eher sowas wie „Komm klar mit dir – und hab Spaß dabei“. Ich hab mich in vielen Gedanken wiedergefunden – und in anderen wollte ich sofort was ändern. Sogar meine Beziehung zu meinem inneren Mecker-Opi wurde ein bisschen netter.

Die Übungen? Alltagsnah. Nicht überambitioniert, sondern machbar – sogar wenn man morgens erstmal eine Kaffeetherapie braucht. Und dieser ganzheitliche Blick aufs Leben im Hier und Jetzt: Ernährung, Bewegung, Denken, Fühlen, Träumen – alles spielt zusammen, aber ohne Druck. Mehr Flow, weniger Flop.

Fazit: Ein Buch wie ein guter Freund – ehrlich, inspirierend, ein bisschen verrückt, aber immer mit Herz. Wer glaubt, Altern sei ein langsamer Abstieg, wird hier aufs Schönste eines Besseren belehrt. Und wer sich fragt, wie man mit Stil, Hirn und Humor älter wird: Lies das Ding. Ernsthaft. Du wirst grinsen – und denken.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.07.2025

Vom Turnhallentalent zur Legende – Kobe wie man ihn noch nie gelesen hat

Kobe Bryant: The Rise – der Aufstieg des größten Basketball-Stars der Geschichte
0

Hab ja schon viele Sportbiografien gelesen, aber was Mike Sielski da über Kobe Bryant abliefert, ist nicht einfach nur ein weiteres Basketball-Buch – das Ding hat Drive wie ein Fastbreak von Kobe höchstpersönlich! ...

Hab ja schon viele Sportbiografien gelesen, aber was Mike Sielski da über Kobe Bryant abliefert, ist nicht einfach nur ein weiteres Basketball-Buch – das Ding hat Drive wie ein Fastbreak von Kobe höchstpersönlich! Statt die x-te Wiederholung seiner Lakers-Jahre durchzukauen, zoomt Sielski knallhart auf die Zeit, als Kobe noch kein NBA-Superstar war, sondern ein dünner Teenie mit übergroßem Ehrgeiz und einer klaren Mission: Liga erobern, Welt beeindrucken. Und ja – Spoiler: Hat er geschafft.

Was mir besonders gefällt? Man bekommt hier nicht den glattpolierten PR-Kobe serviert, sondern den echten, manchmal unbequemen, hyperfokussierten Jungen, der seine Highschool-Gegner so gnadenlos abgezockt hat, als würde er schon damals in den Playoffs stehen. Sielski schreibt so, dass man beim Lesen das Knarzen der Turnhallenböden fast hört und den Schweiß riechen kann – okay, vielleicht nicht riechen, aber ihr wisst, was ich meine.

Das Buch nimmt sich Zeit für Details, ohne zu langweilen. Interviews, Stimmen von früheren Weggefährten, Eltern, Trainern – das Ganze liest sich wie eine gut gemixte Doku in Buchform. Ich hab stellenweise laut gelacht (Kobe konnte auch ziemlich frech sein!) und war dann wieder völlig baff, wie früh der Kerl schon wusste, was er will – und was er dafür alles opfert.

Kurz gesagt: „The Rise“ ist Pflichtlektüre für alle, die Kobe nicht nur als Ikone, sondern als Menschen verstehen wollen. Ich hab’s verschlungen wie Nachos beim NBA-Finale. Und ja, auch wenn man meint, schon alles über ihn zu wissen – dieses Buch belehrt einen charmant eines Besseren. 5 Sterne. Punkt. Mamba forever.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.07.2025

Drei Frauen, ein Tal und der ganz große Kampf

Das Echo der Sommer
0

Na gut, dieses Buch hat mich mit einem leichten Rentiergeweih auf dem Kopf und nassen Füßen erwischt – „Das Echo der Sommer“ von Elin Anna Labba ist kein Roman, den man einfach mal eben wegliest. Nee, ...

Na gut, dieses Buch hat mich mit einem leichten Rentiergeweih auf dem Kopf und nassen Füßen erwischt – „Das Echo der Sommer“ von Elin Anna Labba ist kein Roman, den man einfach mal eben wegliest. Nee, das Ding hallt nach. Ich dachte zuerst: Natur, Sámi, Heimat – klingt nach stillen Seen und viel Moos. Aber zack, da kommt die Flut, und das ganze Sommerland geht baden. Und damit nicht nur ein paar Hütten, sondern gleich ein ganzes Stück Identität.

Die kleine große Heldin, stapft da mit 13 durch die nasse Tragödie ihres Lebens, während Mutter und Tante den Behörden zeigen, was eine Rentierkeule ist. Die Frauen sind zäh wie Trockenfleisch und gefühlvoll wie Rentieraugen im Morgengrauen. Kein Witz – selten hab ich Figuren so intensiv erlebt. Die Wut, die Hilflosigkeit, die Liebe zur Heimat – alles drin, ohne dass es pathetisch wird. Eher leise wütend. Und poetisch wie ein Schneesturm, der dir eine Ohrfeige gibt.

Was mir gefallen hat? Die Sprache! Hanna Granz hat hier keinen trockenen Brocken übersetzt, sondern was Lebendiges, das singt, beißt und leise jault. Was mir gefehlt hat? Ein bisschen mehr Tempo zwischendurch. Ich hab ein paar Mal gedacht: Okay, schön, aber darf’s jetzt mal weitergehen? Nicht schlimm, aber erwähnenswert.

Am Ende bleibt ein warmes Ziehen im Herzen – und die Frage: Wie viel kann ein Mensch (oder ein Volk) verlieren, bevor er sich selbst verliert? Große Fragen, leise Töne, starke Frauen. Ich zieh meinen (unsichtbaren) Hut. Vier Sterne, weil fünf schon wieder kitschig wären.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.07.2025

Papa-Tochter-Team auf geheimer Buchmission

Die magische Bibliothek der Buks 2: Das verfluchte Medaillon
0

Also eigentlich wollte ich nur ein bisschen mitlesen, so als Papa, der sich für die Interessen seiner Tochter interessiert. Tja. Jetzt sitze ich hier, habe das verflixte Medaillon quasi selbst um den Hals ...

Also eigentlich wollte ich nur ein bisschen mitlesen, so als Papa, der sich für die Interessen seiner Tochter interessiert. Tja. Jetzt sitze ich hier, habe das verflixte Medaillon quasi selbst um den Hals hängen und bin tief drin in dieser wilden, wundervollen Welt der Buks. Was soll ich sagen – wir haben das Buch nicht gelesen, es hat uns gelesen.

Meine Tochter und ich haben’s uns jeden Abend gemütlich gemacht – Chips, Tee, Kuscheldecke – und dann ging’s ab in die Bücherwelt. Sie war Team Nola, ich natürlich Team Buchmeister (Eltern dürfen das). Und während wir um jedes Kapitel gefeilscht haben („Nicht weiterblättern, Papa!“ – „Nur noch EINE Seite, ehrlich!“), sind wir ganz schön rumgekommen: von der magischen Bibliothek über das unheimliche Draußen bis hin zur geheimen Büchergilde mitten unter uns Menschen.

Was Nina George und Jens J. Kramer da zaubern, ist kein Kinderkram. Das ist großes Kino aus Tinte und Papier! Mit Kristallmedaillons, mutigen Kids, schrägen Ideen und genug Spannung, um mich regelmäßig um den Schlaf zu bringen (und meine Tochter vor Lachen quietschen zu lassen).

Zwischendurch haben wir wilde Theorien gesponnen, wer der geheimnisvolle Zerstörer sein könnte – Spoiler: Keiner von uns hatte recht. Aber der Spaß lag im Raten. Und im gemeinsamen Abtauchen in diese Geschichte, die irgendwo zwischen Tintenherz, Buchgeistern und totalem Fantasyfieber ein eigenes Universum aufmacht.

Mein Highlight? Die Dialoge. Die sind so frech, klug und witzig, dass wir uns einige laut vorgelesen haben – einfach, weil’s so gut war. Ihre Highlights? Die Buchwesen (vor allem einer, den ich aus Spoilergründen nicht nennen darf, aber sie hätte ihn am liebsten adoptiert).

Wir zählen jetzt schon die Tage bis Band 3. Und falls uns jemand sucht – wir sind dann wieder auf Bücherreise. Gemeinsam.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.07.2025

Mein Schweinehund hat aufgegeben – und ich fühl mich besser denn je

Nur 10 Minuten – Krafttraining für Senioren
0

Wenn mir früher jemand „Krafttraining für Senioren“ in die Hand gedrückt hätte, hätte ich vermutlich mit einem müden Grinsen abgewunken und mir gedacht: „Ich? Doch nicht jetzt schon!“ Tja. Dann kam Ed ...

Wenn mir früher jemand „Krafttraining für Senioren“ in die Hand gedrückt hätte, hätte ich vermutlich mit einem müden Grinsen abgewunken und mir gedacht: „Ich? Doch nicht jetzt schon!“ Tja. Dann kam Ed Deboo mit seinem Buch um die Ecke – und ich muss sagen: Der Mann hat’s drauf.

„Nur 10 Minuten“ – das klingt erst mal wie einer dieser typischen Fitness-Versprechen, bei denen man am Ende trotzdem eine halbe Stunde keuchend am Boden liegt. Aber nein, hier ist wirklich Programm drin. Verständlich erklärt, flott geschrieben und mit Illustrationen, die sogar meine Couchpotato-Seele motivieren.

Ich hab mit dem Kapitel über Balance angefangen, weil ich schon länger den Verdacht hatte, dass meine Standfestigkeit eher Kategorie „nasser Waschlappen“ ist. Nach der dritten Woche steh ich auf einem Bein wie ein Flamingo mit Selbstbewusstsein.

Was mir besonders gefällt: Ed nimmt einen an die Hand, ohne zu nerven. Kein Drill-Sergeant-Gebrüll, keine überambitionierte Fitness-Mission – sondern einfache, alltagstaugliche Übungen, die man wirklich in zehn Minuten packt. Und plötzlich merkt man, dass sich im Körper was tut: weniger Knirschen im Knie, Rücken mosert nicht mehr rum und Treppen sind keine Gegner mehr.

Die Mischung aus Übungen mit und ohne Gewichte ist top, die Workouts lassen sich flexibel in den Alltag mogeln – sogar zwischen Kaffee und Keks. Ich fühl mich beweglicher, stabiler und – ja, auch ein bisschen cooler.

Mein innerer Schweinehund? Der sitzt jetzt beleidigt in der Ecke und schmollt. Und das ist auch gut so. Dieses Buch hat mich echt überrascht – und zwar im besten Sinne. Volle fünf Sterne von mir und eine klare Empfehlung: Nicht lang fackeln, einfach mal zehn Minuten investieren. Dein zukünftiges Ich wird dir auf die Schulter klopfen (und dabei nicht mehr stöhnen).

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere