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Veröffentlicht am 08.03.2020

Luxusprinzessin oder Ghetto Bitch?

Ghetto Bitch
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Meine Meinung
„Ghetto Bitch“ ist ein Jugendbuch, dass aus der Feder des deutschen Autors Gernot Gricksch stammt. Das Buch erzählt die Geschichte von Nele, die 15-jährige lebt zusammen mit ihren Eltern ...

Meine Meinung
„Ghetto Bitch“ ist ein Jugendbuch, dass aus der Feder des deutschen Autors Gernot Gricksch stammt. Das Buch erzählt die Geschichte von Nele, die 15-jährige lebt zusammen mit ihren Eltern und ihrem 14-jährigen Bruder Timo im luxuriösen Villenviertel Hamburg-Poppenbüttel. Sie führt das Leben eines reichen Teenagers, der keine Ahnung von wirklichen Problemen hat und dem normalerweise jeder Wunsch erfüllt wird. Bis zu dem Tag, an dem ihr Vater stirbt und die Familie plötzlich vor einem riesigen Berg Schulden steht. Neles Leben, dass bisher immer perfekt und unbeschwert war, ist unwiderruflich vorbei und als würde das noch nicht reichen, muss die Familie ihr Luxusvilla verkaufen und in eine sozial Wohnung in einer Hochhaussiedlung in Hamburg-Steilshoop ziehen.

Dem Autor ist mit seinem Werk nicht nur eine unterhaltsame Geschichte gelungen, sondern auch ein interessanter Blick auf eine Situation, wie sie wohl jedem passieren könnte. Die Geschichte handelt von all den Höhen und Tiefen, die ein Teenager auf seinem Weg zum Erwachsenwerden durchlebt. Dabei schreibt der Autor sowohl über typische Teenager Erfahrungen wie die erste Liebe, Freundschaft oder Mobbing als auch über die Unterschiede zwischen verschiedenen sozialen Schichten und die Missverständnisse die damit einhergehen können. Leider war mir das Buch Stellenweise zu klischeehaft.

Nele war mir leider nicht wirklich sympathisch. Sicherlich die Veränderung ihrer Lebenssituation war für sie ein Schock, aber das ist noch lange keine Entschuldigung für ihr mieses Verhalten gegenüber ihren Mitmenschen. Zu Beginn des Buches verhält sie sich wie eine reiche verzogene Prinzessin, die glaubt ihr würde die ganze Welt gehören und wehe es tanzt einer aus der Reihe. Zwar ändert sich mit ihrer neuen Lebenssituation auch ihr Verhalten, anfänglich aber eher in eine negative Richtung. Nele braucht erst einen gehörigen Tritt in ihren Allerwertesten, bevor sie ernsthaft über ihr bisheriges Verhalten nachdenkt.

In Neles Leben prallen plötzlich zwei Welten aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein könnten und das sorgt natürlich für reichlich Spannungen. Bevor sie sich in ihrer neuen Lebenssituation zurechtfindet, tritt sie in etliche Fettnäpfchen und macht sich dabei nur bedingt beliebt. Was vor allem an ihrem zickigen Verhalten liegt, denn Neles Bemühungen sich in ihr neues Umfeld zu integrieren halten sich zunächst sehr in Grenzen.

Bei Timo hatte ich die Hoffnung er könne möglicherweise ein Ausgleich zu Nele sein, leider trifft er im Laufe der Handlung unglaublich viele Fehlentscheidungen. Im Gegensatz zu seiner älteren Schwester hat er mit seiner neuen Lebenssituation zunächst keine sonderlich großen Probleme, denn Timo hat sein altes Leben gehasst. Bereits am ersten Tag findet er Freunde und integriert sich so recht schnell in sein neues Umfeld. Bis er schmerzlich lernen muss, dass seine angeblichen Freunde kein besonders guter Umgang für ihn sind.

Die Nebencharaktere konnten mich allesamt nicht vom Hocker reißen, was mich ehrlich gesagt ziemlich gestört hat. Es liegt nicht daran, dass sie mir nicht sympathisch waren, sondern vielmehr an ihrer Darstellung. Man könnte fast auf die Idee kommen, der Autor hätte es regelrecht darauf angelegt, so viele Klischees wie nur möglich zu bedienen.

Da gibt es einerseits das Ekelpaket, dem es riesigen Spaß macht seine jüngeren Mitschüler zu mobben, den gut aussehenden reichen Kerl, in den jedes Mädchen verliebt ist und der natürlich der feste Freund der weiblichen Protagonistin ist und die beste Freundin, die aus genauso wohlhabenden Verhältnis kommt und deren Verhalten gegenüber ihren Mitmenschen nicht minder arrogant ist. Anderseits gibt es die Jugendlichen, die fast alle einen Migrationshintergrund haben, deren Eltern weit davon entfernt sind wohlhabend zu sein und die entweder auf die schiefe Bahn geraten sind oder sich total „asozial“ verhalten. Dabei haben sie lediglich einen anderen Kleidungsstil, gehören einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder haben Probleme mit der deutschen Sprache. Eigentlich gibt es deutlich schlimmeres auf dieser Welt und trotzdem hatte ich als Leser das Gefühl diese Menschen könnten niemals eine funktionierende Gemeinschaft bilden.

Passend zu diesem Thema war leider auch die Wortwahl, die mir bisweilen zu extrem war. Nur weil das Buch für Jugendliche geschrieben wurde, heißt das noch lange nicht, dass man zu einer Wortwahl greifen muss, wie sie wahrscheinlich für einen Schüler mit großen Bildungslücken typisch ist. Glücklicherweise hat das dem Schreibstil nicht geschadet, denn der ließ sich trotzdem flüssig lesen. Das Buch wird aus der Sicht von Nele und Timo erzählt und dank kurzer Kapitel habe ich es innerhalb von zwei Tagen verschlungen.

Fazit
Mit „Ghetto Bitch“ ist dem Autor ein interessantes Buch gelungen, dass mich größtenteils gut unterhalten konnte und dass ich trotz einiger Klischees genossen habe. Obwohl die Geschichte für mich alles andere als perfekt ist, bekommt sie von mir 3,5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.03.2020

Humor der besonderen Art

The Doctor Is In!: Dr. Womanizer
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Meine Meinung
Mit „Dr. Womanizer“ ist 2019 die deutsche Übersetzung des zweiten Bandes der „The Doctor Is In!“-Reihe des amerikanischen Autorenduos Max Monroe erschienen. Im Mittelpunkt der Geschichte ...

Meine Meinung
Mit „Dr. Womanizer“ ist 2019 die deutsche Übersetzung des zweiten Bandes der „The Doctor Is In!“-Reihe des amerikanischen Autorenduos Max Monroe erschienen. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Dr. Scott Shephard und Harlow Paige. Scott ist der Leiter der Notaufnahme am St. Luke’s Krankenhaus in New York. Mit seinem Auftritt in der Reality-Show "The Doctor Is In!" wollte er eigentlich die New Yorker Singelfrauen beeindrucken, bis ihm die Story einer Klatschkolumnistin in die Quere kommt. Harlow, die in Sachen Liebe bereits so einige negative Erfahrungen gesammelt hat, arbeitet als Journalistin. Nur leider schreibst sie nicht für eine große seriöse Zeitung, sondern für ein Klatschblatt, dass für seine reißerischen Artikel bekannt ist.

Harlow ist eine Frau, die für ihre angeblich große Liebe alles aufgegeben hat, nur um im Nachhinein feststellen zu müssen, dass das wohl nicht ihre beste Entscheidung war. Seitdem ist sie auf die Spezies „Mann“ nicht sonderlich gut zu sprechen. Verstärkt werden ihre negativen Gedanken durch ihre momentane Arbeitssituation, denn dank ihrer früheren Fehlentscheidung arbeitet sie in einem Beruf, der sie nur mäßig begeistern kann. Das Harlow sich durch ihre miese Lebenssituation aber keineswegs unterkriegen lässt, hat sie mir sehr sympathisch gemacht. Hinzu kommt ihr wirklich einzigartiger Sinn für Humor, der mich mehr als nur einmal zum Lachen gebracht hat. Harlow war für mich eine Protagonistin, zu der ich von der ersten Seite an eine Bindung aufbauen konnte und die mich bis zum Schluss super unterhalten hat.

Scott ist der Leiter der Notaufnahme und sowohl bei seinen Mitarbeitern als auch bei seinen Patienten äußerst beliebt. Sein bisheriges Leben als Junggeselle hat er in vollen Zügen genossen und dabei absolut nichts anbrennen lassen, denn zu einem One-Night-Stand hat er niemals „Nein“ gesagt. Erst als Harlow in sein Leben tritt ändert sich das, denn diese Frau bringt sein bisheriges Weltbild völlig durcheinander. An einer festen Beziehung hatte Scott nie Interesse, bis Harlow ihm ordentlich den Kopf verdreht. Mit Scott hatte ich das gesamte Buch über so meine Schwierigkeiten. Zwar bin ich durchaus mit ihm warm geworden zu hundert Prozent sympathisch war er mir aber bis zum Schluss nicht. Vielleicht lag das aber auch einfach an seiner Art, mit der ich mich nicht immer anfreunden konnte.

Neben Scott und Harlow gibt es in diesem Buch auch noch eine große Menge an Nebencharakteren. Leider sind mir ein paar von ihnen gehörig auf die Nerven gegangen. Einerseits gab es für mich Nebencharaktere, von denen ich gar nicht genug kriegen konnte und die mich mindestens genauso zum Lachen bringen konnten, wie Harlow. Das waren vor allem die Eltern der beiden Protagonisten, die mit ihrer Art und Weise eine wirklich wundervolle Atmosphäre geschaffen haben. Anderseits gab es zwei Charaktere aus der Vergangenheit der beiden, die mich mit ihrem Verhalten extrem aufgeregt haben und die ich sehr gerne erwürgt hätte.

Natürlich geht es auch im zweiten Band heiß her, wer jetzt aber glaubt, dass die beiden ununterbrochen übereinander herfallen, der irrt sich. Der Leser bekommt zwar in diesem Buch deutlich mehr als nur eine seichte Liebesgeschichte geboten, einen maßlosen Überfluss an Sexszenen wird er aber vergeblich suchen, denn das Autorenduo hat eine gesunde Balance aus Handlung und Erotik gefunden.

Erzählt wird das Buch abwechselnd aus der Sicht von Scott und Harlow. Der Leser bekommt so die Chance beide gleichermaßen kennenzulernen. Der Schreibstil ließ sich flüssig lesen und die Wortwahl habe ich vom ersten Moment an als positiv empfunden.

Fazit
Wer gerne humorvolle Liebesgeschichten liest, die von lebhaften Charakteren und einer bisweilen sehr lustigen Wortwahl leben, der ist hier genau richtig. Harlow und Scott nehmen einen als Leser mit auf eine herrlich unterhaltsame Achterbahnfahrt und wer sich auf die beiden einlässt, der wird wahrscheinlich genauso viel Spaß beim Lesen haben, wie ich ihn hatte. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 08.03.2020

Josh & Kate

Walker Ink: Seduced
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Meine Meinung
„Seduced“ ist der dritte Band der „Walker Ink“ Reihe von Isabelle Richter und ein Spin-Off der „Gravity“ Reihe. Im Mittelpunkt der Reihe stehen die Walker Brüder, die in Toronto das Tattoostudio ...

Meine Meinung
„Seduced“ ist der dritte Band der „Walker Ink“ Reihe von Isabelle Richter und ein Spin-Off der „Gravity“ Reihe. Im Mittelpunkt der Reihe stehen die Walker Brüder, die in Toronto das Tattoostudio »Walker Ink« betreiben und denen wir bereits in den fünf Bänden der „Gravity“ Reihe begegnet sind.

„Seduced“ erzählt die Geschichte des jüngsten Walker Bruders Josh Walker. Völlig unerwartet trifft er auf seine einstige Jugendliebe, für die er immer noch Gefühle hat. Doch seine ehemalige Freundin will davon nichts wissen. Kate kämpft immer noch mit den tiefsitzenden Erinnerungen, die ihr nichts als Schmerz bereitet haben und die sie bis heute nicht richtig verarbeitet hat. Wie das Schicksal es willen laufen sich die beiden immer wieder über den Weg und so blühen alte Gefühle wieder auf. Leider wird ihr Glück von Kates Zweifeln und Joshs Vergangenheit belastet.

Auf Joshs Geschichte habe ich mich ganz besonders gefreut. Seit dem ersten Band dürften wir seine verrückten und witzigen Eigenheiten kennenlernen und ich wollte unbedingt ein Blick in die Gedanken dieses lebenslustigen Kerls werfen. Vom ersten Moment an war er mir sympathisch und ich konnte einfach nicht genug von ihm bekommen. Aber in Joshs Leben war nicht immer alles so positiv wie uns der erste Eindruck weismachen will, denn auch der jüngste Walker Bruder hat eine schwere Vergangenheit, die mich mehr als nur geschockt hat.

Leider ist mir Kate bisher am unsympathischsten und dass liegt vor allem an ihrem negativen Verhalten. Ich konnte mir bis zum Schluss nur sehr schwer vorstellen, dass sie in der Vergangenheit mal so etwas wie Liebe für Josh empfunden hat. Vom ersten Moment an klammert sie sich nämlich wie eine Ertrinkende an ihre grauenhaften und völlig unnötigen Zweifel und gibt dem armen Kerl, der sich wirklich Mühe gibt, keine einzige Chance. Es hat mehr als nur eine Situation gegeben, in der ich sie sehr gerne heftig schütteln wollte, denn möglicherweise wäre ihr dann aufgefallen wie bescheuert und sinnlos ihr Verhalten eigentlich ist. Irgendwann fällt ihr das dann tatsächlich selber auf aber bis dahin ist es ein sehr langer und unglaublich ermüdender Weg.

Dank einer wirklich unsympathischen Protagonistin hatte ich mit dem dritten Teil so meine Probleme und leider gab es Momente, in denen ich kurz davor stand, dass Buch abzubrechen. Glücklicherweise habe ich das nicht getan. Einer der Gründe dafür war die wundervolle Handlung, die mich mehr als einmal zum Schmunzeln bringen konnte.

Der Schreibstil ließ sich angenehm und flüssig lesen und die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Der Leser darf also sowohl an den Gedanken von Josh als auch an denen von Kate teilhaben. Die Kapitel hatten für mich eine gute Länge und die Wortwahl konnte mich überzeugen.

Fazit
Leider kann die Autorin mit „Seduced“ nicht ganz an die beiden wundervollen Vorgängerbände anschließen. Trotz einer gelungenen Handlung und einem sehr unterhaltsamen Protagonisten ist dieser Band für mich der bisher schwächste der Reihe und ich habe die Hoffnung, dass der vierte Band an das Niveau der ersten beide anschließen kann. Von mir gibt es trotzdem eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.02.2020

Grauenhafte Umsetzung

Chicago Devils - Die Einzige für mich
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Meine Meinung
„Die Einzige für mich“ ist der erste Band der „Chicago Devils“ Reihe von Brenda Rothert. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Mia Marceau und Anton Petrov. Mia die eigentlich verheiratet ...

Meine Meinung
„Die Einzige für mich“ ist der erste Band der „Chicago Devils“ Reihe von Brenda Rothert. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Mia Marceau und Anton Petrov. Mia die eigentlich verheiratet ist, aber viel lieber von ihrem Ehemann geschieden wäre, hält sich mit einem Job als Barkeeperin über Wasser, während sie nebenbei versucht ihr Studium zu beenden. Anton ist der Kapitän der Chicago Devils und der Mannschaftskollege von Mias Ehemann. Sein Leben als erfolgreicher Eishockeyprofi besteht aus strengen Diäten, genug Schlaf und sexueller Abstinenz. Das Sein Verzicht auf Sex in Wirklichkeit aber einen ganz anderen Grund hat, kann er niemandem erzählen, denn Anton hat sein Herz an Mia verloren, die er niemals lieben darf.

Ich hatte mich riesig auf dieses Buch gefreut, denn ich bin ein großer Fan von „Sports Romance“ Bücher und die kurze Leseprobe klang so vielversprechend. Jetzt nachdem ich das Buch beendet habe bin ich maßlos enttäuscht, denn die Umsetzung ist einfach nur schlecht.

Bei Mia hatte ich im ersten Moment das Gefühl sie sei eine starke Frau, die sich von niemandem etwas gefallen lässt und die sehr gut auf sich selber aufpassen kann aber dieser Eindruck wurde bereits wenige Seiten später zunichte gemacht. Ich hätte niemals gedacht, dass ich mich so sehr in meiner Vermutung getäuscht habe, denn Mia ist meilenweit davon entfernt eine starke Frau zu sein. Ihre momentane Lebenssituation verdankt sie einer schweren Fehlentscheidung, die ich absolut nicht nachvollziehen konnte und die mir sehr deutlich gezeigt hat, wie naiv Mia eigentlich ist. Sympathisch war sie mir leider zu keinem Zeitpunkt, was in erste Linie daran lag, dass sie überhaupt nichts aus ihren Fehlentscheidungen gelernt hat. Mia entwickelt sich nämlich in eine völlig falsche Richtung und so musste ich ihr dabei zu sehen wie sie eine Fehlentscheidung nach der anderen trifft. Am Ende des Buches hätte ich sie am liebsten gegen die Wand geklatscht, weil ich von ihrem Verhalten einfach nur unglaublich frustriert war.

Anton lernt der Leser ja bereits ein bisschen im Klappentext kennen und ich fand die Idee eines Profisportlers, der mal so überhaupt nicht dem typischen Klischee entspricht, sehr interessant. Leider konnte ich bis zum Schluss keine Richtige Verbindung zu ihm aufbauen, denn Anton war einfach viel zu makellos, was ihn für mich total unglaubwürdig gemacht hat. Jeder Mensch hat seine Ecken und Kanten und die habe ich bei Anton schmerzlich vermisst. Denn was ich bei Mias Eigenschaften als zu extrem empfunden habe, hat mir bei Antons schlichtweg gefehlt. Zum Ende hin trifft Anton dann eine Entscheidung, die ich als maßlos überzogen empfunden habe und die für mich so überhaupt nicht zu ihm gepasst hat. Ich hatte zu Beginn des Buches wirklich die Hoffnung das er ein spannender Charakter ist, mit dem ich ein tolles Abenteuer erleben kann, aber was ich letztendlich bekommen habe fand ich einfach nur langweilig.

Wenn mich die Protagonisten schon nicht begeistern können, dann setze ich natürlich umso größere Hoffnung in die Nebencharaktere. Leider waren die sogar noch unerträglicher als die beiden Hauptcharaktere, denn die Autorin scheint nur zwei Extreme zu kennen. Entweder waren die Personen vom Charakter her so flach und unscheinbar, dass sie bei dem ganzen Drama völlig untergegangen sind. Oder aber sie hatten eine völlig überzogene negative Ausstrahlung, die mein Lesevergnügen massiv belastet hat.

Was mich in regelmäßigen Abständen stutzig gemacht hat, war das negative Frauenbild, dass sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch zieht. Daher konnte ich auch nur sehr schwer nachvollziehen, dass das Buch von einer Frau geschrieben wurde. Aus Spoiler-Gründen werde ich die einzelnen Bemerkungen hier nicht nennen aber seit gewarnt es sind nicht gerade wenige und sie sind bisweilen ganz schön heftig.

Wie bereits oben erwähnt bin ich ein großer Fan von „Sports Romance“ Bücher. Leider spielt der Sport Faktor in diesem Buch aber nur eine sehr kleine Nebenrolle. Das ich von dieser Tatsache enttäuscht bin, ist wohl die Untertreibung des Jahres, denn wenn schon auf dem Cover und im Klappentext gezielt auf diesen Faktor hingewiesen wird, dann erwarte ich auch, dass er eine Rolle spielt, die man auch als diese bezeichnen kann.

Theoretisch handelt es sich bei diesem Werk um eine Liebesgeschichte. Da sollte man doch erwarten können, dass das Drama ein bestimmtes Maß nicht überschreitet. Bei diesem Buch hat, dass aber scheinbar niemand kontrolliert, denn die Handlung ertrinkt regelrecht im Drama und jedes Mal, wenn ich dachte noch schlimmer kann es nicht werden, setzte die Autorin noch eins obendrauf.

Das einzig positive war für mich die Erzählung aus zwei Sichten, denn das gehört für mich bei einem Liebesroman einfach dazu. Abwechselnd darf der Leser einen Blick in die Gedanken von Mia und Anton werfen. Mit dem Schreibstil hatte ich dagegen so meine Probleme, denn mein Leseerlebnis war alles andere als angenehm und flüssig und auch die Wortwahl war mir meistens zu extrem.

Fazit
Ich bewundere mich gerade selbst, dass ich dieses Buch nicht abgebrochen habe, denn die Umsetzung ist grauenhaft. Was vom Klappentext her eigentlich vielversprechend klang, war eine herbe Enttäuschung, denn weder die einzelnen Charaktere noch die Handlung konnten mich überzeugen. Von mir gibt es daher leider keine Leseempfehlung.

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  • Handlung
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Veröffentlicht am 14.02.2020

Die perfekt gelungene Fortsetzung!

Abgefackelt
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- ACHTUNG! - FORTSETZUNG! - ACHTUNG! -

Wer „Abgeschlagen“ noch nicht gelesen hat, der sollte diese Rezension aus SPOILER-GRÜNDEN nicht weiterlesen. Fangt die Reihe unbedingt mit „Abgeschlagen“ an, denn ...

- ACHTUNG! - FORTSETZUNG! - ACHTUNG! -



Wer „Abgeschlagen“ noch nicht gelesen hat, der sollte diese Rezension aus SPOILER-GRÜNDEN nicht weiterlesen. Fangt die Reihe unbedingt mit „Abgeschlagen“ an, denn alles andere würde euch massiv SPOILERN und euch so einen Großteil der Spannung nehmen. All die Leser die „Abgeschlagen“ bereits gelesen haben heiße ich an dieser Stelle herzlich Willkommen und wünsche euch informatives weiterlesen.

Meine Meinung

„Abgefackelt“ ist der zweite Teil einer Reihe, in deren Mittelpunkt der Rechtsmediziner Paul Herzfeld steht. Herzfeld ist dem ein oder anderen Thriller Fan vielleicht schon aus "Abgeschnitten" bekannt. In diesem Thriller, der von "Sebastian Fitzek" und "Michael Tsokos" gemeinsam geschrieben wurde, stand Herzfeld bereits im Mittelpunkt und kämpfet als Rechtsmediziner gegen das Böse. In „Abgefackelt“ wird nun die Vorgeschichte von Herzfeld fortgesetzt.

Die Handlung von „Abgefackelt“ schließt sich fast nahtlos an die Handlung von "Abgeschlagen" an. Paul Herzfeld lebt zwar immer noch in Kiel, wird aber von seinem Vorgesetzten vorübergehend nach Itzehoe versetzt, wo er an einem angeblich ruhigeren Klinikum die Stelle eines kürzlich verstorbenen Pathologen übernehmen soll. Herzfeld muss jedoch sehr schnell feststellen das sein neuer Arbeitsplatz alles andere als ruhig ist und die Todesursache seines Vorgängers nicht ansatzweise so unscheinbar ist, wie seine Kollegen im weismachen wollen. Pauls Neugierde ist natürlich sofort geweckt und so stellt der Rechtsmediziner auf eigene Faust Nachforschungen an. Nur leider bleiben seine Recherchen nicht lange unentdeckt und plötzlich schwebt Herzfeld erneut in akuter Lebensgefahr.

Nachdem mich der erste Band mit einem wirklich fiesen Cliffhanger zurückgelassen hatte, konnte ich das Erscheinen der Fortsetzung natürlich kaum noch erwarten. Ich freue mich also riesig, dass ich den zweiten Band vorablesen dürfte und Himmel! Er ist noch besser als der erste Band. Innerhalb von zwei Tagen habe ich „Abgefackelt“ verschlungen und ich bin immer noch ein bisschen traurig, dass es so schnell vorbei war. Jetzt warte ich sehnsuchtsvoll auf den nächsten Band, weil mich auch „Abgefackelt“ mit einem wirklich heftigen Cliffhanger zurückgelassen hat.

Herzfeld war mir auch in diesem Band von der ersten Seite an sympathisch und ich habe jede Sekunde mit ihm genossen. Herr Tsokos schickt seine Leser auf eine wirklich atemberaubende Achterbahnfahrt der Spannung, die bei mir eine ordentliche Portion Nervenkitzel hervorrufen konnte. In etlichen Situationen habe ich buchstäblich die Luft angehalten, weil ich gar nicht so schnell lesen könnte wie mich die Spannung gepackt hat und ich daher unbedingt wissen wollte was als nächstes passiert. An dieser Stelle gebe ich jedem Leser den Tipp sich Zeit zunehmen, denn wen es dir so geht wie mir, dann kannst du das Buch wahrscheinlich keine Sekunde mehr aus der Hand legen.

Was mir auch im zweiten Band sehr gut gefallen hat war die verständliche Erklärung medizinischer Abläufe. Mal abgesehen vom kriminalistischen Teil der Handlung bekommt der Leser auch in diesem Buch einen intensiven Einblick in der Arbeit eines Rechtsmediziners. Zwar benutzt der Autor bei seinen detaillierten Beschreibungen eine große Menge an Fachbegriffen, erklärt diese aber im nächsten Satz so, dass sie auch für einen Leihen ohne medizinische Ausbildung problemlos nachvollziehbar sind.

Das Buch wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, was die Spannung intensiviert und die Geschichte für mich noch lebendiger gemacht hat. Unterstützt wurde das Ganze durch einen flüssigen Schreibstil und kurze Kapitel. Jedes dieser Kapitel beginnt mit einer Ortsangabe, einem Datum und einer Uhrzeit, was mir die Orientierung innerhalb der Handlung erleichtert hat.

Fazit

„Abgefackelt“ ist für mich die perfekte Fortsetzung einer spannenden True-Crime Reihe, von der ich einfach nicht genug kriegen kann und die ich jedem weiterempfehle der ein Fan von diesem Subgenre ist. Ich hoffe daher sehr, dass wir uns 2021 auf den nächsten Band freuen dürfen.

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