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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.06.2021

Spannend, atmosphärisch und mystisch

RAVNA – Tod in der Arktis
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Ich habe schon einige Thriller von Elisabeth Herrmann gelesen, aber meiner Meinung nach ist dieses Buch nicht mit ihren anderen Werken vergleichbar.

Ravna ist eine junge Frau aus dem Volk der Samen, die ...

Ich habe schon einige Thriller von Elisabeth Herrmann gelesen, aber meiner Meinung nach ist dieses Buch nicht mit ihren anderen Werken vergleichbar.

Ravna ist eine junge Frau aus dem Volk der Samen, die die Tradition der Rentierzucht des Volkes nicht weiterführen möchte. Sie möchte gerne in einen größeren Ort und Polizistin werden. Zu diesem Zweck muss sie ein Praktikum bei der örtlichen Polizei absolvieren. Sie hat keinen leichten Stand bei den Kollegen … als Frau und vor allem als Samin. Aber im weiteren Verlauf sollen sich ihre Kenntnisse noch als hilfreich herausstellen.

Mir war Ravna von Beginn an sympathisch, auch wenn sie zu Beginn ziemlich unüberlegt handelt. Das habe ich ihrem Alter und der Unerfahrenheit zugeschrieben. Mit zunehmender Dauer entwickelt sie sich auch weiter. Elisabeth Herrmann hat ihre Zerrissenheit sehr gut dargestellt. Ravna möchte einerseits aus der Vorhersehbarkeit ihres Lebens bei ihrem Volk ausbrechen, aber andererseits ist sie doch sehr tief in die Kultur und Bräuche eingebunden.

Aber auch die beiden anderen Charaktere Kommissar Rune Thor und ganz besonders Ravnas Großmutter Léna sind sehr spezielle Personen, die mir manches Rätsel aufgegeben haben.

Die Autorin hat es hervorragend verstanden die Atmosphäre der Polarnächte in Norwegen mit ihrer langen Dunkelheit und dem unwirtlichen Wetter, die Kargheit der Landschaft, aber auch gleichzeitig ihre Schönheit sehr bildhaft darzustellen. Der Mordfall wurde für mich fast zur Nebensache so interessant fand ich die Lebensweise, die Kultur und das Mystische der Bräuche der Sami. Schade, dass diese Kultur vom Aussterben bedroht ist. Es wurde aber auch deutlich, dass die Sami in Norwegen noch oft als Menschen zweiter Klasse betrachtet werden.

Ich war von Beginn an von dieser Geschichte gefesselt und freue mich, dass es eine Fortsetzung dieser neuen Reihe geben wird.

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Veröffentlicht am 22.06.2021

Spannender und erholsamer Ausflug nach Mallorca

Mörderisches Mallorca – Toni Morales und der Lohn der Habgier
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Dies ist bereits der zweite Band mit Toni Morales, aber auch ohne Vorkenntnisse kann man dieses Buch problemlos lesen. Toni hat sich extra nach Mallorca versetzen lassen, weil er es etwas ruhiger angehen ...

Dies ist bereits der zweite Band mit Toni Morales, aber auch ohne Vorkenntnisse kann man dieses Buch problemlos lesen. Toni hat sich extra nach Mallorca versetzen lassen, weil er es etwas ruhiger angehen lassen wollte, aber die Realität sieht leider etwas anders aus.

Was mir hier sehr gut gefallen hat, ist die ausgeglichene Mischung von Spannung, Privatleben, Infos über Gepflogenheiten in Mallorca und landestypischem Flair. Dadurch erhält die Geschichte eine große Authentizität. Auch die Charaktere erschienen mir wie Menschen aus dem wahren Leben, denen man jederzeit irgendwo begegnen kann … sowohl den sympathischen als auch den Schurken.

Der Schreibstil ist unkompliziert, aber eindringlich und sehr bildhaft. Ich fühlte mich oft vor Ort und fühlte die frische Seebriese beim Segeltörn auf der Haut oder sah Adelheid bei der Fütterung der Katzen.

Bis auf ein Ereignis war das Buch für mich ein spannender Wohlfühl-Krimi und ich freue mich auf weitere Fälle mit Toni Morales und seinem Team, seiner liebenswerten Frau und der umtriebigen Schwiegermutter.

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Veröffentlicht am 17.06.2021

Die tollsten Ferien aller Zeiten

Frida und die Blaubeersuppe
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Leni hat sich auf den Urlaub mit ihren Eltern und der großen Schwester in Spanien schon mega gefreut. Aber dann muss umdisponiert werden, weil ihrem Vater mal wieder beruflich was dazwischengekommen ist. ...

Leni hat sich auf den Urlaub mit ihren Eltern und der großen Schwester in Spanien schon mega gefreut. Aber dann muss umdisponiert werden, weil ihrem Vater mal wieder beruflich was dazwischengekommen ist. Und statt Sonne und Strand in Spanien geht’s jetzt nach Schweden … und ihre große Schwester kommt auch nicht mit. Leni ist stinksauer, denn sie hat gehört, dass es in Schweden immer regnet und alles voller Mücken ist.

Schon das toll gestaltete Cover lässt ahnen, dass der Urlaub in Schweden nicht so schlimm geworden ist wie Leni befürchtet hat. Den Mädchen, den Tiere und auch allen anderen Sachen begegnet man im Buch wieder.

In Schweden angekommen, merkt Leni schnell, dass es dort gar nicht so schlimm ist. Und bereits am ersten Tag lernt sie Frida kennen. Mit diesem etwas verrückten und abenteuerlustigen Mädchen verbindet sie schnell eine schöne Freundschaft. Die zwei haben viel Spaß miteinander und so vergehen erlebnisreiche Tage wie im Flug.

In einem kindgerechten und sehr lebendigem Schreibstil erzählt Alva Bengt diese Urlaubsgeschichte, die mir unheimlich Lust auf einen Schwedenurlaub gemacht hat (obwohl ich auch schon von den vielen Mücken dort gehört habe). In den Text eingefügt, findet man immer mal wieder kleine, aber feine Illustrationen von Laura Rosendorfer. Gut gefallen haben mir die kurzen Überschriften vor jedem Kapitel. Ohne zu viel zu verraten, machen sie neugierig auf das kommende Geschehen.

Ein tolles Kinderbuch über Freundschaft und Zusammenhalt zum Selberlesen für Kinder ab ca. 8 Jahren und jüngeren Kindern kann es gut vorgelesen werden.

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Veröffentlicht am 10.06.2021

Kleiner Held und seine tierischen Freunde

Emil Einstein (Bd. 1)
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Bei dem sechsjährigen Emil Einstein ist der Name auch Programm, denn er ist ein Tüftler und Erfinder. Er würde sich gerne mit der bei ihm wohnenden Maus Bertha unterhalten und auch den Kater seiner Nachbarin ...

Bei dem sechsjährigen Emil Einstein ist der Name auch Programm, denn er ist ein Tüftler und Erfinder. Er würde sich gerne mit der bei ihm wohnenden Maus Bertha unterhalten und auch den Kater seiner Nachbarin würde er gerne verstehen. Dann hat er die Idee eine Tier-Quassel-Maschine zu erfinden. Diesen Wunsch, sich mit seinen tierischen Freunden unterhalten zu könne, hat wohl fast jedes Kind. Ob es gelingt müsst ihr aber selbst herausfinden.

Auch wenn ich Emil sehr sympathisch finde, so sind die tierischen Protagonisten besonders liebenswert und für mich die Helden dieser Geschichte. Mit ihnen zusammen erlebt Emil sehr aufregende und abenteuerliche Ferien.

In einer unkomplizierten Sprache schildert Suza Kolb diese spannende Geschichte, die sich auch mit dem Thema Umwelt- bzw. Tierschutz beschäftigt. Große Schrift und ebensolche Zeilenabschnitte sowie die kurzen Kapitel sind perfekt für junge Leser. Natürlich eignet sich das Buch auch zum Vorlesen für z. B. jüngere Kinder.

Besonders erwähnen möchte ich die zauberhaften und durchweg farbigen Illustrationen von Anja Grote. Sie visualisieren das Gelesene perfekt und teilweise gibt es einiges auf ihnen zu entdecken.

Ein hochwertig aufgemachtes Kinderbuch, das m. E. sowohl für Jungen als auch Mädchen geeignet ist.

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Veröffentlicht am 09.06.2021

Im Schatten des begnadeten Bruders

Fräulein Mozart und der Klang der Liebe (Ikonen ihrer Zeit 4)
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Maria Anna (Nannerl) Mozart hat das große Pech in der im 18. Jahrhundert von Männern dominierten Welt geboren zu sein. Sie ist eine brillante Pianistin und versteht es, die Werke ihres Bruders in Szene ...

Maria Anna (Nannerl) Mozart hat das große Pech in der im 18. Jahrhundert von Männern dominierten Welt geboren zu sein. Sie ist eine brillante Pianistin und versteht es, die Werke ihres Bruders in Szene zu setzen wie kein anderer. Für ihren Vater ist das in Ordnung so lange sie ein Kind ist, aber dann muss sie ihrem begnadeten Bruder Platz machen. An eine Karriere als Solopianistin ist in damaligen Zeiten als Frau nicht zu denken. Sie lebt aber weiterhin für ihre Musik und ihre große Liebe, die ihr eines Tages begegnet. Leider steht auch diese unter keinem guten Stern.

War mir Wolfgang Amadeus Mozart bisher nur aufgrund seiner Musik ein Begriff, so bekam ich hier einen Eindruck von seiner Person. Von Kindesbeinen an aufgrund seiner Begabung verwöhnt und hofiert, entwickelt er sich zu einem egoistischen Mann, der wenig bis gar keine Rücksicht auf seine Familie nimmt.

Beate Maly schreibt sehr anschaulich und berührend und ich bin tief in das Salzburger Leben von Nannerl im 18. Jahrhundert eingetaucht. Maskenbälle und Konzerte, aber auch viele Beschränkungen und unüberwindliche Grenzen, gerade für die weibliche Bevölkerung.

Im Laufe der Geschichte ist mir Nannerl immer mehr ans Herz gewachsen und ich habe mit ihr viele Emotionen geteilt. Trotz vieler Einschränkungen und Rückschläge hat sie nie aufgegeben und sich immer wieder kleine Nischen des Glücks geschaffen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und neben den Informationen zur Familie Mozart fand ich auch die historischen Aspekte sehr interessant und lehrreich.

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