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Veröffentlicht am 18.12.2020

Wein, Macht und Mord

Mord im Château
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„Mord im Chateau“ von Luc Winger habe ich als Taschenbuch mit 264 Seiten gelesen, die in 18 Kapitel eingeteilt sind. Es ist der 7. Teil der Saint-Tropez-Krimis, kann aber unabhängig von den anderen gelesen ...

„Mord im Chateau“ von Luc Winger habe ich als Taschenbuch mit 264 Seiten gelesen, die in 18 Kapitel eingeteilt sind. Es ist der 7. Teil der Saint-Tropez-Krimis, kann aber unabhängig von den anderen gelesen werden.

Commissaire Lucie Girad heiratet ihren Patrice auf dem noblen Weingut Chateau Bernaise. Auf dem Etikett einer edlen alten Flasche Wein entdeckt Capitaine Purenne einen Hilferuf. Es wird vermutet, dass im alten Weinkeller jemand gefangen gehalten wird. Die Betreiber des Weingutes Sylvie und Philip Foret wissen von nichts.

Auf den ersten ca. 50 Seiten ist Lucie hauptsächlich mit ihren Hochzeitsvorbereitungen beschäftigt. Das war zwar nicht spannend aber trotzdem schön zu lesen und eine gute Einstimmung auf den Fall. Die Hochzeit selbst war ein gelungenes und teures Fest. Nachdem die Botschaft auf der Flasche gefunden wurde, hält sich Lucie trotzdem aus den Ermittlungen meist heraus und tritt kaum in Erscheinung. Hauptsächlich ermittelt Capitaine Purenne, der aber nach einem tragischen Vorfall auf dem Weingut mit der Situation überfordert ist. Erst dann trat Lucie in Aktion. Mit ihrer autoritären, aber trotzdem sympathischen Art, kommt sie den Vorgängen langsam aber sicher auf die Spur. Es gibt einige Verdächtige und letztendlich geht es nicht nur um den Hilferuf, sondern um viel mehr.

Auch dieses Buch hat mich wieder überzeugt. Hier verbringt Lucie einmal mehr Zeit mit ihrer Familie, die vorher immer etwas zu kurz gekommen ist. Für die Vollblut-Commissaire ist es nicht leicht, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen. Ihr Mann Patrice ist da eher der Ruhepol, der sie bremsen kann. Ein sehr sympathisches Paar.

Der Schreibstil des Buches ist gewohnt gut, ich konnte zügig lesen, was auch am stetigen Spannungsaufbau lag. Die Charaktere waren wieder sehr gut beschrieben, ebenso die Schauplätze der Handlung.
Insgesamt war es eine gute Mischung aus Unterhaltung, Spannung und auch etwas Romantik und hat mir wieder sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 14.12.2020

Interessante Handlung

Eine bittere Wahrheit
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„Eine bittere Wahrheit“ von Nicci French habe ich als Taschenbuch mi 505 Seiten gelesen, die in 76 Kapitel eingeteilt sind.

Tabitha Hardy ist wieder in ihre Heimatstadt zurückgekehrt, einem idyllischen ...

„Eine bittere Wahrheit“ von Nicci French habe ich als Taschenbuch mi 505 Seiten gelesen, die in 76 Kapitel eingeteilt sind.

Tabitha Hardy ist wieder in ihre Heimatstadt zurückgekehrt, einem idyllischen Dorf an der englischen Küste. Doch schon bald wird der tote Nachbar in ihrem Gartenschuppen gefunden und sie wird als Täterin verhaftet. Sie kann sich kaum erinnern, was sie an diesem Tag getan hat. Im Gefängnis wartet sie auf ihren Prozess und versucht alles, um ihre Unschuld zu beweisen. Durch ihre unfreundliche und aggressive Art macht sie sich keine Freunde. Gerade im Gefängnis sollte das wichtig sein. Sie geht davon aus, dass sie bald wieder frei sein wird.

Bei den Ermittlungen erfährt man mehr über Tabitha, ihre Vergangenheit und auch über das Opfer, das vielleicht doch nicht so beliebt im Dorf ist, wie alle sagen. Da könnte es so einige Täter geben. Da sie mit ihrer Anwältin nicht zufrieden ist, will sich Tabitha selbst vertreten, was für eine Laiin unmöglich scheint.

Die Handlung dreht sich hauptsächlich um Tabitha, wie sie mit allen Mitteln versucht, ihre Unschuld zu beweisen und manchmal auch in Zweifel gerät, nicht doch die Mörderin zu sein. Eine große Hilfe und eine gute Freundin ist ihre ehemalige Zellengenossin Michaela dabei geworden. Ohne sie wäre sie sicher nicht so weit gekommen.
Als Leser weiß man auch immer nicht, was man denken soll. War sie die Täterin oder doch nicht? Bei der Beweissammlung tauchen immer wieder Personen auf, die auch ein Motiv gehabt hätten.
Das Ende ist dann doch anders als gedacht.

Das Buch ist kein typischer Thriller. Bis auf den Toten zu Beginn gibt es keine weiteren Taten. Danach geht es nur noch um die Aufklärung des Falles, die Beweissammlung und die vielen Tage am Gericht. Trotzdem wird es nicht langweilig.
Durch den guten Schreibstil konnte ich zügig lesen und mir alles sehr gut vorstellen.
Tabitha war mir ziemlich unsympathisch. Auch vor Gericht ist sie unbeherrscht, rüpelhaft und oft ohne eine Grundhaltung an Anstand und Respekt. Es war sehr schwer, sie zu beurteilen. Trotzdem bewundere ich sie für ihren Mut, die Ausdauer und Kraft, die sie in ihre Verteidigung gesteckt hat.

Für mich war es das erste Buch von Nicci French und es hat mir sehr gut gefallen.
Das düstere Cover passt auch prima zu der düsteren Geschichte.

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Veröffentlicht am 11.12.2020

Spannender Regionalkrimi

Ankerschmerz
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„Ankerschmerz“ von Stefan Wollschläger habe ich als ebook mit 253 Seiten gelesen, diese sind in 27 Kapitel eingeteilt.

In Dornumersiel wird die Komponistin Wiebke de Wall tot in ihrem Auto aus dem Wasser ...

„Ankerschmerz“ von Stefan Wollschläger habe ich als ebook mit 253 Seiten gelesen, diese sind in 27 Kapitel eingeteilt.

In Dornumersiel wird die Komponistin Wiebke de Wall tot in ihrem Auto aus dem Wasser gezogen. Gerade erst hatte sie den Erfolgshit „Ankerschmerz“ geschrieben, der seit zwei Wochen auf Platz 1 der Schlager-Charts ist. Auch Kira Jensen war eben erst auf dem Konzert, auf dem dieser Hit gespielt wurde. Für Kira Jensen beginnt ihr erster Arbeitstag im Kommissariat ihrer Heimatstadt katastrophal. Ihr neuer Vorgesetzter Tilmann Baer arbeitet lieber allein und hat alle ihre Vorgänger schon weggemobbt. Er geht einfach alleine lost und lässt Kira stehen, redet kaum mit ihr und bezieht sie schon gar nicht in seine Ermittlungen ein. Kira bleibt also keine andere Wahl, als selbst nachzuforschen.
Baer und auch Kira sind auf ihre eigene Weise erfolgreich und treffen sich sogar oft an ihren ermittelten Zielen. Trotzdem gehen sie danach wieder getrennte Wege.

Kira konzentriert sich auf Wiebke’s Texte und versucht aus diesen auf ihr Leben zu schließen, was ihr letztendlich auch gelingt. So findet sie einige Orte und Menschen, die ihr sehr weiterhelfen. Wiebke hat in ihren Texten ihr Leben aufgearbeitet und dadurch konnte am Ende der Fall aufgeklärt werden.

Es ist eine tolle Geschichte und mit der Entschlüsselung der Liedtexte eine gute Idee. Der Schreibstil ist sehr gut und ich konnte zügig lesen. Von Beginn an war ich mitten in der Handlung und es ist nie langweilig geworden.

Man lernt viele unterschiedliche Charaktere kennen. Auch die Orte sind sehr gut beschrieben, ich konnte mir alles sehr bildhaft vorstellen.
Über Baer habe ich mich über das gesamte Buch hinweg maßlos aufgeregt. So ein Mensch ist für die Polizei untragbar, er ist überhaupt nicht teamfähig und richtiggehend böse Kira gegenüber. So geht man nicht mit Kollegen um. Aber gerade das macht wahrscheinlich auch die Geschichte aus, diese zwei so unterschiedlichen Personen, die gezwungen sind, mehr oder weniger zusammenzuarbeiten.
Über Kira erfährt man kaum etwas Persönliches, erst gegen Ende gab es eine Andeutung dazu. Zurück in ihrer Heimat hatte sie keinen leichten Start. Ihr erster Arbeitstag war auch noch überschattet von einer persönlichen Katastrophe. Es ist bewundernswert, wie sie das alles durchgestanden hat.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es ist sehr unterhaltsamer und spannender Regionalkrimi. Auch das Cover finde ich sehr schön und passen.

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Veröffentlicht am 30.11.2020

Ein eiskalter Fall

Kaltes Gold
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„Kaltes Gold“ von Cilla & Rolf Börjlind habe ich als ebook mit 309 Seiten gelesen, diese sind in 5 Kapitel eingeteilt und mit dem Ort der Handlung überschrieben. Es ist der 6. Teil der Rönning/Stilton-Serie.
Für ...

„Kaltes Gold“ von Cilla & Rolf Börjlind habe ich als ebook mit 309 Seiten gelesen, diese sind in 5 Kapitel eingeteilt und mit dem Ort der Handlung überschrieben. Es ist der 6. Teil der Rönning/Stilton-Serie.
Für mich ist es das erste Buch dieser Reihe.

1999 verschwindet Kaldma und wird nicht gefunden. Damals saß die 12jährige Olivia Rönning bei ihrem Vater auf dem Revier, als die Meldung kam. 20 Jahre später wird nach der Schneeschmelze in Lappland die Leiche eines Mannes gefunden. Ist es der seit damals Vermisste? Wer hat ihn erschossen und warum? Nun ist es an Olivia, den Fall zu klären. Frisch verliebt aus dem Mexiko-Urlaub ins Präsidium zurückgekehrt, muss sie schon wieder los nach Lappland. Auf dem Weg zur Fundstelle gerät ihr Hubschrauber in einen Sturm und stürzt ab. Sie überlebt und findet ein verlassenes Camp. Doch sie ist nicht allein in dieser einsamen Gegend. Anscheinend will jemand die Aufklärung des Falles mit allen Mitteln verhindern, was für Olivia lebensgefährlich wird. Der Fall ruft auch Tom Stilton aus Thailand zurück, ein Kollege und Freund ihres Vaters. Zusammen mit der ehemaligen Chefin Mette, Tom, Lisa und Bosse leitet Olivia nun die Ermittlungen und will den Fall aufklären.

Der Fall spielt hauptsächlich in Stockholm und in Arjeplog in Schwedisch-Lappland. Gleichzeitig ermittelt Tom in Gambia, was eine Nebenhandlung der eigentlichen Geschichte ist. Solche Nebenhandlungen gibt es einige im Buch. Einen relativ großen Raum nimmt dabei Olivia’s Beziehung mit Lukas ein. Dieser leidet an einer dissoziativen Identitätsstörung, was nicht einfach für beide ist.
Mit Olivia bin ich auch nicht so recht warm geworden. Sie ist oft unbeherrscht, meistens ungeduldig, auch ihren engsten Mitarbeitern gegenüber, lässt sie kaum zu Wort kommen und stürmt immer voran. Sie macht den damaligen Ermittlern indirekt Vorwürfe, dass sie nicht mehr herausgefunden haben. In Lappland war sie zu den Kollegen auch wortkarg und unfreundlich, außerdem fast krankhaft eifersüchtig. Sie wirkt nicht sonderlich sympathisch.

Auch andere Gespräche mit verschiedenen Menschen gestalteten sich sehr einsilbig. Wahrscheinlich liegt das aber auch an der Mentalität der Menschen im hohen Norden.

Die Geschichte begann mit dem Fund der Leiche und dem Absturz sehr spannend, im Mittelfeld hing sie dann ein bisschen. Es wurde eben in unterschiedliche Richtungen ermittelt und mit unterschiedlichen Personen gesprochen. Gegen Ende wurde es dann noch einmal rasant und spannend. Und die Aufklärung war dann doch eine andere, als zu Beginn vermutet.

Es gab sehr schöne Naturbeschreibungen, gerade von Eis und Schnee in Lappland. Aber auch kritische Aspekte zum Klimawandel und den Veränderungen der Natur in den letzten Jahren.

Das Cover gefällt mir sehr und es passt gut zu der Geschichte.

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Veröffentlicht am 30.11.2020

Kochbuch oder Krimi?

Den letzten Gang serviert der Tod
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„Den letzten Gang serviert der Tod“ von Jörg Mauer habe ich als Taschenbuch mi 411 Seiten gelesen, die in 50 Kapitel eingeteilt sind. Es ist der 13. Teil mit Kommissar Jennerwein. Für mich war es das erste ...

„Den letzten Gang serviert der Tod“ von Jörg Mauer habe ich als Taschenbuch mi 411 Seiten gelesen, die in 50 Kapitel eingeteilt sind. Es ist der 13. Teil mit Kommissar Jennerwein. Für mich war es das erste Buch dieser Reihe.

Vier Mitglieder eines exklusiven Kochkurses werden in der Restaurantküche des „Hubschmidt’s“ tot aufgefunden. Alle auf unterschiedliche Art ermordet. Für Kommissar Jennerwein und sein Team beginnt eine komplizierte Ermittlungsarbeit. Zuerst werden natürlich die restlichen neun Mitlieder des Kurses unter die Lupe genommen. Dann gibt es noch den veganen Förster, der schon öfters Ärger gemacht hat und einen konkurrierenden Wirt. Es werden immer wieder verschiedene Szenarien durchgesprochen, bis hin zu Hölleisens Bärentheorie.

Man muss sich auf das Buch einlassen können. Auf den ersten Seiten dachte ich, ich lese ein Kochbuch. Danach gab es alle vier Leichen auf einen Schlag. Zwischendurch wurde immer wieder viel über Pilze, Pilzarten und Pilzrezepte geschrieben. Für Pilzliebhaber sicher interessant, für mich eher nicht. Es spielten auch sehr viele Personen mit, von denen nicht alle einen Sinn im Buch hatten. Von Mafia-Schutzgelderpresserbanden bis hin zu Russen war alles vertreten, was mir zu viel war. Zwischendurch waren auch über das ganze Buch verteilt Internetbewertungen des „Hubschmidt’s“ zu lesen, außerdem ganz kurze Abschnitte über das Mütterchen von Juri irgendwo in den Weiten Russlands und noch so einige Nebenhandlungen, die nicht wichtig waren.

Die Charaktere sind gut beschrieben, besonders der des Pilzmalers Siegfried Schlatt. Vorstellen konnte ich mir alles sehr gut. Auch die Idylle des Restaurantstandortes wurde gut dargestellt.

Das Buch ist gespickt von guten Humor, aber auch von vielen Albernheiten. Und der Schluss ist haarsträubend.
Der Schreibstil ist gut und ohne die vielen, teils sinnfeien, Unterbrechungen hätte ich auch zügig lesen können.
Besonders gut finde ich das Cover.

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