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Veröffentlicht am 24.05.2026

Ein Reisebericht aus dem Leben der fabelhaften Amélie Nothomb

Die unmögliche Rückkehr
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Amélie Nothomb ist die Tochter eines belgischen Diplomaten und verbrachte ihre Kindheit in verschiedenen Ländern, doch keins hat sie so sehr geprägt, wie Japan.
Als Kind lernt sie nicht nur dessen Landessprache, ...

Amélie Nothomb ist die Tochter eines belgischen Diplomaten und verbrachte ihre Kindheit in verschiedenen Ländern, doch keins hat sie so sehr geprägt, wie Japan.
Als Kind lernt sie nicht nur dessen Landessprache, sondern verspürt in Japan erstmals das Gefühl von Heimat. Nach vielen weiteren Stationen, entscheidet sie sich im frühen Erwachsenenalter bewusst für ein Leben in Tokio, das sie wenige Jahre später jedoch, tief enttäuscht wieder verlässt.
Bis auf eine Kurzreise im Rahmen einer Dokumentation, bleibt sie dem Land physisch fern und hat ihre emotionalen Verknüpfungen tief in sich vergraben.

Als die Fotografin Pep Beni elf Jahre später zwei Tickets für eine Fernreise gewinnt, sucht sie sich Japan als Reiseziel aus und erwartet von Amélie, sie als vermeintlich „Ortskundige“ durch das Land zu begleiten. Doch zwischen Erinnerungen aus längst vergangenen Zeiten und der Realität der Gegenwart liegt eine vollkommen neue Welt, in der sich auch Amélie ganz neu zurecht finden muss.
Sie möchte Pep nicht enttäuschen und verschweigt ihr deshalb, wie fremd ihr Japan inzwischen geworden ist.

In einer Art Reisebericht erzählt sie neben den vielen kulinarischen und kulturellen Eindrücken, von nostalgischen Gedanken, die aufkommen, aber auch einigen absurden Momenten.
Besonders amüsant wird es, wenn Pep mal wieder höfliche Zurückhaltung der japanischen Gastgeber bis an die Grenzen strapaziert und Amélie mit ihren eingerosteten Sprachkenntnissen diplomatische Kunststücke vollführen muss, um die Situation zu retten.

Wer Bücher der Autorin kennt, weiß, dass sie in ihren Texten oft sehr intime Einblicke aus ihrem Leben, in ihre Persönlichkeit oder aber ihren Alltag teilt und dabei viel selbstironische Beobachtungsgabe und Ehrlichkeit beweist.
Sie verbirgt sich auch hinter diesem Buch wieder einmal eine herrlich unterhaltsame und kurzweilige Geschichte aus dem Leben der fabelhaften Amélie Nothomb, die ich euch sehr gerne weiterempfehlen möchte!

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Zwischen Sicherheit und Sehnsucht nach der Heimat

Zugwind
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Mira Zehmann lebt schon länger mit ihrer Familie in Deutschland. Sie arbeitet als Ärztin in einer Hausarztpraxis, in der sie nach Ausbruch des Krieges vor allem von ukrainischen Patienten aufgesucht wird. ...

Mira Zehmann lebt schon länger mit ihrer Familie in Deutschland. Sie arbeitet als Ärztin in einer Hausarztpraxis, in der sie nach Ausbruch des Krieges vor allem von ukrainischen Patienten aufgesucht wird. Dabei geht es kaum um normale körperliche Beschwerden, sondern vielmehr um die persönlichen Befindlichkeiten, die in erster Linie mit den Geschehnissen in der Ukraine in Verbindung stehen.
Die Sicherheit des deutschen Exils scheint kaum einer so recht genießen zu können. Auch Miras Gedanken schweifen immer häufiger in ihre Heimat und die zurückgeblieben Familienmitglieder ab.
Trotz der angespannten Lage reist sie mehrfach nach Odesa.

Der Roman spiegelt nicht nur einen brisanten Teil des - nach wie vor - aktuellen Zeitgeschehens wieder. Vielmehr gibt er einen tiefen Einblick in die Gedankenwelt einer direkt betroffenen Person. Man bekommt eine Vorstellung davon, wie sich die innere Zerrissenheit zwischen den zwei vollkommen unterschiedlichen Welten für Betroffene anfühlt.
Die Autorin beschreibt dies einerseits ausgesprochen klar und bildhaft, anderseits aber auch in sprunghaft und unstet wirkenden Gedankengängen. So wird man detailliert Zeuge von ihren Patiententerminen und deren Krankheitsgeschichten oder durchlebt unvorhergesehene Szenenwechsel zwischen Deutschland und dem ukrainischen Krisengebiet.
Obwohl diese Erzählweise sicherlich bewusst gewählt ist, hat mir persönlich ein dominierender, roter Faden in der Handlung gefehlt. Was ich hingegen mochte, waren die vielen kleinen besonderen Momente im Buch, die Erinnerungen wachgerufen haben und noch ein wenig nachwirken werden.

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Veröffentlicht am 11.05.2026

Ein Buch für viele Geschmäcker!

Real Americans
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Da dieser Roman ist der erste Titel der @kiwi_verlag -Kampagne „Deutschland liest ein Buch“. Ein Prädikat, das hohe Erwartungen an den Titel stellt und hier tatsächlich übertroffen werden.

Es ist ein ...

Da dieser Roman ist der erste Titel der @kiwi_verlag -Kampagne „Deutschland liest ein Buch“. Ein Prädikat, das hohe Erwartungen an den Titel stellt und hier tatsächlich übertroffen werden.

Es ist ein spannender, kluger Gesellschaftsroman, in dem zwei junge Menschen auf der Suche nach ihren Wurzeln, bei der älteren Genration auf eine Mauer des Schweigens stoßen.

Lily, die Tochter chinesischer Einwanderer, wächst in den USA auf. Ihre Eltern haben sich ihrer neuen Heimat vollkommen angepasst, jede Verbindung zu China und ihrer Herkunft bewusst gekappt. So lernt Lily nie Chinesisch und spürt dennoch, dass ihr Stücke ihrer eigenen Identität fehlen.
Als Lily um den Jahrtausendwechsel den reichen Erben eines Pharmaimperiums kennenlernt, scheint daraus eine süße romantische Liebesgeschichte zu entstehen, die schwer an ein wahrwerdendes Aschenputtel-Märchen erinnert.

Einundzwanzig Jahre später findet Lilys Sohn Nick über einen heimlichen Gentest heraus, wer sein Vater ist. Dabei kommt es zu einem emotionalen Bruch mit seiner Mutter, die dessen Identität ihm gegenüber bewusst verschwiegen hat.
Als wäre dieser zweite Teil nicht schon tragisch genug, hat mich besonders der dritte Teil des Romans tief bewegt.

In dem letzen Abschnitt geht es um May, die mit ihrer Heimat eine schreckliche Vergangenheit verbindet und sie dazu bewegt hat, China noch vor der Kulturrevolution zu verlassen und ihr Glück in Amerika zu suchen.

Mich hat sowohl die Familiengeschichte interessiert, als auch mehr über die genauen Hintergründe , die später zum Bruch der einzelnen Konstellationen geführt haben. Es ist traurig und fesselnd zugleich.

Die Mischung aus streng gehüteten Geheimnissen, die Frage nach der eigenen, wahren Identität, welche entscheidende Rolle hier die Genforschung spielt und überhaupt- wer sind eigentlich „Real Americans“? - Auf der Suche nach den Antworten habe ich das Buch regelrecht inhaliert!

Ein großartiges Lesehighlight, das einem so schnell nicht aus dem Kopf geht!

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Wohlfühlroman

Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand
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💗Hand aufs Herz - wer freut sich nicht über einen handgeschriebenen Brief?!💗

Bevor das digitale Zeitalter so richtig Einzug gehalten hat, habe ich noch regelmäßig Briefe geschrieben und verschickt. ...



💗Hand aufs Herz - wer freut sich nicht über einen handgeschriebenen Brief?!💗

Bevor das digitale Zeitalter so richtig Einzug gehalten hat, habe ich noch regelmäßig Briefe geschrieben und verschickt. Es war jedes Mal ein ganz besonders Gefühl, einen eben solchen in den Händen zu halten und zu lesen. Doch diese Momente sind heutzutage leider selten geworden.



Durch eine Unbedachtheit hat Hyoyeongs Schwester ihre eigene Familie in finanzielle Schwierigkeiten gebracht. Als sich ihre Mutter auch noch die Hüfte bricht, wird es Hyoyeong zu viel. Sie zieht aus und beginnt, als Aushilfe im Briefladen eines ehemaligen Uni-Kommilitonen zu arbeiten.

In dem Letter Shop gibt es nicht nur besonderes Briefpapier, handgefaltete Umschläge und spezielle Schreibutensilien zu kaufen. Vielmehr ist der Briefladen eine Anlaufstelle für Menschen, die Trost, Verständnis und Zuflucht gegen ihre Einsamkeit suchen. Ob Stammkunden oder zufällige Besucher - sie alle können anonyme Briefe hinterlassen und einen solchen mitnehmen, auf den sie antworten möchten. Der daraus entstehende Briefwechsel wird ebenfalls über den Briefladen gesteuert, der als Mittlerstelle funktioniert. Im Verlauf der Geschichte lernt man so einige der Kunden kennen und bekommt viele berührende Einblicke in deren Lebenssituationen und die ungewöhnlichen Brieffreundschaften, die daraus wachsen.

Obwohl ich eigentlich recht gesättigt an „Healing Fiction“ -Literatur bin, hat mich diese wunderschöne Hommage an das analoge Briefschreiben dennoch angesprochen und sich als echtes Herzensbuch entpuppt.

Nicht nur die Idee dahinter ist schön. Was mich an diesem Roman besonders begeistert, die Briefe im Buch basieren tatsächlich auf echten Briefen aus zwei südkoreanischen Letter Shops.

Eine große Leseempfehlung von mir! Ich freue mich schon jetzt auf die Fortsetzung der Geschichte, die noch in diesem Jahr erscheint.

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Eine grandiose Geschichte!

Stunden wie Tage
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Als junge Frau erhält Martha eine Stelle als Hausbesorgerin für das Mietshaus der Brüder Berkowitz in Berlin-Schöneberg. Fortan kümmert sich nicht nur um die Belange des Hauses und dem bunten Potpurri ...

Als junge Frau erhält Martha eine Stelle als Hausbesorgerin für das Mietshaus der Brüder Berkowitz in Berlin-Schöneberg. Fortan kümmert sich nicht nur um die Belange des Hauses und dem bunten Potpurri an Bewohnern, sondern nimmt sich vor allem auch der kleinen Liane an, der Tochter von Henry Berkowitz. Doch die Machtübernahme Adolf Hitlers’ und der zweite Weltkrieg haben tragische Auswirkungen auf die Familie Berkowitz. Eine davon, ist das Schicksal, welches Liane ereilt, die sich aus Liebe dem Widerstand anschließt.

Der Grundstein zu dieser Geschichte legt eine alte, heruntergekommen wirkende Frau, die der Autorin auf den Straßen von Berlin-Schöneberg immer wieder auffällt und ihr nicht mehr aus dem Kopf geht. Sie erfährt, dass die verarmt aussehende Martha E. ist, die in Wirklichkeit ein beachtliches Vermögen besitzt und welches Gerüchten zufolge einer früheren Affäre mit einem hochrangigen Nazi-Bonzen entsprungen sein soll.

Bei ihren intensiven Recherchen fördert Shelly Kupferberg mehr und mehr spannende Fragmente aus der Vergangenheit zutage und verbindet sie mithilfe von einer Spur Fiktion, zu einer erschütternden Geschichte, die einen nicht mehr loslässt. Absolut grandios erzählt.
Der historische Kontext setzt dem Ganzen die Krone auf und macht den Roman zu einem literarisch wichtigen Beitrag gegen die Verbrechen des Nationalsozialismus.

Dieses Buch hätte ich mir damals als Schullektüre gewünscht und hoffe von Herzen, dass es von vielen Menschen gelesen wird!
Für mich ist dieser Roman schon jetzt ein Jahreshighlight!

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