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Veröffentlicht am 30.03.2020

Die düstere Seite des Wunderlands

Die Chroniken von Alice - Finsternis im Wunderland
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Alice ist bereits seit zehn Jahren im Hospital gefangen, doch sie selbst erinnert sich an nichts. Ihr einziger Lichtblick in der Zeit: Ihr Zellennachbar Hatcher, ein Axtmörder, der sich ebenfalls an kaum ...

Alice ist bereits seit zehn Jahren im Hospital gefangen, doch sie selbst erinnert sich an nichts. Ihr einziger Lichtblick in der Zeit: Ihr Zellennachbar Hatcher, ein Axtmörder, der sich ebenfalls an kaum etwas erinnern kann. Als ein Feuer im Hospital ausbricht, gelingt den beiden die Flucht. Doch auch der gefährliche Jabberwock ist dadurch erwacht und jagt das Duo. Alice muss ihn besiegen. Und sie muss herausfinden, warum sie ständig diese Albträume von dem Mann mit Kaninchenohren plagen.

Christina Henry zeigt eine düstere, gefährliche und brutalere Welt des Wunderlands, das plötzlich gar nicht mehr so wunderbar wirkt. Dabei hat sie auf großartige Weise Parallelen zur originalen Geschichte aufgegriffen und mit ihrer Geschichte verflochten. Selbst einzelne Zitate tauchen leicht verändert auf, was mir jedes Mal ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. Ich mag die Art und Weise total, wie die Autorin die Figuren zu ihren eigenen gemacht hat, ohne die Charaktere gänzlich zu verändern.

So ist Alice anfangs ein eher ängstliches Mädchen, das schon früh viel Leid erfahren musste. Immer wieder blitzen Erinnerungsfetzen auf, die den Leser neugierig und hellhörig werden lassen. Sie wird aber immer mutiger und tapferer und setzt sich für die Dinge ein, die ihr wichtig sind. Diesen Wandel finde ich wirklich gelungen. Hatcher bleibt dabei immer ihre Stütze. Auch er hat dunkle Geheimnisse, die es als Leser herauszufinden gilt. So haben beide Hauptfiguren eine wirklich gut ausgearbeitete Hintergrundstory. Am besten gefallen hat mir aber – wie sollte es anders sein – Grinser. Er behält seinen durchtriebenen Charme, weshalb ich ihn auch am gelungensten finde.

Das Buch überzeugt außerdem durch einen sehr guten Schreibstil. Er ist düster, aber nicht zu schwerwiegend, weshalb ich gerade am Ende gar nicht mehr aufhören konnte. Ich hätte auch direkt mit dem nächsten Band anfangen können, aber bis dahin muss ich noch etwas warten. Bis zum Herbst um genau zu sein. :( Das Cover vom nächsten Band sieht aber übrigens genauso fantastisch aus wie das des ersten Bands, das ich wirklich liebe!

Fazit

Am Anfang brauchte ich ein wenig, um warm zu werden. Aber spätestens nach der ersten Begegnung mit einer Figur aus dem „originalen“ Wunderland war ich hin und weg. Ich hab jede Anspielung (die ich gefunden habe) gefeiert. Habe mich über die Umsetzung der Charaktere gefreut. Die Geschichte ist blutig, finster und nichts für schwache Nerven, aber ich habe sie lieben gelernt. Wegen der Hoffnungsschimmer und Lichtblicke, die mich jedes Mal begeistert haben. Und deshalb zählt es jetzt auch zu meinen Lieblingen :)

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Veröffentlicht am 24.03.2020

Die Flucht vor... ja was eigentlich?

KRYONIUM
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Der Erzähler ist gefangen in einem märchenhaften Schloss in einer mysteriösen Welt. Der Drang zu flüchten ist groß und nicht nur die Hexe, ihr Drache und das Ungeheuer erschweren das Vorhaben. So muss ...

Der Erzähler ist gefangen in einem märchenhaften Schloss in einer mysteriösen Welt. Der Drang zu flüchten ist groß und nicht nur die Hexe, ihr Drache und das Ungeheuer erschweren das Vorhaben. So muss der Protagonist verschiedenste Rätsel lösen, um die Erinnerungen wiederzufinden.

Wer sich jetzt denkt: Ok, aus dem kleinen Absatz konnte ich jetzt nicht so viel Information schöpfen… hat leider Recht 😀 Aber alles Weitere, was ich sagen würde, würde schon wieder zu viel verraten. Grundsätzlich vereint das Buch Fantasy- und Sci-Fi-Elemente. Jedes erdenkliche Fabelwesen findet seinen Platz und doch herrscht in diesem Buch Logik und Mathematik. Denn Zahlen spielen eine sehr bedeutende Rolle. Es hat ewig gedauert, bis ich wusste, worauf das Buch eigentlich hinaus will. Man muss also dran bleiben und darf nicht aufgeben – so wie der Protagonist.

Der Schreibstil ändert sich im Laufe des Buches, was ich sehr interessant finde. Er ist allerdings immer klug und raffiniert. Manchmal sogar fast schon zu clever. Das wird etwas anstrengend, wenn man eigentlich beim Lesen abschalten möchte. Außerdem werden viele Anspielungen für mich zu offen erklärt und runtergerattert, wodurch diese ihren Charme etwas verlieren. Trotzdem schätze ich sehr, wie die Einzelnen Puzzleteile ineinander greifen und so das große Ganze ergeben.

Der Protagonist/Die Protagonistin wirkt leider bis zum Ende hin sehr blass. Er (bleiben wir mal beim Er einfachheitshalber) wird kaum beschrieben. Er handelt sehr besonnen und rational, was durchaus zum Buch passt, für mich aber deswegen sehr kühl wirkt. Die kleinen Nebencharaktere finde ich allerdings wirklich niedlich, ich bin großer Fan vom Schaukeleinhorn.

Fazit



Ein sehr intelligentes Buch, das man mit Ruhe lesen muss. Definitiv nichts für zwischendurch, aber wer Lust auf eine unerwartete Geschichte mit viel Cleverness hat, wird bestimmt Gefallen an Kryonium finden. Mir persönlich fehlt aber leider die Bindung zum Protagonisten, was mir bei einem Buch sehr wichtig ist.

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Veröffentlicht am 21.03.2020

Der letzte Kamf

Ophelia Scale - Die Sterne werden fallen
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Der Kampf zwischen dem Könighaus und der Widerstandsgruppe ReVerse spitzt sich zu. Die Rebellen haben einen klugen und mächtigen Mann als ihren Anführer und die Stimmung im Volk droht immer wieder kippen. ...

Der Kampf zwischen dem Könighaus und der Widerstandsgruppe ReVerse spitzt sich zu. Die Rebellen haben einen klugen und mächtigen Mann als ihren Anführer und die Stimmung im Volk droht immer wieder kippen. So beginnt für Ophelia und Luc die letzte Schlacht im Kampf gegen die OmnI.

Endlich konnte ich mich dazu durchringen, den letzten Teil der Trilogie zu lesen. Genau ein Jahr haben mich Ophelia und Luc begleitet und in dem Fall kann man das wirklich so sagen. Eines meiner ersten Rezensionsexemplare war der erste Teil, der zweite Band eine meiner ersten Leserunden. Es gab viele tolle Aktionen von Lena und sogar eine WhatsApp-Gruppe mit ihr und anderen Bücherwürmern, wo wir Theorien gesponnen und uns ausgetauscht haben. Also ja: Diese Trilogie hat mich wirklich begleitet und begeistert.

Vor finalen Bänden habe ich ja bekanntlich immer etwas Angst. Oft sind sie mir zu gehetzt oder haben, genau gegenteilig, ihre Längen. Auch dieses Finale hatte für mich leider so seine Längen, weshalb der Band für mich der Schwächste ist. Die ersten beiden Bücher haben aber auch richtig vorgelegt und so gefällt mir das Ende trotzdem noch richtig gut.

Die Handlungen sind weitestgehend logisch. Phee und Luc haben mir manchmal zu wenig miteinander agiert und kommuniziert, das hätte ich von beiden einfach anders erwartet. Aber sie befinden sich ja schließlich auch in einer Ausnahmesituation. Die ersten beiden Bände haben mich oft überrascht und überzeugten mit vielen unerwarteten Wendungen. Das blieb dieses Mal leider aus, aber vielleicht bin ich auch einfach abgehärtet 😀 So hätte ich mir das Ende schon etwas spektakulärer gewünscht, aber wie gesagt: Bei Enden bin ich sehr anspruchsvoll!

Fazit
Auch der letzte Band ist wieder raffiniert und intelligent. Mir fehlte leider ab und an die Spannung, so wie ich sie aus den Vorgängern gewohnt war. Ich kann die Trilogie aber nur empfehlen und ich freue mich immer wieder, wie viel Hype diese Reihe zu Recht erfährt

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Veröffentlicht am 01.03.2020

Eine endlos erscheinende Reise

Davor und Danach
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„Jetzt frage ich mich, ob es das ist was Heimat bedeutet: Irgendwo zu laufen, wo du keine Karte brauchst. Wo dir die Landschaft ins Herz gebrannt ist.“

In Mhairis Welt gibt es zu viele Menschen und Wasser ...

„Jetzt frage ich mich, ob es das ist was Heimat bedeutet: Irgendwo zu laufen, wo du keine Karte brauchst. Wo dir die Landschaft ins Herz gebrannt ist.“

In Mhairis Welt gibt es zu viele Menschen und Wasser findet man nur noch im Norden. Doch als ihre Heimat Schottland die Grenzen schließt, ist das junge Mädchen gerade im Sudan und muss sich ihren Weg zu ihrer Großmutter allein hart erkämpfen. Auf ihrer Reise begegnet sie einem kleinen Jungen und für Mhairi geht es jetzt um mehr als nur Überleben…

Das Thema ist aktuell und greifbar: Klimawandel, Wassermangel, Überbevölkerung. Doch leider kam mir das sogar oft zu kurz. Selten wird direkt auf die Ursachen geschaut oder auf den Rest der Welt. Man begleitet nur Mhairi und selbst da nur einen kleinen Ausschnitt ihres Weges, der kurz vor ihrem Ziel liegt. Das ist mein erster Kritikpunkt, da ich schon gern eher in die Geschehnisse eingetaucht wäre. So kennt man nämlich nur die starke Mhairi und nicht das Kind, dass sie davor war.

In den zehn bis elf Monaten, die Mhairi ohne uns unterwegs ist, hat sie nämlich schon eine Menge erlebt und viele Kilometer hinter sich gebracht. Deswegen ist sie nun taff, stark und hart. Auf der einen Seite gefällt mir das, weil es zeigt, wie viel Mhairi ertragen musste und was es mit ihr gemacht hat. Auf der anderen Seite kamen bei mir deshalb meist keine Emotionen an. Auch die meisten anderen Figuren blieben für mich fern und ich habe mich häufig über ihr für mich völlig unverständliches Verhalten geärgert. Der kleine Junge ist mein Liebling in der Geschichte. Er besticht mit Intelligenz und Mut.

Der ganze Schreibstil wirkt auch sehr distanziert. Die Kapitel und Sätze sind kurz und Mhairi erzählt zwar ihre Geschichte selbst, doch bleibt sie dabei sehr nüchtern. Wieder bin ich zwiegespalten: Es ist authentisch, dass Mhairi ihre Gefühle verdrängt. Aber so kommt eben auch bei mir als Leser wenig an.

Fazit

Ich hatte leider erwartet, dass mich die Geschichte mehr erreicht. Das Thema ist so sensibel und normalerweise gehen mir so zukunftsnahe Dystopien immer am nächsten. Aber jedes Mal wenn ich dachte, dass das Buch nun mehr an meine Gefühle appelliert, wurde es danach wieder so nüchtern. Und das Ende hat mich leider gar nicht zufrieden gestellt. Trotzdem hat mich das Buch zum Nachdenken angeregt und durch den guten Schreibstil lies es sich schnell lesen.

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Veröffentlicht am 27.02.2020

Kind des Lichts

Diatar
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Jaro ist ein Krieger der Diatar und so weiß er schon als Kind, dass er sich besser von den Monandor fernhalten sollte. Als er in einen Kampf mit einer dieser Dämonen der Dunkelheit gerät, kann er gerettet ...

Jaro ist ein Krieger der Diatar und so weiß er schon als Kind, dass er sich besser von den Monandor fernhalten sollte. Als er in einen Kampf mit einer dieser Dämonen der Dunkelheit gerät, kann er gerettet werde. Von Risa, die ihm schon einmal das Leben retten konnte. Risa, die selbst eine Dämonin der Dunkelheit ist…

Lange habe ich gegrübelt und überlegt, denn es tut mir immer wieder im Herzen weh, wenn ich ein Buch nicht positiv bewerten kann. Schlimmer noch, wenn es ein Rezensionsexemplar ist und noch viel viel schlimmer, wenn man merkt, wie viel Herzblut in der Geschichte steckt. Aber mal von vorn.

Der Einstieg in das Buch fiel mir leider schon sehr schwer. Der Schreibstil ist zwar angenehm und gut zu lesen, aber die ersten Kapitel beinhalten Zeitsprünge, die mich ziemlich verwirrt haben. Die Trennung hätte für mich während des Kapitels deutlicher sein können, da in beiden Zeiten Jaro der Verletzte ist und Risa seine Retterin.

Seine Heilung ist auch leider sehr langsam, wodurch für mich keine richtige Spannung aufkam. Ich hatte eher das Gefühlt, Jaro würde einfach bis zum Ende des Buches immer und in allen Zeiten verletzt sein, aber das war zum Glück nicht der Fall 😀

Mit Jaro wurde ich leider nicht richtig warm und irgendwie hat er mich total genervt. Eigentlich ist er recht selbstlos, aber leider unterschätzt er sich auch oft, was dann etwas quengelig wirkt. Manchmal erscheint er auch total blind, weil er einfachste Dinge nicht versteht. Und obwohl er auch eine Entwicklung durchmacht, hat mir Risa deutlich besser gefallen. Sie ist aufmerksam, stark und hat eine gewisse Anmut an sich. Außerdem ist sie klug, tolerant und offen und schaut auch über den Tellerrand hinaus. Die Nebencharaktere bleiben leider recht farblos, was ich sehr schade finde, weil ich jemand bin, der sehr auf Charaktere achtet. Für mich steht und fällt ein Buch mit seinen Figuren.

Auch wenn ich von der Umsetzung nicht so angetan bin, mag ich Idee hinter dem Buch. Es ist die altbekannte Idee der verfeindeten Dörfer. Die Geschichte von Liebe und Hass, Rache und Aufopferung. Außerdem lässt sich auch immer ein Bezug zur Gegenwart schaffen.

Fazit

Mich konnte das Buch leider nicht fesseln, weil mir die Spannung fehlte und ich zu wenig Figuren hatte, die ich wirklich lieben gelernt habe. Trotzdem gefällt mir die Grundidee und ich möchte, wie immer, darauf hinweisen: Zwei Menschen lesen niemals dasselbe Buch. Wenn euch der Klappentext also gefällt und ihr neugierig seid, macht ihr euch am besten selbst ein Bild :)

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