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Veröffentlicht am 20.11.2019

Von Träumen, die ihre Träumer suchen

Strange the Dreamer - Der Junge, der träumte
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„Lazlo hätte kaum besser in die Bibliothek gepasst, wäre er selbst ein Buch gewesen.“

Lazlo Strange ist ein Waisenjunge, der nichts mehr liebt als Bücher, Märchen und Legenden. Eine hat es ihm dabei ganz ...

„Lazlo hätte kaum besser in die Bibliothek gepasst, wäre er selbst ein Buch gewesen.“

Lazlo Strange ist ein Waisenjunge, der nichts mehr liebt als Bücher, Märchen und Legenden. Eine hat es ihm dabei ganz besonders angetan: Die Sage der geheimnisvollen Stadt Weep. Eines Tag sucht der Traum seinen Träumer, denn es werden Freiwillige für eine Reise nach Weep gesucht. Und für Lazlo steht sofort fest, dass er dieses Abenteuer selbst erleben will statt irgendwann davon zu lesen.

Ein Buch, das genauso träumerisch ist wie der Mann, um den es geht. Lazlo ist schweigsam und sein Kopf hängt in den Wolken, doch er ist klug und bei den wenigen Freunden, die er hat, auch nicht um eine raffinierte Antwort verlegen. Er lebt zwischen den Seiten, bis eine besondere Reise ihn raus in die Welt zieht. Eine wirklich wundervolle Geschichte beginnt, die, ohne zu viel verraten zu wollen, von Liebe und Hass, Zusammenhalt und Rache, Träumen und Albträumen handelt.

Der Schreibstil ist der absolute Wahnsinn, ich habe lange nichts vergleichbares gelesen. Es ist, als würde mir jemand diese Geschichte am Lagerfeuer erzählen. Mit einer Stimme, der man ewig lauschen könnte und die einen mit in ihren Bann zieht. Wer im ersten Band nach einer herausragenden Liebesgeschichte sucht, wird wohl erstmal nicht fündig. Aber was nicht ist, kann ja noch werden? Und mir persönlich hat sie auch überhaupt nicht gefehlt.

Die Welt, in der Handlung spielt, ist ebenfalls mitreißend und birgt richtig gute und neue Idee. Die Orte sind wirklich besonders und ich konnte sie mir sehr gut vorstellen. So richtig verlassen wollte ich das Setting auch gar nicht, weshalb ich das Buch auch in zwei Tagen verschlungen habe.

Fazit
Was Strange the dreamer also zu bieten hat? Wundervolle Charaktere, eine verzaubernde und neue Welt, einen traumhaften Schreibstil und einen perfekt unperfekten sympathischen Protagonisten. Für mich ein echtes Jahreshighlight, das jetzt schon zu meinen Lieblingsbüchern zählt.

Veröffentlicht am 02.11.2019

Deine Arbeit, dein zu Hause, dein Leben

Der Store
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Cloud liefert alles – zu jeder Zeit, überall hin. Gibbson Wells hat mit der Erfindung von Cloud ein ganz neues Konzept von „Arbeit“ erschaffen. In den MotherClouds leben die Mitarbeiter mit ihren Familien, ...

Cloud liefert alles – zu jeder Zeit, überall hin. Gibbson Wells hat mit der Erfindung von Cloud ein ganz neues Konzept von „Arbeit“ erschaffen. In den MotherClouds leben die Mitarbeiter mit ihren Familien, sitzen dort abends in Pubs und essen die fantastischen CloudBurger. Doch das Erfolgsrezept hat auch seine Schattenseiten. Paxtons Leben wurde von Cloud zerstört und er würde alles dafür tun, Wells das mal ins Gesicht zu sagen. Auch Zinnia verfolgt ihre Ziele beim Cloud. Die zwei kommen sich näher, bis sich die Lage zuspitzt und eine unerwartete Entdeckung alles ändert.

An dieses Buch hatte ich wirklich hohe Erwartungen und ich war sehr gespannt auf das Zukunftskonzept, von dem die Dystopie handelt. Einmal angefangen zu lesen konnte ich es dann kaum aus der Hand legen. Der Anfang beschäftigt sich eher mit der Erklärung und Beschreibung der zukünftigen Welt. Dabei werden neue Ideen gefunden, aber auch bereits bekannte Visionen der Zukunft aufgegriffen. Ich finde die Welt von Cloud sehr interessant und musste mich manchmal selbst ermahnen, wenn ich mal wieder dachte „Och, das klingt doch eigentlich alles sehr nett.“ Denn ich weiß natürlich auch: Es ist nicht alles gold was glänzt.

Paxton ist mir unheimlich sympathisch. Freundlich, bemüht und fast schon zu nett wird er der Security zugeteilt, wo er erstmal gar nicht so recht passend erscheint. Zinnia dagegen ist sehr taff und wirkt oft ziemlich kühl. Doch sie ist auch klug und hat manchmal mehr Mitgefühl, als ihr selbst lieb ist. Die Kapitel rund um Gibbson Wells sind als Blogeinträge formuliert, die er selbst verfasst. Dabei ist gar nicht so leicht, den Gründer von Cloud einzuschätzen.

Die Geschichte selbst war für mich nie langatmig, sondern immer spannend und interessant. Das Ende empfinde ich als eher untypisch, lässt mich jetzt aber nicht total ausrasten. Es ist nicht schlecht oder unlogisch, aber es fehlt noch ein Fünkchen vom Irgendwas.

Fazit


„Der Store“ ist eine wirklich gute Dystopie, die ich gerne jedem empfehle, der sich für die verschiedensten Zukunftsvorstellungen interessiert. Ich fühlte mich ziemlich gut unterhalten, habe immer wieder spekuliert und auch das ein oder andere mal vor mich hin geschmunzelt

Veröffentlicht am 28.10.2019

Von Sternen, der Wildnis und Bärenkanistern

Unter dem Zelt der Sterne
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„Ich ziehe hier sehr wohl mein eigene Kind groß. Du gehörst zu mir. Ich musste dich nicht auf die Welt bringen, um dich lieb zu haben, Süße.“

Zorie, zukünftige Astrophysikerin, und Lennon, reptilienbegeisterter ...

„Ich ziehe hier sehr wohl mein eigene Kind groß. Du gehörst zu mir. Ich musste dich nicht auf die Welt bringen, um dich lieb zu haben, Süße.“

Zorie, zukünftige Astrophysikerin, und Lennon, reptilienbegeisterter Camper, waren mal beste Freunde und eine Zeit lang auch mehr. Doch seit dem Homecoming-Ball sieht Zorie in Lennon nicht mehr ihren Freund, sondern ihren Feind. Als sie dann ausgerechnet mit ihm in der Wildnis strandet, wird sie mit der Vergangenheit und ihrem gebrochenen Herzen konfrontiert. Denn dort hat sie keine Chance, dem Ganzen aus dem Weg zu gehen…

Normalerweise gehe ich ja nicht auf das Cover ein, weil ich finde, dass jeder selbst entscheiden muss was er schön und ansprechend findet. Doch in diesem Fall muss ich kurz anmerken, dass ich in das Cover echt verliebt bin. 😀 Das Buch hat mich quasi magisch angezogen und zu mir gesprochen! Nicht zu Letzt wohl auch, weil es mehrere wirklich süß illustrierte Karten beinhaltet, die mich an das Game „Life is strange“ erinnern 😀

Die Geschichte war dann etwas anders als erwartet, was aber nicht negativ ist. Die ersten Seiten plätschern ein wenig vor sich hin, sind dabei aber nicht langweilig. Der Schreibstil ist modern und jugendlich und dadurch angenehm und flüssig zu lesen. Man weiß schon aus dem Klappentext, dass etwas beim Homecoming-Ball vorgefallen ist, es bleibt aber lange ein Rätsel. Das finde ich wirklich klug gemacht, denn so sitzt man oft frustriert vor dem Ende eines Kapitels und grummelt vor sich hin: „Verdammt, was ist denn jetzt da passiert? Vielleicht stehts ja im nächsten Kapitel, eins kann ich ja noch lesen.“ Dabei gibt es übrigens noch ein anderes großes und gefühlvolles Thema, das behandelt wird, aber da will ich mal nicht zu viel sagen :)

Zorie und Lennon sind beide sehr sympathisch. Er wirkt im Gegensatz zu den anderen Protagonisten sehr reif. Was mir vor Allem gefällt, ist, dass er nicht der typische Sixpack-UmwerfenderTyp-Protagonist ist, das ist wirklich erfrischend. Zorie ist zu Beginn etwas naiv, was man aber gut und gerne auf ihr Alter schieben kann. Ich selber hatte oft das Gefühl, meine (nicht existierende) kleine Schwester erzählt mir gerade von ihrem letzten Campingtrip und ich höre ihr dabei zu und lächle. Ganz besonders ist die Beziehung von Zorie und ihrer Mutter, die hat mich wirklich sehr gerührt.

Fazit


„Unter dem Zelt der Sterne“ ist ein wirklich süßes Buch mit fantastischer Aufmachung. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, auch wenn einige ab und an leicht übertrieben wirken. Trotzdem ist dieses Buch genau richtig, wenn man nach einem schönen Setting, einem leichten Schreibstil und liebenswerten Protagonisten sucht.

Veröffentlicht am 22.10.2019

Spieglein, Spieglein an der Wand

Das Vermächtnis der Grimms
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„Jeder hat einen Zugang zur Fantasie, aber die meisten haben ihn besser abgesichert als Fort Knox.“

Der Kampf in und um Abalion geht in die nächste Runde. Als Kristin und Ash die dunklen Geheimnisse ihrer ...

„Jeder hat einen Zugang zur Fantasie, aber die meisten haben ihn besser abgesichert als Fort Knox.“

Der Kampf in und um Abalion geht in die nächste Runde. Als Kristin und Ash die dunklen Geheimnisse ihrer Vergangenheit aufdecken, gerät für beide einiges aus den Fugen. Doch auch die Wesen Abalions geraten nach der Machtvrschiebung in Unruhe. Ash und Kristin müssen gemeinsam den Fluch besiegen und sowohl die reale als auch die Märchenwelt retten.

Band 1 konnte mich vor knapp einem halben Jahr wirklich mitnehmen und umhauen. Jetzt wünsche ich mir, ich hätte den zweiten Teil eher lesen können. Denn die Geschichte rund um Ash, Kristin und Abalion ist wirklich komplex und verstrickt. So habe ich nun ein wenig gebraucht um wieder ganz in der Geschichte zu sein. Natürlich wurde das wichtigste im Buch nochmal aufgegriffen, trotzdem glaube ich, ich hätte noch mehr Mitfiebern können, wenn ich einfach beide Bände hintereinander gelesen hätte.

Die „WOW“- und „AHA“-Momente bleiben aber auch in Band 2 nicht auf der Strecke. Immer wieder fallen die Verbindungen, die Fäden zwischen den einzelnen Personen und Geschichten auf. Da musste ich schon das ein oder andere Mal inne halten, um zu verdauen, was ich da eigentlich gerade gelesen habe.

Der Schreibstil gefällt mir nach wie vor total gut und die Illustrationen im Buch sind echt der Wahnsinn. Trotzdem muss ich leider sagen, dass die Geschichte ab und an etwas langatmig war. Aber auch das mag vielleicht daran liegen, dass der erste Band bei mir schon einige Bücher zurückliegt

Achtung! Es folgen Spoiler!

Die Liebesgeschichte zwischen Ash und Kristin war mir etwas zu kühl. Natürlich ist sie dadurch auch anders und nicht zu überromantisiert wie in vielen anderen Geschichten, aber ein bisschen mehr Funkenregen hätte ich mir doch gewünscht.

Fazit


Der finale Band von „Das Vermächtnis der Grimms“ konnte mich zwar begeistern, aber doch nicht so abholen wie Band 1. Trotzdem zähle ich die Reihe zu meinen Lieblingen, denn ich bin immer noch erstaunt wie komplex verstrickt und vollkommen irre diese ganze Story ist.

Veröffentlicht am 02.10.2019

Von der Klinge zur Gladiatii

Nevernight - Das Spiel
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Mia Corvere ist zurück und hat neben Herr Freundlich nun auch noch Eclipse als Dämonen-Gefährtin bei sich. Mia wird getrieben von ihrem alten Ziel: Sie will Rache für ihre Familie. Dazu begibt sie sich ...

Mia Corvere ist zurück und hat neben Herr Freundlich nun auch noch Eclipse als Dämonen-Gefährtin bei sich. Mia wird getrieben von ihrem alten Ziel: Sie will Rache für ihre Familie. Dazu begibt sie sich in die Sklaverei um an den Großen Spielen von Gottesgrab teilzunehmen. Dort kämpft sie für Ruhm und Ehre und gegen den Tod...

Jay Kristoffs Schreibstil ist besonders und speziell, aber ich kam wieder gut in die Geschichte. Das lag auch an der kleinen Zusammenfassung am Anfang des Buches. Damit wird das "Wer war nochmal wer"-Problem klug gelöst,denn wenn man alle Bände nacheinander verschlingt, kann man diesen Teil auch überspringen und man verpasst nichts.. außer den großartigen Humor des Autors natürlich. Diese Mischung aus Sarkasmus, Gewalt, Sex, Kämpfen und Witz machen für mich einen riesigen Teil von Nevernights Charme aus.

Ein weiterer großer Teil bilden die Charaktere. Die Wortgefechte von Eclipse und Herr Freundlich, die verschiedener nicht sein könnten, haben mich großartig unterhalten. Dazwischen Mias sarkastische Kommentare und das Trio ist perfekt. Mia ist ein wirklich starker Charakter, der aber manchmal selbst nicht so genau weiß, wo sie steht, was sie will und was sie dafür in Kauf nimmt. Aber genau deshalb überrascht sie den Leser so manches Mal.

Die Handlung ist zwar dank vieler Kämpfe und Gefechte spannend, zieht sich aber leider etwas in die Länge. Manchmal hatte ich das Gefühl die Seiten fliegen nur so dahin, manchmal hatte ich das Gefühl zu kriechen. Das Ende ist aber ein wahres Feuerwerk, sodass man sich am liebsten sofort den nächsten Teil schnappen würde und den Autor eventuell ein wenig verflucht :D

Fazit



Der zweite Teil der Trilogie ist ist für mich etwas schwächer als der erste Band, überzeugt aber trotzdem mit Sarkasmus, Humor, vielen Fußnoten und noch mehr Blut. Außerdem macht er mehr als neugierig auf den finalen Band!