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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.07.2019

Auf ins heimelige Fairwood

Falling Fast
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Auf ihrem Roadtrip hat Hailee sich besonders eine Sache vorgenommen: Sie will mutig sein! So wie sie es ihrer Schwester, die sie am Ziel ihrer Reise treffen will, versprochen hat. Doch ihr Schicksal führt ...

Auf ihrem Roadtrip hat Hailee sich besonders eine Sache vorgenommen: Sie will mutig sein! So wie sie es ihrer Schwester, die sie am Ziel ihrer Reise treffen will, versprochen hat. Doch ihr Schicksal führt sie ins verschlafene Fairwood, wo sie das Manuskript ihres verstorbenen besten Freundes finden will. Dank ihres kaputten Autos muss sie jedoch länger bleiben, als ihr anfangs lieb ist. Wäre da nicht Chase, für den es sich lohnt zu blieben und der ihr immer näher kommt - und damit auch ihren tiefsten Geheimnissen. Aber wieso kann sie sich bei ihm nur so fallen lassen?

„Falling Fast“ beginnt zunächst wie eine typische Liebesgeschichte. Hailee und Chase erzählen dabei ihre Seite der Geschichte und sind beide wirklich sympathisch: Sie ist das schüchterne, aber doch witzige und fröhliche Mädchen von nebenan, er der gutaussehende Charmeur. Im kleinen heimeligen Fairwood, dessen Häuser man gefühlt an zwei Händen abzählen kann, leben aber noch verschiedenste Personen, mit denen sich Hailee nach und nach anfreundet.
Der Schreibstil ist flüssig und so lässt sich das Buch wirklich gut lesen. Ungefähr in der Mitte der Geschichte habe ich mir mal die Playlist angehört, die am Anfang des Buches steht und kann wirklich nur empfehlen reinzuhören. Ich konnte mich plötzlich so viel besser einfinden und habe ein ganz anderes Empfinden für die Story bekommen. Leider plätschert die Handlung trotzdem vor sich hin, ist mehr süß als spannend, weshalb es manchmal am gewissen Knistern fehlt. Und dann kam das Ende…
Ich kann nur verraten, dass der Cliffhanger wirklich böse ist und mich auch ein wenig zwiegespalten zurück lässt. Ansonsten bleibe ich im Folgenden vage, da ich glaube, dass alle, die „Falling Fast“ gelesen haben wissen, was ich meine. Ich war wirklich überfordert mit all meinen Emotionen und hab mir erstmal ein paar Blogger zum Quatschen gesucht :D Ich hatte mir das Ende schon so in etwa gedacht, allerdings nicht sooo krass und ich weiß auch nicht, ob mir das nicht doch zu viel ist. Die Story bleibt sonst so durchgehend harmonisch und undramatisch, dass mir das alles zu sehr auf einen Schlag passiert. Richtig nachvollziehbar ist das Ganze für mich auch nicht. Ich hätte mir da einfach eine andere Richtung gewünscht und mehr Ausgewogenheit.
Ein Fazit fällt mir dieses Mal unheimlich schwer. Ich mag Hailee und Chase, ich mag Fairwood und ich mag den Schreibstil, aber irgendetwas fehlt, der Funke will nicht so recht überspringen. Deswegen breche ich mal meine eigenen Regeln und vergebe 3,5 Sterne (bzw. runde hier auf 4 auf).

Veröffentlicht am 21.06.2019

No water, no life. No blue, no green.

Dry
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Es ist so einfach: Den Hahn aufdrehen und man hat Wasser. Aber was, wenn das nicht mehr der Fall ist? Wenn der Hahn aufgedreht wird und es kommt kein Wasser mehr? Mit dieser erschreckenden Zukunftsvision ...

Es ist so einfach: Den Hahn aufdrehen und man hat Wasser. Aber was, wenn das nicht mehr der Fall ist? Wenn der Hahn aufgedreht wird und es kommt kein Wasser mehr? Mit dieser erschreckenden Zukunftsvision haben sich Neal und Jarrod Shusterman in „Dry“ auseinandergesetzt und je länger man liest desto mehr fällt einem auf: Diese Zukunft ist erschreckend realistisch…

Die 16-Jährige Alyssa und ihre Familie sind trotz einiger Vorzeichen nicht auf den sogenannten Tap-Out vorbereitet. Doch plötzlich gibt es kein Wasser mehr und der Kampf ums Überleben beginnt. Als ihre Eltern zum Strand aufbrechen, um dort Wasser von den Entsalzungsanlagen zu holen, ist Alyssa mit Garret auf sich allein gestellt. Zu ihrem Glück ist da aber noch Kelton, der Nachbarsjunge. Bisher waren er und seine Familie, die sich seit jeher auf die Apokalypse vorbereitet haben, nur Spinner für Alyssa, aber nun braucht sie seine Hilfe. Zusammen begegnen sie verschiedensten Menschen, von denen jeder anders reagiert. Während die einen zusammen halten und teilen, um die Krise zu überstehen, würden die Anderen Alles dafür tun, um auch nur einen Tropfen Wasser zu ergattern. Diese Bandbreite an Reaktionen und die Entwicklung der Menschen, die in dem Buch gezeigt werden, macht es unheimlich spannend, lässt es aber auch erschreckend nah wirken.

Die Dystopie ist hauptsächlich aus der Sicht von Alyssa und Kelton erzählt, es gibt aber auch Kapitel aus der Sicht weiterer Hauptpersonen. Außerdem beinhaltet das Buch „Screenshots“, die die Geschichten und das Erlebte von anderen außenstehenden Personen erzählt. Dadurch wird Story sehr übergreifend und wirkt noch größer und bedrohlicher. Was ich aber am faszinierendsten finde, ist, wie mit spanenden Momenten umgegangen wird. Neal Shusterman hat einfach diese Art, durch Plötzliches nicht durchzurauschen, sondern es in Zeitlupe ablaufen zu lassen. Das nimmt aber keines Falls die Spannung, im Gegenteil. Es ist, als würde einem etwas runterfallen: Man sieht es langsam fallen, weiß, dass es zerschellen wird, aber zum Eingreifen ist man zu langsam und so kann man nur warten und die Scherben auffegen.

„Dry“ ist eine Dystopie, aber eine, die erschreckend realistisch ganz ohne irgendwelche Beschönigungen erzählt wird. Das Ende ist wahrscheinlich nicht für jedermann perfekt ( da möchte ich mal noch näher drauf eingehen), mir hat es aber sehr gefallen. Und wieder einmal hat mich mein Lieblingsautor nicht enttäuscht 

Veröffentlicht am 16.06.2019

Die gefürchteten Klingen

Nevernight - Die Prüfung
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Was passiert, wenn man eine Hogwartsartige Schule für Assassinen aufbaut und dort Arya Stark hinschickt? Tja, dann hat man mehr oder minder die Hauptstory von „Nevernight – Die Prüfung“ von Jay Kristoff. ...

Was passiert, wenn man eine Hogwartsartige Schule für Assassinen aufbaut und dort Arya Stark hinschickt? Tja, dann hat man mehr oder minder die Hauptstory von „Nevernight – Die Prüfung“ von Jay Kristoff. Die 16-jährge Mia Covere sucht ebenjenen Assassinenorden (=die rote Kirche) auf, um eine gefürchtete Klinge zu werden und ihre Familie zu rächen. Immer mit von der Partie: Herr Freundlich, ihre zeitweise ziemlich sarkastische Schattenkatze.
„Nevernight“ ist ein verstrickter Fantasyroman mit einer eigenen wunderschön gestalteten Karte, eigenen Völkern, Sprachen, Gesellschaften und Traditionen, sodass eine komplexe neue Welt entsteht. Doch zunächst muss unsere Protagonistin verschiedenste Prüfungen ihrer Shahiide (=Lehrer) bestehen und natürlich lauert der Tod an jeder Ecke, sodass Mias „Schulzeit“ von sehr viel Blut geprägt wird. Dabei ist das Mädchen impulsiv, klug und häufig feinfühliger als es zunächst scheint. Mein wahrer Held bleibt aber nach wie vor Herr Freundlich, der mich sehr an Salem aus „Simsalabim Sabrina“ erinnert :D Außerdem gibt es zahlreiche Nebencharaktere zum Lieben und Hassen, die man mitsamt ihrer Geheimnisse und Vergangenheiten einfach selbst kennen lernen muss ;)
Der Schreibstil des Romans ist zunächst gewöhnungsbedürftig, da er gleichzeitig direkt, aber eben auch detailverliebt ist. Ist man erstmal mit der Handlung vertraut, liest sich das Buch aber sehr flüssig und mich hat der Schreibstil dann doch sehr beeindruckt. Auffällig und für mich neu sind die Fußnoten, die mal mehr mal weniger wichtiges Wissen vermitteln, auf jeden Fall aber dazu beitragen, dass ich das ein oder andere Mal die Augen rollen, den Kopf schütteln oder einfach grinsen musste. Und obwohl das Buch um die 700 Seiten hat: Es wird nie langweilig oder langatmig.
„Nevernight“ ist direkt, es ist blutig, aber es ist eben auch voller Humor und Gefühl. Und während ich diese Rezension schreibe bekomme ich wirklich Lust, mir Band 2 zu schnappen und Mia weiter zu begleiten.

Veröffentlicht am 07.06.2019

Vom Prinzen zum Biest

Disney Villains 2: Das Biest in ihm
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Man hat sie schon als Kind geliebt: Die Geschichte der schönen intelligenten Belle und des grausamen Biests, das durch das Mädchen (wieder) beginnt zu fühlen und zu lieben. Mit „Das Biest in ihm“ liefern ...

Man hat sie schon als Kind geliebt: Die Geschichte der schönen intelligenten Belle und des grausamen Biests, das durch das Mädchen (wieder) beginnt zu fühlen und zu lieben. Mit „Das Biest in ihm“ liefern der Carlsen-Verlag und Disney nun die Vorgeschichte zum Klassiker. Und für mich war von Anfang an klar: Das muss ich haben! Nicht zu Letzt, weil das Cover bildschön ist 
Der Inhalt selbst konnte mich da leider nicht ganz so überzeugen wie gehofft. Zu Beginn des Buchs ist Belle bereits im Schloss und das Biest denkt zurück an die Zeit vor dem Fluch und die Entwicklung danach, sodass der Leser dann in die Vergangenheit springt. Einige Aspekte sind dabei neu und interessant und bauen eine Verbindung zum Film auf. Dabei werden viele Fragen geklärt, es bleiben aber ebenso viele offen und es kommen auch neue hinzu. Oft ergänzt das Buch den Film, manchmal widerspricht es ihm aber auch leicht. Was mich direkt am Anfang schon tierisch gestört hat: Es werden die englischen Namen verwendet. Herr von Unruh wird also Cogsworth und Tassilo heißt jetzt Chip. Natürlich ist das nur eine Kleinigkeit, ich finde es allerdings sehr schade, dass die Namen nicht mit übersetzt wurden, aber die geliebte Belegschaft hält sich leider eh im Hintergrund. Weiterhin werden einige Dialoge wortgenau aus dem Film übernommen, was wiederrum sehr schön nostalgisch ist. Die Szenen sind mir aber oft zu schnell, sodass sich das Buch zwar flüssig lesen lässt, mich aber oft das Gefühl beschlich, hier wird gerade etwas abgehandelt und es fehlen dann Tiefe und Gefühl.
Mit Tulip Morningstar (ich hasse diesen Namen! :D) tritt übrigens ein neuer Charakter auf, zu dem ich mal kurz etwas sagen muss: Wäre ich der Prinz, ich würde keine zehn Minuten mit ihr aushalten! So ab und an konnte ich seine zynische Ader dann doch verstehen, mein liebes Biest, was hat die mich genervt.
Obwohl es also wirklich schön ist, mal wieder in die Welt von Belle und Biest (bekommt der Prinz wohl irgendwann nochmal einen Namen?!) abzutauchen: Ich hätte mir mehr Neues gewünscht und vor Allem mehr Tiefgang… und damit meine ich nicht den für mich eher unpassenden Gastauftritt eines anderen Disney-Charakters aus dem Meer. ;D

Veröffentlicht am 28.05.2019

Wir begrüßen Sie auf Keto

H.O.M.E. - Die Mission
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Achtung! Leider enthält diese Rezension Spoiler zum ersten und zweiten Band sowie dem Ende :)

Zoe befindet sich wieder in den Fängen der H.O.M.E.-Foundation und reist nun kryptoschlafend gemeinsam mit ...

Achtung! Leider enthält diese Rezension Spoiler zum ersten und zweiten Band sowie dem Ende :)

Zoe befindet sich wieder in den Fängen der H.O.M.E.-Foundation und reist nun kryptoschlafend gemeinsam mit Jonah, Tom, Kip und einer kleinen Crew nach Keto. Auf dramatische und/oder lustige Gespräche muss man aber leider erst einmal verzichten, denn Zoe wacht zunächst allein auf und kann nur mit der Technik kommunizieren. Wobei ich zugeben muss, dass ich wirklich Fan von Doc bin, dem Arzt-Roboter :D
Trotzdem plätschert die Handlung für mich an dieser Stelle eher vor sich hin, weshalb ich froh war, als Jonah endlich aufwacht, um endlich (!) mit Zoe auf Keto zu landen. Dieser ganze Part, bis dann wirklich alle wach sind und Keto Gestalt annimmt, ist mir persönlich zu lang, wird aber durch den guten Schreibstil etwas gerettet. Dafür hätte ich mir allerdings mehr zu Keto und seinen Bewohnern gewünscht, die meiner Meinung nach interessanter sind als die Mother. Außerdem sind die "Nachtaffen" einer meiner liebsten Aspekte in diesem Teil. Auch von Kip und Tom hätte ich gern mehr gelesen, die wirken ein wenig blass im bunten Dschungel.
Was mich allerdings am meisten stört ist das Ende. Ich weiß, dass das Geschmackssache ist, aber ich habe das ganze Buch über befürchtet, dass es so enden könnte und hätte dann am liebsten das Buch an die Wand geklatscht. Natürlich hat Zoe all das in gewisser Weise wirklich erlebt und gefühlt, aber trotzdem finde ich es immer unendlich schade, weil die ganzen Charaktere, die man lieben und hassen gelernt hat, so gar nicht existieren. Froh bin ich allerdings darüber, dass das Keto-Ende recht abgeschlossen ist, das Virtual-Reality-Ende für ich also schlüssig ist und nicht als "letzte Rettung" bei mir ankommt.

Der erste Teil von H.O.M.E. konnte mich voll und ganz begeistern, das Finale lässt mich dagegen zwiegespalten zurück.