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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.11.2020

Das Herz eines Anderen

Vergiss nicht, dass du tot bist
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Sabina ist er siebzehn, doch sie muss sich bereits mit dem Tod auseinander setzen, denn sie ist todkrank. Kurz vor ihrem Geburtstag bekommt sie dank eines Spender-Herzens ein neues Leben geschenkt. Jetzt ...

Sabina ist er siebzehn, doch sie muss sich bereits mit dem Tod auseinander setzen, denn sie ist todkrank. Kurz vor ihrem Geburtstag bekommt sie dank eines Spender-Herzens ein neues Leben geschenkt. Jetzt will sie wieder leben, eine normale Teenagerin sein. Aber seit der Transplation ist etwas anders und Sabina spürt, dass sie jemand verfolgt. Dass sie weiter ums Überleben kämpfen muss.

Sabinas Geschichte ist viel mehr als ein Thriller. Oder vielleicht auch weniger Thriller? Denn in Vergiss nicht, dass du tot bist geht es auch um ganz alltägliche Teenie-Probleme: Der erste Kuss, das erste Mal, sich Verlieben, tanzen, feiern, jung sein. Dabei ist der Thriller-Aspekt manchmal fast ein wenig in den Hintergrund gerückt. Für mich hätte auch gar keine Thriller-Elemente gebraucht, ein Teenie-Drama über ein wichtiges Thema hätte mir gereicht. Aber da es eben ein Thriller ist, haben mir diese Gänsehaut-Momente zu oft gefehlt.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und auch die Handlung selbst mag ich. Ich mag Sabina, die intelligent ist und ihre Leben neu entdeckt. Ich mag auch ihre beste Freundin Yuki, auch wenn sie manchmal etwas zu viel ist. Ich mag, wie mit dem Thema Transplantation umgegangen wird, weil es so wichtig ist. Allerdings empfinde ich das Buch als recht vorhersehbar und es hat mich nichts wirklich überrascht. Natürliche ist es auch schön, wenn die eigenen Theorien stimmen. Aber manchmal werden so auffällig falsche Fährten gelegt, dass mir zumindest schnell klar war, um wen es hier geht.

Außerdem gibt es einige Szenen, die irgendwie…seltsam sind. Vielleicht kennt ihr das? Szenen, bei denen man sich denkt „Hä warum? Das passt doch gar nicht?“. Oder auch „Wer macht denn sowas?“. Diese Reaktionen hatte ich dann doch so manches Mal 😀

Fazit

Ein kurzer und knackiger Jugendthriller, den man gut in wenigen Tagen lesen kann. Trotz des ernsten Themas aber eher etwas für die Kategorie „Zum zwischendurch verschlingen“. Mir ist es zu klischeehaft und voraussehbar, aber es hat mich gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 23.10.2020

Die Rückkehr der Wildtiere

Die Wiederkommer
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Rabe, Wolf, Luchs, Bär und Biber – Sie alle waren/sind in Deutschland fast bis völlig ausgestorben und treten nun langsam wieder in unser Leben. Während die Einen jubeln (ich geb zu, ich gehöre auch dazu!), ...

Rabe, Wolf, Luchs, Bär und Biber – Sie alle waren/sind in Deutschland fast bis völlig ausgestorben und treten nun langsam wieder in unser Leben. Während die Einen jubeln (ich geb zu, ich gehöre auch dazu!), ist es für andere ein absoluter Albtraum. Denn natürlich gibt es auch Probleme.

Das Buch ist zweigeteilt: Im ersten Part gibt es Kurzgeschichten zu jeder Art der Big Five, im zweiten Part werden Fiktionen dann zu Fakten. die Kurzgeschichten haben mir insgesamt ganz gut gefallen, manche mehr, manche weniger. Die der Raben ist zum Beispiel nicht meins, allerdings gefällt mir die vom Bär umso besser. Man muss sich auf jeden Fall darauf einlassen. Aber es zeigt schön die Probleme und Ängste, die viele Menschen aber auch zu Recht haben, wenn man versucht, einander zu verstehen.

Das Kapitel zu Mensch und Wildtier ist recht lang, das hätte man gern unterteilen können. So springt der Autor nämlich ein wenig von A nach B. Da wäre es einfacher zu folgen, wenn klarer abgegrenzt würde, statt zwischen den Tieren zu wechseln. Trotzdem sind die Ansätze sehr gut. Es werden Fakten, Probleme, Fälle und Lösungsansätze vorgestellt, was für mich als fast-Biologin (Ende des Jahres ist es ja offiziell!) total interessant ist. Da ich im Studium bereits das Thema „Wolf als Wiederkehrer“ hatte, ist mir vieles bekannt, aber so kann ich euch auch wenigstens sagen: Ihr könnt den Fakten trauen 😀

Ich selbst möchte aber zum Ganzen Thema einfach auch was sagen. Denn auch ich freue mich über das Comeback von Wolf, Luchs und Co. Das Problem in Deutschland ist aber unter Anderem, dass wir sehr dicht besiedelt sind. Das bringt viele Komplikationen und Schwierigkeiten mit sich. Trotzdem finde ich es einfach schade und falsch, den Tieren den Aufenthalt hier zu verwehren. Stattdessen brauchen wir Aufklärung statt reißerische Artikel und gemeinsame Lösungsansätze statt nur schwarz oder weiß. Zum Glück gibt es da aber bereits viele Forscher, die an den Punkten arbeiten!

Fazit

Ein interessantes Buch für Leser, die sich mit der Thematik der Wiederkommer auseinander setzen möchten ohne auf ein wenig Erzählung verzichten zu müssen. Trotzdem fehlt mir Struktur im letzten Part und die Geschichten sagen mir nur teilweise zu.

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Veröffentlicht am 21.10.2020

Mein letzter Tag in Redwood

Redwood Dreams – Es beginnt mit einem Knistern
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Parker ist der Sheriff in Redwood und ein wahrer Traumkerl: Hilfsbereit, freundlich und immer gut gelaunt. Maddie dagegen wird behandelt wie eine Aussätzige. In der High School war sie die klischeehafte ...

Parker ist der Sheriff in Redwood und ein wahrer Traumkerl: Hilfsbereit, freundlich und immer gut gelaunt. Maddie dagegen wird behandelt wie eine Aussätzige. In der High School war sie die klischeehafte Zicke und danach haben ihr Vater und ihr Ex den Bewohnern Redwoods richtige Schwierigkeiten bereitet. Dabei tut Maddie alles, um die Fehler gut zu machen, die gar nicht ihre waren. Eigentlich sind Maddie und Parker ja noch Erzfeinde aus Schulzeiten, aber irgendwie scheint Parker der Einzige zu sein, der sich für die wahre Maddie interessiert.

Das war sie nun also. Meine letzte Reise nach Redwood. Obwohl mir die ersten beiden Bände noch mit Abstand am besten gefallen haben, liegt mir jeder Band am Herzen. Wegen der Bewohner, dem Setting und der ganzen Atmosphäre. Bei diesen Büchern kann ich komplett abschalten und mal wieder tief durch atmen. Und auch der letzte Band lässt mich lächelnd zurück.

Parker ist ein ganz toller Kerl, der mir aber zu wenig Ecken und Kanten hat. Gut, manchmal ist er etwas aufdringlich, aber ansonsten ist er fast schon zu perfekt, sodass Flynn auf dem Thron der Redwood-Book-Boyfriends sitzen bleibt. Maddie ist eine interessante Protagonistin, die überraschend selbstlos ist. Es gibt viele Protagonistinnen, die immer erst an die anderen denken, aber bei keiner ist es so ausgeprägt wie bei Maddie.

Die Handlung ist mir persönlich manchmal zu überspitzt oder übertrieben, da hätte es etwas weniger auch getan. Ebenso beim Ende, doch das ist in dem Fall vollkommen ok für mich, weil es zum ganzen Ende der Serie total passt. Außerdem liebe ich den Schreibstil. Bei diesen Geschichten MUSS ich einfach immer zum Buch greifen und sitze lächelnd davor.

Fazit

Für mich sind diese Bücher der Inbegriff von „Wohlfühlmoment“. Das schlechte an ihnen: Es gibt kein echtes Redwood 🙁 Dieses Spin-Off der Haupttrilogie kann jedenfalls mithalten und ist eine wundervolle Ergänzung.

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Veröffentlicht am 15.10.2020

Eine allzu wahre Dystopie

2084
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Ich lese wirklich gern Dystopien, also über eine Zukunft, die eine negative Wendung genommen hat. Dabei ist die Menschheit gerade auf dem besten Wege, sich ihre eigene Dystopie mit fatalem Ausgang zu schaffen. ...

Ich lese wirklich gern Dystopien, also über eine Zukunft, die eine negative Wendung genommen hat. Dabei ist die Menschheit gerade auf dem besten Wege, sich ihre eigene Dystopie mit fatalem Ausgang zu schaffen. In 2084 führt ein fiktiver Wissenschaftler Interviews mit Menschen aus aller Welt, um über die Folgen des Klimawandels aufzuklären.

Ich konnte mir zunächst gar nichts unter dem Buch vorstellen. Ich wusste, dass es ernst und schockierend werden würde. Schließlich ist der Autor ein erfolgreicher Wissenschaftler und Klimatologe, der weiß, wovon er schreibt. Er hat das Buch in verschiedene Kapitel aufgeteilt, die sich mit verschiedenen Aspekten und Folgen des Klimawandels beschäftigen. Dazu gehört zum Beispiel der Anstieg des Meeresspiegels, des Schmelzen des Eises aber auch Krieg und Krankheiten spielen eine große Rolle. in den jeweiligen Kapiteln gibt es dann noch Unterkapitel über verschiedene Menschen und Länder.

Natürlich finde ich einige Aspekte spannender als andere. Trotzdem habe ich jedes Kapitel verschlungen. Zwar bekommt man wirklich sehr viele Informationen, aber trotzdem kam ich fix voran. Mit ca. 250 Seiten hat das Buch deshalb auch eine passende Länge. ich hätte mir allerdings noch mehr Interviews mit „Normalos“ für mehr Persönlichkeit gewünscht.

Die Zukunftsprognosen sind auf jeden Fall beängstigend und schnell wird klar: Das schein alles gar nicht so abwegig. Auch ein Lösungsweg wird aufgezeigt, den mein Gehirn aber erst einmal verarbeiten muss. Eigentlich muss ich das ganze Buch noch verarbeiten, denn das ist ganz schön harter Tobak.

Fazit

Ich kann das Buch wirklich allen ans Herz legen und würde es am liebsten auch allen in die Hand drücken. Ich würde es nicht unbedingt als spannend bezeichnen, sondern als interessant aber mitreißend. Für mich eine absolute Überraschung, die mich wohl noch etwas begleiten wird.

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Veröffentlicht am 09.10.2020

Auf Reisen in meinem Kopf

Wanderherzen
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„Wo liegt Heimat, wenn nicht im Herzen? Und wenn man es verliert, wo ist Heimat dann?“

Als Dahi Tamara Koch mich auf ihr neues Buch Aufmerksam gemacht hat, da war ich skeptisch. Es ist eine Gedichte- ...

„Wo liegt Heimat, wenn nicht im Herzen? Und wenn man es verliert, wo ist Heimat dann?“

Als Dahi Tamara Koch mich auf ihr neues Buch Aufmerksam gemacht hat, da war ich skeptisch. Es ist eine Gedichte- und Kurzprosa Sammlung mit Fokus auf Reisen, Sehnsucht und Ankunft, wie sie es selbst beschrieb. Bisher hatte ich mit Gedichten und Prosa nicht viel am Hut und hatte wirklich Respekt davor. Doch jetzt bin ich mehr als glücklich über das, was ich an nur einem Abend verschlungen habe.

“ Wo bist du gerade? – Auf einer Reise. – Schön, wo? – In meinem Kopf.“

Wenn ich euch einen Tipp geben darf: Bevor ihr anfangt zu lesen, macht euch eine Playlist mit den schönsten (eher ruhigen) Songs, die ihr kennt. Und dann macht ihr Kerzen an, kuschelt euch in eure Decke und schaltet euren Kopf eine Sekunde aus, bevor ihr ihn nur für diese Texte wieder anschaltet. Mir persönlich haben die „kleinen, schlichten“ Zeilen ja am meisten bedeutet (und ja man kann hier wirklich von bedeuten reden), aber das ist wohl wie bei Tattoos: Die einen mögen’s groß und direkt, andere klein und zierlich.

„Vielleicht gehöre ich einfach überall hin.„

Dieser Satz da oben, ist der erste, der bei mir so richtig nachgehallt hat. Der noch immer hängen bleibt, wenn ich mich frage, wo ich denn nun hingehöre. Und ich glaube jeder kennt dieses Gefühl, wenn man einfach darauf wartet, irgendwo anzukommen. Aber vielleicht gibt es nicht diesen einen ominösen Ort, zu dem man gehören muss? Vielleicht hat man mehr als nur eine Heimat? Vielleicht geht es auch nicht immer um das Wann allein, sondern um das Wo und Wann? Und vielleicht wird es einfacher, wenn man das irgendwann sieht.

„Die besten Träume sind die schwierigsten.“

Für wenn ist dieses Buch nun also das Richtige? Für alle, die Gedichte und Prosa mögen (überraschend, nicht wahr?). Für alle, die sich an Gedichten und Prosa mal ausprobieren möchten. Und vor Allem für alle, die ihren Platz in dieser Welt noch suchen und sich fragen, wo sie hingehören. Damit euch wie mir bewusst wird, dass ihr überall hin gehört.

Danke liebe Dahi Tamara für ein, wie ich finde, besonderes Leseerlebnis <3

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