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Veröffentlicht am 22.04.2025

Bitte Einsteigen! Auf ins Safari Abenteuer.

Abenteuer-Express (Band 3) – Entdeckung im Safari Star
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Onkel Nat und Henry sind wieder auf Reise, dieses Mal geht es mit dem Safari Star von Pretoria (Südafrika) über den Krüger Nationalpark zu den Victoriawasserfällen (Simbabwe/Sambia). Während der Fahrt ...

Onkel Nat und Henry sind wieder auf Reise, dieses Mal geht es mit dem Safari Star von Pretoria (Südafrika) über den Krüger Nationalpark zu den Victoriawasserfällen (Simbabwe/Sambia). Während der Fahrt lernt Henry nicht nur neue Freunde kennen, sondern erlebt auch die einzigartige Tierwelt Afrikas. Doch als in einem Abteil ein Passagier verunglückt ist Henrys Spürsinn als Detektiv gefragt. Gemeinsam mit seinem Onkel Nat, Winston und Detektiv Erik Lovejoy macht Henry sich auf die Suche nach des Rätsels Lösung.

Entdeckung im Safari Star ist der dritte Band der Abenteuer-Express-Reihe von M.G. Leonard und Sam Sedgmen. Das Buch lässt sich unabhängig von seinen Vorgängern lesen und benötigt keinerlei Vorwissen, um komplett in die Geschichte eintauchen zu können. Die alten Fälle werden zwar erwähnt, enthalten jedoch keine Spoiler, sodass das Beachten der Reihenfolge nicht zwingend notwendig ist.

Durch die wunderschönen Zeichnungen der Illustratorin Elisa Paganelli wird die Geschichte auf ganz besondere Weise abgerundet, denn die Zeichnungen fügen sich in die Geschichte ein und sind ein ganz besonderer Teil dieser! Besonders toll finde ich, dass das genaue Beobachten der Zeichnungen auch belohnt wird und im Laufe der Geschichte für Hinweise sorgen kann. Etwas schade fand ich, dass manche Zeichnungen vor der expliziten Textstelle eingebaut wurden, sodass man bereits vorher wusste, was gleich passieren wird. Das hat der Lesefreude insgesamt jedoch keinen Abbruch getan.

Besonders toll sind erneut die Beziehungen der Figuren zueinander gezeichnet worden, allen voran natürlich Onkel Nathaniel und Henry. Nathaniel, der seinem Neffen vertraut, ihn und seine Gefühle ernst nimmt und ihn nicht bevormundet. Henry, der seinem Onkel gegenüber loyal ist und keine Geheimnisse vor ihm haben möchte. An den beiden erkennt man durchaus einen Beziehungsfortschritt über die drei Bände hinweg und das obwohl die beiden von Beginn an ein gutes Team waren. Außerdem konnte das Duo Winston und Chipo, der gelbe Mungo, auf voller Linie überzeugen. Neben Chipo erfahren wir auch viel über die Tiere Afrikas und über die Gefahr, die vom Menschen für sie ausgeht.

Dieser Band konnte nicht nur durch einen dramatischen Fall überzeugen, sondern auch über die Charakterzeichnung der einzelnen Figuren und die sich daraus ergebenden moralischen Fragen. Denn gut und schlecht, nett und böse oder sympathisch und unsympathisch lassen sich in diesem Fall eindeutig nicht komplett differenzieren. Außerdem werden auch sehr komplexe Gefühle beschrieben, über die man reflektieren oder (mit den Kindern) ins Gespräch kommen kann.

Der Fall des mysteriösen Todes eine Fahrgastes war sehr gut ausgeklügelt, hatte eine Twists und dennoch konnte man super mit Henry Miträtseln und den Fall auch selbst lösen, eine wahre Freude für alle kleinen und großen Krimifans. Denn auch als Erwachsene, hatte ich wieder einmal Spaß am Rätseln und an der Atmosphäre dieses Buchs. Die ganze Reihe versprüht den Charme der Agatha Christie Bücher und lässt mich nur eine große Empfehlung für alle Hobbydetektive jeden Alters aussprechen!

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Veröffentlicht am 21.04.2025

Magisches Paris

Birds of Paris – Der verborgene Turm
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Léa hat sich in Paris ziemlich schnell eingelebt und mit Alex, Ari, Coralie und Roux endlich Freunde gefunden. Außerdem hat sie entdeckt, dass sie über einen Schimmersinn verfügt und damit das magische ...

Léa hat sich in Paris ziemlich schnell eingelebt und mit Alex, Ari, Coralie und Roux endlich Freunde gefunden. Außerdem hat sie entdeckt, dass sie über einen Schimmersinn verfügt und damit das magische Feuerpendel gefunden. Doch schnell könnte ihr Glück wieder verfliegen, denn ihre Mutter stellt sie vor eine schwierige Herausforderung und Léa muss entscheiden, ob sie ihrer Mutter oder ihren neuen Freunden ihre Loyalität erweist.

Der verborgene Turm von Kathrin Tordasi ist der zweite Band der magischen Birds of Paris-Reihe. Gemeinsam mit Léa, Alex, Ari, Coralie und Roux entdecken wir in dieser Reihe alle Seiten Paris’ und vor allem den magischen Blick auf die Welte. Tordasi schafft es, eine tolle Welt aufzubauen und von der ersten Seite an eine spannende Geschichte zu erzählen, deren Spannung sich mit jeder Seite steigert. Ein Buch, das man kaum aus den Händen legen möchte.

Obwohl der zweite Band direkt an den Ersten anknüpft, benötigt man nicht zwangsläufig das Vorwissen aus dem ersten Teil. Dennoch lässt sich mit dem Vorwissen alles etwas besser einordnen und vor allem, ist der erste Teil es absolut wert, gelesen zu werden. Besonders beeindruckend fand ich den Einstieg in diesen Band, der trotz direkter Weiterführung der Geschichte, bereits auf den ersten Seiten eine große Überraschung parat hielt und der gesamten Geschichte einen ganz anderen Blickwinkel mitgab, was die Spannung auf Anhieb aufkommen ließ.

Léa und die vier Straßenkinder weisen alle unterschiedliche Charaktere auf und trotzdem kann man sich mit allen identifizieren und eine Sympathie zu ihnen aufbauen. Dies gelingt durch Perspektivwechsel - auch wenn wir die meiste Zeit Léas Perspektive einnehmen - in diesem Teil noch stärker als im Ersten. Denn durch die verschiedenen Perspektiven, kommt Tordasis grandiose Stärke für die Umschreibung von Gefühlen der Kinder besonders zur Geltung!

Tordasi beschreibt nicht nur eine magische Welt, sondern auch das Band einer magischen Freundschaft. Selten konnte mich eine Gruppe an Freunden emotional so stark berühren. Die vier Straßenkinder und Léa zeigen, was Freundschaft ausmacht, welche Gefühle sie auslösen und dass man in einer Freundschaft nicht funktionieren muss, sondern Rücksichtnahme und Verständnis ein wichtiger Faktor einer guten Freundschaft sind.

Die Handlung der Geschichte weist viel Spannung und einige Höhepunkte vor, besonders gefallen hat uns der neuste Charakter der Geschichte - Emile - und wir sind schon ganz gespannt darauf, mehr von ihm zu erfahren. Denn darauf hoffen wir für den nächsten Band auf jeden Fall. Die Geschichte ist wie ihr Vorgänger in sich abgeschlossen und konnte in allen Punkten mit dem ersten Teil mithalten. Ein Buch, das einfach Freude macht und das wieder mit einigen Fragen endet, auf deren Beantwortung wir voller Vorfreude auf den nächsten Teil warten.

Die kleinen Zeichnungen des Illustrators Heiko Hentschel am Anfang eines Kapitels waren auch sehr geschickt eingebaut, denn sie haben die Vorfreude auf das nächste Kapitel geweckt. Eine tolle Idee, doch besonders herausheben muss ich das Cover, das kaum besser zur Geschichte passen könnte. Die Schimmeroptik des Covers ist wieder einmal wunderschön anzusehen.

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Veröffentlicht am 16.04.2025

Sturm über Langer

Die Bucht
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Nancy zieht mir ihrem Mann Calder zurück in seine Heimat, einer kleinen Insel vor der Westküste Schottlands. Dort möchten die beiden endlich zur Ruhe kommen und eine eigene Familie gründen. Nancy hat allerdings ...

Nancy zieht mir ihrem Mann Calder zurück in seine Heimat, einer kleinen Insel vor der Westküste Schottlands. Dort möchten die beiden endlich zur Ruhe kommen und eine eigene Familie gründen. Nancy hat allerdings Probleme mit der kargen Schiefernlandschaft und den Bewohnern und dann wird auch noch ihr größter Alptraum wahr, denn sie muss um das Leben ihres Mannes bangen. Niemals hätte sie vermutet, dass sein Überleben einen noch größeren Alptraum erwecken könnte.

Die Bucht von Liz Webb klang nach einem spannenden, atmosphärischen Thriller, der mich nicht wirklich überzeugen konnte und leider liegt das vor allem an dem sehr detaillierten Klappentext, der mehr als zwei Drittel des Buchinhalts enthält. Thriller leben von Überraschungen, wenn aber der Großteil des Inhalts bereits in einen Klappentext passt, dann nimmt das nicht nur die Spannung, sondern macht das Buch auch ziemlich zäh. Genau das war hier für mich leider der Fall.

Mein zweites Problem war die Perspektive die wir einnehmen, Nancys. Ich konnte mit der Frau und ihrer Gedankenwelt nicht warm werden, mochte zu Beginn ihre Tendenz zum Selbstmitleid und den vielen ‚ich‘-Gedanken nicht und konnte im weiteren Verlauf auch mit ihrer Vertrauensverteilung gar nichts anfangen. Allein aus dieser Perspektive ist für mich das Ende absolut unglaubwürdig und fragwürdig.

Webb widmet sich sehr detailliert der Landschaftsbeschreibung, was durchaus eine kühle Atmosphäre erzeugt, aber auch sehr viel Tempo nimmt. Erst auf den letzten vierzig Seiten zog dieses an, konnte mich aber mit seinen Twists nicht überraschen und war mir im Endeffekt zu wenig.

Ich mochte allerdings die Insel und ihre Bewohner, die Webb sehr mysteriös erscheinen lässt und deren Fokus stark auf den Priester Arran und die Kirche liegt. Diese Beziehungsdynamik der Inselbewohner fand ich interessant und gut dargestellt. Doch insgesamt war es mir leider zu wenig für einen spannenden Thriller. Tendenziell hat es sich für mich auch eher wie ein Psychothriller angefühlt, da es sich vor allem um das Innenleben Nancys dreht.

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Veröffentlicht am 13.04.2025

London, 1888.

Stalking Jack the Ripper
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London, 1888. Die 17-jährige Audrey Rose Wadsworth hat früh ihre Mutter an einer schlimmen Krankheit verloren, seitdem interessiert sie sich für die Wissenschaft. Doch als Tochter eines Lords ist ihr Interesse ...

London, 1888. Die 17-jährige Audrey Rose Wadsworth hat früh ihre Mutter an einer schlimmen Krankheit verloren, seitdem interessiert sie sich für die Wissenschaft. Doch als Tochter eines Lords ist ihr Interesse nicht gern gesehen und alles andere als gesellschaftlich akzeptiert. Entgegen der Normen geht Audrey jedoch ihren Wünschen nach und ist regelmäßig im Labor ihres Onkels und ich im Hörsaal, denn sie möchte unbedingt Gerichtsmedizin studieren.
Im Labor ihres Onkels sieht Audrey einige Grausamkeiten und stößt auf die Ermittlungen gegen einen Unbekannten, der auf grausame Weise Frauen zurichtet. Audrey stößt auf Ungereimtheiten und Verbindungen, gemeinsam mit ihrem Kommilitonen Thomas Cresswell macht sie sich auf die Suche nach dem berüchtigten Serienmörder Jack the Ripper und reist dabei in ihre eigene Vergangenheit.

Stalking Jack the Ripper ist der erste Band der Die grausamen Fälle der Audrey Rose Reihe von Kerri Maniscalco. Ich mochte den Einstieg in die Reihe sehr gerne, vor allem atmosphärisch konnte mich die Autorin komplett überzeugen. Besonders gut gefallen haben mir auch die Bilder aus der damaligen Zeit, die das Gelesene in einen besonderen Kontext gebetet haben.

Wenn man den Fall Jack the Ripper kennt (was vermutlich bei vielen der Fall ist), dann kommt die Auflösung möglicherweise nicht sonderlich überraschend und es mag der große Knall während des Finales fehlen. Da das Buch insgesamt aber eher langsam und atmosphärisch ist, hat das Ende für meinen Geschmack eben genau in diesen Stil gepasst. Dabei habe ich mir grundsätzlich (paradoxerweise?) im Laufe der Geschichte doch etwas mehr Tempo gewünscht. Das Ende, welches zum nächsten Band hinführt, war dann etwas sehr konstruiert bzw. wurde sehr schnell abgehandelt und wirkt dadurch weniger glaubwürdig. Emotional betrachtet, tat mir die Entlassung aus diesem Band, auf diese Weise, sehr gut. Rational gesehen, war es aber nicht ganz glaubwürdig. Weswegen ich mir generell etwas mehr Input gewünscht hätte.

Mir hat das Stalking Jack the Ripper aber sehr viel Spaß gemacht und ich fand auch die Danksagung der Autorin, mit einer historischen Einordnung sehr gelungen. Ich bin gespannt, wie es für Audrey bei Hunting Prince Dracula weitergeht.

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Veröffentlicht am 11.04.2025

Thriller ohne Thrill

The Catch – Sie sagt, er sei perfekt. Doch ich weiß, dass er lügt ...
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Ed lernt endlich den Verlobten seiner Tochter Abbie kennen. Ryan wirkt wie der perfekte Schwiegersohn, doch Ed ist sich sicher, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Er sieht das dunkle in seinen Augen und ...

Ed lernt endlich den Verlobten seiner Tochter Abbie kennen. Ryan wirkt wie der perfekte Schwiegersohn, doch Ed ist sich sicher, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Er sieht das dunkle in seinen Augen und verliert sich vollkommen in der Suche nach Ryans wahrem Ich. Claire, Eds Frau und Abbie distanzieren sich immer mehr von ihm, doch nichts kann Eds Suche stoppen.

The Catch von T.M. Logan lässt mich zweigespalten zurück. Ich mochte die Tiefe, die der Autor seinem Protagonisten verleiht. Wir erleben die Geschichte fast (!) ausschließlich aus Eds Perspektive und seinem Innenleben, wir erfahren seine Bedenken, erleben seine Ängste und erkennen seine Gefühle. Ich habe bis zum Schluss mit Ed mitgefiebert, wobei meine Gefühle ihm gegenüber nicht nur positiv waren. Aber all diese Gefühlsvielfalt Ed gegenüber mochte ich.

Außerdem sorgen kurze Kapitel und wenige andere Perspektiven für ein wahnsinniges Lesetempo, sodass man regelrecht durch das Buch durchfliegt und das obwohl (und jetzt kommt das große aber) der Inhalt leider ziemlich langweilig ist. Die größte Spannung ergibt sich aus dem Klappentext und leider verspricht dieser nicht, was ich durch ihn erwartete. Die Geschichte ist komplett vorhersehbar und bis etwas passiert, passiert lange gar nichts. Das große Finale ist dann leider ziemlich an den Haaren herbeigezogen und macht für mich an vielen Stellen gar keinen Sinn (Handlungen der verschiedenen Personen). Und dann fehlt mir an der entscheidenden Stelle auch der Blick, den wir die ganze Zeit hatten, Eds.

Am Ende war es für mich ein Psychothriller ohne Psycho, ein Thriller ohne Thrill und ein Spannungsroman ohne Spannung. Also einfach nur ein Roman?! Ich kann The Catch nicht wirklich in ein Genre einordnen, als Thriller hat er mich nicht abgeholt und dennoch hat mir das Buch auf eine gewisse Weise sehr lange Spaß gemacht und erst mit dem Ende kam die Enttäuschung. Dennoch bleibt trotz aller Kritik am Ende ein Lesegefühl, das sehr lange positiv war, weswegen es letztendlich noch für 3 Sterne reicht.

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