Profilbild von Anndlich

Anndlich

Lesejury Star
offline

Anndlich ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Anndlich über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.05.2026

Besondere Freundschaft

Der Schacherzähler
0

„Oldman“ lebt in seinen Erinnerungen und hat seit dem Tod seiner Frau kaum noch Kontakt zu anderen. Bis ein 9-Jähriger ihn im Park anspricht und mehr über Schach wissen möchte. Janne lernt unglaublich ...

„Oldman“ lebt in seinen Erinnerungen und hat seit dem Tod seiner Frau kaum noch Kontakt zu anderen. Bis ein 9-Jähriger ihn im Park anspricht und mehr über Schach wissen möchte. Janne lernt unglaublich schnell und Oldman findet einen neuen Zweck in seinem Leben. Die beiden freunden sich an, bis Oldman eines Tages nicht mehr zuhause ist und Jannes Sorgen ihn auf die Suche nach seinem Freund schicken.

Der Schacherzähler von Judith Pinnow ist eine herzerwärmende Geschichte über Freundschaft, Alleinsein, falsche Entscheidungen und dem Sinn des Lebens. Wir erleben die Geschichte aus Jannes, Oldmans und Malus (Jannes Mutter) Perspektive, dabei werden unterschiedliche Sehnsüchte und Geheimnisse gezeichnet und doch Gemeinsamkeiten gefunden. Die weiteren Nebencharaktere bringen zusätzlich ihre eigenen kleinen Geschichten mit, die teilweise eine ordentliche Portion Humor beitragen, aber auch zum Nachdenken anregen.

Besonders gefallen hat mir die Perspektive auf das Leben, Dinge die bereut werden, aber auch dass manches vielleicht nicht so ist, wie es uns immer erscheint. Nur das Ende hat mich leider etwas ziemlich enttäuscht und mein Lesegefühl etwas abgemildert, weswegen es am Ende kein Highlight wurde.

Veröffentlicht am 20.05.2026

Einnehmend!

Die Therapie
0

Der Psychiater Viktor Larenz hat auch Jahre später noch Probleme mit dem Verschwinden seiner damaligen 12-jährigen Tochter Josephine, deswegen zieht er sich in sein Ferienhaus zurück. Dort sucht ihn Anna ...

Der Psychiater Viktor Larenz hat auch Jahre später noch Probleme mit dem Verschwinden seiner damaligen 12-jährigen Tochter Josephine, deswegen zieht er sich in sein Ferienhaus zurück. Dort sucht ihn Anna auf. Anna leidet unter Wahnvorstellungen, die von einem verschwundenen Mädchen handeln. Handelt es sich dabei um Josephine und wer ist Anna überhaupt?

Die Therapie von Sebastian Fitzek ist das erste Buch des Autors, das mich fast ausnahmslos begeistern konnte. Der Einstieg war deutlich komplexer als die Neuerscheinungen und es hat einige Momente gedauert, um sich in der Geschichte wiederzufinden, aber genau dieser komplexere Schreibstil konnte mich begeistern. Ich mochte die Perspektive Viktor Larenz’, die mich nie sicher sein ließ, dass alles so ist, wie es scheint. Das hat zu einer sehr starken Atmosphäre und einer unheimlichen Sogwirkung geführt. Auch das Ende konnte mich komplett überzeugen, ohne viel Effekthascherei und etlichen Wendungen, ganz schlicht, aber sehr stark!

Veröffentlicht am 18.05.2026

Gleiches Universum - anderes Lesegefühl

Mate – Die unzumutbare Unmöglichkeit von Liebe
0

Serena Paris ist die einzige ihrer Art, ein Mensch-Werwolf-Hybrid und mit diesem Wissen möchte sie die Kluft zwischen den Menschen und den Werwölfen versiegen. Doch stattdessen wird Serena zur Zielscheibe ...

Serena Paris ist die einzige ihrer Art, ein Mensch-Werwolf-Hybrid und mit diesem Wissen möchte sie die Kluft zwischen den Menschen und den Werwölfen versiegen. Doch stattdessen wird Serena zur Zielscheibe und gerät zwischen Menschen, Wölfen und Vampiren. Jeder möchte die wertvolle Hybriden in seinen Reihen haben, weswegen Serena sich vor ihren Feinden verstecken muss.

Koen Alexander ist der Alpha des Nordrudels und als solcher möchte er Serena schützen, dafür nimmt er sie auch als Gefährtin, selbst wenn Serena keinerlei Gefühle für ihn hegt.

Mate - Die unzumutbare Unmöglichkeit von Liebe ist der zweite Teil aus dem Vampir-Werwolf-Universum von Ali Hazelwood und hat mir ein ganz anderes Lesegefühl als Bride verpasst. Während Bride wie gewohnt humorvoll war, empfand ich Mate ungewohnt ernst und die ‚lustigen‘ Dialoge seitens Serena wirkten auf mich nicht wirklich authentisch zu ihrer Gefühlswelt. Zwar kann man Ansätze erkennen, woher der Humor kommt und dennoch hat sich das in meinem Lesegefühl eher gebissen, weswegen ich damit meine Probleme hatte.

Generell empfand ich Serena eher eine anstrengende Protagonistin, die sich ihr Leben ungewohnt schwer gemacht hat. Im Gegensatz dazu gefiel mir Koen ausgesprochen gut und auch die Erkenntnis, dass nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick erscheint.

Der größte Pluspunkt im Vergleich zu Bride ist das Spice-Level, bei Bride fand ich diesen fast schon unerträglich und vor allem im Bezug auf Werwölfe wirklich schrecklich, deswegen hat mir der geringe Anteil hier deutlich besser gefallen und hat die Ernsthaftigkeit der Geschichte untermauert.

Die Annäherung zwischen Serena und Koen hat mir sehr gut gefallen, auch ihre gemeinsame Geschichte war tiefgründig, wenn auch nicht sehr innovativ, aber doch toll herausgestellt. Am Ende empfand ich Mate etwas besser als Bride, auch wenn mir Misery als Protagonistin besser gefiel, doch die Geschichte und die Ernsthaftigkeit von Mate konnte mich insgesamt mehr überzeugen.

Veröffentlicht am 18.05.2026

Geschichte einer Katastrophe

Die Geschichte der Baltimores
0

Die Goldmans, das waren die Goldmans aus Montclair und die Goldmans aus Baltimore. Die Baltimores hatten alles, zwei begabte Söhne, Geld und Ansehen. Die Montclairs führten ein weniger glamouröses Leben ...

Die Goldmans, das waren die Goldmans aus Montclair und die Goldmans aus Baltimore. Die Baltimores hatten alles, zwei begabte Söhne, Geld und Ansehen. Die Montclairs führten ein weniger glamouröses Leben und Sohnemann Marcus Goldmann verbrachte jeden Sommer bei den Baltimores und seinen Cousins. Acht Jahre nach der großen Katastrophe möchte Marcus, der mittlerweile ein erfolgreicher Schriftsteller ist, die Geschichte der Baltimores aufschreiben und erkennt, was er damals nicht gesehen hat.

Die Geschichte der Baltimores von Joël Dicker ist ein packender Roman über die Familie Goldman. Ehrlicherweise habe ich jedoch drei Anläufe benötigt, um die Geschichte zu Ende zu bringen. Den ersten Anlauf habe ich nach einem etwas langsamen Beginn abgebrochen und erst später nochmal neu verfolgt, beim zweiten Anlauf konnte mich die Geschichte dann direkt einnehmen. Schnell habe ich mich gut in Marcus und seinen Cousins Hillel und Woody hineinversetzen können und empfand die Verbindung zwischen den Dreien als etwas besonders. Zum dritten Anlauf kam es dann, weil ich die Katastrophen nicht erleben wollte. Joël Dicker ist es demnach unfassbar gut gelungen, eine Umgebung zu erschaffen, die mir eine Art Wohlfühlfaktor gegeben hatte, den ich nicht verlassen wollte. Doch Geschichten sollten zu Ende gelesen werden, also habe ich das getan und entgegen meiner Annahme, konnte mich der weitere Verlauf der Geschichte weiterhin mitreißen.

Joël Dicker erschafft eine Geschichte, die unfassbar dicht geschrieben ist und bei der ich das Gefühl hatte, dass ich dabei war, dass ich die Goldmans aufwachsen sah und dass ich die Katastrophe miterlebt habe. Und obwohl das Tempo ab und an etwas abnahm und der Beginn sehr ruhig ist, konnte ich das Buch am Ende nicht mehr aus der Hand nehmen und hatte das Gefühl, dass die Charaktere mehr als fiktive Figuren waren. Dicker schafft es ihre Gefühle zu transportieren und sie realistisch wirken zu lassen.

Veröffentlicht am 13.05.2026

Wie man sich (und anderen) das Leben schwer macht.

The Night We Met
0

Larissa wird von ihrem Freund immer wieder im Stich gelassen und schickt ausgerechnet seinen besten Freund Chris vor, um ihm und ihr aus der Patsche zu helfen. Larissa und Chris verstehen sich unheimlich ...

Larissa wird von ihrem Freund immer wieder im Stich gelassen und schickt ausgerechnet seinen besten Freund Chris vor, um ihm und ihr aus der Patsche zu helfen. Larissa und Chris verstehen sich unheimlich gut, entdecken immer mehr Gemeinsamkeiten und Larissa verteufelt ihre Entscheidung, dass sie sich damals von Mike vom Festival fahren ließ. Nun sind ihre Gefühle gefangen in der Zwickmühle, die nicht nur eine Freundschaft zu entzweien droht.

The Night We Met von Abby Jimenez ist mein erstes Buch der Autorin und leider keines, dass mir mehr von ihr besonders schmackhaft gemacht hat. Der Schreibstil ist einfach, sodass ich sehr gut durch die Seiten kam, allerdings empfand ich ihn an manchen stellen etwas ‚abgehakt‘ und wenig authentisch. Die Geschichte erleben wir aus den Perspektiven von Larissa und Chris, doch keiner der beiden konnte mir wirklich sympathisch werden, generell war das Buch gespickt mit mir unsympathischen Charakteren.

Larissa hat natürlich keinen einfachen Stand in ihrem Leben und struggelt verständlicherweise extrem. Doch wie sie selbst ihre eigenen Gedanken scheinbar gar nicht wahrnimmt und sich ständig entgegen ihrer eigenen Ratschläge verhält. Ihr Verhalten hätte nicht nur sie, sondern alle um sie herum unglücklich gemacht und dennoch kriegt sie es nicht hin, darüber zu sprechen oder Mike gegenüber zu sagen, was sie stört.

Dann Chris, hilfsbereit ist das eine, übervorsorglich das andere. Auch Frauen können ihr Auto freischaufeln und Larissas Nussallergie… zu viel! Immerhin konnte sich hier einiges aufklären und er hat sein Verhalten reflektiert, aber es hat mich dennoch Nerven gekostet.

Und dann noch die drei toxischen Figuren Mike, Donna und Nancy, die alle unglaublich schrecklich handeln und einen immer wieder zum Kopfschütteln bringen.

Auch die Beziehung zwischen Mike und Larissa konnte ich zu keiner Zeit nachvollziehen, sie lief einfach nebenher ab und war doch irgendwie nie wirklich existent. Monate vergingen und gefühlt haben die beide sich kein bisschen besser kennengelernt. Da fällt es auch schwer, Larissas Problem an einer Trennung nachzuvollziehen, denn gefühlt war da gar keine Beziehung.

Generell hat mir auch der Zeitraum der Geschichte Probleme gemacht. Einzelne Szenen/Tage werden sehr detailliert dargestellt, dann verrinnen wieder Wochen oder Monate und nichts ist in der Zwischenzeit passiert.

Mich hat lediglich das Interesse an der Auflösung dieses Chaos interessiert, weswegen ich die Geschichte zu Ende gelesen habe und das wiederum ist auch der einzige positive Aspekt, den ich hervorheben kann. Ich mochte die Entwicklung, das Reflektieren und die Worte, die zwischen und für eine Freundschaft fielen.