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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.02.2026

Normal ist anders!

Willkommen bei den Grauses 3: Der normale Schulwahnsinn
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Muh und Wolfi dürfen endlich auf eine ganz normale Schule. Doch die Vorfreude auf ihren ersten Schultag und ihr erstes Schuljahr verfliegt rasend schnell, denn Muh und Wolfi fallen schnell auf und die ...

Muh und Wolfi dürfen endlich auf eine ganz normale Schule. Doch die Vorfreude auf ihren ersten Schultag und ihr erstes Schuljahr verfliegt rasend schnell, denn Muh und Wolfi fallen schnell auf und die Familienliste füllt sich mit grauen Punkten. Und auch Ottilie verhält sich auf einmal ganz anders und muss erkennen, was Freunde und Freundschaft wirklich ausmacht.

Der normale Schulwahnsinn von Sabine Bohlmann ist der dritte Teil der Willkommen bei den Grauses Reihe, die sich um die urkomische Familie Grause dreht. Familie Grause, das sind der Dilldapp Muh, die Werwölfin Wolfi, die Felfe Holger, der Dschinn Olga und der Schrat Fladimir. Alle sechs haben eins gemeinsam: sie kommen ursprünglich vom Institut für andersartige Wesen und das Leben in der Sackgasse 13 ist für sie weiterhin alles andere als normal.

Die sechs Mitglieder der Familie Grause sind nicht nur sechs ganz unterschiedliche Charaktere, sondern auch sechs unterschiedliche Wesen. Diese Wesen lassen sich auch aufgrund ihres Auftretens, ihrer Handlungen und ihrer Sprechweise unterscheiden und jeder Charakter ist auf seine Weise eine tolle Figur. Nicht nur die mitsenden Kinder, sondern auch ich mit Mitte 20 saß lachend vor dem Buch, weil einzelne Szenen urkomisch gestaltet sind.

Die Familie Grause wird im ‚Normalsein‘ von Ottilie Schmidt unterstützt, die kaum Freunde hat und bisher nur durch ihr ‚anders sein‘ aufgefallen ist.

Untermalt wird die Geschichte durch die wunderschönen Illustrationen von Daniel Steudtner, die das Buch zu einem perfekten Lesevergnügen machen!

Der Klappentext suggeriert, dass der Fokus dieses Mal auf die Schule mit Wolfi und Muh gelegt wird. Das empfanden wir während des Lesens allerdings als weniger präsent, weiterhin geht es vor allem um Familie Grause und jedes Mitglied, das sich in ihrem neuen Leben einfinden muss. Der Schulfokus legt sich daher sehr schnell und ist zwischenzeitlich kaum präsent. Das fanden wir etwas schade, weil sich in der Schule immer viel Lustiges abgespielt hat und wir gerne mehr davon miterlebt hätten. Gestutzt wurde hier auch bei der Erwähnung von ‚alle fünf‘ oder ‚fünf Anhänger‘, während bei der Aufzählung dann immer sechs Namen oder Dinge genannt wurden.

Das ist aber nur eine kleine Kritik an dem ansonsten wieder sehr tollen Werk, das unglaublich schöne Momente hat. Nicht nur der Humor ist perfekt, sondern auch die Botschaften, welche die Familie Grause und die Nachbarn übermitteln. Am Ende zählt nicht, was man sagt, sondern wie man handelt! Und auch Freundschaft wird wieder ganz groß geschrieben.

Veröffentlicht am 10.02.2026

2002

Vergiss mein nicht
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Jeffrey Tolliver und Dr. Sara Linton wollen ihr Date auf einer Rollschuhbahn genießen, doch dann kommt alles anders. Die 13-jährige Jenny Weaver droht dem Teenager Mark Patterson damit, ihn zu erschießen. ...

Jeffrey Tolliver und Dr. Sara Linton wollen ihr Date auf einer Rollschuhbahn genießen, doch dann kommt alles anders. Die 13-jährige Jenny Weaver droht dem Teenager Mark Patterson damit, ihn zu erschießen. Jeffrey möchte die Situation entschärfen, doch Jenny lässt kein Zweifel daran, dass sie ernst machen wird und so muss Jeffrey Jenny töten, um Mark zu retten. Als Sara Jennys Leiche kurz darauf obduziert, stoßen sie auf ein erschütterndes Verbrechen, das weitere Ermittlungen unumgänglich macht.

Vergiss mein nicht ist der zweite Teil der Grant-County-Reihe von Karin Slaughter. Ich habe den ersten Band vor gut zwei Jahren gelesen und gemerkt, dass ich mit den Backgrounds der Protagonist:innen durchaus meine Schwierigkeiten hatte, deswegen würde ich dazu raten, dass der erste Band vorab gelesen werden sollte, um vor allem Lenas Perspektive besser verstehen zu können.

Das Original erschien 2002 und dies merkt man dem Buch sprachlich deutlich an. Das Lesen wurde teilweise aufgrund des Satzbaus holprig und manchen Stellen war dieser sehr einfach gehalten, was den Lesefluss störte, da die Sätze unrund wirkten. Auch den Charakteren merkt man das Alter des Buchs durchaus an, gerade Jeffrey wirkt aufgrund seiner Gedanken weniger sympathisch, aber auch Lena und Sara stehen dem teilweise in Nichts nach. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass alle Drei vor 24 Jahren deutlich angenehmer gewirkt haben, weswegen sich das zwar auf mein Lesegefühl ausgewirkt hat, aber nicht unbedingt Berücksichtigung in der Bewertung findet.

Trotzdem bleibt für mich wenig Gutes übrig. Ich fand den Fall super interessant, mochte auch die Auflösung, die fernab von Stereotypen liegt. Sie ist nicht überraschend, aber sie setzt ein Zeichen und weckt Aufmerksamkeit für einen Tätertypen, der gesellschaftlich noch untergeht.

Doch leider ist der Fall, wie auch schon im ersten Band, absolute Nebensache. Besonders gestört hat mich, dass wir selten etwas über diesen direkt mitbekommen, meistens werden interessante Szenen nicht beschrieben, sondern danach über Gedankengänge oder Dialoge wiedergeben. Das lässt den Fall nebensächlich wirken und setzt die einzelnen Charaktere (Sara, Jeffrey und Lena) in den Fokus. Besonders Lena war für mich nicht mehr richtig zu fassen, an der Stelle habe ich gemerkt, dass das Lesen des ersten Bands (zu) lange zurückliegt und ihre Perspektive deswegen lange nicht greifbar war.

Ein zweiter Band, der mein Interesse für die Reihe leider nicht wecken konnte und damit vermutlich auch der letzte Band für mich war.

Veröffentlicht am 04.02.2026

Schneechaos

Ein unerwarteter Gast
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Wylie Lark ist Krimiautorin und hat sich für ihr neustes Werk in ein abgelegenes Farmhaus zurückgezogen. Doch das Haus hat eine dunkle Vergangenheit, vor Jahren wurden zwei Menschen kaltblütig ermordet ...

Wylie Lark ist Krimiautorin und hat sich für ihr neustes Werk in ein abgelegenes Farmhaus zurückgezogen. Doch das Haus hat eine dunkle Vergangenheit, vor Jahren wurden zwei Menschen kaltblütig ermordet und ein junges Mädchen verschwand spurlos.

Nun befindet sich Wylie in der eingeschneiten Hütte und der Schneesturm wird immer stärker. Zufällig entdeckt Wylie ein Kind, dass draußen im Schnee liegt. Völlig verstört, desorientiert und stumm. Sie bringt das Kind in Sicherheit, geht nochmal auf die Suche nach weiteren Eingeschneiten und bringt sich mit jeden Sekunde immer mehr in Gefahr.

Ein unerwarteter Gast von Heather Gudenkauf klang nach der perfekten Lektüre für die kalte Jahreszeit und genau diesem Anspruch konnte das Buch gerecht werden. Von der ersten Sekunde an, war ich gebannt und voll in der Story und konnte mir die eingeschneite Gegend und Wylie Lark sehr gut vorstellen. Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven und Zeitsträngen erzählt, zwischen denen immer wieder geswitcht wird. Dieser Perspektivwechsel hat für ein sehr gutes Tempo gesorgt und war unfassbar geschickt dargestellt, denn man wollte nach jedem Wechsel eigentlich am liebsten zurück, weil es super spannend war. So hat sich keine Perspektive als meine Liebste herauskristallisiert, weil einfach alle drei sehr spannend waren.

Einziger Kritikpunkt war für mich, dass die Entwicklung insgesamt sehr vorhersehbar war. Dennoch konnte man durch Anspannung durchaus eine Spannung bei mir erzeugen.

Veröffentlicht am 03.02.2026

The Housemaid

Wenn sie wüsste
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Millie hat eine schwere Vergangenheit und deswegen kaum Chancen ins Arbeitsleben zu finden, umso glücklicher und überraschter ist sie, als Nina ihr eine Stelle als Haushaltshilfe anbietet. Millie bekommt ...

Millie hat eine schwere Vergangenheit und deswegen kaum Chancen ins Arbeitsleben zu finden, umso glücklicher und überraschter ist sie, als Nina ihr eine Stelle als Haushaltshilfe anbietet. Millie bekommt zukünftig nicht nur ein sicheres Gehalt, sondern auch Kost und Logis sind inklusive. Niemals hätte Millie damit gerechnet, dass ihr größter Albtraum beginnen würde, sobald sie in das Haus einziehen würde. Nina verwüstet täglich das Haus und unterstellt Millie allerlei Dinge. Auch die Tochter behandelt sie ohne jeglichen Respekt, nur Andrew behandelt Millie durchweg gut und schon bald scheint Nina eifersüchtig auf Millie zu sein. Doch aus welchem Grund hat Nina Millie eingestellt, warum will sie ihr das Leben zur Hölle machen?

Wenn sie wüsste von Freida McFadden ist der erste Teil der ‚The Housemaid‘-Buchreihe. Im Gegensatz zu den anderen Büchern der Autorin, die ich bisher gelesen habe, fand ich das Buch in weiten Teilen eher als sehr ruhig und vorhersehbar, zeitweise fand ich die Erzählungen aus den Gründen auch etwas langatmig und dennoch gab es immer wieder Mal spannende Phasen und für mich ein sehr gutes Ende, das über die Auflösung hinausgeht und das Buch für meinen Geschmack nochmal stark aufwerten konnte.

Veröffentlicht am 02.02.2026

Litfaßsäule in der Weihnachtszeit

Meet Me Under the Mistletoe
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Meet Me under the Mistletoe verspricht 24 romantische Kurzgeschichten, die sich als Adventskalender vom 1.-24.12. lesen lassen. Das Buch zu bewerten ist grundsätzlich natürlich schwierig, denn vierundzwanzig ...

Meet Me under the Mistletoe verspricht 24 romantische Kurzgeschichten, die sich als Adventskalender vom 1.-24.12. lesen lassen. Das Buch zu bewerten ist grundsätzlich natürlich schwierig, denn vierundzwanzig verschiedene Autor:innen sorgen natürlich dafür, dass man die jeweiligen Schreibstile anders wahrnimmt und nicht mit jedem Türchen warm werden kann. Deswegen werde ich vor allem die Grundidee des Buchs und deren Umsetzung bewerten. Zuerst gefällt mir die Idee eines Buch-Adventskalender, der einen durch die Weihnachtszeit führt, aber leider hat mir die Umsetzung in diesem Fall gar nicht zugesagt.

Die Geschichten sind alle unabhängig voneinander, was erstmal keine Kritik ist, aber ein gemeinsames Universum (z.B. das gleiche Land-/Stadt-Setting) hätte das Lesen durchaus vereinfacht. In diesem Fall muss man sich aber nicht nur auf verschiedene Orte einlassen, sondern auch auf verschiedene Genres und Blickwinkel, denn nicht jede Geschichte ist romantisch. Dies kann bei manchen funktionieren, für mich war das in der Weihnachtszeit jedoch zu viel Kopfarbeit und ich habe das Buch nach gut der Hälfte abbrechen und nach Weihnachten, zu ruhigeren Zeiten, lesen müssen.

Am schlimmsten empfand ich jedoch das Gefühl, dass viele Geschichten einfach nur eine Werbung für das nächste Werk darstellen soll. Ich versteh durchaus, dass Autor:innen über den Adventskalender auf sich aufmerksam machen wollen und auch das Interesse des Verlags daran, aber auf diese Weise hatte es ein unfassbares Geschmäckle, das meine Lesefreude extrem getrübt hat.

Dennoch gab es durchaus auch ein paar gute Geschichten, die mich abholen konnten und die ich auch etwas herausheben möchte.

Die Geschichte, die bei mir am längsten nachhallt:

Liza Grimm - Mein Wintergeist

Der beste Schreibstil:

Christian Handel - Silberne Tränen

Die Geschichte, die meine Erwartungen am besten erfüllen konnte:

Janine Ukena - Wie ein Schneesturm Weihnachten rettete

Diese drei Geschichten, die ich wirklich als Highlights empfunden habe, obwohl ich bei Handel auch die Litfaßsäulenkritik anbringen muss, heben die Sternewertung etwas nach oben. Ansonsten hat mich das Prinzip des Buches leider absolut nicht abholen können und ich werde das nächste Mal wohl wieder zu einem Adventskalenderbuch greifen, dessen Geschichten einen gemeinsamen Nenner haben und damit eine leichte Lektüre versprechen.