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Veröffentlicht am 19.02.2025

Survival Siglinde tischt auf

Wilde Pflanzen essen
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Wilde Pflanzen essen von Christine Rauch ist ein hervorragender Einstieg in die Welt der wilden Pflanzen. Kunterbunt, lustig und absolut einzigartig kommt dieser Naturführer daher und macht von der ersten ...

Wilde Pflanzen essen von Christine Rauch ist ein hervorragender Einstieg in die Welt der wilden Pflanzen. Kunterbunt, lustig und absolut einzigartig kommt dieser Naturführer daher und macht von der ersten bist zur letzten Seite Laune die weite Welt der Natur zu entdecken.
Der Schreibstil ist locker und richtet sich vor allem an die jüngere Generation, durch die Einführung der ‚Survival Siglinde‘ und der cartoonartigen Aufmachung wirkte das aber total stimmig und hat auch mich als Ü30 noch abgeholt.

Auf einer Doppelseite bekommen wir die wilden Pflanzen vorgestellt, während auf der ersten Seite die Pflanze durch eine Zeichnung vorgestellt wird, bekommen wir auf der zweiten Seite eine kurze Vorstellung inklusive Informationen zum Geschmack, Inhaltsstoffen und Wirksamkeit der jeweiligen Pflanze. So hat man alles auf einen Blick. Am Ende des Buches findet man dann noch ein paar Rezepte und mit Beenden des Buches vor allem die Lust, durch die eigenen Wälder zu ziehen und neue Geschmacksaromen zu erkunden.

Erweitert wird das Buch noch durch die Kosmos App, in der sich zu den vorgestellten Pflanzen Fotografien und Videos finden, sodass man neben den Zeichnungen auch ‚echte Fotos‘ der Pflanzen betrachten kann. Diesen Zusatz finde ich auch wichtig, da es das Erkennen deutlich leichter macht. Gerne hätte ich (zumindest die Fotos) bereits im Buch gefunden, kann jedoch verstehen, dass man diesen Bruch nicht haben wollte und finde diesen ‚Kompromiss‘ daher hervorragend und die meisten haben wohl auch das eigene Handy eher dabei als ein Buch.

Wilde Pflanzen essen ist ein tolles Einstiegsbuch zu essbaren Wildpflanzen. Die Zeichnungen der Illustratorin Ernestine Donnerberg sorgen für ein unverwechselbaren Wildpflanzenführer und passen hervorragend zum Humor der Autorin. Ein absolutes stimmiges Werk das Spaß macht und Neugier weckt!

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Veröffentlicht am 19.02.2025

Mitmachbuch

Mach mit, Mausi Maus!
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Mach mit, Mausi Maus ist ein Vorlese- und Bilderbuch von Simone Sommerland. Der sehr präsente Name der Autorin auf dem Cover hat mich zu Beginn doch stark irritiert, ich bin kein Fan davon, wenn der Titel ...

Mach mit, Mausi Maus ist ein Vorlese- und Bilderbuch von Simone Sommerland. Der sehr präsente Name der Autorin auf dem Cover hat mich zu Beginn doch stark irritiert, ich bin kein Fan davon, wenn der Titel des Buches weniger Aufmerksamkeit bekommt als (in diesem Fall) die Autorin. Aus diesem Grund dachte ich zu Beginn auch, dass „Simone Sommerland“ der Titelname ist und die Maus so heißt.

Mach mit, Mausi Maus! animiert nicht nur den Protagonisten Mausi zum mitmachen, sondern auch die kleinen Mitleser:innen. Besonders schön fand ich, dass nicht nur die Stimme animiert wird, sondern der ganze Körper und das Buch so ein Erlebnis für den ganzen Körper wird. Neben der Mitmachfunktion übermittelt das Buch aber auch den Wert einer Freundschaft und welche Hürden man zusammen überwinden kann.

Etwas schade fand ich, dass stimmlich nur kurze und voneinander unabhängige Einzeiler eingeläutet werden. Schön hätte ich es gefunden, wenn am Ende eine Strophe entstanden wäre, zu der man sich entsprechenden bewegen könnte.
Dennoch ist Mach mit, Mausi Maus! ein schönes Bilderbuch, das auch durch die Zeichnungen der Illustratorin Tina Nagel viel zum Entdecken bietet.

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Veröffentlicht am 18.02.2025

Das Bücherlabyrinth

Tinte, Staub und Schatten: Das Buch der Verlorenen
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Die sechzehnjährige Minna möchte in die Fußstapfen ihrer verschwundenen Mutter treten und Büchersucherin werden. Doch dafür muss sie erst den Antiquar Raban Krull davon überzeugen, dass er sie als dritten ...

Die sechzehnjährige Minna möchte in die Fußstapfen ihrer verschwundenen Mutter treten und Büchersucherin werden. Doch dafür muss sie erst den Antiquar Raban Krull davon überzeugen, dass er sie als dritten Lehrling aufnimmt. Dank der Hilfe Gullivers gelingt ihr das bald und dann erfährt sie auch noch, dass ihre Mutter ihr Leben nicht im Buchlabyrinth verlor, sondern dass sie bis heute in den Spiegelgängen gefangen ist. Minna setzt alles daran, um ihre Mutter zu befreien, dafür muss sie ein legendäres Buch aufspüren und gerät selbst in ein lebensgefährliches Spiel.

Das Buch der Verlorenen von Alina Metz ist der erste Teil der Tinte, Staub und Schatten Dilogie.

Der Einstieg fiel durch einen tollen Schreibstil sehr leicht und bis zum Ende hält die Geschichte durch viele Wendungen die Spannung hoch. Die erschaffene Welt mit ihren Gefahren und ganz eigenen Lebewesen war schön dargestellt. Besonders gefallen hat mir die Einbindung des androgynen Jaschas, die nicht gezwungen wirkte, sondern eine Selbstverständlichkeit ausstrahlte, wie ich es mir öfter wünschen würde!

Einzige kleinere Kritikpunkte sind für mich das Alter der Protagonistin - Minna ist sechzehn und doch wirkt sie durch ihre Handlungen, Gestiken und Gedanken auf mich eher wie eine Elf-, Zwölfjährige - und die teilweise nur oberflächlich behandelten Themen - die Ausbildung zur Büchersucherin erschien auf den ersten Seiten ein wesentlicher Bestandteil des Buches zu werden und war dann doch nur eine Nebensächlichkeit.

Das sind aber nur kleine Kritikpunkte und das Ende lässt mich gespannt auf den nächsten Teil blicken, auch in der Hoffnung die Welt noch etwas tiefgründiger kennenzulernen.

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Veröffentlicht am 16.02.2025

Grauzonen

Dunkle Momente
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Eva Herbergen hat als Strafverteidigerin schon viele Menschen vor ihrer Strafe bewahrt, doch manche Fälle lassen sie auch Jahre später nicht los. Eva berichtet von neun Fällen, in denen die Grenze zwischen ...

Eva Herbergen hat als Strafverteidigerin schon viele Menschen vor ihrer Strafe bewahrt, doch manche Fälle lassen sie auch Jahre später nicht los. Eva berichtet von neun Fällen, in denen die Grenze zwischen Gerechtigkeit und Recht verschwimmt und das moralische Dilemmata zum Vorschein kommt.

Dunkle Momente von Elisa Hoven ist ein fiktionaler Roman, dessen Inspirationen sich in der Realität finden, sodass einem die Ähnlichkeit zu wahren Fällen durchaus auffallen kann. Doch die fiktionalen Erweiterungen sind auffällig und sorgen für spannende Gedankengänge, denn die Autorin erschafft Grauzonen und zeigt, wie schnell sich die Meinung ändern kann und wie wenig es benötigt, um das Bild nicht mehr nur ‚schwarz‘ oder ‚weiß‘ zu sehen.

Neben diesen moralischen Fragen, die sich ganz automatisch aufwerfen, bekommt man durch Dunkle Momente auch einen Einblick in das Rechtswesen und in die Arbeit einer Strafverteidigerin. Eva Herbergen ist eine durchaus sympathische Protagonistin, deren Handlungen ich nachvollziehen, wenn auch nicht immer gutheißen - aber genau hier kommen wieder die moralischen Dilemmata ins Spiel - konnte.

Jeder der neun Fälle ist in sich abgeschlossen, der letzte Fall ist jedoch derjenige, der den Spannungsbogen hoch hält, da er immer wieder angesprochen wird. Wobei ich auch ohne diese Erwähnungen einen Sog verspürt habe, der mich das Buch innerhalb kürzester Zeit durchlesen ließ.

Dunkle Momente hat mich komplett überzeugt und ist ein Buch, das mich sicherlich gedanklich noch einige Zeit begleiten wird!

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Veröffentlicht am 14.02.2025

Whet

Deep End – Die unausweichliche Unanständigkeit von Liebe
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Die Wasserspringerin Scarlett Vandermeer hat sich vor Monaten eine heftige Verletzung zugezogen, deren Folgen sie immer noch einschränken. Deswegen setzt sie ihren vollen Fokus aufs Studium und darauf, ...

Die Wasserspringerin Scarlett Vandermeer hat sich vor Monaten eine heftige Verletzung zugezogen, deren Folgen sie immer noch einschränken. Deswegen setzt sie ihren vollen Fokus aufs Studium und darauf, ihre Blockade zu lösen und wieder zur alten Stärke zurückzufinden. Für zwischenmenschliche Beziehung bleibt wenig Zeit.
Lukas Blomqvist ist das absolute Schwimm-Ass in Stanford und liebt Ordnung. Er bricht Rekorde, gewinnt Goldmedaillen und auch bei ihm ist die Zeit knapp bemessen.
Dennoch finden Scarlett und Lukas zueinander, denn sie haben eine besondere Gemeinsamkeit, die sie zu einem Arrangement führt. Doch bald muss Scarlett erkennen, dass sie mehr will.

Ich liebe den Humor, den Ali Hazelwood in ihre RomComs packt, deswegen musste ich Deep End unbedingt lesen. Doch leider konnte mich ihr neustes Werk nicht richtig überzeugen, vor allem weil es der Humor war, der mir lange fehlte und der mich erst gegen Ende des Buches wieder erreichen konnte.

Die Mischung Sport und STEM/MINT, fand ich toll und auch, dass Adam Carlsen und Olive Smith eine Rolle spielten hat mir gut gefallen. Jedoch war mir der Anteil an ‚Spice‘ viel zu hoch bzw. lag zu sehr im Fokus. Ich mochte die Gedanken Scarletts und auch ihre Gespräche mit Pen und Lukas, die sich um das Thema BDSM/Kinks drehten und klar die Differenzierung von sexuellen Interessen/sexueller Lust und dem generellem Umgang darstellten. Außerdem gefiel mir, dass die Subjektivität der Wahrnehmung des Gegenübers durch Scarlett und Penelope herausgestellt wurde, die Lukas ganz anders wahrnehmen. Und obwohl ich diese Gespräche und Gedanken toll fand, benötige ich dann nicht die ausführliche Beschreibung solcher Szenen und davon gab es mir dieses Mal leider zu viel, weswegen ich trotz aller tollen thematischen Ansätze am Ende eher enttäuscht das Buch zugeschlagen habe.

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