Profilbild von Anndlich

Anndlich

Lesejury Star
offline

Anndlich ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Anndlich über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.07.2023

Verharmlosung sexueller Gewalt!

Welcome Back, Alice 2
0

Welcome Back, Alice 2 ist der zweite Band einer Reihe, die im originalen bisher sechs Bände umfasst.

Während ich dem ersten Band noch zu Gute halten konnte, dass das Thema Geschlechteridentität und Diversität ...

Welcome Back, Alice 2 ist der zweite Band einer Reihe, die im originalen bisher sechs Bände umfasst.

Während ich dem ersten Band noch zu Gute halten konnte, dass das Thema Geschlechteridentität und Diversität gut integriert wurde, fällt dieser letzte positive Aspekt leider auch weg.

In diesem Band ist vor allem das toxische Verhalten im Vordergrund. Kei bleibt dabei leider das negative Beispiel schlechthin, der Yohei nachstellt, sexuell belästigt und missbraucht. Doch auch Yuis Verhalten kann als ungesund bezeichnet werden, da sie Yohei emotional unter Druck setzt.

Das macht die Reihe für mich zu einem No-Go, denn auch unter Jugendlichen ist ein solches Verhalten sexuelle Belästigung/Missbrauch, der mir in diesem Manga verharmlost dargestellt wird und nichts mit dem im Klappentext angesprochenen „Und trotzdem kann er der Verlockung nicht widerstehen, gemeinsam mit Kei die dunklen Abgründe der Lust zu erforschen…“ zu tun hat.

Vielleicht sollte stärker herausgerarbeitet werden, dass es sich hier wohl um das Genre "Crime/Thriller" handelt, das war mir aufgrund der Aufmachung nicht bewusst und der FSK lässt sich durch den Klappentext auch in andere Richtungen deuten. Doch auch mit dem Wissen, dass der Manga in diesem Genre gesehen wird, kann ich dem Ganzen nicht mehr abgewinnen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.07.2023

Interessantes Thema, fragwürdiger Charakter

Welcome Back, Alice 1
0

Yui, Yohei und Kei sind seit Jahren befreundet. Doch als Kei Yoheis erste Liebe Yui küsst und daraufhin plötzlich wegzieht, zerfällt die Freundschaft der Drei. In der Oberschule treffen Yui und Yohei wieder ...

Yui, Yohei und Kei sind seit Jahren befreundet. Doch als Kei Yoheis erste Liebe Yui küsst und daraufhin plötzlich wegzieht, zerfällt die Freundschaft der Drei. In der Oberschule treffen Yui und Yohei wieder aufeinander und plötzlich ist da eine attraktive Mitschülerin, die mehr über Yohei weiß. Schließlich stellt sich heraus, dass es sich bei ihr um seinen ehemaligen Freund Kei handelt.

Welcome Back, Alice 1 ist der erste Band einer Reihe, die im originalen bisher sechs Bände umfasst.

Welcome Back, Alice umfasst das spannende Thema der Diversität und der Geschlechtsidentität, das auf dieser Ebene sehr gut umgesetzt wurde. Kritische Äußerungen wurden durch andere aufgefangen, sodass die Akzeptanz in den Vordergrund rückt.

Problematisch war für mich jedoch die Darstellung von Kei. Denn obwohl es bei den Gesprächen zwischen den Mitschüler:innen deutlich wird, dass der Autor die Akzeptanz fördern möchte, sorgt Kei weniger dafür.
Sein Verhalten gegenüber Yohei und Yui ist aufdringlich und in weiten Teilen sogar sexuelle Belästigung, die mir bei Lesen kein gutes Gefühl gegeben hat. Der niedliche Zeichenstil hat dieses ungute Gefühl nochmal verstärkt, da er bei mir einen verharmlosenden Eindruck hinterlassen hat.

Die Reihe hat bestimmt das Potenzial darüber nachzudenken, ob man ein Geschlecht oder eine Person liebt, aber die Umsetzung konnte mich leider nicht überzeugen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.07.2023

Atmosphärische Graphic Novel, die ohne Vorwissen Fragen offenlässt

Die Neapolitanische Saga 1: Meine geniale Freundin
0

Lenú und Lila wachsen gemeinsam in einem Armenviertel auf und werden Freundinnen, doch ihr Leben besteht auch darin den anderen in allen Belangen übertrumpfen zu wollen.

Meine geniale Freundin ist der ...

Lenú und Lila wachsen gemeinsam in einem Armenviertel auf und werden Freundinnen, doch ihr Leben besteht auch darin den anderen in allen Belangen übertrumpfen zu wollen.

Meine geniale Freundin ist der erste Band der neapolitanischen-Saga von Elena Ferrante und wurde von der Autorin Chiara Lagani und der Illustratorin Mara Cerri in einer Graphic Novel adaptiert.

Anmerkung: Zum Zeitpunkt des Lesens der Graphic Novel hatte ich den Roman von Elena Ferrante noch nicht gelesen.

Die Zeichnungen von Mara Cerri sind ungewöhnlich für eine Graphic Novel, sie sind weniger detailliert und wecken das Gefühl von Wasserfarbenbildern, die aufgrund ihrer Ungenauigkeit den Eindruck des Verwischens übermitteln. Ein Stil, der gewiss gewöhnungsbedürftig ist, der jedoch eine unglaubliche Atmosphäre schafft. An einigen Stellen fiel es mir etwas schwer Lenú und Lila unterscheiden zu können, schlimmer war das jedoch bei den männlichen Nebencharakteren. Das führte dazu, dass ich manchmal Probleme hatte, dem Geschehen zu folgen. Die Gesichter sind oft sehr schroff gezeichnet, auch das unterstützt die bedrückende Atmosphäre.

Der Schrift-Bild-Anteil ist unausgewogen, der Bildanteil ist deutlich höher, dies führt auch dazu, dass ich mich manchmal in der Geschichte verloren gefühlt habe. Mir blieben einige Fragen offen, die mit Vorkenntnissen wahrscheinlich geklärt wären und dennoch bin ich der Meinung, dass eine Graphic Novel selbsterklärend sein sollte, wenn sie auch nicht alles aus dem Roman aufgreifen kann. Ein Potenzial, das mit Sicherheit dagewesen ist und auch mit 256 Seiten abgedeckt werden kann, jedoch haben sich einige Male eher eindimensionale Illustrationen eingeschlichen. Zum Beispiel finden sich hintereinander drei Bilder des bewölkten Himmels wieder, die lediglich mit einem Satz unterstützt werden und daher eher unnötig wirken.

Das Ende kam dann sehr abrupt, weswegen mir erst dort bewusst wurde, dass es einen weiteren Teil geben muss. Meine geniale Freundin ist kein Einzelband und in sich nicht abgeschlossen! Die Frage, die sich am Anfang der Graphic Novel aufwirft, wird in diesem Band leider nicht geklärt und das Ende ließ mich in der Geschichte verloren zurück, weswegen ich auch das Bedürfnis habe, den Roman zu lesen.

Die Graphic Novel wird ab 12 Jahren empfohlen, was ich aufgrund der starken Interpretationen, die hier durch die Zeichnungen und dem geringen Textanteil verlangt werden, zu niedrig empfinde. Die düstere Atmosphäre wird nicht nur durch die Art der Bilder erzeugt, sondern ebenso aus Szenen, die Gewaltdarstellungen und Missbrauch beinhalten

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.07.2023

Holpriger Start einer neuen Krimireihe

Die Spur der Aale
0

Greta Vogelsang ist Staatsanwältin im Frankfurter Dezernat für Umweltverbrechen und Artenschutzdelikte. In ihrer Position bekommt sie von Lars Mathissen Mails, die auf ungewöhnliche Aktionen am Zoll hinweisen. ...

Greta Vogelsang ist Staatsanwältin im Frankfurter Dezernat für Umweltverbrechen und Artenschutzdelikte. In ihrer Position bekommt sie von Lars Mathissen Mails, die auf ungewöhnliche Aktionen am Zoll hinweisen. Mathissen hat das Gefühl hinter was Großem her zu sein, bis er Tod aufgefunden wird. Vieles deutet auf einen natürlichen Tod hin, doch Vogelsang hat ihre Zweifel und ermittelt auf eigene Faust. Als auch sie in Schwierigkeiten gerät, werden auch andere aus ihrem Team skeptisch.

Die Spur der Aale ist der erste Band einer neuen Krimireihe. Im Fokus steht dabei die Staatsanwältin Greta Vogelsang. Zu ihrem Bereich gehören Umweltverbrechen und Artenschutzdelikte. Ein Thema, das ich sofort sehr ansprechend und interessant fand, da mir dies bisher noch nicht untergekommen ist. Ich hatte mir erhofft, dass der Zoll bzw. der Schmuggel besonders präsent ist und ich mehr über solche Delikte erfahre, leider empfand ich das Verbrechen eher unterpräsentiert.

Wir erleben den Krimi aus drei Perspektiven, Greta Vogelsang ist dabei die mit dem prozentual größten Anteil, aber auch Paul und Mian lernen wir kennen.

Greta Vogelsang erleben wird meist über ihren Nachnamen, was in Krimis keine Seltenheit ist und dennoch hat es in diesem Fall für eine starke Distanz zu ihr gesorgt. Den Grund sehe ich darin, dass alle weiteren Figuren meist über mit dem Vornamen benannt werden (und das nicht nur im Dialog mit Vogelsang). Durch diese Distanz fiel es mir schwer mich emotional auf die Geschichte einzulassen, das wurde aber auch bei Paul und Mian nicht mehr, da bei diesen Perspektiven die Tiefe fehlte.

Der Spannungsbogen ist ziemlich geringgehalten, vor allem über den Mittelteil empfand ich die Geschichte doch eher zäh und langatmig und das obwohl, oder gerade weil, mir alles zu oberflächlich behandelt wurde. Erst gegen Ende, als ein Kapitel aus mehreren Perspektiven erzählt wurde, konnte ich ein wenig mitgerissen werden.

Insgesamt war mir das aber leider zu wenig und ich werde die Ermittlungen rund um Greta Vogelsang wohl nicht mehr weiterverfolgen, auch wenn mich ihr Dezernat stark interessiert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.07.2023

Abbruch

Die Leere der Nacht
0

Alina Grimm bekommt einen Hilferuf, doch als sie diesem am nächsten Tag nachgehen möchte, soll er sich den Abend zuvor umgebracht haben.
Grimm nimmt mit ihrem Team die Ermittlungen auf.

Leider konnte ...

Alina Grimm bekommt einen Hilferuf, doch als sie diesem am nächsten Tag nachgehen möchte, soll er sich den Abend zuvor umgebracht haben.
Grimm nimmt mit ihrem Team die Ermittlungen auf.

Leider konnte mich Die leere der Nacht auf keiner Ebene überzeugen, weswegen ich es auch nach dem dritten Anlauf nach über einem Drittel des Buches nun endgültig abbrechen musste. Für mich das erste Buch, das ich jemals abgebrochen habe.

Ein Aspekt mag sein, dass der Alina-Grimm-Thriller keinen Thriller darstellt, zumindest nicht auf diesem ersten Drittel und ich kann mir kaum vorstellen, dass sich das schlagartig ändert. Das erste Drittel ist geprägt von Ermittlungsarbeiten, da ich nicht auf das Thrillergenre fixiert bin, könnte ich darüber jedoch noch hinwegsehen. Doch auch der Schreibstil konnte mich nicht packen. Dieser wirkt auf mich steif, behäbig und eintönig. Das Ermittlerteam bricht nach Italien auf, diesen Ortswechsel konnte ich nicht wahrnehmen (maximal erkennbar an den verzehrten Speisen).

Möglicherweise muss der erste Teil, den ich nicht gelesen habe, zuerst gelesen werden, um eine Beziehung zu den Charakteren aufzubauen und auch im zweiten Teil Spaß an der Geschichte zu entwickeln.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere