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Veröffentlicht am 18.07.2023

Was wird aus den Mäusen, wenn die Menschen nicht mehr da sind?

Scurry 1
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Die Menschen sind verschwunden und mit ihnen die Nahrung. Der Winter rückt näher und die Mäusekolonie versucht auch ohne die Menschheit zu überleben, die Nahrung wird knapper und die Mäuse schwächer. Sie ...

Die Menschen sind verschwunden und mit ihnen die Nahrung. Der Winter rückt näher und die Mäusekolonie versucht auch ohne die Menschheit zu überleben, die Nahrung wird knapper und die Mäuse schwächer. Sie beginnen mit der Nahrungssuche in entfernteren Gebieten, doch dort lauern Gefahren von denen die Mäuse bis dato noch keine Ahnung hatten.

Scurry 1: Die todgeweihte Kolonie ist der erste Band von Mac Smiths Comic-Saga, die mit drei Bänden abgeschlossen ist.

Der Zeichenstil von Mac Smith sucht seinesgleichen, jede Seite ist sehr detailliert gezeichnet. Das Spiel mit Licht und Schatten sorgt für eine mystisch-düstere Stimmung, die durchgehend gehalten wird. Das Cover zeigt deutlich was man zeichnerisch von diesem Comic erwarten kann und passt bestens zur Story, vor allem gefällt mir, dass manche Details erst auf dem zweiten Blick einzuordnen sind. Der Textanteil ist gering gehalten, was ich aufgrund der ausdrucksstarken Zeichnungen jedoch genau richtig finde.

Die Story um die Mäusekolonie ist dagegen noch etwas flacher, verspricht im nächsten Band aber stark anzuziehen, das lässt sich zumindest angesichts des Endes erahnen. Im ersten Band bekommen wir vor allem ein Überblick über die Grundstruktur der Mäusekolonie, um ihren Anführer Orim, seiner Tochter Pict sowie den Plünderern Wix und Umf.

Und obwohl Scurry 1 inhaltlich noch etwas ruhiger war, konnte mich jede Seite komplett für sich gewinnen, sodass ich mit Sicherheit auch den nächsten Band lesen werde.

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Veröffentlicht am 16.07.2023

Magischer Auftakt

Cosmo Zauberkater (Bd. 1)
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Cosmo ist ein Straßenkater, doch dann erhält er die Einladung in ein Trainingscamp, das ihn zum Tiergefährten ausbilden soll. Als Tiergefährte soll er einem Zauberkind zugeteilt werden und diesem bis zum ...

Cosmo ist ein Straßenkater, doch dann erhält er die Einladung in ein Trainingscamp, das ihn zum Tiergefährten ausbilden soll. Als Tiergefährte soll er einem Zauberkind zugeteilt werden und diesem bis zum Lebensende treu bleiben. Doch Besenreiten ist für den ungewöhnlichen Kater mit Höhenangst gar nichts und ihm wird ständig schlecht davon. Doch Cosmo wird zum Tiergefährten des Zaubermädchens Aywa und mit ihr entdeckt er, dass er zaubern kann. Eine Eigenschaft, die Tieren strengstens verboten ist.

Cosmo Zauberkater wird sowohl aus der Perspektive des Zauberkinds Aywa und des Zauberkaters Cosmo erzählt, wobei wir überwiegend mit Cosmo unterwegs sind. Die Geschichte ist kindgemäß erzählt und bietet sich zum anspruchsvolleren Lesen für Kinder sehr gut an. Inhaltlich passiert sehr viel, sodass viele Textabschnitte das Lesen für Kinder vereinfachen. Durch die Illustration von Dorothee Mahnkopf gibt es auch auf bildlicher Ebene viel zu entdecken.

Cosmo ist eine Straßenkatze und mit seiner Freundin Edda oft unterwegs, um etwas zu Essen zu finden. Bereits früh merken wir, dass Cosmo anders ist. Seine weiße Pfote zuckt immerzu und dann auch noch diese katzenuntypische Höhenangst. Vor allem beim Besenreiten macht ihm seine Höhenangst zu schaffen und sein neuer, ängstlicher Freund Cliff (ein Flughörnchen) fliegt ihm ständig davon.

Aywa von Luz ist die Tochter einer großen Zauberin, doch im Gegensatz zu ihrer Mutter hat sie die Zaubersprüche noch lange nicht unter Kontrolle. Der Wunsch nach einem Tiergefährten ist dafür umso größer und mit Cosmo soll sie bald den passenden Gefährten bekommen.

Cosmo und Aywa sind beide nicht ‚perfekt‘ und das ist auch gut so, denn gemeinsam ergänzen sich die beiden, machen ihre Schwächen zu Stärken und erleben die größten Abenteuer. Sie zeigen, dass es in Ordnung ist Angst zu haben und dass man nicht alles können muss, um die eigenen Ziele zu erreichen.

Cosmo Zauberkater: Der Fluch der magischen Pfote ist ein toller Einstieg und ich bin gespannt, was die beiden in Zukunft noch erleben werden.

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Veröffentlicht am 15.07.2023

Umzug ins Verderben

Amissa. Die Verlorenen
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Amissa. Die Verlorenen ist der erste Teil einer Trilogie um die Privatdetektive Rica und Jan Kantzius von Frank Kodiak (alias Andreas Winkelmann).

Panisch rennt ein Mädchen über die Autobahn und wird ...

Amissa. Die Verlorenen ist der erste Teil einer Trilogie um die Privatdetektive Rica und Jan Kantzius von Frank Kodiak (alias Andreas Winkelmann).

Panisch rennt ein Mädchen über die Autobahn und wird von einem Auto erfasst, für sie kommt jede Hilfe zu spät. Beobachtet haben den Fall ausgerechnet die beiden Privatdetektive Rica und Jan Kantzius und an der naheliegenden Raststätte findet sich die Leiche des vermeintlichen Entführers des Mädchens.

Gegen den Willen der Polizei machen sich die beiden auf die Suche nach dem Täter und finden bald heraus, dass es ähnliche Entführungen schon früher gegeben hat. Eine Spur führt zur Hilfsorganisation „Amissa“. Schaffen die beiden es die Entführungsserie zu stoppen und weitere Mädchen zu retten?

Rica und Jan Kantzius konnten meine Sympathien von Beginn an für sich gewinnen, wurden mir am Ende dann jedoch etwas zu radikal, weswegen ich sehr gespannt bin wie sich die beiden Charaktere noch entwickeln werden.

Der Start ins Buch war furios und konnte mich direkt packen, aufgrund des hohen Tempos zu Beginn bin ich jedoch einige Male über das Vertauschen von Namen gestoppelt (Jens statt Jan). Zwischenzeitlich hatte Amissa auch seine Längen, da vieles sehr offensichtlich war und die Ermittlungen/Anfeindungen nicht die nötige Spannung mitbringen konnten.

Das Ende hatte es dann noch ein paar Überraschungen parat, wobei ich zugeben muss, dass der Reiz aufgrund des Endes etwas verflacht ist. Der Fall wurde spannend aufgebaut, aber die Auflösung und damit das Konstrukt der Trilogie wirkt in meiner Vorstellung nicht besonders reizvoll. Dementsprechend kann mich der zweite Teil eigentlich nur positiv überraschen und nachdem mich der Amissa. Die Verlorenen gut unterhalten konnte, wird dieser (trotz meiner Skepsis) mit Sicherheit noch gelesen.

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Veröffentlicht am 12.07.2023

Good Girl, Bad Blood

Good Girl, Bad Blood
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Pip hat nach der Geschichte um Andie Bell genug vom Ermitteln, doch komplett abschließen kann sie mit dem Thema nicht, sodass sie einen True-Crime-Podcast startet, der über den Fall Andie Bell erzählt. ...

Pip hat nach der Geschichte um Andie Bell genug vom Ermitteln, doch komplett abschließen kann sie mit dem Thema nicht, sodass sie einen True-Crime-Podcast startet, der über den Fall Andie Bell erzählt.

Doch dann steht ihr Freund Connor vor der Tür und berichtet vom Verschwinden seines Bruders Jamie Reynolds. Kann Pip das Ermitteln unter solchen Umständen noch ruhen lassen?

Good Girl, Bad Blood ist der zweite Teil der A Good Girls Guide to Murder Reihe von Holly Jackson. Die Reihe sollte unbedingt in der entsprechenden Reihenfolge gelesen werden.

Wie bereits im ersten Teil wird auch hier die Geschichte auf verschiedenen Weisen erzählt. Wir lesen Blogeinträge, Interviews, Podcasts und die Erzählung. Bereits im ersten Band habe ich diese Art geliebt und finde sie im zweiten Teil noch feiner ausgearbeitet, sodass Good Girl, Bad Blood stilistisch ein pures Lesevergnügen wurde.

Die Charaktere sind fein ausgearbeitet und es sind immer wieder wunderschöne Dialoge entstanden, die die Charakterentwicklung auf beste Weise darstellen. Charaktere stagnieren in dieser Reihe nicht, sie entwickeln sich weiter, verlassen ihren Standpunkt und reflektieren über Geschehenes.

Zu Beginn steht der Fall aus dem ersten Band noch sehr stark im Vordergrund, doch bald erfahren wir mehr über den neuen Fall und der hat es in sich. Der Fall um Jamie Reynolds konnte mich emotional stärker mitnehmen, als sein Vorgänger, was gewiss auch daran liegt, dass wir hier noch die Hoffnung mit im Gepäck haben.

Die Protagonistin Pip bleibt für mich weiterhin ein zweischneidiges Schwert. Ich mag ihre reflektierte Art, ihre Loyalität und ihren Wunsch nach Gerechtigkeit/der Wahrheit und doch agiert sie mir zu oft nicht dementsprechend. Manchmal reflektiert sie und heißt Dinge, die nicht ihrem eigentlichen Ethos entsprechen, dennoch gut und dann wiederum denkt sie gar nicht weiter über solche Dinge nach. Das macht sie für mich unberechenbar und lässt mich nicht komplett mit ihr mitfühlen und vermittelt das Gefühl, dass am Ende nicht die objektive Wahrheit/Gerechtigkeit zählt, sondern ihre.

Zudem scheinen mir manche Aktionen zu undurchdacht, wirken teilweise wie Logikfehler, da das Verhalten der Protagonistin ansonsten sehr clever und vorausschauend ist.

Dennoch konnte mich Good Girl, Bad Blood überzeugen und erneut zum Miträtseln animieren. Gerade gegen Ende hat die Spannung nochmal Höchstform erreicht und an Emotionalität gewonnen. Für mich war der zweite Band nochmal stärker als der Erste, auch wenn es wieder ‚nur‘ für 4 Sterne reicht. Ich bin auf jeden Fall gespannt aufs Finale der Reihe.

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Veröffentlicht am 12.07.2023

"Mit den besten Empfehlungen von [Anndlich]"

Blutroter Schatten
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Thomas Rohde sitzt im Hochsicherheitstrakt einer Psychiatrie als in München viele Leichen gefunden werden, neben denen ein Zettel mit der Aufschrift „Mit den besten Empfehlungen von Thomas Rhode“ liegt. ...

Thomas Rohde sitzt im Hochsicherheitstrakt einer Psychiatrie als in München viele Leichen gefunden werden, neben denen ein Zettel mit der Aufschrift „Mit den besten Empfehlungen von Thomas Rhode“ liegt.

Kann Thomas Rohde mehr über die Taten wissen? Er ist bereit zu reden, jedoch nur mit seiner Tochter Sam, die keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater möchte. Doch als sie einwilligt, gerät sie selbst ins Visier des Täters.

Blutroter Schatten ist das erste Buch, das ich von Patricia Walter gelesen habe und mit Sicherheit nicht das Letzte. Die Grundidee des Falls fand ich sehr spannend, das hat sich auch inhaltlich gedeckt, sodass der Spannungsbogen gut ausgearbeitet war und ich das Buch extrem packend fand.

Ich hätte mir generell ein paar weniger Leichen, dafür aber mehr Tiefe in den einzelnen Passagen gewünscht. Sei es durch längere Sichtweisen der Täterperspektive oder die Sicht des Opfers, so fehlten mir an der Stelle etwas die Emotionen.

Dennoch kann ich jedem nur diesen Thriller ans Herz legen,

"Mit den besten Empfehlungen von [Anndlich]".

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