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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.08.2025

Ein Buch, das zum Diskutieren anregt

1000 und ich. Zweifle nicht, zögere nicht, hinterfrage nicht.
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Für 8 ist jeder Tag gleich und sie führt ein sehr strenges Leben, in dem jeder aussieht wie sie und sich alle gleich zu verhalten haben. Doch 8 fühlt sich anders und das ist in Surdus verboten. 8 findet ...

Für 8 ist jeder Tag gleich und sie führt ein sehr strenges Leben, in dem jeder aussieht wie sie und sich alle gleich zu verhalten haben. Doch 8 fühlt sich anders und das ist in Surdus verboten. 8 findet jemanden, der auch anders ist und zusammen wollen sie aus den strengen Strukturen ausbrechen.

1000 und ich von Yorick Goldewijk ist ein Werk, dessen Beurteilung mir unheimlich schwer fällt. Ich habe mich mit dem Schreibstil und der Perspektive 8s unheimlich schwer getan, es wirkt schwerfällig, abgehakt und auf eine emotionslose Art monoton. Gleichzeitig war dieser Aspekt inklusive des Titels für mich schnell ein Indiz dafür, welche Perspektive wir hier wirklich einnehmen und wie alles aufgelöst wird. Jetzt könnte man natürlich sagen, dass es dadurch weniger spannend war, aber gleichzeitig bin ich der Meinung, dass dem Autor der Blickwinkel dadurch unfassbar gut gelang. Wenige Kapitel außerhalb 8s Perspektive zeigen auch, dass Goldewijk durchaus auch einen lebendigeren Schreibstil aufgreifen kann, der auch deutlich einfacher zu lesen ist.

Inhaltlich fehlt es mir an Substanz, was das Buch zu einem unheimlichen guten Buch für Diskussionsanregungen macht. Ich glaube, dass viele Jugendliche/Erwachsene mit unterschiedlichen Gedanken, Gefühlen und Ideen aus diesem Buch rausgehen und es dadurch nicht nur viele unterschiedliche Interpretationen gibt, sondern auch eine Menge Diskussionsstoff und -bedarf.

Veröffentlicht am 25.08.2025

Die Lichtgeister

Dämmernachtstraum
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Lilimott Förster ist 13 Jahre und möchte an ihrer Elite-Schule nicht auffallen, denn sie ist die einzige, die aus einer Hochhaussiedlung am Rand der Stadt und nicht dem Nobelstadtteil Schöngefeld kommt. ...

Lilimott Förster ist 13 Jahre und möchte an ihrer Elite-Schule nicht auffallen, denn sie ist die einzige, die aus einer Hochhaussiedlung am Rand der Stadt und nicht dem Nobelstadtteil Schöngefeld kommt. Dann taucht eines Tages ein kleines Wesen auf, das Lilimott zur ‚großen Retterin‘ erklärt und für Lilimott beginnt das größte Abenteuer, bei dem sie über sich hinauswachsen muss, um ihre Stadt zu retten.

Dämmernachtstraum von Anne Ameling ist ein spannender Fantasyroman für Kinder ab 10 Jahren, der trotz seiner fantastischen Elemente sehr authentisch und nahbar wirkt, sodass die wichtigen Themen wie Freundschaft, Mut, Zusammenhalt, aber auch Ausgrenzung und Anderssein gut transportiert werden können.

Der Einstieg in die Geschichte war noch etwas holprig, die Welt wollte sich nicht direkt im eigenen Kopf aufbauen und so kamen wir zu Beginn nur langsam voran, sobald das Gerüst sich aber aufbaut und man in der Welt von Lilimott und den fantastischen Wesen angekommen ist, überrascht einen eine super Geschichte, die nicht nur tolle Botschaften übermittelt, sondern auch spannend ist und Wendungen parat hält.

Lilimott als Protagonistin hat uns dabei sehr gut gefallen, vor allem ihre Entwicklung wurde gut dargestellt und man konnte ihren inneren Wachstum regelrecht spüren. Gefallen haben uns auch die vielen so unterschiedlichen Wesen, denen Lilimott auf ihrem Abenteuer begegnet!

Veröffentlicht am 25.08.2025

Geschichten zwischen Generationen

Die Verlorene
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Nach dem Verlust ihrer Großmutter Änne werden Lauras Fragen über Ännes Vergangenheit immer größer. Laura findet alte Erinnerungen, die sie schließlich nach Schlesien führen und Laura erkennt, dass die ...

Nach dem Verlust ihrer Großmutter Änne werden Lauras Fragen über Ännes Vergangenheit immer größer. Laura findet alte Erinnerungen, die sie schließlich nach Schlesien führen und Laura erkennt, dass die Geschichte ihrer Großmutter komplexer ist, als sie jemals vermutet hätte.

Die Verlorene von Miriam Georg spielt auf zwei Zeitebenen. Wir befinden uns einerseits in Schlesien in den 1940ern und 2019 in Frankfurt und Schlesien. Während wir die 1940er aus vielen Perspektiven erleben, aber vorwiegend aus Ännes, erleben wir die 2019 primär aus Lauras Perspektive.

Der Einstieg fiel mir für ein Buch der Autorin ungewöhnlich schwer und ich habe lange gebraucht, um vor allem mit den Charakteren aus 2019 warm zu werden. Ihre Gedanken und Handlungen waren für mich nicht ganz greifbar und teilweise selbst in späteren Verlauf zu sehr auf den Zufall basiert. Dieser muss gewiss bei einer solchen Reise auch mitspielen, aber dennoch fehlte mir ein geplantes Verhalten, das zu Ergebnissen führt.

Gleichzeitig sorgte der Inhalt aus 2019 dafür, dass ich mir bereits nach 100 Seiten ziemlich sicher war, wie sich die Geschichte um Änne auflösen wird und war dementsprechend am Ende auch zu keiner Zeit überrascht. Ein Effekt der bei historischen Romanen natürlich nicht zwingend erforderlich sein muss, aber die Geschichte hätte ihn durchaus hergegeben.

Das sind dann aber auch schon die wenigen Kritikpunkte die ich habe, ansonsten mochte ich auch Die Verlorene wieder sehr gerne und dabei besonders die 1940er Jahre in Schlesien, die eindrücklich waren und die aufzeigen, was kleine Entscheidungen für Generationen bewirken können. Besonders stark empfand ich die wenigen Szenen aus der Perspektive Karls, im Zusammenhang mit dem Nachwort konnte ich mir auch erschließen warum dies so ist und kann an dieser Stelle auch nur empfehlen, dass auch das sehr starke und persönliche Nachwort gelesen werden sollte.

Miriam Georg schafft es mit Die Verlorene ein Bewusstsein für die eigenen Vorfahren und ihr Erlebtes zu erschaffen, dafür dass sie mehr als „Mutter, Vater, Großmutter, Großvater“ sind und dass sie ihre ganz eigene Geschichte besitzen, mit Träumen, Hoffnungen, aber auch Schicksalsschlägen und öffnet damit ein Ohr für genau das: Den Mensch hinter der Mutter, dem Vater, der Großmutter und dem Großvater zu sehen und beim nächsten Treffen Fragen zu stellen, an die man vor der Lektüre vielleicht nicht gedacht hat.

Veröffentlicht am 25.08.2025

Die wertvollste Zauberkraft

Ein Einhorn namens Oktober
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An einem Tag im Oktober wird der kleine Oktober geboren. Ein Jahr später ist das kleine Einhorn ganz aufgeregt, denn wenn Einhörner ein Jahr werden, dann bekommen sie eine ganz besondere und individuelle ...

An einem Tag im Oktober wird der kleine Oktober geboren. Ein Jahr später ist das kleine Einhorn ganz aufgeregt, denn wenn Einhörner ein Jahr werden, dann bekommen sie eine ganz besondere und individuelle Zauberkraft. Alle seine Freunde haben schon eine, doch Oktober kann seine einfach nicht finden.
Mit Hilfe seines besten Freundes dem Einhörnchen macht Oktober sich auf die lange Suche nach seiner Zauberkraft und als er schon längst aufgegeben hat, sind es seine Freunde, die ihm zeigen, welche Zauberkraft er schon lange in sich trägt: seine Freundlichkeit.

Ein Einhorn namens Oktober von Maria Höck und den wunderschönen Zeichnungen der Illustratiorin Juliana Kralik ist ein tolles Vorlesebuch für Kinder ab drei Jahren! Oktober zeigt selbst auf seiner Suche, wie wichtig Freundlichkeit ist und wie wertschätzend seine Art von den anderen Tieren aufgenommen wird. Berührend wird die Geschichte des kleinen Oktober zu einer tollen Botschaft über Freundlichkeit, die ganz unterschiedliche Formen haben kann!

Veröffentlicht am 22.08.2025

Dunkle Geheimnisse

Der Lehrer – Will er dir helfen oder will er deinen Tod?
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Eve Bennett führt ein gutes Leben, sie ist Anfang 30, verheiratet mit Nate, dem beliebtesten Lehrer ihrer Schule und selbst als Mathelehrerin tätig. Doch letztes Jahr erschütterte ein Skandal ihre Schule ...

Eve Bennett führt ein gutes Leben, sie ist Anfang 30, verheiratet mit Nate, dem beliebtesten Lehrer ihrer Schule und selbst als Mathelehrerin tätig. Doch letztes Jahr erschütterte ein Skandal ihre Schule und ausgerechnet das Mädchen, das im Zentrum dieses Skandals stand, wird ihrem Kurs zugeteilt. Eve sieht das Dunkle in ihr und die komplette Schülerschaft meidet Addie. Doch kaum jemand kennt Addies schlimmsten Geheimnis wirklich. Das Schuljahr beginnt für Addie mit Mobbing und ihr einziger Lichtblick ist ihr Englischlehrer: Nate Bennett.

Der Lehrer von Freida McFadden ist ein atmosphärischer Psychothriller, der vor allem mit dem Innenleben der Charaktere überzeugen kann und auf der psychologischen Ebene für mich ganz großes Kino darstellt. Inhaltlich war das Buch nur bedingt spannend, viele Handlungsstränge konnte man sich schnell ausmalen und erahnen, aber dennoch hat die Autorin durch die Gedankenwelt der Protagonist:innen eine unglaublich interessante Geschichte erschaffen, die mich von der ersten bis zur letzten Seite unglaublich gut unterhalten konnte und vor allem über eine eindrückliche Atmosphäre zu überzeugen wusste.

Im Gegensatz zu „Die Kollegin“ empfand ich das Ende in diesem Fall auch runder, auch wenn es für mich ein Plot-Twist zu viel war.