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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.08.2021

Feine Unterhaltungsliteratur mit viel Herz

Solange es Schmetterlinge gibt
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Penelope ist Pädagogin in einer Grundschule und führt eine glückliche Ehe. Sie hat alles was das Leben bietet. Als eines Tages eine schreckliche Tragödie die kleine Familie auseinanderreißt hinterfragt ...


Penelope ist Pädagogin in einer Grundschule und führt eine glückliche Ehe. Sie hat alles was das Leben bietet. Als eines Tages eine schreckliche Tragödie die kleine Familie auseinanderreißt hinterfragt sie ihr Leben. Sie zieht sich von allen zurück. Sie hat schon sehr früh gelernt, sich nicht auf andere zu verlassen. Männliche Bezugspersonen hat es auch in ihrer Kindheit kaum gegeben.

Dann lernt sie eines Tages die über Achtzigjährige Trudi Siebenbürgen kennen, die im Parterre des Hauses wohnt. Sie freundet sich mit ihr an. Sie findet wieder Spaß am Leben. Sie hätte nie gedacht, dass das Leben noch einmal Überraschungen und eine neue Liebe für sie bereithält. Und das Jason ihr neueingezogener Nachbar da eine besondere Rolle spielen wird. Den Dialog der beiden über Che Guevara fand ich sehr anregend.

Eine schöne Geschichte, so ganz nach meinem Geschmack. Ich muss mich nicht durch schwere Literatur quälen, nein ein lesenswerter Plot mit viel Herz und fantastischen Protagonisten. Wie Trudi damit umgeht einen inoperablen Hirntumor zu haben, das ist bewundernswert. Sie pflanzt halt Hanf an und gewinnt daraus Marihuana.

Ein flüssiger Schreibstil und ein nicht vorhersehbares Ende, das gefiel mir gut. Manchmal ist eine schöne Lüge besser als eine hässliche Wahrheit.

Das Buch hatte ich in zwei Tagen ausgelesen, es war das erste Buch von Frau Münzer. Ganz sicher nicht mein letztes. Ich hatte unterhaltsame Lesestunden.

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Veröffentlicht am 13.08.2021

Drei Frauen und der Kampf um Selbstbestimmung

Wildtriebe
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Es geht um drei Generationen und das Leben auf dem Land. Auf einem Hof steht Arbeit an erster Stelle. Joanna reist nach Afrika, weil sie in Uganda Freiwilligendienst leisten möchte. Ihre Mutter Marlies ...

Es geht um drei Generationen und das Leben auf dem Land. Auf einem Hof steht Arbeit an erster Stelle. Joanna reist nach Afrika, weil sie in Uganda Freiwilligendienst leisten möchte. Ihre Mutter Marlies will sich nicht den Pflichten des Bauernhofs unterordnen. Die alte Bäuerin Lisbeth gibt das Kommando vor, immer nur zum Wohle des Hofs. Sie hat auch ein Geheimnis. Ihr Sohn Konrad will von seiner Frau Marlies 7 Kinder und wäre auch noch mit 5 einverstanden. Dann gibt es die ersten Streitereien, weil Marlies nur 1Kind möchte. Den Traktor Führerschein und in den Schießverein will sie.

Das Leben der drei Protagonisten verhält sich fast so ähnlich wie der Titel des Buches aussagt. Es wird viele gedacht aber nichts wirklich ausgesprochen. Erst mit der Schwangerschaft von Joanna ändert es sich etwas. Nur Mutter und Tochter haben ein engstirniges Verhältnis. Joanna vertraut sich zuerst der Bäuerin Lisbeth an, was wiederum ihre Mutter wütend macht. Ich fand es sehr berührend wie Lisbeth und Joanna miteinander harmonierten. Und Lisbeth bricht ihr Geheimnis, sie hat keine Angst mehr vor dem Getratsche im Dorf. Das hat mir gefallen.

Konrad und Marlies verstehen sich immer weniger, ich hab schon bei den ersten Diskrepanzen gemerkt was sich da entwickelt zum Ende hin. Mit zunehmendem Alter wird auch die alte Bäuerin ausgeglichener, aber mit der Mutter ihrer Enkelin wird sie sich nie anfreunden.

In Frau Manks Schreibstil bildet man sich schließlich die Worte ein, die nie gesagt wurden. An manchen Stellen fand ich es sehr betrüblich. Gefühle kommen selten vor, ich frage mich, war dass das wirkliche Leben in der Landwirtschaft zur damaligen Zeit. Die heutige Generation genießt mit Sicherheit sehr viel mehr Freiheiten.

Das Buch hat mir gefallen, die Charaktere wurden realistisch dargestellt. Empfehle das Buch gerne weiter. Es regt zum Nachdenken an.

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Veröffentlicht am 09.08.2021

Eine Liebe die nicht sein darf

Greta und Jannis
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Greta und Jannis waren früher Nachbarkinder, die sich später ineinander verliebten und Küsse austauschten. Leider dürfen sie nicht zusammenkommen, weil es da ein tiefes Geheimnis beider Eltern gibt. Was ...

Greta und Jannis waren früher Nachbarkinder, die sich später ineinander verliebten und Küsse austauschten. Leider dürfen sie nicht zusammenkommen, weil es da ein tiefes Geheimnis beider Eltern gibt. Was ist recht und was ist richtig? Dann heiratet Jannis eine andere Frau und Greta zieht schwer enttäuscht in das letzte Dorf im Gebirge. Sich nichts mehr vorstellen und alle Bilder der Berührung mit Jannis zu vergessen.

Ein geheimnisvoller Plot, als Leserin hatte ich den Verdacht, es muss etwas schreckliches in der Familie passiert sein. Dabei kommen eigene Erinnerungen beim Lesen in mir hoch. Warum nur dürfen die beiden kein öffentliches Liebespaar sein? Ich hatte einen Verdacht.

Der abgelegen Hof wo die damalige Generation über die Väter schimpft, die Mütter aber nicht erwähnt werden. Gretas Tante Sverine geht sogar soweit zu sagen, sei dankbar, dass du keinen Mann hast. Warum sagt sie so etwas? Kennt sie das Geheimnis?

Beeindruckend die Beschreibungen des Lebens in der Natur. Ein schöner Debütroman, der mich als Leserin in eine intime Welt führte. Man schwebt durch Zeit und Raum und erlebt nebenbei auch das harte Leben auf dem Land. Der Plot hat Tiefgang.

Schöner Schreibstil in einem warmen ruhigen Ton geschrieben. Ich konnte am Anfang nicht so richtig folgen. Später kam ich besser in die Geschichte rein. Die kursive Schrift während den Dialogen fand ich sehr gut.

Lesenswertes Buch, das ich gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 03.08.2021

Sehr bewegende Geschichte

Geteilt durch zwei
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Nadja wird das Gefühl nicht los, das etwas in ihrem Leben nicht stimmt. Was vermisst sie? Eigentlich doch nichts, sie ist mit einem tollen Mann verheiratet und hat eine hübsche Tochter. Nadja wird geliebt ...

Nadja wird das Gefühl nicht los, das etwas in ihrem Leben nicht stimmt. Was vermisst sie? Eigentlich doch nichts, sie ist mit einem tollen Mann verheiratet und hat eine hübsche Tochter. Nadja wird geliebt und gibt diese Liebe zurück. Das Leben ist schön. Und doch sind Fragen offen, da sie ihre leiblichen Eltern nicht kennt, sie wurde als Kind adoptiert. Sie stellt Fragen und bekommt so gut wie keine Antwort, bis ein dummer Zufall sie erfahren lässt, es gibt noch eine Schwester von ihr. Und das Kuriose, sie beide sind Zwillinge. Ist das die Lücke in ihrem Lebenslauf welche sie immer wieder beschäftigte?

Mit einem Mal überschlagen sich die Ereignisse und ihre Gefühlswelt wird ordentlich durcheinander gewirbelt. Die Reise in die gemeinsame Vergangenheit lässt das Leben aus den Furen geraten. Gedankenkarussell und schlechtes Gewissen.

Die Autorin schreibt sehr feinfühlig, ich hab einige Male geweint, weil ich ähnliches von einer Freundin kenne. Ich konnte mich gut in Nadja hineinversetzen.

Ich fühlte mich sehr gut unterhalten, es war mein erstes Buch von dieser Autorin und werde ganz bestimmt weitere lesen. Vielen Dank für die unterhaltsamen Stunden.

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Veröffentlicht am 03.08.2021

Hier findet sich manch eine Frau wieder

Die Liebe im Ernstfall
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In dem Buch von Daniela Krien geht es um fünf sehr unterschiedliche Frauen und deren ganz persönliche Geschichten. Deren Lebenslage es ist sich dem Schicksal nicht einfach zu beugen.

Paula die nach dem ...

In dem Buch von Daniela Krien geht es um fünf sehr unterschiedliche Frauen und deren ganz persönliche Geschichten. Deren Lebenslage es ist sich dem Schicksal nicht einfach zu beugen.

Paula die nach dem Tod ihrer Tochter Johanna in ein Loch fällt und ihr Leben total verändert. Bis sie Wenzel trifft auf dem Friedhof.

Judith vom Erfolg verwöhnt und materiell gut dastehend liebt die Unabhängigkeit. Die rauchende Ärztin wünscht sich einen Mann wie Christian Grey. Aber Bindungen mag sie eben sowenig wie Kinder.

Brida mit dem schönen Namen Lichtblau die ihren Götz mit einer anderen teilen muss. Die sich daraufhin in ihre Bücher flüchtet und endlich die passenden Sätze findet.

Jorinde und Malika die beiden Schwestern schillernder Eltern im Musikbereich, wobei Jorinde die Aufmerksamkeit liebte und Malika eher die stillen Ecken.

Judith, Paula, Malika, Jorinde und Brida deren Geschichten Frau Krien in eindrucksvoller Weise erzählt. Literarisch gut geschrieben und sehr unterhaltsam. Der Abschnitt mit Judith hat mir am besten gefallen.

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