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Veröffentlicht am 24.01.2025

Am Hofe des Elfenkönigs

The Courting of Bristol Keats
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Bristol Keats lebt mit ihren Schwestern seit dem Tod ihrer Eltern in einem kleinen Ort und sie haben Mühe, sich über Wasser zu halten. Als sich jemand als eine entfernte Verwandte ihres Vaters ausgibt, ...

Bristol Keats lebt mit ihren Schwestern seit dem Tod ihrer Eltern in einem kleinen Ort und sie haben Mühe, sich über Wasser zu halten. Als sich jemand als eine entfernte Verwandte ihres Vaters ausgibt, erfährt Bristol Unglaubliches: Nicht nur, dass es Elfen und Feenwesen gibt, sondern dass ihr Vater im Reich der Elfen gelebt hat. Die Elfen brauchen ihre Hilfe: Sie suchen nach Menschen, die die Fähigkeit haben, Portale zu öffnen und zu schließen. Um ihren Schwestern ein gutes Leben zu ermöglichen, geht Bristol mit ihnen. Doch im Elfenreich droht ein Krieg, die magische Ausbildung ist hart, das Leben hier seltsam - und dann ist da auch noch der junge Elfenkönig Tyghan, der nicht so ein Hohlkopf ist, wie es am Anfang schien.

Gleich vorneweg: Wer keine Geduld hat, sollte nicht zu diesem Buch greifen. Zwar ist der Schreibstil sehr locker, wunderschön und besser als 90 Prozent aller anderen Fantasybücher, aber die Autorin nimmt sich Zeit. Zeit, ihre wichtigsten Charaktere einzuführen, aber auch für ihr Worldbuilding. Und das ist im wahrsten Sinne des Wortes zauberhaft. Es gibt so viele originelle Details zu erkunden, die zu dieser Welt gehören, genauso wie verschiedene Wesen, die hier existieren. Mir gefällt auch die Annäherung zwischen Bristol und Tyghan, zumal Tyghan ihr zwar aus taktischen Gründen wichtige Dinge verschweigt, aber als Mann ist er eine absolute green flag. Vermutlich werden viele schon deshalb das Buch runterstufen - ich meine, wo gibt''s denn so was, ein Loveinterest, das die Frau nicht wie den letzten Dreck behandelt? Nein, nein. So was wollen wir doch nicht, oder? Nun, ich will das und mir gefällt es.

Was mir an diesem Buch auch gefällt, ist, dass es wirklich schwer ist, hier zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Tyghan hat einen Erzfeind, der einst sein bester Freund war, aber ihn verraten hat. Wenn man allerdings erfährt, warum dieser Erzfeind tat, was er tat - dann sieht das Ganze vielleicht schon wieder anders aus. Genauso mit der großen Bedrohung, die der Schurkenelfenkönig gegen die anderen Reiche einsetzt. Wenn man erfährt, was es mit dieser "Bestie" auf sich hat, ist man hin und hergerissen. Ich habe keine Ahnung, wie das im nächsten Teil weitergeht oder allgemein aufgelöst wird, aber mich hat dieses Buch absolut gecatcht und ich habe gleich zu Beginn des Jahres ein Highlight gefunden.

Veröffentlicht am 19.01.2025

Say Their Names!

The Five
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saytheirnames Polly, Annie, Elizabeth, Catherine und Mary-Jane.

Diese fünf Frauen werden als die kanonischen Fünf bezeichnet und damit als die "wahren" Opfer von Jack the Ripper. Und das war's. Während ...

saytheirnames Polly, Annie, Elizabeth, Catherine und Mary-Jane.

Diese fünf Frauen werden als die kanonischen Fünf bezeichnet und damit als die "wahren" Opfer von Jack the Ripper. Und das war's. Während über diesen kranken Mörder unendliche Bücher, Filme, Graphic Novels, Lieder, Spiele - wasauchimmer - existieren, kennt fast niemand ihre Opfer. Und da sie bereits im "Herbst des Schreckens" 1888 von den Zeitungen als Prostituierte gebrandmarkt wurden, ist diese Meinung über mehr als einhundertdreißig Jahre einfach übernommen worden, ohne auch nur einmal an dieser Aussage zu zweifeln. Ich nehme mich da nicht aus.

Hallie Rubenhold jedoch hinterfragt. Wer einen reißerischen Bericht über den Ripper selbst, seine Taten oder grelle Beschreibungen der Verstümmelungen erwartet, wird von diesem Buch enttäuscht werden. Wen jedoch wirklich die Opfer interessieren, bekommt hier einen ausführlichen Einblick. Und wenn wir ehrlich sind, ist die Zusammenfassung der Leben oder überhaupt DES Lebens im viktorianischen Zeitalter abseits aller Hollywoodrosawölkchen beinahe härter beim Lesen zu ertragen als alles, was der Ripper diesen Frauen antun konnte. Ich habe für das Buch Wochen gebraucht, weil ich es immer wieder weglegen musste. Wie Frauen aus den ärmsten Schichten damals gelebt haben, war so furchtbar, dass - und hier kommt das Perfide bei der Lektüre - ich schon fast immer aufatmete, wenn der Tag des Mordes kam. Diese Frauen hatten bis dahin alles erlebt, was Männer ihnen antun konnten. Oder was männlich geprägte Gesetze und Moralvorstellungen ihnen aufzwangen. Wenn man das liest und ganz besonders in der heutigen Zeit, wo so vieles darauf hindeutet, dass wir uns eher wieder in diese Richtung bewegen, kann man es nur mit der Angst zu tun bekommen.

Lasst uns am besten den Täter vergessen und stattdessen der Opfer gedenken:

saytheirnames Polly, Annie, Elizabeth, Catherine und Mary-Jane.

Veröffentlicht am 15.01.2025

Profil K

The Killer Profile
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Midnight Jones arbeitet für eine milliardenschwere Biotech-Firma, in der Daten gesammelt und ausgewertet werden. Eines Tages wird ihr ein Profil K angezeigt: ein Mensch, der völlig soziopathisch ist, das ...

Midnight Jones arbeitet für eine milliardenschwere Biotech-Firma, in der Daten gesammelt und ausgewertet werden. Eines Tages wird ihr ein Profil K angezeigt: ein Mensch, der völlig soziopathisch ist, das klassische Beispiel für einen Killer. Midnight meldet das ihren Vorgesetzten, wird aber nicht ernst genommen bzw. wird ihr sogar mit rechtlichen Schritten und Rauswurf gedroht, sollte sie darüber sprechen. Da sich Midnight um ihre beeinträchtigte Zwillingsschwester kümmern muss, hält sie still. Doch dann passieren in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft grauenhafte Morde und ihr wird bewusst, dass auch sie in den Fokus des Killers geraten ist.

Eigentlich ein megaspannendes Thema, zumal es auch die Ethik anspricht: Wer ist das größere Ungeheuer - der Mörder selbst oder diejenigen, die ihn "schaffen"? Dennoch empfand ich die Story unausgewogen. Die Balance zwischen spannendem Krimianteil, reinem, puren Splatter um des Schockeffekts willen und dann lauter cosy Sachen mit der Adoptivoma oder der neuen besten Bäckerfreundin brachte mich ständig aus dem Lesefluss. Dass sich Midnight so sehr um ihre Schwester kümmert, fand ich dabei sehr sympathisch und ihre Überlegungen auch nachvollziehbar. Wer möchte sich schon mit einer milliardenschweren Firma und ihren Anwälten anlegen? Aber seitenweise brutalste, blutige Beschreibungen, wie der Killer sich an den Opfern vergeht ... da verging mir persönlich das Interesse. Das Buch hätte jedenfalls größeres Potenzial gehabt, als schlussendlich ausgeschöpft wurde.

Veröffentlicht am 13.01.2025

Trick 17

Wackelkontakt
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Franz Escher ist introvertiert und puzzelt gern. Dennoch muss endlich mal seine Steckdose repariert werden, die seit Ewigkeiten kaputt geht, deshalb wartet er jetzt auf den Elektriker. Der jedoch lässt ...

Franz Escher ist introvertiert und puzzelt gern. Dennoch muss endlich mal seine Steckdose repariert werden, die seit Ewigkeiten kaputt geht, deshalb wartet er jetzt auf den Elektriker. Der jedoch lässt auf sich warten und um sich die Zeit zu vertreiben, puzzelt Escher ausnahmsweise nicht, sondern liest ein Buch. In dem Buch geht es um Elio, der als Kronzeuge gegen die Mafia ausgesagt hat und jetzt ins Zeugenschutzprogramm kommt. Auf dem Weg in sein neues Leben liest er ein Buch über Franz Escher, der ein Buch liest und auf den Elektriker wartet ... Gastauftritte: eine Frau, die keine Fragen stellt, eine Frau, die zu viele Fragen stellt, die Mafia und diverse Puzzles.

Mich haben die ersten Seiten gleich reingezogen, obwohl es gar nicht mein Genre ist. Wir haben hier einen originellen Plot innerhalb eines Plots, und auch wenn das Ganze natürlich nicht sehr logisch ist, so ist es doch angenehm geschrieben. Obwohl es keine Kapitel und Absätze gibt (okay, doch, genau zwei: On/Off) und die Geschehnisse der beiden Stränge fließend ineinander übergehen, ist es kein Problem, dran zu bleiben und der Geschichte zu folgen. Ist natürlich auch keine Raketentechnik, aber so in der Art habe ich eine Story zum ersten Mal gelesen. Je mehr sich die Stränge einander näherten, desto mehr verlor sich auch die Originalität, fand ich. Die ganze Mafia/Millionen-Sache samt Entführung und Gino-der-Pate hätte ich nicht mehr gebraucht. Und ich mag es auch nicht, wenn Sätze in Dialogen gelacht werden und das kommt hier überraschend oft vor. Trotzdem haben wir hier eine unterhaltsame und kurzweilig Geschichte vorliegen, die Spaß macht zu lesen.

Veröffentlicht am 12.01.2025

Keine Sonne

To Kill A Shadow (Die verfluchten Lande, Band 1)
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Vor fünfzig Jahren verschwand die Sonne und seitdem leben die Menschen im Dunkeln,. Jetzt gehen langsam die Vorräte zur Neige und der König lässt aus den Dörfern junge Männer rekrutieren, die von den Rittern ...

Vor fünfzig Jahren verschwand die Sonne und seitdem leben die Menschen im Dunkeln,. Jetzt gehen langsam die Vorräte zur Neige und der König lässt aus den Dörfern junge Männer rekrutieren, die von den Rittern im Kampf ausgebildet werden. Sie sollen in die verfluchten Lande reiten, die noch dunkler und schattiger sind als der Rest der Welt und dort Artefakte suchen, um die Sonnengöttin zurückzuholen. Als ihr kranker Bruder mitgenommen werden soll, macht die 18jährige Kiara mit einer Prügelei auf sich aufmerksam und wird als erste Frau überhaupt anstelle ihres Bruders mitgenommen, weil es der gefährliche, ganz in Schwarz gekleidete mysteriöse Kommandant so befiehlt. Doch der König, dem sie dienen, hat eine eigene Agenda, und bevor ihre Ausbildung überhaupt fertig ist, schickt er den Kommandanten, Ki und ein paar andere junge Männer los ...

Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, aber das bestimmt nicht. Ein paar logische Erklärungen hätten mir schon gereicht. Ich meine, wenn die Sonne verschwindet, kühlt die Erde eklatant ab und nach fünfzig Jahren hat die so eine Durchschnittstemperatur von minus 200 Grad oder so? Frieren tut hier aber echt niemand. Und dass es ständig dunkel ist, kommt hier eigentlich auch nur selten zur Sprache und es stört auch niemanden. Und ich bezweifle, dass sich die Menschheit nach ein paar Jahrzehnten schon so angepasst hätte, dass weder Kälte noch ständige Dunkelheit jemanden juckt. Vor allem wird die Nahrung jetzt erst knapp? Wie bauen die überhaupt was an? Keine Sonne, keine Photosynthese, also auch keine nahrhaften Pflanzen, Getreide etc. Gibt's keine nahrhaften Pflanzen, sterben auch die meisten Tiere aus, dafür braucht's keine fünf Jahrzehnte. Aber warum erwarte ich eigentlich in Jugendbüchern noch Logik? Recherchieren ist für Anfänger. Nicht mal Reiten wurde recherchiert, sonst wüsste die Autorin, dass nicht permanent an den Zügeln gezerrt wird, um Pferde (wovon leben die eigentlich?) zum Stehen oder Wenden zu bringen.

Und da haben wir noch nicht mal über die Charaktere gesprochen. Dass Ki kämpfen kann, ist logisch, sie hat seit zehn Jahren Kampfunterricht erhalten. Aber sie braucht ansonsten nichts zu machen, lediglich stehen, existieren und atmen, und der Kommandant ist hin und weg von ihr. Er sollte sich auf Instagram anmelden, so insta war seine Love zu ihr. Aber auch die anderen aus ihrer "found family" umschwärmen das Mädel wie Bienen eine Blume. Was man ihr zugute halten kann: Sie begibt sich selbst in Lebensgefahr, um andere zu retten, von daher ist das noch irgendwie okay für mich. Womit ich überhaupt nicht okay bin: Dieser komische Kommandant.

Jeder kennt ihn, gefühlt seit 100 Jahren. Ich habe also mit einem Typen wenigstens um die dreißig gerechnet. Er ist der mega gefährliche, dunkle, mit krassem Helm bedeckte Typ, vor dem jeder Angst hat. Stellt sich raus, ist ein neunzehnjähriger Bengel, der statt Aknepickel Schlägernarben hat. Und er behandelt Ki die meiste Zeit gut, ist aber trotzdem kein guter Mensch, egal, wie oft Ki das behauptet. Er tötet in einer Tour für den miesen König, einmal hat er sogar einen Adligen eine Woche lang gefoltert, bis der endlich gestorben ist. Ist nicht so, als hätte der König irgendwas gegen ihn in der Hand: Wollte er, hätte er ihm den Stinkefinger zeigen und sich absetzen können. Hat er nicht gemacht. Ist aber ein so, so guter Mensch. Ob du Lack gesoffen hast, Ki, will ich wissen?

Dazu kommt, dass er schon mal in den verfluchten Landen war und weiß, was auf sie zukommt. Hat es aber nicht nötig, irgendwem irgendwas darüber mitzuteilen. Killerspinnen, die gerade einen seiner Männer fressen? Ach, stimmt. Die gab's letztens auch. Oder Nebel, der Hallus auslöst? Ach, wollte ich euch gerade sagen ...

Nicht zu vergessen die krassen Kampfszenen in den verfluchten Landen. Mal davon abgesehen, dass die anderen, die im Trupp waren, eh nur als Kanonenfutter dienten (aber wir sind ja so krass found family!): Wer bitte ruft mitten im Kampf den Namen des anderen und lenkt diesen damit ab? Ich sag's ja, die Autorin hat echt von vielen Dingen null Ahnung, sich aber auch nicht die Mühe gemacht, das in irgendeiner Form zu recherchieren. Schade eigentlich. Ich dachte, das könnte eine spannende Geschichte werden. Aber abgesehen von Kis Verhältnis zu ihrem Bruder und der Tatsache, dass der krasse Kommandantenbengel Ki meistens nett behandelt hat, gibt es hier nichts Positives zu vermelden. 1.5/5 Punkten.