Kleine Diebin
Spiel des LügnersVor fünf Jahren versuchten die Schattenbrüder Nic und Enzo, die Mondscherbe aus einem Tempel zu stehlen. Dabei kam es zu einer Katastrophe und die Brüder wurden verflucht. Vor vier Jahren rettete Enzo ...
Vor fünf Jahren versuchten die Schattenbrüder Nic und Enzo, die Mondscherbe aus einem Tempel zu stehlen. Dabei kam es zu einer Katastrophe und die Brüder wurden verflucht. Vor vier Jahren rettete Enzo Lola, eine fünfzehnjährige Gangsterbosstochter, täuschte ihren Tod vor und nahm sie unter seine Fittiche. Enzo bildete sie als Diebin aus und jetzt schickt er sie in Nics Kasino, um dort die Mondscherbe zu stehlen, seinen Fluch aufzuheben und damit auch Lola aus ihrer Verbindung zu befreien. Doch je länger Lola im Kasino ist, an einem rätselhaften Spiel teilnimmt und Nic kennenlernt, desto mehr hinterfragt sie alles, was sie zu wissen glaubte.
Ich gebe zu, das Buch hat mich enttäuscht. Ich war so gespannt auf die Spiele und das Kasino und die Tricks, die nötig sein würden, damit Lola heil durchkam und der Anfang ist auch sehr vielversprechend. Aber sobald Lola im Spiel ist, wird alles sehr schwammig erklärt. Die Magie inklusive der Würfel ist einerseits übermächtig: man braucht nur dauernd verschiedene Würfel zu werfen, um andere zu manipulieren. Dazu muss man nicht einmal sonderlich clever sein. Wie genau jedoch die Magie funktioniert, wie die leeren Würfel wieder zurückkommen, wie Lola tun kann, was sie tut .... nichts. Sie wird von einer anderen Teilnehmerin angegriffen - warum? Keine Erklärung. Lola hält es auch nicht für nötig, deshalb Maßnahmen zu unternehmen. Überhaupt Lola. Zuerst wird gesagt, sie hätte ein schielendes Auge und das ist natürlich sehr störend für alles, was Action beinhaltet. Mal davon abgesehen, dass es scheinbar null ihren Sexappeal beeinträchtigt (und sind wir mal ehrlich, Männer sind oberflächig und übersehen nicht einfach so einen doch auffälligen "Makel"), hindert es sie in keinster Weise, alles Mögliche zu tun, wofür man schon mit zwei gesunden Augen viel Glück bräuchte, um damit durchzukommen. Wenn alle Stricke reißen, klaut sie einfach Lebensenergie und Magie von anderen und mutiert damit zum special snowflake. Wer also hier einen hübschen Heist á la Oceans Eleven meets Magic erwartet, wird nicht auf seine Kosten kommen.
So faszinierend die Idee hinter der Geschichte ist, so mau ist das Worldbuilding und die Funktionsweise der hier verwendeten Magie. Dazu kommen einige Sachen, die keinen Sinn ergeben. Vieles wird durch den flüssigen Schreibstil wettgemacht, aber es wirkt doch recht oberflächig. Es gibt auch ein paar Schreibfehler im Buch. Für die Außengestaltung wurde sich viel Mühe gegeben. Das Cover ist nett gestaltet, es gibt einen aufwendigen Farbschnitt und ein Page Overlay, aber das eigentliche Schmuckstück ist die Gestaltung des Buches unter dem Schutzumschlag. Wer also mehr auf schönen Schein Wert legt anstatt auf eine stringente Geschichte, wird hier auf jeden Fall gut bedient werden.