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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.04.2026

Batty Hole Inn

Miss Swans zauberhafte Pension für magische Gäste
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Mit fünfzehn war Sera Swan die mächtigste Hexe in England, auch wenn das Institut der Hexen das nur ungern gesehen hat, denn sie ist eine PoC. Dann starb unvermittelt ihre geliebte Großtante Yasmine und ...

Mit fünfzehn war Sera Swan die mächtigste Hexe in England, auch wenn das Institut der Hexen das nur ungern gesehen hat, denn sie ist eine PoC. Dann starb unvermittelt ihre geliebte Großtante Yasmine und Sera holte sie mit all ihrer Macht zurück - nur dass sie dabei ihre Magie verlor. Mittlerweile führt Sera zusammen mit ihrer Tante eine Pension, die nur von Leuten gefunden wird, die dringend einen Platz brauchen und anständig sind. Einige von ihnen sind Dauergäste, beinahe Familienmitglieder. Noch immer versucht Sera, mithilfe eines Zauberspruchs ihre Magie wiederzuerlangen, und möglicherweise ist der mürrische Historiker Luke, der sich aufopferungsvoll um seine kleine, autistische Schwester kümmert, ihre letzte Chance darauf - und ganz sicher darauf, ihr Herz zu verlieren.

Das Buch ist cosy Fantasy, von jeder liebevoll gezeichneten Person bis hin zum untoten Gockelzombie Roo-Roo. Das heißt, es gibt wenig Action und auch die gefährlichen Szenen enden eher nicht schweißtreibend und fingernägelkauend. Dafür gibt es viel Liebe, Freundschaft und found family, sehr viele Blaubeerpfannkuchen und einem Schurken um des Schurkenseinswillen. Das kann zwischendurch ein bisschen langatmig werden, auch wiederholen sich einige Sachen. Ich weiß, dass Luke erst durch die Wiederholungen draufkommt, aber irgendwann ist wirklich mal gut. Alles in allem ist es eine nette Lektüre für scheußliche, verregnete Apriltage mit einer heißen Tasse Tee (und gerne auch Blaubeerpfannkuchen). 3.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 15.04.2026

Transparent

Please unfollow
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Die 17jährige Sherry hat ein Haus angezündet, landete im Jugendknast und kommt jetzt in ein Camp für straffällige Jugendliche in der Sächsischen Schweiz. Eigentlich jedoch ist sie ein Internetstar. Sie ...

Die 17jährige Sherry hat ein Haus angezündet, landete im Jugendknast und kommt jetzt in ein Camp für straffällige Jugendliche in der Sächsischen Schweiz. Eigentlich jedoch ist sie ein Internetstar. Sie heißt Shezerade Weiß und ihre Eltern haben ihr Leben seit ihrer Adoption als Kleinkind auf Youtube gestreamt. Millionen Follower hat der Account ihrer Eltern, die sich nie um die Privatsphäre ihrer Tochter gekümmert haben. Sherry hat endlich das Gefühl, nicht ständig beobachtet zu werden und sie verliebt sich sogar. Doch dann stellt sich heraus, dass alle Jugendlichen wussten, wer sie ist und sie fühlt sich betrogen und verraten - wieder einmal ...

Wow, ein krasses Buch über ein krasses Thema, das mir so nicht bekannt war. Es gruselt mich davor, auch nur darüber nachzudenken, was Eltern ihren Kindern um des Fames und des Geldes willen antun, ganz besonders, wenn man bedenkt, wie weit entwickelt AI ist und was daraus bereits gemacht werden kann. Wie man solchen Accounts auch noch folgen und feiern kann, verstehe ich überhaupt nicht und ich finde es echt wichtig, über solche Themen zu sprechen. Das Buch war sehr flüssig und trotz des ernsten Themas locker und humorvoll geschrieben. Vielleicht waren die Jugendlichen in dem Camp ein bisschen ZU wholesome, aber das ist Meckern auf hohem Niveau und wird allen guttun, die bei dem, was sie hier lesen, ein Auffangnetz brauchen. 4.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 12.04.2026

Bramble Estate

Catch Your Death
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Devi ist auf dem Weg zu ihrer Großmutter, als sie nicht nur vom Schneesturm überrascht wird, sondern ihr Auto auch noch den Geist aufgibt. Auf den letzten Metern rollt sie auf einem großen Anwesen aus ...

Devi ist auf dem Weg zu ihrer Großmutter, als sie nicht nur vom Schneesturm überrascht wird, sondern ihr Auto auch noch den Geist aufgibt. Auf den letzten Metern rollt sie auf einem großen Anwesen aus und bittet um Hilfe. Die reiche Hausbesitzerin Emily Vanforte bietet ihr an, aufgrund des Sturms hier zu übernachten. Genau wie Devi sind auch die jungen Frauen Lizzi und Janey hier gestrandet. Schnell merken sie, dass die Atmosphäre in dem Haus unter den Bewohnern vergiftet ist - bis es dann Emily Vanforte auch tatsächlich ist und beim Familienessen, bei dem sie düstere Geheimnisse offenbaren wollte, stirbt. Eingeschneit und von möglichen Mördern bedroht, versuchen die Mädchen, den Fall zu lösen.

Anfangs hatte ich ein paar Probleme, die Erzählstimmen von Devi, Lizzi und Janey auseinanderzuhalten. Das hat sich nach einiger Zeit gegeben, auch wenn mir manche Sachen ein wenig übertrieben vorkamen. Im Laufe des Buches stellt sich heraus, warum das so wirkt. Auf ein paar Sachen bin ich vor der Lösung gekommen, von denen mir ein Teil zu zeitig präsentiert wurde. Anderes hat mich überraschen können, auch wenn ich mir ein paar Geheimgänge weniger gewünscht hätte. Immerhin konnte damit eine recht schaurige Atmosphäre geschaffen werden, als die drei auf Spurensuche gehen. Alles in allem hat mich das Buch nicht vom Hocker gerissen, aber es war doch ein recht solider Jugendthriller.

Veröffentlicht am 09.04.2026

Der Gand und die Samin

RAVNA - Arktische Rache
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Nach dem katastrophalen Ende des letzten Falles hatte sich Ravna eine Weile zurückgezogen. Jetzt ist sie zurück in Oslo an der Polizeihochschule, als sich plötzlich ihr Vater meldet, der die Familie vor ...

Nach dem katastrophalen Ende des letzten Falles hatte sich Ravna eine Weile zurückgezogen. Jetzt ist sie zurück in Oslo an der Polizeihochschule, als sich plötzlich ihr Vater meldet, der die Familie vor vielen Jahren verlassen hat. Er möchte sich mit ihr treffen und eher widerwillig stimmt Ravna zu. Als er in das Restaurant stolpert, hat er ein Messer im Rücken und kann gerade noch einen Namen flüstern - den ihrer Mutter. Und das Messer ist samisch. Hat ihre Mutter sich nach so langer Zeit an ihm gerächt? Doch dann werden auch Ravna und ihre Mutter angegriffen und zum Nationalfeiertag von Norwegen kommt es zu einem großen Showdown, bei dem auch der Gand Rune Thor nichts zaubern kann ...

Auch im dritten Teil nimmt uns die Autorin wieder in das Leben der jungen Samin Ravna mit, die irgendwie den Spagat zwischen den traditionellen samischen Einflüssen ihrer Herkunft und ihrer modernen Lebensweise in Oslo finden muss. Dazu kommt die Familie ihres Vaters, der Hass gegen die indigene Bevölkerung, rechtsextreme Einflüsse und das alles wird zu einem rundum gelungenen Buch verpackt. Es ist kein Highligth und das meine ich auf die bestmögliche Art und Weise. Während Highlights hell brennen und schnell zu Asche werden, brennt die Ravna-Trilogie als stetiges Feuer, das lange wärmt. Ich hätte gern noch mehr aus der Welt von Ravna und Thor gelesen.

Veröffentlicht am 06.04.2026

Rendrifters

RAVNA – Die Tote in den Nachtbergen
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Ravna, die samische Polizeischülerin, hat Sonderurlaub. Es ist Mittsommer und hoch oben in den Nachtbergen, in ihrer Heimat, ist Kälbermarkieren angesagt. Dazu kommen sämtliche Rentierzüchterclans zusammen, ...

Ravna, die samische Polizeischülerin, hat Sonderurlaub. Es ist Mittsommer und hoch oben in den Nachtbergen, in ihrer Heimat, ist Kälbermarkieren angesagt. Dazu kommen sämtliche Rentierzüchterclans zusammen, auch um sich gegenseitig zu unterstützen. Doch das Leben als Rentierzüchter ist hart und es gibt Streitereien zwischen den Familien. Ravna sitzt als zukünftige Polizistin zwischen allen Stühlen. Und dann findet sie bei einem Absturz in einer Höhle eine Tote. Es handelt sich um Linneá, eine junge norwegische Frau, die vor zehn Jahren verschwunden ist und an sie sie sich noch gut erinnert, denn sie hat sie als Kind auf der Sommerweide getroffen. Befindet sich unter den Rendriftern ein Mörder? Wieder ist es Rune Thor, mit dem Ravna zusammenarbeiten muss ...

Auch im zweiten Fall gelingt es der Autorin wieder, tief in das harte Leben der Samen einzuführen. Sie schafft dabei einen guten Spagat zwischen dem Alltag auf der Hochweide, dem Stress, den Umweltbedingungen und der Geschichte zu finden und einen interessanten Fall zu kreieren, bei dem man bis zum Schluss nicht sicher ist, wie er ausgehen wird. Was mir auch gut gefällt, ist ihre Sprache. Nicht zu leicht, nicht zu plump, sehr intensiv in den Beschreibungen. Ravna ist für mich kein absolutes Highlight, aber die Geschichte ist wie eine warme Decke, in die man sich gern einkuschelt, ein bisschen wie nach Hause kommen.