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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2022

Dienstbare Geister

The Maid
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Molly Gray ist 25, zeigt Aspergertendenzen und ist daher ein wenig anders als die meisten Menschen. Das stört aber in ihrem Job überhaupt nicht, im Gegenteil. Sie ist Dienstmädchen im Regency Hotel, einem ...

Molly Gray ist 25, zeigt Aspergertendenzen und ist daher ein wenig anders als die meisten Menschen. Das stört aber in ihrem Job überhaupt nicht, im Gegenteil. Sie ist Dienstmädchen im Regency Hotel, einem altehrwürdigen Gebäude, und ihr Bedürfnis, perfekt zu putzen, kommt ihr in diesem Job nur zugute. Natürlich machen sich auch Angestellte und Gäste über sie lustig, aber das kennt sie fast gar nicht anders. Sie hat in Mr Preston, dem Portier, und Juan, dem Tellerwäscher, gute Freunde. Und dann findet sie eines Tages den berühmtesten Gast des Hotels tot auf seinem Zimmer und kurz darauf wird auch noch sie verdächtigt, etwas mit seinem Tod zu tun zu heben. Wie soll sie da wieder rauskommen?

Das hätte wirklich eine Art Cosy Crime werden können mit einer außergewöhnlichen Ermittlerin. Spätestens seit Leander Lost "weiß" man ja, wie gut Asperger als Ermittler funktionieren. Hier jedoch hat mich die ganze Schreibweise, die ewigen Gedankengänge der Protagonistin, wirklich furchtbar gelangweilt. Dazu kommt, dass sie nicht wirklich den Fall löst, schon gar nicht durch ihre ach-so-tollen-Kenntnisse, die ein unsichtbares Dienstmädchen Tag für Tag gewinnt. Wenn man ehrlich ist, säße sie ohne die Deus ex Machina Megaanwältin im Knast und würde da auch nie wieder rauskommen. Am Schluss kam es auch noch zu ein paar Erkenntnissen, die mir die Geschichte dann wirklich verleidet haben und das Bedürfnis, mehr von Molly und ihren Freunden zu lesen, tendiert doch eher gegen null. 2,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 07.02.2022

Mrs Potts badet nackt

Mrs Potts' Mordclub und der tote Nachbar
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Judith Potts ist 77 Jahre alt und wohnt allein in einem großen Herrenhaus. Sie müsste nicht arbeiten, entwickelt aber trotzdem für diverse Zeitungen Kreuzworträtsel. Diese Tätigkeit sowie das Nacktbaden ...

Judith Potts ist 77 Jahre alt und wohnt allein in einem großen Herrenhaus. Sie müsste nicht arbeiten, entwickelt aber trotzdem für diverse Zeitungen Kreuzworträtsel. Diese Tätigkeit sowie das Nacktbaden in der Themse, die direkt am Haus vorbeifließt, halten sie fit. Als sie eines heißen Sommerabends wieder einmal nackt in der Themse planscht hört sie einen Schrei vom Nachbargrundstück, danach einen Schuss. Die Polizei will ihr nicht glauben, dass etwas passiert ist, also sucht sie selbst - und findet die Leiche ihres freundlichen Nachbarn. Als wenig später ein zweiter Toter auftaucht und dann gar noch eine dritte Leiche ist Judith klar: In Marlowe geht ein Serienmörder um und die Polizei braucht ihre Hilfe. Sie selbst rekrutiert eine Mannschaft aus zwei anderen Damen und gemeinsam gehen sie ans Recherchieren.

Ich bin ein absoluter Fan von Agatha Christie und bei den neueren englischen Krimis/Cosy Crimes hat es mir der Donnerstagmordclub angetan - auf dessen Erfolg ziemlich offensichtlich sowohl der Titel als auch die Prämisse aufspringen möchte. Und es hätte natürlich auch klappen können. Allerdings hapert es hier an allen Ecken und Enden. Im ersten Moment hat man das Gefühl, der Autor wollte starke und intelligente Frauenfiguren entwickeln - tatsächlich haben sich die, besonders Judith, ziemlich oft ziemlich dämlich angestellt. Es ist auch nicht hilfreich, dass man sich hier eines bei Krimilesern sehr bekannten Themas bedient, um den Fall zu entwerfen, das wird sehr schnell offensichtlich. Man bekommt nur wenig Zugang zu den Charakteren und gerade die Hauptcharaktere der Geschichte sind entweder blass oder nicht sonderlich sympathisch. Dazu kommt, dass gern innerhalb der Absätze die Perspektive gewechselt wird, was wirklich störend ist.

Aber am schlimmsten war das Ende. Davon abgesehen, dass der Täter normalerweise einfach geschossen hätte anstatt sich stundenlang ein Ohr abkauen zu lassen, sorgt ein umgestürzter Baum dafür, dass man scheinbar auf Tausenden Kilometern nicht mehr weiterkommt und eine Nichtschwimmerin mit Hund olympische Leistungen vollbringt. Alles in allem hätte es eine amüsante, very british Lektüre werden können, wenn die Umsetzung mehr Liebe und Können erfahren hätte. 2,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 07.02.2022

Der Orden und die Hexen

Millenia Magika - Das Vermächtnis der Raben
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Eigentlich könnte Adrian zufrieden sein. Er fühlt sich mittlerweile heimisch in Arken, doch andererseits ist so viel passiert in letzter Zeit, dass er kaum Zeit zum Luftholen hat. Seine Tante ist nach ...

Eigentlich könnte Adrian zufrieden sein. Er fühlt sich mittlerweile heimisch in Arken, doch andererseits ist so viel passiert in letzter Zeit, dass er kaum Zeit zum Luftholen hat. Seine Tante ist nach dem furchtbaren Kampf noch immer sehr geschwächt und Jazz und Juri machen sich auf den Weg nach Frankfurt, um weitere Hexen zu finden, die Arken schützen können. Auf sich allein gestellt und überfordert mit seinen Fähigkeiten, trifft er einige Fehlentscheidungen, die üble Folgen haben. In der Zwischenzeit kämpft auch Merle mit Problemen in der Schule. Dann verschwinden auch noch Jugendliche und Adrian hat eine Vision. Arken ist in größerer Gefahr denn je.

Dieser Band ist noch mal einen Ticken düsterer als das Ende des ersten, und sehr, sehr spannend. Natürlich darf auch eine gewisse Komik nicht fehlen, das Lachen jedoch so manches Mal im Hals steckenbleibt, weil gleich darauf etwas Tragisches passiert. Mobbing spielt eine große Rolle, und Erwachsene, die Kinder mit ihren Entscheidungen allein lassen oder gar welche treffen, die das Bild von gut und böse über den Haufen werfen können. Es wird aus mehreren Perspektiven erzählt, manche brechen einem das Herz, bei anderen ist noch nicht klar, welche Rolle sie spielen werden. Insgesamt ist dieses Buch wieder ein Beispiel dafür, dass auch in Deutschland gute Kinder-/Jugendautoren existieren, die originelle, spannende, düstere und fantastische Geschichten erzählen können.

Veröffentlicht am 05.02.2022

Sie ist blond

A History of Us − Erst auf den zweiten Blick
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Stacey, die eigentlich Anastasia heißt, führt ein sie langweilendes Leben in einer Kleinstadt. Einzig im Sommer lebt sie für ein paar Wochen auf, wenn bei ihnen ein Mittelalterfestival stattfindet, an ...

Stacey, die eigentlich Anastasia heißt, führt ein sie langweilendes Leben in einer Kleinstadt. Einzig im Sommer lebt sie für ein paar Wochen auf, wenn bei ihnen ein Mittelalterfestival stattfindet, an dem sie als Schankdirne teilnimmt. Jedes Jahr hat sie dort auch immer eine Affäre mit einem muskulösen, gut aussehendem Barden, mehr jedoch nicht. Als dieses Jahr der Mittelaltermarkt weitergezogen ist und sie ihren Frust in Alkohol ertränkt hat, schreibt sie diesem Barden eine Mail. Obwohl sie sonst nie über das Körperliche hinaus eine Beziehung hatten, begegnen sie sich plötzlich auf einer gefühlsmäßigen Ebene - oder doch nicht?

Herr, wirf Hirn vom Himmel!, möchte man rufen, wenn man Staceys Gedankengänge und Handlungen liest. Dass wir hier eine Cyrano-de-Bergerac-Geschichte haben, wird zum Glück auch gleich (mehrmals!) von diversen Charakteren selbst erwähnt. Könnte ja sein, dass der gelangweilte Leser durch das ewige Weinsaufen, die Werbung für eine Umweltsündercafèshopkette oder Staceys Hach-mit-meinen-26-Jahren-bin-ich-viel-älter-als-die-Highschoolkids-Gejammere etwas übersehen hätte. Stacey ist eine totale Schlaftablette, die nichts auf die Reihe kriegt und trotzdem zumindest ein oder zwei coole Freundinnen hat. Sie hält sich für reifer als die auftauchenden 16jährigen, klebt aber permanent an ihrem Handy, um dort Posts wie eine 16jährige abzulassen. Ihr Angebeteter hat ein Problem mit der Wahrheit, aber wen stört's. Am besten gefallen haben mir ja zu irgendeinem Zeitpunkt Staceys Aussagen, dass eine Frau keinen Mann braucht, um sich zu definieren, nur um drei Seiten weiter alles für einen Mann aufzugeben - für ein Leben, das auch nichts anderes als ein Kleinstadtleben ist. Ein selten nerviges Buch, für das man weder den 1. noch den 3. Teil zu kennen braucht und ich auch nicht vorhabe, die kennenzulernen.

Veröffentlicht am 01.02.2022

Fitness forever

Für Fitness ist es nie zu spät
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Erika Rischko schafft acht Minuten Unterarmstütz, stemmt 50 Kilo, macht Wandhocke mit 50 Kilo, acht Stunden Spinning, Hardcore Fitness vom Feinsten. Na und, sagt ihr vielleicht. Gibt ja genügend Leistungssportler, ...

Erika Rischko schafft acht Minuten Unterarmstütz, stemmt 50 Kilo, macht Wandhocke mit 50 Kilo, acht Stunden Spinning, Hardcore Fitness vom Feinsten. Na und, sagt ihr vielleicht. Gibt ja genügend Leistungssportler, die das machen.

Mag sein. Aber sind diese Leistungssportler auch 82 Jahre alt?

Erika ist eine kleine, zierliche Person und man mag gar nicht glauben, wozu sie fähig ist, doch sie beweist es auf ihren Social Media Kanälen allen Skeptikern. Dabei hat sie erst mit Mitte 50 überhaupt angefangen, sich für ihre Fitness zu interessieren.

Mit diesem Buch hat sie ein Motivationswerk geschaffen, das anspornt, Wissen kompakt zusammenfasst und über 70 Übungen vorstellt, mit denen man gezielt alle Muskelgruppen trainiert. Dabei gibt es auch Checklisten, um seinen eigenen Stand erst einmal feststellen zu können und Trainingsprogramme als Einstieg, bevor man sich daran wagt, vielleicht seine eigenen Gruppen zusammenzustellen.

Der Fitness-Doc Professor Froböse gibt dazu noch Tipps in Bezug auf Gesundheit und Ernährung. All die zusammengefassten Erkenntnisse sind eigentlich nicht neu, aber hier schön kompakt dargestellt, um wieder auf den richtigen Weg zu gelangen.

Die Erkenntnis: Jeden Tag ein bisschen Training tut überhaupt nicht weh und für Fitness ist es nie zu spät.