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Veröffentlicht am 14.07.2025

Kleinod

A Dance of Lies
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Bis vor zwei Jahren war die Tänzerin Vasalie die absolute Favoritin von König Illian. Dann ließ er sie wegen eines Mordes, den sie nicht begangen hat, in den Kerker werfen, wo sie fast verhungerte. Plötzlich ...

Bis vor zwei Jahren war die Tänzerin Vasalie die absolute Favoritin von König Illian. Dann ließ er sie wegen eines Mordes, den sie nicht begangen hat, in den Kerker werfen, wo sie fast verhungerte. Plötzlich holt er sie wieder raus und macht ihr ein Angebot, das sie nicht abschlagen kann: Sie soll wieder trainieren, um tanzen zu können, damit sie bei der Versammlung der Königreiche auftreten und nebenbei spionieren kann. Tut sie es, verspricht er, sie freizulassen. Vasalie findet sich plötzlich in einem Netz voller Intrigen gefangen, in der machthungrige Männer ihre eigenen Regeln brechen. Nur König Anton, der Bruder Illians, scheint ein wenig anders zu sein, aber vertrauen kann sie niemandem.

Eigentlich mochte ich das Buch. Gerade der Beginn war sehr atmosphärisch, das Leid Vasalies kam bildhaft herüber und auch, wie sie versucht, sich wieder auf die Beine zu kämpfen (im wahrsten Sinne des Wortes) und zu tanzen, um zur Versammlung zu kommen. Wie die Intrigen sich entwickelten, gefiel mir eigentlich auch gut. Allerdings ging mir Vasalie irgendwann echt dezent auf den Keks. Jedes Mal wieder sagt sie: So, jetzt widersetze ich mich Illian und mache das nicht. Illian lächelt, droht, ist ihr drei Schritte voraus - und sie macht doch, was er will. Aber jetzt, jetzt widersetze ich mich wirklich! Illian lächelt, droht ... ja, da ist ein Muster erkennbar. Am Ende bringt sie sogar jemanden um, und ab da hatte sie mich verloren. Was hier ein Lovetriangle sein sollte, ist mir auch nicht klar. Mit Illian und Anton? Oder mit dem Tanzmeister und Anton? Keine Ahnung, um ehrlich zu sein, kamen hier wirklich nur wenige romantische Gefühle durch. Ja, es wird darüber gesprochen, aber "gefühlt" habe ich nichts. Ich fand die Geschichte an und für sich gut geschrieben, aber teilweise brachen dann doch ganz schön moderne Ausdrücke in diesem Fantasy-Royal-Setting durch. Mit jemandem auf einer Wellenlänge sein? Ja? Sagte man das so zwischen dem Mittelalter und der Aufklärung? Kam bestimmt von Walter von der Vogelweide: Ick sitz uf ene Stene und war uf ene Wellenlenge. (War nicht der einzige moderne Ausdruck, aber der einzige, den ich mir jetzt gemerkt hatte.) Fazit: Ich habe es nicht ungern gelesen, vielleicht lese ich auch den Nachfolgerteil, aber in diesem müsste sich Vasalie wirklich entwickeln, um mich noch abholen zu können.

Veröffentlicht am 05.07.2025

Der rote Punkt

Five Survive
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Sechs Freunde, ein Roadtrip, alle zusammen in einem großen Camper von einer Länge von 9,4 Metern! Red ist dankbar dafür, dass ihre Freundin Maddy dafür gesorgt hat, dass sie mitkommen kann, denn seit dem ...

Sechs Freunde, ein Roadtrip, alle zusammen in einem großen Camper von einer Länge von 9,4 Metern! Red ist dankbar dafür, dass ihre Freundin Maddy dafür gesorgt hat, dass sie mitkommen kann, denn seit dem Tod ihrer Mutter vor fünf Jahren geht es ihr finanziell schlecht. Womit sie nicht gerechnet hat, ist der plötzliche Ausfall der Navigationsgeräte und dass mitten in der Wildnis plötzlich jemand die Reifen des Campingbusses zerschießt. Doch damit nicht genug. Ihnen wird ein Funkgerät zugespielt und eine Stimme fordert sie auf, ein Geheimnis preiszugeben. Passiert das, dürfen fünf überleben. Falls nicht, werden sie alle bis zum Morgengrauen tot sein. Im Laufe der nächsten Stunden zeigen sich wahre Gesichter und düstere Vergangenheiten ...

Eigentlich lese ich Holly Jackson echt gern. Sie hat einen coolen Schreibstil und coole Ideen. Hier gebe ich jedoch zu, dass ich ganz schöne Probleme beim Einstieg in das Buch hatte. Ich mochte wirklich niemanden aus der Gruppe und ihr Schicksal war mir zwar nicht egal, aber mitgenommen hat es mich nicht. Je mehr Zeit im Camper verging, desto besser lernt man die einzelnen Personen kennen (und teilweise hassen), und es gab auch wirklich spannende Szenen und unerträgliches Verhalten seitens eines Charakters. Am Ende gab es auch noch unerwartete Wendungen (wobei ich wirklich gern gewusst hätte, wer noch mit "Ja" gestimmt hat), aber sagen wir mal so: Mein Lieblingsbuch von Holly ist es nicht. 3.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 05.07.2025

Good girl

Deep End – Die unausweichliche Unanständigkeit von Liebe
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Vandy ist Turmspringerin - und zwar eine sehr gute, allerdings hat sie seit einer schweren Verletzung ein paar Probleme. Sie will sich deshalb nur auf ihr Studium und den Sport konzentrieren. Da sie introvertiert ...

Vandy ist Turmspringerin - und zwar eine sehr gute, allerdings hat sie seit einer schweren Verletzung ein paar Probleme. Sie will sich deshalb nur auf ihr Studium und den Sport konzentrieren. Da sie introvertiert ist, hat sie nicht viele Freunde, sich jedoch mit der Kapitänin der Turmspringerinnen, Pen, angefreundet. Pen ist gefühlt seit dem Kindergarten mit dem Schwimm-Ass Lukas zusammen, doch jetzt geht deren Beziehung in die Brüche. Vandy erfährt, dass Lukas ausgerechnet auf kinky, dominanten Sex steht, was ihren Kinks entgegenkommt. Sie beschließen, eine rein körperliche Beziehung einzugehen - doch weder in der Wissenschaft noch in der Liebe geht alles immer genau so, wie es sich Vandy vorstellt.

Das war mal eine etwas andere Geschichte von Ali Hazelwood. Zwar studieren die Protagonisten auch hier im wissenschaftlichen Bereich, allerdings wird hier der Fokus doch mehr auf den Sport gelegt. Und wie üblich sind die Charaktere etwas introvertiert (Vandy) oder extrem selbstsicher und übermännlich (Lukas) und das ist auch okay, man erwartet eigentlich nicht viel anderes, wenn man Bücher von Ali liest. Allerdings muss ich sagen, dass mir die letzten Bücher nicht mehr so ganz gut gefallen wie die früheren Geschichten. Es wird so unendlich viel Wert auf spicy Szenen gelegt, dass es mich teilweise zu Tränen langweilt. Wirklich, ich habe überhaupt nichts gegen Sex im real life, aber wenn ich viele Sexszenen lesen möchte, dann kaufe ich mir einfach einen Porno. Davon abgesehen mag ich es nicht mal im Berufsleben, wenn mir jemand versucht, Anweisungen zu geben, also bin ich wohl eher die völlig falsche Zielgruppe hier, wo Vandy eben auf genau diesen Kink mit Dominanz stand. Ich glaube, ich habe insgesamt so um die 150 Seiten Sexszenen überblättert, ohne dass ich groß was verpasst hätte. Der Rest der Geschichte hingegen gefiel mir wieder ganz gut. 3.5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 03.07.2025

Theorie vs. Praxis

Love, theoretically
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Elsie ist theoretische Physikerin und obwohl sie als Postdoktorandin an drei verschiedenen Unis lehrt, ist sie quasi unbezahlt. Deshalb arbeitet sie nebenbei für eine Agentur, die Fake-Date-Begleitungen ...

Elsie ist theoretische Physikerin und obwohl sie als Postdoktorandin an drei verschiedenen Unis lehrt, ist sie quasi unbezahlt. Deshalb arbeitet sie nebenbei für eine Agentur, die Fake-Date-Begleitungen anbietet. Dabei trifft sie ausgerechnet auf den berühmten Experimentalwissenschaftler Jonathan "Jack" Turner-Smith, den Bruder ihres derzeitigen "Dates". Dumm nur, dass er sie nur als "Bibliothekarin" kennt, aber ausgerechnet jetzt zu denjenigen gehört, die darüber entscheiden sollen, ob Elsie endlich einen gut bezahlten Traumjob bekommt. Schlimmer ist nur noch, dass sich Elsie von ihm angezogen fühlt. Und dann ist da auch noch die Sache, dass Jack die Theoretiker verachtet und der Erzfeind ihres Mentors ist ...

Ich finde Ali Hazelwoods Ideen und ihren Schreibstil, der viel Humor und Sarkasmus enthält, immer wieder mega. Auch dass sie die Gepflogenheiten, die Doktoranden gnadenlos auszunutzen, anprangert, ist typisch Ali und hoffentlich etwas, das endlich mal geändert wird im real life. Auch ihr Personal ist wie üblich top, eine bunte Mischung schräger Typen. Aber bitte ... bitte! Müssen es echt gefühlt immer 200 Seiten Spice sein? Ich mag Spice wie jeder andere auch, aber ich muss es echt nicht permanent lesen, das nervt mich irgendwann nur und bringt die Geschichte nicht weiter. Langsam finde ich echt, weniger wäre mehr, zumindest in Büchern, die keine reinen Pornos sein sollen. Ansonsten hat mich das Buch gut unterhalten, besonders Jacks Oma war mein heimlicher Liebling, wäre sie echt, würde ich sie einfach klauen.

Veröffentlicht am 02.07.2025

Sensenmann

Post, Mord und Provinzgeflüster - Der Mörder ohne Adresse
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Sully Morland versucht einen Neuanfang in einem kleinen Ort in Luxemburg bei seiner Patentante. Früher war er beim BKA, jetzt fährt er die Post aus, um einem Freund der Patentante zu helfen. Da kommt es ...

Sully Morland versucht einen Neuanfang in einem kleinen Ort in Luxemburg bei seiner Patentante. Früher war er beim BKA, jetzt fährt er die Post aus, um einem Freund der Patentante zu helfen. Da kommt es ungelegen, dass an einem der letzten Häuser seiner Tour ein Toter liegt: der Bürgermeister hat eine klaffende Halswunde von einer Spiegelscherbe. Unfall oder Mord? Dann kommen Sully die ersten Gerüchte zu Ohren: Der Sensenmann, so flüstern es die Dorftratschen, ist aufgetaucht und immer, wenn er auftaucht, passiert was Schreckliches. Vielleicht muss er sich doch mal darum kümmern, auch wenn die Polizistin Claire von seiner Einmischung nicht begeistert ist.

Vorneweg: Es war eine kurzweilige Lektüre und da beginnt vielleicht die Crux. Es war, so fand ich, etwas zu kurzweilig. Zu kurz, nicht ausgearbeitet genug. Es wurden Leute vorgestellt, die nur wenig Persönlichkeit hatten abgesehen davon, dass sie Wirt, Patentante oder toter Bürgermeister waren. Der ganze Fall hätte ein bisschen mehr Substanz vertragen können. Ich mochte zwar das Lokalkolorit, aber ich fand es ziemlich schnell vorhersehbar, wer hinter dem Ganzen steckte und das hat mich doch etwas enttäuscht. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich die Reihe weiterverfolge.