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Veröffentlicht am 31.01.2019

Alptraum

H.O.M.E. - Das Erwachen
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Zoe geht auf eine Eliteakademie und ist Kapitän einer Gruppe junger Angehöriger dieser Akademie, die für eine besondere Mission ausgebildet werden. Sie hat alles: die besten Noten, die besten sportlichen ...

Zoe geht auf eine Eliteakademie und ist Kapitän einer Gruppe junger Angehöriger dieser Akademie, die für eine besondere Mission ausgebildet werden. Sie hat alles: die besten Noten, die besten sportlichen Eigenschaften, den besten Boyfriend. Und dann wacht sie in einem heruntergekommenen Krankenhaus auf und man erzählt ihr, dass sie die letzten 12 Jahre im Koma verbracht hat. Doch wieso beherrscht sie dann Sprachen und Fähigkeiten, wie sie es tut? Gemeinsam mit ihrem Bruder und Kip, dessen Bruder ebenfalls im Koma gelegen hatte, der aber nie wieder erwacht war, macht sie sich auf die Suche nach der Wahrheit.

Und diese Wahrheit, ganz ehrlich, überzeugt mich nicht. Sie erklärt nicht wirklich etwas und wenn man ganz leicht an der Oberfläche kratzt, erkennt man, dass es mit der Erklärung zur Wahrheit rein von der Logik her nicht weit her ist. Obwohl es die Logik ohnehin nicht so genau nimmt in diesem Buch. Allein wie sich die Antagonisten anstellen, gibt zwar mehrmals Grund zum Augenrollen oder gar für unfreiwillige Lacher, aber ernstnehmen kann man die nicht. Dass in Bezug auf Teenagerliebe jedes Klischee ausgepackt werden muss, war auch nicht so prickelnd; immerhin gibt es Bonuspunkte, weil das eine Loveinterest kein nerviger Bad Boy ist - dafür ist er so perfekt in allem, was er für und mit Zoe tut, dass es schon wieder unglaubwürdig wird. Ich glaube nicht, dass ich den Finalband lesen werde und falls doch, warte ich sicher nicht mit angehaltenem Atem darauf.

Veröffentlicht am 27.01.2019

Station 1

Der Wanderer: Prologband
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Nach einer nicht weiter erwähnten Katastrophe lebt der Rest der Menschheit in Stationen auf der Welt verteilt. Ein halbes Jahr lang Nacht, ein halbes Jahr lang Tag. Als die Besatzung von Kontrollraum 8 ...

Nach einer nicht weiter erwähnten Katastrophe lebt der Rest der Menschheit in Stationen auf der Welt verteilt. Ein halbes Jahr lang Nacht, ein halbes Jahr lang Tag. Als die Besatzung von Kontrollraum 8 zu Beginn ihres "Tages" der Station 1 Grüße übermitteln will, bekommt sie keine Antwort. Was könnte passiert sein? Zur selben Zeit stellt die Stationsärztin eine möglicherweise gefährliche Krankheit fest und es kommt zu Abweichungen im Stromnetz. Die 1288 Bewohner von Station 8 scheinen in Gefahr zu schweben.

Die Idee finde ich mega, auch die Aufmachung des Büchleins ist cool. Die Umsetzung jedoch weist einige Mängel auf. Nicht nur, dass das Lektorat zu wünschen übrig lässt, bleibt man als Leser auch so ein wenig auf der Strecke. Alles, was man innerhalb der Geschichte über die Protagonisten erfährt, weiß man eigentlich schon aus dem Personenregister, mehr in die Tiefe geht es hier nicht. Zum Hintergrund der Stationen und der möglichen Katastrophe gibt es gar nichts und die Geschichte endet so abrupt, dass man eigentlich nur unbefriedigt zurück bleibt. Ein vernünftiger Cliffhanger macht neugierig, aber dieser hier markiert für mich das Ende der Reihe.

Veröffentlicht am 27.01.2019

Fado Fado

Sturmwächter 1. Das Geheimnis von Arranmore
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Fado Fado ist irisch und heißt "Es war einmal". Natürlich ist das hier kein Märchen und der elfjährige Fionn zu seinem Bedauern kein Held. Tatsächlich hat er vor vielem Angst, ganz besonders vor dem Meer. ...

Fado Fado ist irisch und heißt "Es war einmal". Natürlich ist das hier kein Märchen und der elfjährige Fionn zu seinem Bedauern kein Held. Tatsächlich hat er vor vielem Angst, ganz besonders vor dem Meer. Nicht praktisch, wenn man über die Ferien auf die Insel Arran geschickt wird, weil die Mutter wegen Depressionen in Behandlung ist. Und man eine zwei Jahre ältere Schwester hat, die voll in der Pubertät gelandet ist und nervt. Dann stellt Fionn fest, dass es auf der Insel Magie gibt und er ein Teil davon ist und sein Großvater, dieser alte, verrückte, großartige Typ - ist der Sturmwächter. Doch was heißt das genau? Was haben die vielen Kerzen in Großvaters Haus zu bedeuten und wieso fühlt sich Fionn, als käme etwas Großes, Unaufhaltbares auf ihn zu?

Ich bin eigentlich mit keinen großen Erwartungen an das Buch gegangen und musste plötzlich feststellen, dass es mir außerordentlich gefiel. Schon allein die Originalität der Ideen, der hervorragende Schreibstil, die angesprochenen Themen. Da geht es nicht nur Freundschaft und Familie, sondern auch um Depressionen, um Demenz, darum, was Menschen bereit sind zu tun, wenn sie meinen, dass ihnen etwas zusteht und/oder sie übervorteilt werden. Tatsächlich bin ich mir gar nicht sicher, ob jüngere Jugendliche einiges davon vielleicht nicht als too much empfinden, zumal das Buch meiner Meinung nach mit einem traurigen Grundtenor endet. Ich fand auch, dass Fionn und die gleichaltrige Shelby manchmal ein bisschen zu erwachsen redeten und reagierten; trotzdem ist das eine tolle Geschichte, die ich allen empfehle, die mal abseits von Mainstreamjugendbüchern lesen möchten. 4,5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 25.01.2019

Kriegsopfer

Der Hunger der Lebenden (Friederike Matthée ermittelt 2)
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Sommer 1947. Es ist heiß im Nachkriegsdeutschland, als eine wunderschöne Gutsherrin grausam ermordet wird. Die Täterin ist schnell gefunden - eine junge Frau, die sich für etwas Vergangenes rächen wollte. ...

Sommer 1947. Es ist heiß im Nachkriegsdeutschland, als eine wunderschöne Gutsherrin grausam ermordet wird. Die Täterin ist schnell gefunden - eine junge Frau, die sich für etwas Vergangenes rächen wollte. Friederike Matthee, die Polizeiassistentin wird eigentlich nur der Form halber zum Tatort geschickt, um das Mädchen zu verhören. Doch tatsächlich kommt ihr einiges merkwürdig vor und sie beginnt sich umzuhören. Zur gleichen Zeit werden die sterblichen Überreste einer englischen Bomberbesatzung gefunden und Richard Davis lässt sich ein zweites Mal überreden, nach Deutschland zu gehen und dort zu ermitteln. Unvermutet scheint es, als ob aus zwei Fällen einer wird und Friederike und Richard treffen wieder aufeinander.

Die Pluspunkte bei diesem, mittlerweile zweiten Band des Ermittlerpaares, sind eindeutig die Fähigkeit der Autorin, uns in die Nachkriegsjahre zurückzunehmen. Man konnte sich den ewigen Hunger, die ständigen Entbehrungen gut vorstellen, genauso wie das Großbürgertum und den Faschismus, den man einfach nicht so leicht aus den Köpfen der Menschen herausbekommt. Der Fall selbst hat mich zumindest teilweise stark an den ersten erinnert; auch hier wieder spielt ein kindlicher Zeuge eine starke Rolle und die Szenen in den Gutshäusern kamen mir bekannt vor. Davon abgesehen hätte ich keine Liebe zwischen dem "Engländer" und der Deutschen gebraucht, denn wirklich Chemie rüber kam eigentlich nicht. Mir hat das Buch trotzdem gefallen, es war wie eine Rückkehr in altvertraute Gefilde, man fühlt sich mit den Personen mittlerweile wohl.

Veröffentlicht am 24.01.2019

Zum Greifen nah

Davor und Danach
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In der nahen Zukunft gibt es nur noch im Norden der Erde ausreichend Wasser. Mhairi, eine vierzehnjährige Schottin, hat die letzten Jahre im Sudan verbracht, bis ...
... bis die Grenzen dichtgemacht wurden. ...

In der nahen Zukunft gibt es nur noch im Norden der Erde ausreichend Wasser. Mhairi, eine vierzehnjährige Schottin, hat die letzten Jahre im Sudan verbracht, bis ...
... bis die Grenzen dichtgemacht wurden. Überall.
Und ihre Eltern ermordet wurden.
Und sie sich allein nach Schottland durchschlagen musste.
Als sie England erreicht, hat sie nur noch die Sachen, die sie am Leib trägt, eine Wasserflasche mit Verschraubschluss, Papiere, die kaum das Papier wert sind und einen Revolver ohne Patronen.
Hier begegnet sie einem kleinen, schwarzen Jungen. Einer, der allein keine Chance aufs Überleben hat und Mhairi weiß, dass sie ihn nicht mitnehmen kann, weil er illegal ist. Und auf das Einschmuggeln von Illegalen steht in manchen Gegenden der Tod.

Diese lakonische Sprache, dieser ewige Strom an Gedanken, die Mhairi durch den Kopf gehen, eigentlich hätte das langweilig und nervig sein müssen. War es aber nicht. In einer sachlichen, teilweise fast nüchternen Beschreibung, immer wieder unterbrochen durch Erinnerungen, die Mhairi nicht zulässt und hinter einer dicken FESTUNG versteckt, erzählt uns die Autorin von einer Welt, in der es normal ist, ab dem 74. Lebensjahr eine Todesspritze zu nehmen, um Ressourcen zu sparen. In der Strafen in Lebenszeit berechnet werden, in welcher sich die noch über Wasser und Nahrung verfügenden Länder abschotten. Das Beängstigende an der ganzen Sache ist nicht die Geschichte an sich; man weiß, dass es kein gutes Ende nehmen wird und kann, aber das ist kein Problem. Das Problem ist, dass es viel zu nah an dem ist, was wir schon heute jeden Tag sehen. Und genau wie bei dieser Geschichte sehen wir zu in dem Bewusstsein, dass es kein gutes Ende nehmen kann und wird.