Profilbild von AureliaAzul

AureliaAzul

Lesejury Star
offline

AureliaAzul ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit AureliaAzul über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.08.2020

Ein Cyberpunk-Thriller mit Potenzial

Mars Ultor
0

Im Jahre 2079 besteht die Welt aus fünfzehn großen Städten, die von mächtigen Konzernen in vielerlei Hinsicht kontrolliert werden. In einem dieser Konzerne wurde David Dener als Soldat zur Sicherung und ...

Im Jahre 2079 besteht die Welt aus fünfzehn großen Städten, die von mächtigen Konzernen in vielerlei Hinsicht kontrolliert werden. In einem dieser Konzerne wurde David Dener als Soldat zur Sicherung und Ausführung konzerninterner Missionen angeheuert und leitet ein Team. Seine Mission führt ihn auf eine riskante Reise zur Mars, die als "neue" Erde für das Leben der Menschheit auserkoren wurde, die am ökologisches Abgrund steht. Doch die Interessen des Konzerns bleiben weitestgehend verborgen und David beginnt an ihren Zielen zu zweifeln. Möchte er diese um jeden Preis unterstützen, auch wenn er dabei gegen eigene Prinzipien verstößt?

Die Welt wird anfangs in kleinen Häppchen beschrieben, während die Handlung sich entwickelt, sodass nicht zu viel auf einmal preisgegeben wird und die Geschichte sich in seitenlangen Beschreibungen ergießt, die langweilen. Gleichzeitig schreitet die Handlung schnell voran und der Autor bezieht sich auf das Wesentliche. Im Großen und Ganzen befürworte ich eine zügig erzählte Geschichte, nur hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass die einzelnen Situationen zu schnell abgehandelt wurden und sie keinen Platz zum Entfalten hatten, damit ich ganz in die Geschichte abtauchen konnte. Damit hängt zusammen, dass ich mich auf emotionaler Ebene oftmals nicht mit den Charakteren verbunden gefühlt habe und mich einige Geschehnisse nicht mitgenommen haben. Auf rationaler Ebene waren die Handlungen und Gedanken nachvollziehbar, nur konnte ich nicht mit den Charakteren mitfiebern und mich fesseln lassen, was ich auf das zügige Tempo schiebe. So bleiben sie leider größtenteils blass und oberflächlich.

Die Cyberpunk-Elemente waren für mich mit Abstand am interessantesten und ich lechzte geradezu nach weiteren Informationen zu dieser Welt. Da hoffe ich auf mehr Informationen und Erklärungen.

Die Geschichte hat mehrere Gelenkstellen, welche die Handlung in eine unerwartete und spannende Richtung lenken und viel Freiraum für Spekulationen lassen. Die Geheimnistuerei von Seiten des Konzerns bringt viel Spannung und Ungewissheit in die Geschichte und macht es dadurch aufregender. Bis zum Ende wird nicht alles geklärt und einige Geheimnisse bleiben geheim bzw. werden nur in Ansätzen geklärt, weswegen ich gerne erfahren würde wie es weitergeht.

Fazit: Eine interessante Geschichte mit tollen Cyberpunk-Elementen und unerwarteten Wendungen, die allerdings mehr Potenzial gehabt hätte und aus der man mehr hätte machen können. Nichtsdestotrotz kann ich das Buch empfehlen und sehe noch viel Potenzial in der Geschichte.

Veröffentlicht am 09.08.2020

Unterhaltung für zwischendurch

Unser Mathelehrer unterrichtet von draußen - damit er dabei rauchen kann!
0

Dieses kleine Büchlein ist in 12 Unterkapitel unterteilt, die von verrückten Aktionen bis zur Typologie von Lehrkräften reichen und dabei nicht nur die Perspektiven der Schüler und Schülerinnen, sondern ...

Dieses kleine Büchlein ist in 12 Unterkapitel unterteilt, die von verrückten Aktionen bis zur Typologie von Lehrkräften reichen und dabei nicht nur die Perspektiven der Schüler und Schülerinnen, sondern auch die von Lehrerkollegen einnehmen und aus ihrer Sichtweise und ihren Erfahrungen berichten. Das Kapitel über Schulrecht war für mich persönlich sehr interessant und hat die ein oder andere Wissenslücke gefüllt.

Einige Situationen und/oder Sprüche sind makaber, etwas verrückt, andere schon ziemlich demütigend und verletzend. Dabei gehen solche Sprüche nicht unbedingt von Lehrkräften aus, sondern durchaus auch von Schülern und Schülerinnen auf Kosten der Lehrkräften. Die meisten sind jedoch sehr komisch und tragen zur Unterhaltung bei beim Lesen.

Die Bandbreite und die Einordnungen in die Unterkapitel sind sehr breit gefächert und decken alle möglichen Bereiche ab und bieten eine Fülle an kuriosen, lustigen oder grenzenüberschreitenden Szenen. Bei manchen fragte ich mich wie man dieses oder jenes nur sagen oder tun könnte und konnte darüber nur den Kopf schütteln.

Fazit: Eine locker-leichte Lektüre voll Humor, spricht allerdings auch ernste Themen an. Nette Unterhaltung für zwischendurch.

Veröffentlicht am 03.08.2020

Was ist los mit Faye?

Wings of Silver. Die Rache einer Frau ist schön und brutal (Golden Cage 2)
0

Einige Jahre nach Fayes persönlichem Erfolg im Kampf gegen ihren Mann Jack, genießt Faye mit ihrer Tochter und Mutter das Leben in Italien. Doch dann verkaufen immer mehr Aktionärinnen ihre Anteile an ...

Einige Jahre nach Fayes persönlichem Erfolg im Kampf gegen ihren Mann Jack, genießt Faye mit ihrer Tochter und Mutter das Leben in Italien. Doch dann verkaufen immer mehr Aktionärinnen ihre Anteile an Fayes Firma Revenge und alles deutet auf eine langsame Übernahme hin. Daraufhin sucht Faye sich neue Verbündete und versucht alles um ihre Firma zu retten und muss sich dabei ihrer Vergangenheit stellen.

Der Schreibstil ist ungemein angenehm und liest sich locker leicht,sodass ich das Buch schnell durchgelesen habe. Dank des Schreibstiles konnte mich die Geschichte sehr gut unterhalten und über die Schwächen weniger deutlich erscheinen lassen.

Faye wirkte im ersten Band geradezu wie ein Racheengel, die alles und jeden vernichtet. Davon ist im zweiten Band fast nichts mehr zu erkennen. Sie ist ziemlich bequem und ängstlich geworden, ihre kämpferische schon fast furchteinflößende Art, war kaum vorhanden, was ich ziemlich enttäuschend fand. Sie lässt die ganzen Probleme und Schlamassel von ihren Verbündeten ausbaden und lehnt sich größtenteils zurück, um teilweise in Selbstmitleid zu versinken. Dadurch fehlt es der Handlung an Dynamik und Finesse. Die meiste Zeit sitzt Faye irgendwo in einem Café oder Restaurant mit Freunden und genießt die Zeit, während ihre Firma den Bach runtergeht. Dort wo ich spannende, intelligente Schachzüge von Faye und Jack erwartet habe, gab es nur unwichtiges - wenn auch unterhaltend - Geplänkel und "Gelaber", welches nicht wesentlich für die Handlungen war. Auch hatte ich wesentlich weniger primitive Situationen erwartet, in denen es nur um das Eine geht. Daran anknüpfend fiel mir die einseitige Beschreibung eines "typischen wohlhabenden Geschäftmannes" sehr negativ auf, so als wollten alle Männer nur Se* und Geld (ihrer Frauen) und wären so oberflächlich - was sie zugegeben in der Geschichte auch sind, was man aber auch anders hätte darstellen und können, weniger pauschalisierend. Dieses Merkmal zieht sich auch durch den ersten Band und gefällt mir aufgrund der einseitigen und oberflächlichen Perspektive nicht sonderlich. Da weiß ich nicht genau was die Autorin dadurch vermitteln will. Zusätzlich stellt sie die weiblichen Charaktere teilweise auch so dar, als wären sie nur am Aussehen eines Mannes interessiert, nur dass das vollkommen okay ist, solange es nicht andersherum ist, was für eine Doppelmoral spricht und nicht gerade klug von der Autorin umgesetzt wurde, meiner Meinung nach.

Fazit: Eine unterhaltsame Geschichte für zwischendurch, der es allerdings an Tiefe, Raffinesse und aufregenden Charakteren fehlt. Es ist in vielerlei Hinsicht immer das Gleiche.

Veröffentlicht am 05.07.2020

Runder Abschluss

Die Spiegelreisende 4 – Im Sturm der Echos
0

Die Archen brechen ab und Teile davon verschwinden im weißen Nichts. Und Schuld trägt eindeutig der Andere. Ophelia und Thorn müssen zusammenarbeiten um ihm auf die Schliche zu kommen und die Welt vor ...

Die Archen brechen ab und Teile davon verschwinden im weißen Nichts. Und Schuld trägt eindeutig der Andere. Ophelia und Thorn müssen zusammenarbeiten um ihm auf die Schliche zu kommen und die Welt vor dem Untergang zu retten, dabei dürfen sie den Einfluss von Gott nicht unterschätzen und sehen sich von zwei Fronten bedroht. Ophelia schleust sich in das Beobachtungsinstitut für Abweichungen ein und kommt dort der Wahrheit sehr nahe, während Thorn sich seinen Einfluss zu Nutze macht. Werden sie die Welt noch rechtzeitig retten können?

Nach dem überaus aufregenden und abrupten Ende des dritten Bandes geht es endlich weiter. Das schlimmste Szenario ist eingetreten und Ophelia und Thorn müssen dem Anderen endlich auf die Spur kommen. Das Beobachtungsinstitut wirkt sehr unheimlich und unheilvoll, weswegen ich Ophelias Entscheidung sehr mutig finde. Die Geschehnisse dort sind anschaulich geschildert, auch wenn die Erklärungen oft verwirrend sind und ich ihnen oft nicht folgen konnte/kann. Das ist schon ziemlich abstrus, passt aber super zur Geschichte. Die vielfachen Stränge ergeben ein tolles Gesamtbild und bringen Dynamik in die Geschichte. Lange Zeit tappen alle im Dunkeln, nach und nach decken sie die Wahrheit auf und das Ende verblüfft mich sehr, auch wenn es nicht ganz rund für mich ist, als würde da noch etwas fehlen.

Fazit: Ein schöner Abschluss, der aber den anderen Bänden etwas nachhinkt und ein durchaus offenes Ende hat, welches mich nicht ganz zufriedengestellt hat.

Veröffentlicht am 04.07.2020

Solider Thriller

Der Fahrer
0

Nach einer teilweise missglückten Geburtstagsfeier des Ermittlers Jens Kerner, wird eine junge Frau entführt und später auf ungewöhnliche Weise verändert im Stadtpark tot aufgefunden. Bald darauf folgen ...

Nach einer teilweise missglückten Geburtstagsfeier des Ermittlers Jens Kerner, wird eine junge Frau entführt und später auf ungewöhnliche Weise verändert im Stadtpark tot aufgefunden. Bald darauf folgen weitere Entführungen und Morde an jungen Frauen. Schnell ist klar: der Täter spielt ein Spiel gegen die Polizei und wird gewinnen, wenn sie ihn nicht bald schnappen. Die eindeutigen Hinweise, dass es sich um ein persönliches Motiv gegen einen aus dem Ermittlerteam handeln könnte, geben Kerner keine Ruhe....doch dann kommt es ganz anders.

Der Beginn des Kriminalfalls beginnt recht ungewöhnlich und hat bei mir ein ungutes Gefühl ausgelöst, welches durchaus seine Berechtigung hatte im weiteren Verlauf der Geschichte. Die Bezüge zu Instagram, die Online Hinweise und das "Spiel" mit den Hashtags fand ich ziemlich gut gelungen und der Zeit entsprechend. Zudem wurden diese glaubwürdig in die Geschichte eingebettet. Nach dem rasanten Einstieg plätscherte die Handlung leider nur so vor sich hin. Trotz weiterer Fälle kam bei mir kaum nennenswerte Spannung auf. Es war ganz nett zu lesen, mehr aber auch nicht. Ich hatte keine Bezüge/Sympathien zu den Charakteren, die Ermittlungen wirkten aufwendig, aber meistens kamen sie eh zu spät und dadurch wurde es schnell fade. Genauso war dann auch der Täter und das Motiv. Zwar gefielen mir die kleinen Twists und die Irreführung des Täters, aber so wirklich überzeugen konnte es mich nicht. Meistens interessierte es mich gar nicht wie es weiterging und die Handlungen waren mir oft gleichgültig, da es einfach nicht fesselnd war und mich nicht emotional packen konnte.

Fazit: Gefallen haben mir die Einbettung der sozialen Medien und der lockerleichte Schreibstil, der das Lesen ungemein angenehm macht. Doch weder Story noch Charaktere konnten mich unterhalten.