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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.06.2022

Von der Grausamkeit des Schweigens

Was ich nie gesagt habe
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Tom Monderath, der beliebte Kölner Nachrichtenmoderator hat sein großes Glück gefunden und alles könnte perfekt sein. Doch dann erhält er eine Nachricht, die sein Leben wieder einmal auf den Kopf stellt. ...

Tom Monderath, der beliebte Kölner Nachrichtenmoderator hat sein großes Glück gefunden und alles könnte perfekt sein. Doch dann erhält er eine Nachricht, die sein Leben wieder einmal auf den Kopf stellt. Durch einen DNA-Test erfährt Tom, dass er einen holländischen Halbbruder hat: Henk, der ihm wie ein Zwillingsbruder ähnelt und mit dem er sich sofort blind versteht. Als jedoch herauskommt, dass es noch mehr Halbgeschwister gibt, muss Tom erkennen, dass er kaum etwas über seinen Vater weiß. Wieder beginnt er zu recherchieren und wieder offenbart sich ihm ein trauriges Kapitel seiner Familie.

Auf zwei Erzählebenen offenbart Susanne Abel diesmal die Geschichte von Toms Vater, einem Jungen, der im Krieg fast seine ganze Familie verliert, in amerikanische Kriegsgefangenschaft gerät und schließlich als angehender Arzt in der jungen, traumatisierten Greta die Frau fürs Leben findet.
Dabei geht es in diesem Roman um weit mehr als eine Familiengeschichte: die Gräuel des Krieges, die unvorstellbaren Verbrechen der Nazi-Ärzte und die Anfänge der Kinderwunsch-Behandlungen sind die Hauptthemen dieses beeindruckenden Romans. Besonders die Frage, was die Tatsache, nicht zu wissen, woher man stammt, und die damit verbundenen seelischen Schmerzen stehen dabei im Vordergrund. Das ist so einfühlsam und berührend geschrieben, dass ich mir die Tränen wieder einmal nicht verkneifen konnte.

Mein Fazit: ein wichtiger, bewegender und zutiefst berührender Roman! Absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 25.06.2022

Spannender Thriller über Missbrauch, Demütigung und Rache

Nur du und ich
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Ein romantisches Wochenende zu zweit in einem abgelegenen Ferienhaus auf Long Island. Literaturprofessor Steven und seine schöne, deutlich jüngere Freundin, die Literaturstudentin Ellie, freuen sich auf ...

Ein romantisches Wochenende zu zweit in einem abgelegenen Ferienhaus auf Long Island. Literaturprofessor Steven und seine schöne, deutlich jüngere Freundin, die Literaturstudentin Ellie, freuen sich auf ein paar ruhige Tage zu zweit. Doch was voller Romantik und Leidenschaft beginnt entwickelt sich in kurzer Zeit zu einem Psychoduell der Sonderklasse. Denn hier ist wirklich nichts, wie es scheint und sowohl Steven als auch Ellie haben Geheimnisse. Das Einzige, das sicher ist: nur einer wird dieses Wochenende überleben.

Dieser Thriller ist ein wirklich beeindruckender Debütroman. Spannend und voller Wendungen lässt Laure van Rensburg die Geschichte dieser toxischen Beziehung aus den wechselnden Perspektiven von Steven und Ellie erstehen. Und immer wieder taucht eine dritte, zunächst namenlose Stimme auf, die langsam Klarheit ins Dunkel bringt. Es geht um Missbrauch, nicht um den sichtbaren, körperlich brutalen, sondern den leisen, durch Demütigungen, durch das Benutzt- und Fallengelassen-Werden. Das wird so eindrucksvoll und authentisch beschrieben, dass dieser Roman noch lange nachhallt. Das berührt und macht sehr nachdenklich.
ET des Buches ist der 30.06.2022

Mein Fazit: Spannender Thriller zu einem wichtigen und aktuellen Thema. Absolut lesenswert.

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Veröffentlicht am 16.06.2022

Spannender Thriller zu einem wichtigen Thema

Poppy. Dein Kind verschwindet. Und die ganze Welt sieht zu. (Die Emer-Murphy-Serie 1)
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Lotte ist eine erfolgreiche Influencerin. Auf ihrem Instagram-Blog verfolgen tausende Follower jeden Schritt, denn sie gemeinsam mit ihrer zweijährigen Tochter Poppy unternimmt. In Szene gesetzt werden ...

Lotte ist eine erfolgreiche Influencerin. Auf ihrem Instagram-Blog verfolgen tausende Follower jeden Schritt, denn sie gemeinsam mit ihrer zweijährigen Tochter Poppy unternimmt. In Szene gesetzt werden die Beiden von Lottes Mann Jens und die Familie bestreitet so ihr gesamtes Einkommen. Als Poppy aus dem Haus ihrer Großeltern verschwindet, ist der Medienrummel entsprechend groß. Für die Polizei, allen voran die eigentlich krankgeschriebene Polizistin Emer, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Und schnell wird klar, dass alle Beteiligten, allen voran Lotte, Geheimnisse haben, die mit der Entführung des kleinen Mädchens zu tun haben können.

Poppy ist ein wirklich spannender Thriller, der sich mit äußerst wichtigen und aktuellen Themen befasst. So zeigt Kristine Getz sehr eindrucksvoll, wie ein Leben in der Öffentlichkeit, wie es durch den Insta-Blog zelebriert wird, nicht nur Fans anzieht, sondern auch Stalker, Neider und Kritiker. Besonders die Gefahr, die dabei für kleine Kinder ausgeht, steht hier im Focus. Das Netz vergisst nie auch diese Erfahrung muss Lotte äußerst schmerzhaft machen. Die Charaktere sind zum großen Teil glaubhaft dargestellt, auch wenn die Geschichte stellenweise doch sehr konstruiert wirkt.

Mein Fazit: ein spannender Thriller zu einem wichtigen Thema. Lesenswert.

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Veröffentlicht am 14.06.2022

Hörgefühlt - ein mörderischer Podcast

Das Letzte, was du hörst
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Hörgefühlt heißt der Podcast, über den „Frauenflüsterer“ Marc Maria Hagen seine Anhänger/innen mit seiner charismatischen Stimme und seinen Aussagen in den Bann schlägt. So sehr, dass sie bereit sind, ...

Hörgefühlt heißt der Podcast, über den „Frauenflüsterer“ Marc Maria Hagen seine Anhänger/innen mit seiner charismatischen Stimme und seinen Aussagen in den Bann schlägt. So sehr, dass sie bereit sind, viel Geld für Coachings auszugeben. Doch der Mann hat Geheimnisse, seine Vergangenheit ist vollkommen unbekannt und auch Fotos gibt es keine von ihm. Als die Männer zweier Hörgefühlt-Anhängerinnen grausam ermordet werden und die beiden Frauen ebenfalls tot aufgefunden werden, beginnt Kommissarin Carola Barreis mit den Ermittlungen.

Spannend von der ersten Seite an zieht uns Andreas Winkelmann wieder einmal gekonnt in seinen Bann. Dabei wird die Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven und Zeitebenen erzählt. Mal erfahren wir die Dinge aus der Sicht von Roya, dann sind wir tief in die Gedanken- und Gefühlswelt der äußerst sympathischen Kommissarin eingebunden und schließlich erzählt der Täter selber in Rückblenden von seiner Kindheit und dem Drang, der ihm zum Mörder macht. Das ist nicht nur abwechslungsreich sondern führt immer wieder auf die falsche Fährte und bietet viele Wendungen. Dabei sind die Charaktere sehr authentisch und glaubwürdig beschrieben. Vor allem Kommissarin Barreis und ihr alter Freund und Paul, seines Zeichens Gerichtsmediziner, haben es mir angetan.

Mein Fazit: ein typischer Winkelmann: spannend, immer wieder überraschend, absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 01.06.2022

Verschwundene Kinder und kalte Herzen

Kaltherz
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Kim Lansky ist eigentlich schon am Ende, als sie doch noch eine letzte Chance erhält: die Polizistin ist aus jeder Abteilung geflogen, doch ihr alter Kinderfreund Rizzi holt sie in die Abteilung für Vermisstenfälle. ...

Kim Lansky ist eigentlich schon am Ende, als sie doch noch eine letzte Chance erhält: die Polizistin ist aus jeder Abteilung geflogen, doch ihr alter Kinderfreund Rizzi holt sie in die Abteilung für Vermisstenfälle. Hier führt sie direkt der erste Anruf zu Clara Lipmann, deren kleine Tochter Marie aus dem Auto verschwunden ist, und die gerade einen Selbstmordversuch hinter sich hat. Lansky will der Mutter unbedingt helfen, umso mehr, als sich deren Ehemann Jakob als eiskalter Business-Mann entpuppt. Doch schon bald stößt die Polizistin auf Ungereimtheiten und bringt nicht nur sich selbst in Lebensgefahr.

Kaltherz ist ein echter Pageturner, der einen von der ersten Seite in den Bann zieht und nicht mehr los lässt. In kurzen Kapiteln lässt Henri Faber Clara, Jakob, Kommissarin Lansky und auch die kleine Marie zu Wort kommen. Das ist sprachlich brillant gelöst, dabei mit so viel Tempo und Sprachwitz, dass es ein echtes Vergnügen ist. Die Charaktere sind gut und stimmig beschrieben, allen voran wurde Kim Lansky für mich ein echter Sympathieträger. Und immer wenn man denkt, man ist der Lösung ein Stück näher, schlägt die Handlung wieder einen Haken und geht in eine andere Richtung. Einzig das Ende war mir ein wenig zu schnell und zu unglaubwürdig, deswegen gibt es einen kleinen Abzug.

Mein Fazit: spannender, sprachlich brillanter Pageturner voller unerwarteter Wendungen. Klare Leseempfehlung!

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