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Veröffentlicht am 20.05.2025

Beklemmende Hitze im verlassenen Dorf

Der dunkle Sommer
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„Der dunkle Sommer“ von Vera Buck ist ein Thriller, der mir im Gedächtnis bleiben wird.
Für den Preis von nur einem Euro pro Haus sollen verlassene Dörfer auf Sardinien wiederbelebt werden. Tilda hat von ...

„Der dunkle Sommer“ von Vera Buck ist ein Thriller, der mir im Gedächtnis bleiben wird.
Für den Preis von nur einem Euro pro Haus sollen verlassene Dörfer auf Sardinien wiederbelebt werden. Tilda hat von diesem Ort von einem Zeitungsartikel erfahren, den ihr Vater ihr hinterlassen hat. Sie beschließt dort ein Haus zu kaufen, um vor ihrem alten Leben zu fliehen.
Wieso aber war es gerade dieser Ort, der in dem Artikel erwähnt wurde? Denn irgendetwas scheint dort nicht zu stimmen und Tilda ist nicht so alleine wie sie glaubt.
Zusammen mit Enzo, einem Journalisten, versucht sie herauszufinden was dort passiert ist.

Tilda ist eine lebensechte und komplexe Person, die ein traumatisches Erlebnis verarbeitet. Im Laufe des Buches erfährt man mehr darüber. Enzo ist zuerst ein etwas undurchschaubarer Protagonist, den ich nicht so ganz greifen konnte. Aber er wurde nahbarer im Laufe der Handlung.
Ganz im Gegenteil zum alten Dorfbewohner Silvio, dieser ist ein unfreundlicher und eher abschreckender Charakter.

Vera Bucks bildhafter und packender Schreibstil verleihen der Geschichte ein düsteres und beklemmendes Gefühl. Man spürt regelrecht die Hitze auf der Haut und die bedrückende Stimmung im Ort. Durch die eindrucksvollen Beschreibungen konnte ich mir genau vorstellen wie das Dorf und die Insel aussehen.
Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven und Zeitebenen, hauptsächlich von Tilda und Enzo in der Gegenwart. Zwischendurch gibt es auch Kapitel aus der Vergangenheit, in denen man nach und nach erfährt was im Dorf vorgefallen ist.
Gerade zum Ende hin konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, durch verschiedene Twists war es so mitreißend, dass ich es in einem Rutsch durchgelesen habe.
Selbst das dunkel gestaltete Coverbild -mit der orangenen Neon Schrift und gleichfarbigem Farbschnitt- fängt das Düstere der Geschichte zusammen mit der Hitze des Sommers perfekt ein.

„Der dunkle Sommer“ ist für mich ein Highlight. Der Thriller konnte mich in seinen Bann ziehen und zutiefst bewegen. Das Nachwort sollte unbedingt gelesen werden, da Teile des Buches auf einer wahren Geschichte beruhen. Vera Buck hat einen Roman geschrieben, der noch lange nachhallt.
Ich kann „Der dunkle Sommer“ nur weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 27.04.2025

Bedrückende Stimmung

No Hard Feelings
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„No hard feelings“ ist der Debütroman von Geneviève Novak.
Es geht um Penny, die sich oft mit Freundinnen vergleicht und dabei -ihrer Ansicht nach- schlecht abschneidet. Sie möchte versuchen alles zu ändern ...

„No hard feelings“ ist der Debütroman von Geneviève Novak.
Es geht um Penny, die sich oft mit Freundinnen vergleicht und dabei -ihrer Ansicht nach- schlecht abschneidet. Sie möchte versuchen alles zu ändern und ihre Panikattacken in den Griff zu bekommen.

Penny wurde als Protagonistin authentisch, mit Ecken und Kanten, aber auch freundlich beschrieben. Ganz im Gegenteil zu den anderen Charakteren, diese waren eher unsympathisch und unfair. Den Einbezug der Therapiestunden fand ich ganz gut, dabei blieb es aber etwas oberflächlich.
Penny wird von anderen sehr ungerecht behandelt, was ich nur schwer ertragen konnte. Leider hatte der Roman somit durchgängig eine sehr bedrückende Wirkung auf mich. Wenn ich davon gewusst hätte, hätte ich das Buch wahrscheinlich nicht gelesen. Die Moral dieses Buches war auch nicht wirklich zeitgerecht. Es sollte nämlich nicht das Ziel von Frauen sein müssen, sein Leben im Griff und einen Partner haben zu müssen – um als vollwertiger Mensch zu gelten.
Der Schreibstil ist flüssig und einfach zu verfolgen. Das schöne Coverbild passt zur Geschichte.

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Wer legt die Feuer?

Grenzfall – Ihre Spur in den Flammen
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In „Grenzfall – Ihre Spur in den Flammen“ steht das Ermittlerteam um Oberkommissarin Alexa Jahn und Chefinspektor Bernhard Krammer vor ihrem fünften Fall.
Ende Juni brennen die traditionellen Sonnenwendfeuer ...

In „Grenzfall – Ihre Spur in den Flammen“ steht das Ermittlerteam um Oberkommissarin Alexa Jahn und Chefinspektor Bernhard Krammer vor ihrem fünften Fall.
Ende Juni brennen die traditionellen Sonnenwendfeuer in den Bergen. Dabei bleibt es aber nicht, eine Reihe von Brandanschlägen stellt Alexa Jahn und Bernhard Krammer vor ein Rätsel. Wer ist für diese Brände verantwortlich, bei denen Menschen zu Tode kommen?
Anna Schneiders Charaktere sind lebensecht und glaubhaft beschrieben, der Schreibstil ist flüssig.
Der Roman spielt hauptsächlich in der Gegenwart, teilweise gibt es aber auch kursiv geschriebene „Vorher“ Kapitel. Wie das alles miteinander zusammenhängt, wird sich am Ende herausstellen.

Mir hat der fünfte Teil von Grenzfall nicht so sehr gefallen wie der Vorgänger, da es sich etwas zieht und daher nicht ganz so spannend ist.
Die Bände sind in sich abgeschlossen, allerdings empfiehlt es sich schon, der Reihe nach zu lesen. Es wird immer mal wieder auf Dinge Bezug genommen, die man ansonsten vielleicht nicht ganz verstehen könnte.

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Veröffentlicht am 22.04.2025

Wieder einmal Spannung pur

Die Nacht (Art Mayer-Serie 3)
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Der Ermittler Art Mayer ermittelt in „Die Nacht“ bereits in seinem dritten Fall zusammen mit Nele Tschaikowski.

Marc Raabe schafft es in seinen Büchern die Charaktere sehr realistisch und facettenreich ...

Der Ermittler Art Mayer ermittelt in „Die Nacht“ bereits in seinem dritten Fall zusammen mit Nele Tschaikowski.

Marc Raabe schafft es in seinen Büchern die Charaktere sehr realistisch und facettenreich erscheinen zu lassen. Dies ist auch hier wieder gelungen.
Art Mayer ist vom Typ „harte Schale, weicher Kern“. Er kümmert sich sehr viel um das Nachbarskind Milla, deren Mutter vor 1 ½ Jahren spurlos verschwunden ist – und nun bei ihrer dementen Oma lebt.
In manchen Rezensionen wurde das Verhalten von Nele Tschaikowski kritisiert. Es wurde geschrieben, dass sie sehr unsympathisch sei und ihr Kind „einfach abgeben“ würde. Das sehe ich nicht so, denn sie hat ihr Kind einfach nur ein paar Tage bei seinem eigenen Vater gelassen. Das Verhalten von Neles Partner sollte kritisiert werden und nicht das von Nele, die sie die meiste Care Arbeit übernommen hat. Es sollte nun wirklich nichts außergewöhnliches sein das Kind beim eigenen Vater zu lassen.

Marc Raabes anschaulicher und packender Schreibstil führt dazu, das Buch nicht aus der Hand legen zu wollen. Die Spannungskurve bleibt über alle Bücher hinweg erhalten. Durch verschiedene Rückblicke erfährt man Stück für Stück mehr, was damals vorgefallen ist und wie es mit den Ereignissen von heute zusammenhängt.

Wie auch in dem ersten und zweiten Teil gibt es eine Handlung die sich durch alle Bände zieht. Deshalb wäre es ratsam die Bücher der Reihe nach zu lesen, da man sonst eventuell einige Zusammenhänge nicht versteht.
Das Cover sticht in leuchtendem Orange hervor, zusammen mit dem Farbschnitt sieht es toll aus. Außerdem passt es perfekt zu den vorherigen Bänden, die in leuchtendem lila und grün gehalten sind.

Alles in allem war es wieder ein gelungener dritter Teil. Es wurden Handlungen abgeschlossen, aber auch noch genug offengelassen. Denn eigentlich sollte die „Art Mayer Reihe“ eine Trilogie werden, allerdings wird in 2026 noch ein vierter Teil erscheinen. Darauf freue ich mich schon. Ich empfehle die Reihe gerne weiter.

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Veröffentlicht am 01.04.2025

Poetische & emotionale Reise

Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken
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„Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken“ ist der Debütroman von Sarah Lorenz.

In diesem Roman erzählt die Ich-Erzählerin Elisa von ihrem bisherigem Leben, voller Schicksalsschlägen und traumatischer ...

„Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken“ ist der Debütroman von Sarah Lorenz.

In diesem Roman erzählt die Ich-Erzählerin Elisa von ihrem bisherigem Leben, voller Schicksalsschlägen und traumatischer Erlebnisse – aber auch von der Hoffnung.
Das alles richtet sie an die Dichterin Mascha Kaléko, die Elisa sehr bewundert.

Da ich der Autorin schon mehrere Jahre auf Social Media Plattformen folge, war mir vieles was im Buch behandelt wurde schon bekannt. Nichtsdestotrotz hat es sich sehr gelohnt die Lebensgeschichte von Ich-Erzählerin Elisa zu lesen.
Mit ihrem poetischen Schreibstil, lässt Sarah Lorenz mühelos Leichtigkeit in die schweren Themen einfließen. Schonungslos offen beschreibt sie von der Kindheit bis hin ins Erwachsenenalter der Erzählerin Elisa. Es ist schockierend, traurig aber auch hoffnungsvoll.
Jedes Kapitel beginnt mit einem Gedicht von Mascha Kaléko, die das Kapitel einleiten.
Es handelt sich nicht um einen klassischen Roman, sondern eher um eine Ansammlung an Erinnerungen, Gedanken und Erlebnissen. Das war in diesem Fall aber sehr passend.

„Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken“ ist ein starker autobiografischer Debütroman,
der mich sehr bewegt hat. Trotz der Schwere, schimmert doch ein Hoffnungsschimmer hindurch. Ich werde noch lange daran denken und hoffe, noch weiteres von Sarah Lorenz lesen zu dürfen.
Ich kann das Buch weiterempfehlen, allerdings sollte man sich vorher über die Content Warnungen informieren, falls man Probleme mit bestimmten Themen hat. Diese stehen ganz vorne im Buch.

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