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Veröffentlicht am 11.01.2026

Kleopatra erzählt ihre Lebensgeschichte

Kleopatra
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Saara El-Arifi beleuchtet in ihrem Buch die faszinierende Lebensgeschichte der berühmten Pharaonin Kleopatra. Das Besondere daran ist die Erzählperspektive: Ab dem Tag ihrer Krönung kommt Kleopatra selbst ...

Saara El-Arifi beleuchtet in ihrem Buch die faszinierende Lebensgeschichte der berühmten Pharaonin Kleopatra. Das Besondere daran ist die Erzählperspektive: Ab dem Tag ihrer Krönung kommt Kleopatra selbst zu Wort, wodurch der Leser die Geschehnisse aus erster Hand und aus ihrer ganz persönlichen Sicht erlebt.

Die historischen Hintergründe wurden für dieses Buche sehr genau recherchiert, das macht die Autorin in ihrem Vorwort klar und davon zeugen auch die umfangreiche Quellenangabe am Schluss des Buches. Hervorragend werden historische Abläufe mit fiktiven Elementen kombiniert, so dass ich manchmal das Gefühl habe, ein Sachbuch in Romanform zu lesen.

Kleopatra erhält in diesem Roman eine Stimme und ein zutiefst menschliches Gesicht. Die Ich-Perspektive ermöglicht es uns als Leser, ihre Ängste, Zweifel und geheimsten Gedanken hautnah zu erleben. Wir begegnen ihr als Mutter, Geliebte, Freundin und als strategisch denkende Herrscherin, deren unbeugsames Herz unerschütterlich für ihr Volk und ihr geliebtes Ägypten schlägt.

Mein einziger Kritikpunkt betrifft den Spannungsbogen, der sich mitunter in den detailreichen Beschreibungen historischer Kleidung, Orte und Bräuche verliert. Obwohl diese Schilderungen das alte Ägypten unglaublich lebendig werden und mich tief eintauchen lassen, geschieht dies leider oft auf Kosten der narrativen Spannung.

Das Finale des Romans ist überraschend und unkonventionell, doch gerade diese Eigenwilligkeit verleiht der gesamten Erzählung einen stimmigen Abschluss, gekrönt von einem unerwarteten Plot-Twist.

FAZIT: Ein hervorragend recherchierter historischer Roman, der zwar an manchen Stellen etwas an Spannung vermissen lässt, aber dennoch eine klare Leseempfehlung verdient!

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Veröffentlicht am 08.01.2026

Komplex, spannend, grausam

Dogma der Wahrheit
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Das Buch Dogma der Wahrheit beschreibt eine Dystopie, die unter die Haut geht. Die Menschen erleben die Wirklichkeit nur noch durch virtuelle Brillen. Nachwuchs wird nicht gezeugt, sondern künstlich erschaffen. ...

Das Buch Dogma der Wahrheit beschreibt eine Dystopie, die unter die Haut geht. Die Menschen erleben die Wirklichkeit nur noch durch virtuelle Brillen. Nachwuchs wird nicht gezeugt, sondern künstlich erschaffen. Menschen mit einem Bauchnabel sind eine Seltenheit und werden gejagt. Gewalttätige Übergriffe finden täglich statt und werden über Streams zur Schau gestellt. Mord und Grausamkeit wird damit zur Normalität. Die geschilderten Gewaltdarstellungen sind nicht einfach zu ertragen und betonen nochmals die Verrohung der Gesellschaft.

Der Schreibstil ist von Anfang an nicht einfach. Es ist ein Buch, das ich sehr konzentriert lesen musste, damit ich nicht den Faden verliere. Viele Handlungen finden in unterschiedlichen Zeitebenen statt, was man erst im Nachhinein erfährt. Manche Passagen waren für mich sehr schwer zu verstehen. Es wird mit der Realität gespielt. Oft ist nicht zu erkennen, ob eine Szene nun wirklich oder nur in der Vorstellung der Protagonisten stattfinden soll. Die Handlung ist gespickt von neuen Wortschöpfungen, die das Verständnis zumindest am Anfang wirklich erschweren. Ich hätte mir ein Glossar gewünscht, damit hätte ich sicherlich schneller in das Buch rein gefunden.

Die Protagonisten sind tiefgründig, doch bleiben sie distanziert. Eine wirkliche Beziehung brauche ich nicht zu Ihnen auf. Sie bleiben wir bis zum Schluss fremd.

Die vom Autor erschaffene Welt hat mich fasziniert und gleichzeitig abgestoßen. Diese Welt ist komplex und durchdacht aufgebaut und keine, in der ich leben möchte. Auch wenn die Schilderungen extrem sind, manche Parallelen zu unserer Wirklichkeit kann ich darin erkennen, was erschreckend ist.

Die Handlung ist sehr spannend und birgt einige Plottwist, die ich so nicht erwartet hätte. Der Höhepunkt kommt zum Ende und runden die ganzen Geschichte ab.

FAZIT: Eine nicht einfach zu lesende Dystopie, spannend und komplex. Gewalt wird sehr bildhaft dargestellt.

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Veröffentlicht am 04.01.2026

Mysteriös am Anfang, spannend zum Schluss

Purpurträume
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Ava spricht mit ihrer Katze und kleidet sich wie eine Figur aus dem 16. Jahrhundert. Sie hat ihr Gedächtnis verloren und wirkt auch sonst wie aus der Zeit gefallen. Von ihren Mitmenschen fühlt sie sich ...

Ava spricht mit ihrer Katze und kleidet sich wie eine Figur aus dem 16. Jahrhundert. Sie hat ihr Gedächtnis verloren und wirkt auch sonst wie aus der Zeit gefallen. Von ihren Mitmenschen fühlt sie sich beobachtete und missverstanden, ohne zu begreifen, dass ihre altertümliche Aufmachung dafür verantwortlich ist. Doch die Atmosphäre wird immer bedrohlicher, als sie nachts in ihrem Garten wirklich einen Mann mit einem purpurnen Schal entdeckt, der sie beobachtet.

Der Anfang des Buches hat mich gleich in seinen Bann gezogen. Die Erzählung startet mit einer düsteren und bedrohlichen Atmosphäre, die Handlung ist mysteriös und irgendwie surreal, als wäre die Protagonistin Ava aus einer anderen Zeit in die Gegenwart katapultiert worden. Doch sie kennt den Gebrauch eines Laptops und einer Waschmaschine, also stammt sie eher doch nicht aus der Zeit der Renaissance. Dieses widersprüchliche Verhalten wirft Fragen auf und lässt mich gleich von der ersten Seite an mit rätseln.
Auch die Beschreibung der Katakomben von Neapel ist sehr gelungen, ich habe sie richtiggehend vor mir gesehen, da muss ich unbedingt mal hin.

Der Schreibstil ist flüssig und einfach zu lesen. Die Unterteilung in relativ kurze Kapitel sorgt für eine gute Übersicht.

Die Charaktere der Protagonisten sind anfangs alle undurchsichtig und mysteriös, ihre Motive fraglich, was sich aber im Laufe der Geschichte aufklärt und auch für einige Plot-Twists sorgt. Vor allem der Charakter von Ava ändert sich im Laufe der Handlung von einer verwirrt und hilflos wirkenden Person zu einer überlegt und mutig handelnden, starken Frauengestalt.

Leider sind vor allem zum Schluss hin ein paar sehr langatmige Abschnitte eingebaut.

FAZIT: Spannend und mysteriöses Lesevergnügen mit ein paar Längen.

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Spannend und ganz schön heiß

Starlight Aliens: Band 1-3
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Trish wird von drei Außerirdischen entführt, diese suchen dringend eine Partnerin. Außerdem müssen sie ihre Prüfung für ihren Uniabschluss in "'Entführung von Aliens" bestehen, denn bisher waren sie damit ...

Trish wird von drei Außerirdischen entführt, diese suchen dringend eine Partnerin. Außerdem müssen sie ihre Prüfung für ihren Uniabschluss in "'Entführung von Aliens" bestehen, denn bisher waren sie damit nicht so erfolgreich. Prinzipiell hätte ich mich wohl nicht so schnell mit der Situation abgefunden, aber auf der Erde herrscht Endzeitstimmung und Hungersnot, daher fühlt sich Trish in ihrem neuen Zuhause recht schnell wohl. Zumal die drei Außerirdischen Xil, Matar und Havel ihre Menschenfrau auf Händen tragen und dazu auch noch sehr gutaussehend sind.

Die Geschichte ist in drei Bänden aufgeteilt, die allerdings nicht einzeln zu lesen sind, da sie aufeinander aufbauen. Der Plot ist wunderbar kreativ und unterhaltsam und der Schreibstil einfach und schnell zu lesen. Die Charaktere sind nicht sonderlich vielschichtig, aber das stört mich bei dieser Geschichte auch nicht. Ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt und sehr oft schmunzeln müssen. Manche Szenen sind ganz schön heiß, das hat aber auch dazugehört. Als Science-Fiction-Fan hat mir besonders gefallen, wie kreative und vielfältig das außerirdische Leben dargestellt wird. Als kleines Extra gibt es zwei Backrezepte für außerirische Kuchen (mit irdischen Zutaten). Der dritte Band ist besonders spannend mit einer Weltraumschlacht und Verfolgungsjagd.

FAZIT: Unterhaltsam, spannend, humorvoll und vielfältig, daher einfach lesenswert!

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Spionagethriller mit und ohne Zoë Boehm

Down Cemetery Road
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„Down Cemetery Road“ ist das erste Buch einer vierteiligen Krimireihe des britischen Autors Mick Herron, die bereits zwischen 2003 und 2009 herausgegeben wurde. Die deutsche Übersetzung erscheint nun anlässlich ...

„Down Cemetery Road“ ist das erste Buch einer vierteiligen Krimireihe des britischen Autors Mick Herron, die bereits zwischen 2003 und 2009 herausgegeben wurde. Die deutsche Übersetzung erscheint nun anlässlich der von Apple TV+ 2025 veröffentlichten Verfilmung.

Das Cover ist typisch für den Diogenes Verlag: Die blasse Fotografie über Oxford passt zum Ort der Handlung, ist aber nicht unbedingt spektakulär.

Das Vorwort von Emma Thompson, die in der Serie die Figur Zoë Boehm verkörpert, schraubt die Erwartungen hoch. Wurden diese Erwartungen erfüllt? Zum größten Teil.

Sarah Tucker ist eine gelangweilte Hausfrau. Bei einer Explosion eines Wohnhauses in der Nachbarschaft überlebt nur die 4jährige Dinah, die aber spurlos verschwindet. Sarah setzt alles daran, das Mädchen zu finden und engagiert dafür sogar den Privatermittler Joe. Mit ihren Nachforschungen zieht sie allerdings die Aufmerksamkeit des Geheimdienstes auf sich, der sehr daran interessiert ist, die Spuren einer verdeckten Operation zu verwischen. Schon bald gerät Sarahs heile Welt aus den Fugen.

Der Schreibstil gefällt mir von Anfang an sehr gut. Vor allem die amüsanten Dialoge und der schwarze Humor sind hier hervorzuheben und machen das Buch von der ersten Seite an zu einem Lesevergnügen.

Die Charaktere sind sehr unterschiedlich und tiefgründig. Sarahs fast zwanghafter Fokus auf ein Mädchen, das sie eigentlich gar nicht persönlich kennt, ist zunächst schwer nachzuvollziehen, doch im Laufe der Geschichte wird dies in Rückblicken schon eher verständlich.

Die Spannung nimmt kontinuierlich zu. In der Mitte des Romans kommt es dann zu einem Plot Twist, den ich so nicht erwartet hätte. Ab da überschlagen sich die Ereignisse und ich habe das Buch kaum noch aus den Händen legen können.

Der einzige Kritikpunkt ist der Untertitel des Buches, der für mich irreführend ist (Zoë Boehm ermittelt in Oxford). Es wird suggeriert, dass Zoë Boehm der Hauptcharakter der Handlung sei. Eventuell ist sie das auch in den folgenden restlichen Büchern der Reihe und in der Verfilmung, die ich bewusst noch nicht gesehen habe. Doch hier taucht sie bis zu Seite 450 nur zwei Mal kurz auf. In den letzten 100 Seiten ist sie präsenter, aber trotzdem ist der Fokus mehr auf Sarah als auf Zoë.

FAZIT: Ein lesenswert spannender Spionagethriller mit schwarzem Humor, in dem Zoë Boehm eher in den Hintergrund rückt.

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