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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.10.2025

Liebe und Verrat

Die drei Leben der Cate Kay
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Annie und ihre beste Freundin Amanda haben große Träume: Raus aus dem ärmlichen Kleinstadtmilieu nach Hollywood, um dort als Schauspielerinnen ihre Karriere zu starten.
Doch alles kommt anders. Ein Schicksalsschlag ...

Annie und ihre beste Freundin Amanda haben große Träume: Raus aus dem ärmlichen Kleinstadtmilieu nach Hollywood, um dort als Schauspielerinnen ihre Karriere zu starten.
Doch alles kommt anders. Ein Schicksalsschlag entzweit die beiden. Annie flieht aus ihrem Heimatort und startet ein neues Leben unter neuem Namen und wird schließlich eine gefeierte Autorin, deren Identität jedoch geheim gehalten wird.
Dieses Buch stellt sie als ihre Memoiren vor, in dem sie ihr Leben offenlegt.

Das Buch lässt mich etwas zwiespältig zurück.

Den Anfang empfand ich als sehr langatmig. Ich habe mich sehr schwergetan, in die Handlung zu kommen, die in den ersten Kapiteln so vor sich hin tröpfelte. Dann gab es wieder Kapitel, die mich mitgerissen haben.

Sehr gefallen hat mir die Schreibweise. Denn die Memoiren werden nicht nur aus Sicht der Protagonistin geschrieben, sondern es kommen auch die ihren Lebensweg prägenden Personen zu Wort, so dass der Leser oftmals ein Ereignis aus verschiedener Perspektive sehen kann. Das ist zunächst verwirrend, denn es entspricht nicht der eigentlichen Idee von Memoiren, aber die Idee ist originell.

Die Protagonistin wird sehr gut beschrieben. Ihre Motive und Handlungen sind für mich nachvollziehbar, doch mit ihr identifizieren kann ich mich nicht. Sie bleibt mir fremd.

Der rote Faden ist die Frage, welchen Preis für seine Ziele man bereit ist zu zahlen, sei es für den Ruhm oder die Bindung an den begehrten Partner. Wie weit will man gehen? Liebe ich meinen Partner oder verrate ich ihn für meine Träume?

Trotz der Kritik gebe ich 4 Punkte, denn das Buch hat mich durchaus berührt. Und selbst nach einer Woche, auch wenn ich mich nicht mit Annie identifizieren konnte, ist es mir immer noch in Erinnerung und beschäftigt mich.

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Veröffentlicht am 11.10.2025

Ein Roman über das Böse im Verborgenen

Rosenfeuernacht
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Dieser Roman entführt uns ins Osteuropa des Jahres 1600. Der junge Marin, gerade 13 Jahre alt, findet sich nach dem tragischen Verlust seiner Eltern durch die Masern bei seinem Großvater in einem abgelegenen ...

Dieser Roman entführt uns ins Osteuropa des Jahres 1600. Der junge Marin, gerade 13 Jahre alt, findet sich nach dem tragischen Verlust seiner Eltern durch die Masern bei seinem Großvater in einem abgelegenen Dorf wieder. Anfangs wird er herzlich aufgenommen, doch die Idylle trügt. Unheimliche Ereignisse mehren sich, und eine spürbare Bedrohung bemächtigt sich des Dorfes.

Von der ersten Seite an hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen. Malin ist eine liebenswerte Figur, dessen Empfindungen und Gedanken man mühelos nachempfinden kann. Die dichte Atmosphäre und die zunehmende Bedrohung sind förmlich greifbar. Das Ende lässt einige Fragen offen, was jedoch die Spannung nur noch weiter steigert.

Der Schreibstil ist bewusst altertümlich gehalten, was hervorragend zum historischen Setting der Erzählung passt.

Fazit: Ein exzellenter, kurzer Roman, der Lust auf weitere mysteriöse Geschichten macht.

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Veröffentlicht am 11.10.2025

Geschichte trifft Fiktion

Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten
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Der Arzt und Meisterdetektiv Dr. Grimaldi reist mit seiner 'Tochter Greta 1829 in Nürnberg an. Er soll herausfinden, wer hinter den Drohbriefen an Kaspar Hauser steckt. Der Junge soll Zeit seines Lebens ...

Der Arzt und Meisterdetektiv Dr. Grimaldi reist mit seiner 'Tochter Greta 1829 in Nürnberg an. Er soll herausfinden, wer hinter den Drohbriefen an Kaspar Hauser steckt. Der Junge soll Zeit seines Lebens in einem Keller gefangen gehalten worden sein. Viele Spekulationen ranken sich bis heute um seine Herkunft. Können Greta und ihr Vater ein paar dieser Geheimnisse lüften?

Morosinottos Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Die Handlung ist spannend, unterhaltsam und erlaubt dem Leser mitzuraten. Interessant ist die hervorragend gelungene Kombination von historisch wahren Begebenheiten und fiktiver Geschichte. Es ist dem Buch anzumerken, dass der Autor hier sehr genau recherchiert hat.

Greta ist ein mutiges, kluges und sympathisches Mädchen, das für ihre Zeit sehr fortschrittlich und frei aufwachsen darf. Sie assistiert ihrem Vater bei seinen Ermittlungen, stößt aber immer wieder auf Widerstand in der Gesellschaft, da sie sich nicht entsprechend dem erwünschten Frauenbild verhält. Die verschiedenen Charaktere sind realistisch und sehr unterschiedlich dargestellt. Im Gegensatz zu Greta wirkt ihr Vater arrogant und überheblich, ein eher unangenehmere Zeitgenosse. Die Person Kaspar Hauser ist dagegen sehr blass, man kann ihn nicht richtig greifen. Spannend ist auch, wie die unterschiedlichen Theorien um die Herkunft von Kaspar Hauser in diesem Buch verarbeitet werden.

Auch das wertvoll wirkende goldene Buchcover sollte lobend erwähnt werden. Auch einen Stadtplan des alten Nürnberg ist darin zu finden.

Das Ende ist sehr überraschend und hatte ich nicht erwartet, denn in den letzten Seiten kommt es nochmals zu einer überraschenden Wendung der Geschichte.

Trotz Triggerwarnung ist das Ende etwas heftig für ein Jugendbuch, daher auch ein Punkt Abzug.

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Wenn Instinkt zum Zwang wird

Die Spur der Vertrauten
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Das geheimnisvolle Cover hat mich von Anfang an angesprochen: Eine einsame Figur, die über ein Labyrinth wandert, das in einer Klippe endet. Am Schluss finde ich erst heraus, wie gut diese Darstellung ...

Das geheimnisvolle Cover hat mich von Anfang an angesprochen: Eine einsame Figur, die über ein Labyrinth wandert, das in einer Klippe endet. Am Schluss finde ich erst heraus, wie gut diese Darstellung zum Inhalt passt. Auch unter dem Schutzumschlag ist das Buch nicht nur einfarbig, sondern die zwei Hauptcharaktere kommen zu Wort. Ihre Sätze schmücken die Vorder- und Rückseite. Sehr durchdacht!

Ich werde ohne große Erklärung mitten ins Geschehen geworfen und lernen eine Welt kennen, in der jeder Mensch mit einem bestimmten Instinkt geboren ist. Dem Instinkt muss nachgegeben werden, ungeachtet welcher Konsequenz die Handlung nach sich zieht. Das Verhalten hat dabei mehr Ähnlichkeit mit einem Zwang, dem der einzelne hilflos ausgeliefert ist. Der freie Wille ist nicht mehr verfügbar. Gleichzeitig ist die Menschheit einer Regierung ausgesetzt, die diese Umstände für ihre Zwecke ausnützt. Jede Handlung wird dem Wir untergeordnet. Der Mensch als Individuum existiert nicht mehr. Es ist eine Welt ohne Mitgefühl, in der jeder Mensch seinen vorbestimmten Platz hat, an dem er funktionieren muss – bis zur Selbstaufgabe.
In diese kalte Welt wird nun ein Individuum ohne Instinkt geboren und bedroht damit die gesamte Weltordnung.

Der Plot des Buches ist völlig neu und speziell, daher auch zunächst schwer zu verstehen. Es hat einige Seiten gedauert, bis ich wirklich begriffen habe, worum es geht. Erzählt wird durchaus spannend. Allerdings erschließt sich die Bedeutung einiger Abschnitte erst später im Buch, im Augenblick des Lesens lässt sich der Inhalt nicht einordnen, zum Nachteil für die Spannung. Außerdem gibt es sehr viele Handlungsstränge, was teilweise sehr verwirrend ist.
Das Ende hat mich leider nicht so überzeugt. Für mich bleiben viele Fragen offen.

Sprache und Schreibstil sind für mich ein Highlight. Einige Passagen habe ich laut gelesen, einfach wegen des Klangs.

Fazit: Das Buch ist aufgrund des innovativen Plots lesenswert. Vor allem sprachlich überzeugt es. Einfach zu lesen ist es allerdings nicht und die Spannung wird nicht immer gehalten.

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Wenn Katzen ermitteln

Alle Jahre wieder mit Elvis
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Ein unliebsamer Nachbar wird in der Koblenzer Altstadt ermordet. Die Katzen-Community ermittelt zum zweiten Mal. Allen voran Kater Elvis und Katze Chloe, die mit viel kätzischem Charme und Schafsinn ans ...

Ein unliebsamer Nachbar wird in der Koblenzer Altstadt ermordet. Die Katzen-Community ermittelt zum zweiten Mal. Allen voran Kater Elvis und Katze Chloe, die mit viel kätzischem Charme und Schafsinn ans Werk gehen. Sie schnurren sich in die Herzen der Tatverdächtigen und erfahren so alles, was ein guter Detektiv zur Lösung des Falls benötigt.

Das liebevolle Cover lässt es schon erahnen: Hier begegnen wir einem Wohlfühlkrimi vom Feinsten. Also habe ich mir meine Katze geschnappt und es uns in meinem Ohrensessel gemütlich gemacht.

Der Schreibstil ist einfach und gut zu lesen. Ich fliege durch die Seiten. Auch der Humor kommt nicht zu kurz und ich muss immer wider schmunzeln. Die meiste Zeit sehen wir die Ermittlungen aus Sicht der Katzen, doch nach jedem Kapitel kommen in kursiver Schrift auch die menschlichen Protagonisten kurz zu Wort. Die Charakter sind durchweg sympathisch und liebenswert - bis auf das arme Mordopfer.

Von der ersten bis zur letzten Seite ist der Krimi voller Spannung. Ich rätsle mit den Katzen, wer der Täter sein könnte. Dieses Möglichkeit des Rätselratens finde ich persönlich immer sehr wichtig und ist für mich Teil der Spannung.

Neben dem Mordfall gibt es auch noch ein paar menschliche Dramen, die ebenfalls mit Hilfe der Katzen zu einem glücklichen Ende finden. Das muss es auch, denn es ist Weihnachten. Und wer noch ein Idee für ein Weihnachtsessen sucht, der findet ein paar Rezepte auf den letzten Seiten, was das Buch wunderbar abrundet. Das findet auch meine Katze und freut sich schon auf das Thunfisch-Carpaccio.

Fazit: Ein sehr unterhaltsamer Krimi, der in der Weihnachtszeit spielt, aber selbstverständlich auch außerhalb der Weihnachtszeit gelesen werden kann.

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