Wirklich schöner Abschluss
Vielleicht irgendwann (Vielleicht-Trilogie, Band 3)Karla liebt den Motorsport heiß und innig. Leider ist er viel zu kostspielig für sie geworden. Sie redet nicht gern drüber, aber ihre Geldsorgen machen ihr zu schaffen. Da kommt es beinahe wie gerufen, ...
Karla liebt den Motorsport heiß und innig. Leider ist er viel zu kostspielig für sie geworden. Sie redet nicht gern drüber, aber ihre Geldsorgen machen ihr zu schaffen. Da kommt es beinahe wie gerufen, als sie die Freundin des Formel 2-Fahrers Henning Kiefer spielen soll. Win-win: Sie hätte keine Geldprobleme mehr, er würde sein Image aufbessern. Aber kann das gutgehen?
Ich fand es total schön, wieder in München, in der WG, bei Leckerste zu sein. Im Laufe der Reihe hab ich all das sehr ins Herz geschlossen und mich dort sehr wohlgefühlt. So auch hier. Karla ist ein interessanter Charakter, auf die ich mich in den Vorgängern schon gefreut hab. Tough und unabhängig, was Segen und Fluch zugleich sein kann und bei ihr auch ist. Bei all dem ihre Perspektive zu lesen, war definitiv spannend. Auch ihr Zusammentreffen mit Henning, wie sie sich kennengelernt haben, war besonders und aufregend.
Bei Henning merkt man sehr schnell, dass der Schein trügt. Er ist ein aufgeweckter, liebevoller, interessanter Kerl und von Anfang an sympathisch. Er kann gut mit Karla umgehen und umgekehrt ebenso.
Ich mochte die Entwicklung zwischen den beiden. Wie sie sich näher gekommen sind, sich langsam einander geöffnet haben, ihre Probleme eingestanden haben. Wie ihnen nicht klar war, was gespielt und was echt war. Denn gerade das liebe ich an dem Trope Fake-Beziehung so sehr. Dieses umeinander Herumschleichen und der Versuch, herauszufinden, wie sie eigentlich wirklich übereinander denken. Tatsächlich hat mir das hier aber etwas gefehlt. Diese Fake-Beziehung kam für mich zu kurz. Sie haben sich kaum als Paar gezeigt bzw. selbst als sie eins sein sollten, oft versucht, sich zu verstecken und sich nichts anmerken zu lassen. Irgendwie hätte ich ihnen, an Stelle von Beobachtern, das nicht so recht abgenommen. Aber wiederum waren Karlas Gedankensprünge dabei manchmal auch sehr heftig, aber das ist mit ihren Unsicherheiten erklärbar.
Am Ende gab es noch Drama, das aber nicht zu künstlich und zu den Charakteren passend war – nur die Auflösung war mir dann zu schnell. Und Karlas Einsicht. Es hätte viel früher bei ihr eine Entwicklung, ein Umdenken deutlich werden müssen. So kam das irgendwie zu plötzlich am Ende. Gefreut hab ich mich trotzdem allemal!
Mir hat Karlas und Hennings Geschichte gut gefallen, ich hab mich total gefreut, wenn sie sich näher kamen, und fand allgemein einfach die ganze Vielleicht-Reihe und das hier als Abschluss toll. Generell ein bisschen mehr von der Clique und ein bisschen mehr Motorsport (obwohl ich kein Fan bin) hätte es hier in Band 3 noch für mich sein können.
Empfehlung gibts aber natürlich. Knappe 4,5 Sterne.